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Rezension : »Gone Girl – Das perfekte Opfer« von Gillian Flynn

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„Was denkst du gerade, Amy?” Diese Frage habe ich ihr oft während unserer Ehe gestellt. Ich glaube, das fragt man sich immer wieder: Was denkst du? Wer bist du? Wie gut kennt man eigentlich den Menschen, den man liebt?
Genau diese Fragen stellt sich Nick Dunne am Morgen seines fünften Hochzeitstages, dem Morgen, an dem seine Frau Amy spurlos verschwindet. Die Polizei verdächtigt sogleich Nick. Amys Freunde berichten, dass sie Angst vor ihm hatte. Er schwört, dass das nicht wahr ist. Dann erhält er sonderbare Anrufe. Was geschah mit Nicks wunderbarer Frau Amy?
Selten wurde so raffiniert, abgründig und brillant manipuliert wie in diesem Psychogramm einer Ehe – ein teuflisch gutes Lesevergnügen.

(Cover-, Text- und Zitatrechte: Fischer Verlage)

Meine Meinung

Das lesen dieses Buches war für mich ein auf und ab: Der erste Teil war spannend, der zweite ziemlich zäh und das Ende wieder unfassbar spannend!

Amy und Nick sind seit fünf Jahren verheiratet. Sie haben sich in New York kennen gelernt, wo sie beide als Schriftsteller tätig waren. Als erst Nick und schließlich auch Amy ihre Jobs verlieren und Nicks Mutter an Krebs erkrankt, ziehen sie von New York nach Missouri, damit Nick seiner Mutter beistehen kann. Doch als auch seine Mutter verstirbt, beginnt ein Leben, das geprägt ist von Streit und Missachtung, von unterschwelligem Zorn zwischen Nick und Amy und Frustration, weil sie feststecken in ihrer Ehe und in ihrem Berufsleben.

Nick arbeitet unterdessen, mit seiner Schwester, Jo, zusammen in einer Bar – „The Bar“ – die er von Amys Geld finanziert hat. Amy hat dem mehr schlecht als recht zugestimmt, und man merkt von vornherein, wie sich Spannungen und passive Aggression zwischen Nick und Amy breit machen. Besonders dieses passiv aggressive Verhalten fand ich sehr extrem und spürbar in dem Roman.

Dann kommt der Tag, an dem Amy verschwindet. Ein umgekipptes Sofa, Blut auf dem Küchenfußboden, Unordnung im Wohnzimmer, das sind alle Spuren, die Amys Verschwinden begleiten. Nach ersten Zweifeln, seitens der Polizei an Amys Verschwinden, rückt Nick schnell in den Fokus der Ermittlungen. Der Ehemann ist der naheliegende Verdächtige. Aber was ist eigentlich geschehen? Wo ist Amy hin? Ist ihr was zugestoßen? Und so beginnt eine Spurensuche, die Nick an den Rand der Verzweiflung treibt, weil er unbedingt seine Unschuld zu beweisen versucht, und doch immer wieder über sich selber stolpert. Aber ist Nick so unschuldig wie er vorgibt?

Immer mehr richten sich die Leute in Nicks Umfeld, Amys Eltern und auch die Öffentlichkeit gegen Nick, nur Jo ist seine Verbündete, die an ihn glaubt.

Stil

Mir war besonders der Stil der Autorin beim Lesen aufgefallen. Sie schreibt sehr speziell, es gibt sehr viele Rückblenden, in denen erzählt wird wie Nick und Amy sich kennen gelernt haben, wie sie sich verliebt und verlobt haben. Wie sie sich gefühlt haben als sie frisch verliebt waren und das Leben locker und cool war, als sie noch in New York gelebt haben. Besonders am Anfang überlagern diese Rückblenden das aktuelle Geschehen.

Dabei springt die Autorin immer wieder zwischen Nicks und Amys Perspektive hin und her und beleuchtet beide Seiten der Medaille. Die guten und die schlechten Zeiten und wie das coole Leben, immer weiter in die Ferne rückte und Streit und Nörgeleien gewichen ist.

