Archive of ‘Ullstein’ category

Rezension: »Methodisch korrektes Biertrinken« von Reinhard Remfort

Eine großartige Partynacht mit Physik

Dieses Buch soll eine Lanze für das wohl unbeliebteste Schulfach brechen. Richtig betrachtet, ist Physik nämlich gar nicht kompliziert, abstrakt und unverständlich – das ist Mathe! Physik ist unterhaltsam und beantwortet die brennenden Fragen der Menschheit: Warum schäumen Bierflaschen über? Was hat ein Moshpit mit Thermodynamik zu tun? Warum verbrennt man sich an den Tomaten auf der Pizza immer die Zunge? Schlägt sich der Hot-Chocolate-Effect auf die Hüften nieder?

(Cover-, Text- und Zitatrecht: Ullstein Verlag)

Rezension

„Methodisch korrektes Biertrinken“, oder wie es wohl mal heißen sollte: „Schrödingers Kotze“, ist das erste populärwissenschaftliche Buch vom Physiker, Science-Slammer und großartigen Podcaster Reinhard Remfort.

Das Buch schlendert quer durch das gesellige WG-Leben, durch Partys und gemeinsames Biertrinken und gabelt links und rechts am Wegrand handfeste Wissenschaft und Physik-Party-Wissen auf. Ich bin ein begeisterter Hörer des Podcast „Methodisch Inkorrekt“. Der in diesem Podcast beschäftigt sich Reinhard, gemeinsam mit Nicolas Wöhrl, alle zwei Wochen mehrere Stunden mit Physik, Experimenten, wissenschaftliche Papern und den Alltag als Physiker. Dort konnte man auch vor einiger Zeit das Entstehen des Buches mitverfolgen und unter anderem das Leiden des frisch gebackenen Autors vernehmen.

Aber zurück zum Buch, immer diese Werbung! Ich finde Reinhard Remfort hat in seinem Buch großartig gezeigt wie unterhaltsam Physik sein kann, dass Physik omnipräsent ist und man wirklich gut mit ihr auf Partys klugscheißern kann!

Die Einbettung der Physik-Themen in die Rahmenhandlung des WG-Lebens und natürlich der Silvester-Party fand ich, war einfach rundum gelungen. Außerdem haben die Bilder/Skizzen/Abbildungen das Beschriebene gut unterstützt und verständlich gemacht. Keiner kann mehr sagen, dass Physik öde oder zu kompliziert sein muss, oder wie Reinhard sagte „Man muss nicht immer die Mathekeule schwingen“.

Der bejammerte Titel

An dieser Stelle muss ich, wie fast jede einzelne andere Rezension, die mir bisher über dieses Buch zu Ohren gekommen ist, anmerken, dass der wohl mal angedachte Titel „Schrödingers Kotze“ so unfassbar viel lustiger war, so viel prägnanter. Mich als Leser und Käufer des Buches hätte der Titel noch um einiges neugieriger gemacht! Nur mal so am Rande!

Fazit

Super cool, total kurzweilig, spannend, interessant und unterhaltsam wie man es von Reinhard Remfort kennt. Ich hab das Buch direkt am ersten Tag, als es im Paket ankam, gelesen und hoffe nun, dass es erstens bald ein neues Buch geben wird und zweitens, dass jemand anderes den Titel bestimmen darf!

Buchdetails

 

Verlag: Ullstein Verlag (16. Juni  2016)
ISBN: 9783548375878
Preis: TB 9,99 € , 208 Seiten

Homepage →

 

 

 

Links

Website des Ullstein Verlags →

Der Podcast: Methodisch Inkorrekt →

 

 

© Edge of the wild – 2017

 

 

 

1

Rezension: »Grabeskind« von Kate Rhodes

Inhalt

Jude Shelley, die Tochter eines hochrangigen Politikers, hatte ihr ganzes Leben vor sich. Bis zu der Nacht, in der ein brutaler Serienmörder sie angreift. Schwer verletzt lässt er sie in der Themse zurück. Wie durch ein Wunder überlebt sie – ist jedoch schwer entstellt. Ihre Familie bittet Psychologin Alice Quentin, den Fall zu übernehmen. Wenig später wird am Westminster Pier die Leiche eines Priesters angespült. Der Fluss hat schon immer Opfer gefordert, aber nun scheint ein Mörder nachzuhelfen. Alice ist sich sicher, dass Jude und ihre Familie mehr wissen, als sie sagen. Aber wenn sie ihnen ihr Geheimnis nicht entlocken kann, wird es weitere Tote geben …