Das Buch ist sehr detailliert, Erinnerungen von Nick und Amy sind sehr lebendig beschrieben, auch wenn das Buch oft in der Innenwelt der beiden Protagonisten spielt, ist es richtig gut erzählt. Es wirkt, als ob Amy und Nick zu sich selber sprechen, ihre Erinnerungen reflektieren und sich manchmal auch den Kopf zerbrechen. Wie eine Art Tagebuch habe ich es ab und an empfunden.

Trotz des außergewöhnlichen Stils, habe ich mich zwischendurch ziemlich schwer getan mit dem Buch. Es war für mich ein bisschen zäh und zwischenzeitlich nicht besonders spannend. Das war der Teil nachdem Amy verschwunden war. Ich weiß nicht genau woran es lag, aber das Stück, als insbesondere aus Nicks Perspektive erzählt wurde und die Suche nach Amy begann fand ich nicht sehr spannend. Als dann jedoch der nächste Teil begonnen hat (ich will nicht zu viel verraten), war es plötzlich auf einen Hammerschlag wieder Spannung pur bis zum Ende.

Charaktere

Alles in allem muss ich sagen sind Amy und Nick, zwei interessante, aber sehr unsympathische Zeitgenossen. Amy ist ehrgeizig, verwöhnt von ihren Eltern und muss unter allen Umständen ihren Kopf durchsetzen, denn andernfalls wird sie ungemütlich. Dennoch geht sie für Nick Kompromisse ein und versucht für ihn das „cool Girl“ zu sein, das jeder Mann sich wünscht. Ich hatte das Gefühl, dass Amy spielt eine Rolle, und zwar die der „Amazing Amy“.

Jahrelang habe ich geduldig gewartet, dass das Pendel in die andere Richtung ausschlägt, dass die Männer anfangen, Jane Austen zu lesen, stricken lernen, so tun, als würden sie Schmuckkörbchen mögen, dass sie Scrapbook-Partys organisieren und vor unseren lüsternen Augen miteinander schmusen. Dann würden wir sagen: Ja, er ist ein Cool Guy.

Zitat von Amy

„Amazing Amy“ ist die Figur, die Amys Eltern in ihren Kinderbüchern erfunden haben. Die Bücher spiegeln Amys Leben wieder, aber eben immer eine Spur perfekter als die echte Amy. Dieser Druck ist ständig präsent in Amys Leben und formt sie zu einer Person die auf der einen Seite nach Perfektion strebt, die aber auf der anderen Seite etwas beschädigt ist durch diesen Druck.

Nick hingegen ist ein eher gemütlicher Zeitgenosse, der sein Leben vielleicht nicht mehr ganz auf die Reihe bekommen hat, seit er seinen Job verloren hat. In der Zeit nach der Kündigung hat er sich gehen lassen. Seine Liebe zu Amy bröckelt immer weiter, und da ist auch noch diese andere Frau, diese junge attraktive Frau, diese Affäre.

Ich fand Nick wesentlich netter als Amy, wenn auch trotzdem nicht so nett, dass er mir sympathisch war. Manchmal dachte ich beim lesen nur „Sei doch nicht so dumm! Warum verhält er sich bloß grade so!“. Sein Verhalten war manchmal so tollpatschig und das wurde ihm zum Verhängnis. Wenn man des Mordes an seiner eigenen Frau verdächtigt wird, sollte man wohl keine grinsenden Selfies mit anderen Single Frauen machen, nur mal so.

Fazit

Der Thriller hatte einige Spannende Wendungen und besonders das Ende war ziemlich ausgeklügelt. Es war unglaublich geplant und konstruiert und im Nachhinein hab ich mich gefragt, ob das alles so geklappt hätte in der realen Welt. Manchmal hatte ich das Gefühl, wenn sich nur eine Figur etwas anders verhalten hätte, hätte nichts mehr zusammen gepasst. Aber es ist ja nun Fiktion und nicht Realität.

Weiterhin fand ich die Charaktere nicht sehr sympathisch, aber das bedeutet nicht, dass das Buch deshalb schlecht wäre, denn auch unsympathische Charaktere können spannend sein. Die Spannungskurve hatte für mich einen deutlichen Einbruch im Mittelteil des Buches, aber alles in allem hat das Ende, dies Wett gemacht.

Für mich war das Buch ein relativ durchschnittlicher Thriller und diesen wahnsinnigen Hype der um das Buch stattgefunden hat, kann ich persönlich nicht nachvollziehen. Eine Freundin von mir dagegen hat das Buch verschlungen und war echt begeistert. So unterscheiden sich die Geschmäcker.

Buchdetails

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Verlag: Fischer Verlage (21. Juli 2014)
Taschenbuch: 592 Seiten
ISBN: 978-3-596-18878-9
Preis: 9,99 €

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© Blutrot – Jamie’s Bücherblog

Rezension: »Die Suche« von Nick Louth

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Eine Wissenschaftlerin verschwindet spurlos. Ihr Freund sucht sie fieberhaft. Die Katastrophe steht kurz bevor.

In Amsterdam sterben Menschen. Jeden Tag werden es mehr. Malaria breitet sich in der Stadt aus, übertragen von gezielt ausgesetzten Mücken. Eine könnte helfen: Die Wissenschaftlerin Erica Strout-Jones steht kurz vor dem Durchbruch in der Malaria-Forschung. Doch sie ist spurlos verschwunden – alles deutet auf eine Entführung hin. Ihr Freund Max Carver sucht in der Amsterdamer Unterwelt nach ihr. Max muss wissen, woran Erica zuletzt gearbeitet hat, nur so lässt sich die Katastrophe aufhalten. Seine Suche führt ihn immer tiefer in Ericas Vergangenheit. Was hat sie in den 90er Jahren in Afrika gemacht? Und was hat das mit der Malaria-Epidemie zu tun? Max muss feststellen, dass er Erica kaum gekannt hat, denn was er über sie herausfindet, ist lebensgefährlich …

 (Cover-, Text- und Zitatrechte: Ullstein Buchverlage)

Meine Meinung

»Die Suche« hat sich für mich als wirklich richtig spannendes Buch entpuppt, dass noch viel mehr zu bieten hat, als der Klappentext voraussagt!

Inhalt

Max Carver ist ein Künstler, ein Bildhauer. Früher war er bei der US Küstenwache, doch heute verdient er sein Geld mit Kunstwerken und verbringt seine Zeit mit seiner Freundin Erica Strout-Jones. Sie ist Wissenschaftlerin, und forscht seit Jahren an einem Heilmittel und Impfstoff gegen Malaria. Sie selbst war einige Zeit in Afrika unterwegs, wo am häufigsten Menschen mit Malaria infiziert werden und daran sterben.

An einem Wochenende in Amsterdam, soll Erica ihren Durchbruch in der Malaria-Forschung präsentieren, doch in der Nacht zuvor verschwindet sie spurlos aus dem Hotelzimmer, in dem sie mit Max gewohnt hat. Max ist klar, dass Erica nicht abgehauen ist, wie die Polizei ihr unterstellt. Während die Polizei die Sache herunterspielt und sich auf ihre Vorschriften beruft, macht er sich Sorgen und bald ist klar, dass hinter ihrem Verschwinden weit mehr steckt, als nur eine Laune.

Gleichzeitig löst ein Unbekannter eine Malariainfektion aus, die sich von Amsterdam, rasant zu verbreiten scheint und deren Malariaparasit bis dahin völlig unbekannt ist. Ein neuer Parasit, tödlicher als alle anderen, kein Heilmittel in Aussicht.

Max wird in dunkle Machenschaften eines gefährlichen Kriminellen hineingezogen, der bitteren Wirklichkeit der Pharmaindustrie und einem Doktor der auf Rache aus ist.