(Cover-, Text- und Zitatrecht: Ullstein Verlag )

Meine Meinung

Quereinstieg in die Alice-Quentin-Reihe

»Grabeskind« ist der 4. Fall für die Psychologin Alice Quentin, die mit der Polizei in London zusammen arbeitet. Für mich das erste Buch von Kate Rhodes und somit steige ich mitten drin in Alice Quentins Geschichte ein. Teilweise war das weniger vorteilhaft, weil insbesondere die persönlichen Geschichten der Charaktere in den Büchern aufeinander aufbauen, allerdings war es auch nicht wirklich störend, da ich nicht das Gefühl hatte viel verpasst zu haben.

Der Fall

In »Grabeskind« wird Alice Quentin mit einem ziemlich fiesen Fall beauftragt. Die Tochter eines Politikers wird von einem Unbekannten angegriffen, schwer verletzt und verunstaltet und schließlich am Ufer der Themse abgelegt. Doch die Polizei konnte auch Monate später keinen Täter finden. Nun soll Alice Quentin sich dem Fall annehmen. Kein leichtes Unterfangen für Alice, zumal noch eine Leiche am Rand der Themse angespült wird und der Zeitdruck schwer auf ihr lastet.

Mein erster Eindruck von »Grabeskind« war der, dass ich ein wirklich spannendes, gut geschriebenes und fesselndes Buch vor mir habe und dieser Eindruck hat sich auch bis zum Ende gehalten. Von Zeit zu Zeit, hatte ich das Gefühl, sehr bekannte Motive in der Geschichte zu erkennen. Beispielsweise eine Liebelei zwischen Alice und einem Beamten der Polizei, oder dass Alice persönlich in das Netz des Täters hinein gezogen wird. Doch insgesamt hat mich die Geschichte sehr überzeugt. Für mich ist ein Buch gut, wenn es mich unterhält, für Nervenkitzel sorgt und wenn ich mit rätseln kann wer denn nun der Bösewicht ist, und dies alles trifft auf jeden Fall auf »Grabeskind« zu. Mit Sicherheit werde ich noch mehr von Kate Rhodes lesen.

Dr. Alice Quentin ist ein sympathischer Charakter. Sie ist Psychologin, gut in ihrem Job, doch privat verkraftet sie noch ein paar Enttäuschungen, insbesondere eine die mit dem leitenden Ermittler ihres neuen Falls zusammen hängt: Don Burns. Als Alice ihren neuen Job annimmt, wird sie ins kalte Wasser geschmissen. Was beginnt wie eine persönliche Attacke auf die junge Jude Shelley, zieht nach und nach immer weitere Kreise, ein Priester wird ermordet, mysteriöse Artefakte tauchen auf und Alice steht vor der Frage, was für eine Rolle die Shelleys bei der ganzen Sache spielen.

Fazit

»Grabeskind« ist ein wirklich spannender Kriminalroman, der an der ein oder anderen Ecke ein Standard-Krimi-Motiv bringt, an anderer Ecke wider rum aber mit sympathischen Charakteren und einer sehr spannenden und verworrenen Story punktet. Mich hat das Buch super unterhalten und der flüssige Stil macht das Lesevergnügen rund.

Buchdetails / Reiheninfo

Die Alice-Quentin-Reihe:

  1. Im Totengarten
  2. Blutiger Engel
  3. Eismädchen
  4. Grabeskind

 

Verlag: Ullstein Verlag (02. Dezember 2016)
ISBN: 9783548288413
Preis: PB 9,99 € , 496 Seiten

Homepage →

 

 

 

Meine Rezension ist auch auf lovelybooks.de verfügbar! Schaut rein ♥

© Edge of the wild – 2017

2

Rezension: »Noah will nach Hause«

noah-will-nach-hause_gross

 

Inhalt

Die alleinerziehende Janie ist ratlos. Ihr vierjähriger Sohn Noah hat Albträume und erzählt von grausigen Dingen. Immer wieder jammert er, dass er zu seiner Mama will. Aber ist er das nicht? Nachdem die verzweifelte Mutter verschiedene Ärzte konsultiert hat, stößt sie beim Stöbern im Internet auf die Seite von Jerome Anderson, einem Psychologieprofessor, der das Phänomen der Wiedergeburt erforscht. In ihrer Not nimmt sie Kontakt zu ihm auf. Kann er Noah helfen? Und so machen sie sich mit nur wenigen Anhaltspunkten detektivisch auf die Suche nach dem Ort, dem Haus, der Familie, der Mutter, nach der Noah sich so sehr sehnt – und werden fündig. (Quelle: Ullstein Verlag →)