Handlungsgeflecht

Das Buch ist in zwei Handlungen gespalten. Der eine Strang handelt von Max Suche in der Gegenwart. Seiner wirklich verzweifelten, aber ebenso unerbittlichen Suche nach Erica. Er erweist einen verzweifelten Mut, sich allem in den Weg zu stellen um seine Freundin zu retten. Er nimmt Gefahren auf sich, die er sich nicht hätte träumen lassen. Wissenschaftler, Kleinkriminelle und Geheimdienstler sind Teil dieser Suche.

Der andere Strang erzählt Ericas Erlebnisse in Afrika vor vielen Jahren. Es wird geschildert in Form von Tagebucheinträgen. Die Tage verwischen und neben übler Hitze, Nässe, Moskitos und Krankheiten, ist die politische Lage am Ende der Welt alles andere als rosig und gefahrlos für westliche Besucher.

Charaktere

Im Vordergrund stehen Erica im einen und Max im anderen Handlungsstrang. Erfährt man wenig aktiv von Erica, so erzählen ihre Tagebucheinträge sehr bildlich von ihrer Zeit in Afrika und von ihr selber. Max ist der agierende Charakter im anderen Handlungsstrang, er treibt die Story voran, ist hartnäckig und stur auf der Suche nach Erica, man hat das Gefühl nichts kann ihn stoppen, auch wenn andere und er selber Opfer tragen müssen. Eigentlich sind Erica und er sich nicht sehr ähnlich. Er früher bei der Küstenwache, und heute Bildhauer, sie Wissenschaftlerin und sehr ehrgeizig. Während seiner Suche stößt Max auf Geheimnisse aus Ericas Vergangenheit, die er nicht wusste. Er frag sich ob sie es ihm absichtlich verschwiegen hat, aber im Grunde sind solche Gedanken erst einmal Nebensache.

Ein anderer Charakter, den ich sehr interessant fand, ist Lisbeth. Sie begegnet Max das erste Mal, als sie seinen Wagen aufbricht. Sie ist zierlich, klein kriminell und steht abseits der Gesellschaft. Sie wirkt auf der einen Seite, als lebe sie spontan in den Tag hinein. Lebt für ihre Musik und sucht aufregende Erfahrungen, aber alles ist überschattet von dem Verlust ihres Freundes, dem Boxer Johnny Gee, der vor mehr als zehn Jahren gestorben ist. Alles was sie macht, wie sie handelt und sich selber behandelt steht immer in Verbindung zu Johnny und seinem Tod. Sie hat sich nie davon erholt und scheint trotz ihrer extremen Fassade sehr zerbrechlich. Sie war besonders interessant, weil sie ein bisschen unberechenbar war. Auf der einen Seite eine Diebin und in Dinge verstrickt die nichts Gutes verheißen, aber auf der anderen Seite auch Hilfsbereit, und liebenswürdig, stark und zerbrechlich wie ein dünnes Ästchen. Ein ziemlich wahnsinniger Charakter. Das hat mir gefallen.

Der Inbegriff der Pharmaindustrie, mit all deren bösen Teufeln und mächtigen, gierigen Bossen, stellt John – Iron Jack – Erskine dar. Er ist der typische Geschäftsmann und Boss wie man ihn sich vorstellt. Ein Workaholic, absolut skrupellos und sein einziges Ziel: Geld! Seine persönliche Assistentin Penny Ryan ist sein Terminplaner und Notfallkorken in einem. Sie plant seine Zeit rund um die Uhr. Sie besorgt Geschenke für die Ehefrau, wenn er dazu mal wieder keine Zeit hat. Über Leichen gehen, macht ihm nichts aus, zum Wohle der Firma und zum Wohle seines Geldbeutels. Den Tod eines Kollegen ist ihm egal, solange die Geschäfte nicht beeinträchtigt werden und zu letzt zählt für ihn nur: Spaß, Geld und Macht.

Hier muss ich eine kleine Anmerkung machen. Auf Seite 28 hat sich anscheinend ein kleiner Fehler eingeschlichen. Hier heißt es einmal „Peggy Ryan“ anstelle von „Penny Ryan“, der persönlichen Assistentin von Jack Erskine.

Die Krankheit

Das Buch ist nicht nur ein sehr rasanter Thriller, der sich mit einer rasanten Handlung hervortut, sondern auch ein Buch, dass die Gefahren der privaten Pharmazeutik aufzeigt und den Konflikt zwischen Wissenschaft und Geschäft. Es besteht ein klaffendes Loch zwischen dem was Wissenschaftler herausfinden und an dem Wissenschaftler zu forschen bereit sind und dem was aus finanziellen Gründen überhaupt gefördert wird. Ist eine Malaria-Impfung möglich? Vielleicht, durch wissenschaftliche Forschung könnte dies erreicht werden, aber kann man damit Geld verdienen? Eher nicht, denn die Opfer dieser Krankheit sind arm, haben nicht die Mittel um diese Arzneien zu den Preisen der privaten Pharmazeutik zu zahlen.

„Ich bin nicht interessiert an Krankheiten, die zehn Millionen Arme im Jahr töten. Befassen Sie sich mit etwas, das zehntausend Reiche umbringt. Dann können wir weiterreden.“

Jack Erskine, Seite 300

Neben diesen Konflikten wird auch viel über die Krankheit an sich berichtet. Wie sie sich in Afrika und auch in westlichen Ländern verbreitet. Welche Symptome sie hervorruft und wie ihre Opfer daran sterben. Ich bin kein Experte, aber das alles klang einleuchtend und könnte sicher so wahr sein.

Weiter führten mich meine Überlegungen, dass Anschläge mit Krankheiten gar nicht so abwegig sind und ja bereits häufig vorgekommen sind. Was veranlasst jemanden eine tödliche Krankheit auf die Menschen los zu lassen, eine Verschwörung der Pharmaindustrie? Ein altruistischer Akt damit endlich ein Impfstoff entwickelt wird? Eine weiter spannende Frage.

Fazit

Das Buch ist gar nicht mal so leichte Kost, kein alltäglicher Thriller mit platter Handlung sondern ein, das wirklich facettenreich ist. Die Handlung streift viele Konflikte und ist zugleich ein wirklich gelungener, absolut spannender Thriller, der keine Wünsche offen lässt. Mich hat das Buch immer mehr gefesselt, je mehr ich gelesen habe. Es hat mich schockiert und mich gleichzeitig gut unterhalten.

Buchdetails

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Verlag: Ullstein Buchverlage (08. Mai 2015)
Taschenbuch: 416 Seiten
ISBN: 9783548287362
Preis: 12,99 €

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© Blutrot – Jamie’s Bücherblog

Rezension: »Narbenkind« von Erik Axl Sund

Narbenkind von Erik Axl Sund

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Ein Geschäftsmann wird brutal ermordet. Jeanette Kihlberg ermittelt mithilfe der Psychologin Sofia. Doch wer ist Sofia wirklich?

Jeanette Kihlbergs Ermittlungen in einer Mordserie an Jungen in Stockholm werden vorübergehend auf Eis gelegt, als ein ranghoher Geschäftsmann auf bestialische Weise getötet wird. Man geht von einem Racheakt aus – doch Rache wofür? Psychologin Sofia Zetterlund soll ein Täterprofil erstellen, aber dann geschehen weitere Morde. Und diese scheinen in Verbindung mit Victoria Bergman zu stehen. Während die Ermittlungen nach Dänemark führen, hat Sofia immer häufiger Bewusstseinsstörungen …

 (Cover-, Text- und Zitatrechte: Goldmann Verlag)