(Cover-, Text- und Zitatrecht: Ullstein Verlag)

Meine Meinung

Janie ist verzweifelt, sie ist Single und wünscht sich nichts mehr als endlich einen Mann kennen zu lernen und ein Kind zu bekommen. Als sie, nach einer flüchtigen Urlaubsbekanntschaft, schließlich Noah bekommt verzaubert der kleine Junge ihre Welt. Ihre Liebe zu ihm und ihre besondere Beziehung sind wunderbar liebevoll erzählt. Nach und nach jedoch zeigt Noah seltsame Verhaltensweisen. Er hat Alpträume, spricht über Dinge die er gar nicht kennen sollte und am haarsträubendsten: Er verlang immer wieder, Janie gegenüber,  nach seiner Mutter. Doch Janie ist doch bei ihm? Was geht vor in Noah? Eine sehr bedrückende Situation.

Janie hat ein wahnsinnig schlechtes Gefühl und Angst um Noah, also klappert sie einen ganzen Haufen Ärzte ab um festzustellen ob mit Noah etwas nicht stimmt. Doch niemand kann ihr eine Antwort geben, warum Noah sich so seltsam verhält. Bis sie Jerome Anderson trifft. Er ist Psychologieprofessor und hat sich einem ganz speziellen Thema gewidmet: Reinkarnation.

Esoterik vs. Wissenschaft

Reinkarnation ist ein sehr kontroverses Thema. Insbesondere greift Guskin das Thema der empirischen Reinkarnations-Forschung auf, wie sie Ian Stevenson ab den 1960er Jahren betrieben hat. Doch schlussendlich handelt es sich um Pseudowissenschaft und für Reinkarnation gibt es keine belegbaren Beweise. Nichtsdestotrotz ist dieses Thema in vielen Kulturen fest verankert. Reinkarnation geht immer mit Tod und Trauer einher. Wenn ein geliebter Mensch stirbt kann die Vorstellung, dass er wiedergeboren wird möglicherweise tröstlich sein.

Sharon Guskin hat dieses Thema sehr sensibel und gefühlvoll aufgegriffen. Reinkarnation ist etwas, das für mich in den Bereich der Legenden und Mythen fällt, und auch die Protagonistin Janie war davon überzeugt, dass Reinkarnation ein Spukthema ist. Doch um ihres Sohns wegen öffnet sie sich dieser Möglichkeit. Es ist kein völlig abgedrehtes esoterisches Buch, das missionarisch Reinkarnation als Wahrheit verkauft, sondern es erzählt eine Geschichte über Liebe und Trauer und die wundervolle liebevolle Verbindung zwischen einer Mutter und ihrem Sohn.

Professor Anderson selbst ist schwer krank, er lebt für seine Forschung, sei sie noch so kontrovers. Doch dann bekommt er eine schwere Diagnose und ist bald kaum noch in der Lage sein Buch zu beenden. Auch seine Geschichte ist sehr bewegend. Möchte er am Anfang noch mit allen Mitteln an seiner Forschung arbeiten, so ändert Noahs Fall, am Ende seines Lebens, noch einmal seine ganze Denkweise.

Fazit

Sharon Guskin greift in »Noah will nach Hause« ein sehr kontroverses, spirituelles Thema auf, die Reinkarnation, aber anstatt ein esoterisches Debakel zu veranstalten, strickt sie eine unglaublich liebevolle, nachdenkliche Geschichte, mit wenigen, aber sehr starken, Charakteren. Ich habe wenig erwartet von diesem Buch, eine nette Erzählung, aber bekommen habe ich eine unglaublich tiefsinnige, spannende und berührende Geschichte. Ein wahnsinnig gelungener Debütroman!

Buchdetails

noah-will-nach-hause_klein

 

Verlag: Ullstein Verlag (22. September 2016)
ISBN: 9783793423065
Preis: 18,00€ , 432 Seiten

Homepage →

 

 

 

 

© Blutrot | Jamies Bücherblog 2016