Meine Meinung

Handlung

Die Geschichte des Krähenmädchens geht dort weiter wo Band eins endete: die brutalen Ermordungen von unbekannten Flüchtlingskindern sind weiter unaufgeklärt, verschiedene Morde und Tode passieren und immer mehr wird man in den Strom der Verschwörungen und Mutmaßungen hineingezogen. Die Ermittlerin Jeanette Kihlberg kann immer mehr Hinweise zusammen tragen, doch das Geflecht der Morde scheint sich immer weiter auszudehnen. Der gemeinsame Nenner bleibt bisher offen, nur was hat die Schule in Sigtuna mit all dem zu tun? Eine von vielen Fragen die Jeanette nach geht, während ihr Privatleben in Scherben liegt. Ihr Mann hat sie für eine junge Kunstagentin verlassen, sie ärgert sich über seine Verantwortungslosigkeit ihrem Sohn gegenüber. Ihr Sohn distanziert sich nach der Entführung von ihr und finanziell sieht es auch nicht rosig aus, nur die Psychologin Sofia Zetterlund gibt ihr etwas Halt. Sie hat sie im Zusammenhang mit einem der Mordfälle, an dem sie arbeitet, kennengelernt und fühlt eine Anziehung die sie bisher nicht kannte. Sie bittet Sofia ein Täterprofil für die Morde an den Flüchtlingskindern zu entwickeln und erhofft sich dadurch neue Anhaltspunkte zu gewinnen.

Konflikte

Steffi und ich haben in gemeinsam das Buch »Narbenkind« von Erik Axl Sund gelesen, auch wenn sich der Anfang etwas zieht ist das Buch insgesamt spannend und wie auch der erste Teil schockierend und verstörend, ekelhaft und grausam, aber irgendwie kommt man nicht umhin, dann doch weiter zu lesen. Leider empfand ich das zweite Buch der Trilogie etwas naja, ich will nicht sagen sinnlos, es hat natürlich Victorias Geschichte fortgeführt, doch hat sich der eigene Schwerpunkt erst sehr sehr spät in der Handlung herauskristallisiert. Vieles war aus dem ersten Teil bekannt und wurde nur vertieft, anderes war neu, aber nur kurz angerissen. Ein Beispiel ist die Beziehung zwischen Jeanette Kiehlberg und Sofia Zetterlund. Die beiden Frauen die sich näher kommen, und sich zueinander hin gezogen fühlen. Der Knackpunkt ist: Am Ende des ersten Bandes wird klar Sofia ist Victoria, aber Jeanette die Sofia persönlich kennt und mit Victoria telefoniert hat, weiss nicht, dass es sich um ein und die selbe Person handelt, am Anfang des zweiten Bandes spitzt sich dieser Konflikt zu, da Jeanette Victoria unbedingt auf Grund ihrer Ermittlungen als Polizistin verhören muss. Ich dachte da „oh jetzt knallt es und die Wahrheit kommt raus“, aber nein, das wird dann schön das ganze Buch lang gezogen und wird wohl erst im dritten Band aufgelöst. Ich finde auch die ganze Beziehung zwischen den beiden irgendwie unlogisch. Die beiden kennen sich kaum. Sofia verhält sich ganz schön seltsam ab und an und wechselt ihre Stimmung vollkommen abrupt, und Jeanette, die als Polizistin eine ganz gute Menschenkenntnis haben sollte, ignoriert das alles völlig.

Ein anderes Beispiel ist Sofias Entwicklung. Im ersten Band ist es noch ziemlich neblig um Sofia und Victoria, zu beginn scheint es als ob Victoria eine Patientin ist, das klärt sich jedoch auf und nicht nur das Sofia bzw. Victoria sind eine Person und vereinen noch andere Persönlichkeiten in sich. Sofia hat Blackouts, weiß manchmal nicht was sie gemacht hat, kommt mit schlammigen Schuhen nach Hause… doch im zweiten Band entwickelt sich Sofias Person kaum weiter, es scheint als begreife sie immer mehr, wer sie ist und dass sie mehrere Persönlichkeiten vereint, doch diese Entwicklung hängt irgendwie in der Schwebe, es resultiert keine Spannung draus.

Dann noch Johanns Verschwinden, zu Beginn des Buches, er verschwindet, redet nicht darüber und irgendwie versickert das einfach so im nichts. Mir scheint im zweiten band versickert so einiges. Ganz enorm ist mir das bei den entführten Flüchtlingskindern aus dem ersten Teil aufgefallen. Jeanette und ihr Kollege Hurtig beschließen auf eigene Faust weiter zu ermitteln, nachdem ihr von dem Polizeichef mitgeteilt wurde, dass die Ermittlung aus finanziellen Gründen nicht weitergeführt werden soll. Und dann?! Ja das habe ich mich dann gefragt. Irgendwie sind die Ermordungen der Kinder mit der Handlung verknüpft, aber plötzlich endet die Mordserie. Warum wird nicht verraten. Aber ist das logisch? Wird ein Serientäter aus dem nichts mit dem Morden aufhören? Und dann versickern auch die Bemühungen von Jeanette. Ich bin mal gespannt ob im dritten Teil endlich ein paar Fragen geklärt werden.

Fünf fragen, fünf Antworten

Ich habe Narbenkind gemeinsam mit meiner Freundin Steffi als Aktion »Zwei Lesen…« gelesen und wir haben fünf kurze Fragen kurz und knackig beantwortet, die unsere Meinung zu dem Buch wiederspiegeln.

1.       Deine Kurzmeinung in ein paar Sätzen.

Steffi – Ich bin positiv überrascht das die Geschichte so umgeschwungen ist. Man ist gespannt und fiebert mit.

Ich bin begeistert von den Büchern und werde sie auf jedenfall weiter empfehlen.Spannend fesselnd und ekelig zu gleich.

Jamie – „fesselnd und ekelig zu gleich“ ist wirklich das Stichwort. Man muss weiter lesen, auch wenn die Handlung echt heftig ist (brutale Morde an Kindern, durchaus auch exakt beschrieben, Vergewaltigungen, Kinderschändung, und echt fiese Menschen).

2.      Was denkst du nach dem zweiten Band über das „Krähenmädchen“?

Steffi – Ich habe das Gefühl das Krähenmädchen hat sehr viel hass in sich. Sehr viel negatives erlebt. So krass wie es sich verhält und die Morde wie sie begangen werden. Ich bin gespannt wer es ist. Hatte so eine Ahnung aber die ist im zweiten Band Total verflogen.

Jamie – Die Frage wer das Krähenmädchen ist, ist natürlich ein zentraler Knackpunkt an dem Buch, eine zentrale Frage, die die Spannung aufrecht erhält. Ich finde die Autoren verwirren einen da ganz schön. Mal leiten sie einen in die Richtung, dann passt wieder etwas nicht zu dieser These und anderes kommt in Betracht. Ich muss sagen, da haben die Autoren schon etwas dick aufgetragen auch wenn es durchaus echt spannend ist. Am Ende des zweiten Bandes war ich wirklich hin und her gerissen.

3.      Welcher Charakter hat von dir die meisten Sympathiepunkte kassiert, welcher hat mager abgeschnitten?

Steffi – Ich bin ein Fan von Jeanette und Hurtig. Ich hoffe daraus wird am ende noch eine kleine Liebesgeschichte :) <3

Sofia finde ich auch sensationell. Wie beschrieben wird wie sie in den verschiedenen Rollen lebt und der Konflikt.

Wenn ich gar nicht mag ist Ake der sich komplett aus seiner verantwortung zieht. Mein Hasspunkt liegt aber mehr bei Staatsanwalt von Kwist..so ein arroganter selbstverliebter kotzbrocken

Jamie – ich finde Sofia gar nicht so sympathisch, sie ist mir total suspekt und ich finde auch Jeanettes verhalten ihr gegenüber zu vertrauensseelig, insbesondere weil sie Polizistin ist, aber vielleicht bin ich ja nur paranoid ^^

Ich mag auch Jeanette und Hurtig sehr gerne, besonders Hurtig macht auch einen sehr netten Eindruck, weil er stehts bemüht wirkt wenn es um Jeanette geht und das nicht nur weil sie sein Boss ist, auch weil er sich denke ich menschlich und freundschaftlich um sie sorgt, bin gespannt wie sich das noch entwickelt, eine Liebesgeschichte zwischen den beiden kann ich mir aber nicht so recht vorstellen. :D

Ake, Jeanettes baldiger Ex-Mann ist bei mir auch auf der roten Liste. Er ist verantwortungslos, benimmt sich total mies gegenüber Jeanette und macht nicht grade den Eindruck als ob sein Sohn für ihn im Mittelpunkt steht.

Interessant finde ich noch den Rechtsmediziner Ivo Andric. Bin gespannt ob er im nächsten Teil evtl. noch eine wichtige Rolle spielt.

4.      Welche Kritik hast du an das Buch? Gab es Stellen, Handlungen oder logische Aspekte die du unrealistisch, nicht authentisch oder schlecht fandest?

Steffi – Eigentlich nicht. Ich habe nur manchmal schwierigkeiten mich da reinzudenken wenn es um Sofia und ihre verschiedenen Persönlichkeiten geht.

Es ist verwirrend.

Jamie – Meine Kritikpunkte habe ich oben ja bereits gennant: Ich denke manche Teile wirken einfach zu konstruiert und Figuren verhalten sich teilweise seltsam. Außerdem verlieren sich manche Aspekte einfach im Nichts.

5.      Nachdem du Band 2 von 3 beendet hast, willst du nun auch das Ende der Trilogie lesen?

Steffi Oh ja unbedingt :) bin schon ganz gefesselt und gespannt auf die Lösung :)

Jamie – Auch wenn ich Band zwei weniger gut fand als Band eins, werde ich um das Ende dieser Trilogie nicht drum herum kommen, jetzt will ich doch Antworten auf all meine Fragen!

Fazit

Auf der einen Seite finde ich, dass Buch ist ein Lückenfüller zwischen Band 1 und das was wohl noch in Band 3 kommen wird. Viele lose Enden der Handlung verlieren sich, manches ist irgendwie nicht ganz stimmig oder unlogisch und man wird vor immer neue Fragen gestellt, mit nur wenigen Antworten. Ich finde dass macht das lesen ein wenig frustrieren. Auf der anderen Seite erreicht das Buch leider wirklich was es soll: Ich will jetzt auch unbedingt Band 3 lesen und Antworten bekommen! Ich schreibe leider, weil die Autoren oder der Verlag ja auch einfach hätten zwei Bücher draus machen können, also ist das Buch jetzt nur Geldmacherei oder die Einleitung zu einem furiosen Finale? Noch weiß ich es nicht, da ich Band 3 noch nicht gelesen habe, sollte es ein tolles Finale geben, dann kann ich sagen man sollte Band 2 auch unbedingt lesen, denn mir kribbelt es schon in den Fingern weiter zu lesen und endlich zu entdecken was da eigentlich los ist beim Krähenmädchen! Und genau deshalb kann das Buch nicht ganz so schlecht sein. Noch eins: Das ende des zweiten Teils ist echt ein ganz schöner Hammer! :D

 

Bewertung

Kategorie

Punkte

Charaktere 4 von 6
Idee 3 von 4
Handlung 4 von 6
Spannung 2 von 4
Sprache 2 von 2
Kontext 2 von 4
Cover 2 von 2
Gesamt: 19 von 28

19 Punkte = 4 Sterne

 

Buchdetails / Reiheninfo Victroia Bergmann Trilogie

 

krähenmädchen_klein
Band 1 – »Krähenmädchen«

Originaltitel: »Kråkflickan«
Verlag: Goldmann Verlag (2014)
Flexibler Einband: 480 Seiten
ISBN: 978-3-442-48117-0
Preis: 12,99 €

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Narbenkind von Erik Axl Sund
Band 2 – »Narbenkind«

Originaltitel: »Hungerelden«
Verlag: Goldmann Verlag (2014)
Flexibler Einband: 512 Seiten
ISBN: 978-3-442-48118-7
Preis: 12,99 €

Verlagsseite →

 

Schattenschrei von Erik Axl Sund
Band 3 – »Schattenschrei«

Originaltitel: »Pythians anvisningar«
Verlag: Goldmann Verlag (2014)
Flexibler Einband: 448 Seiten
ISBN: 978-3-442-48119-4
Preis: 12,99 €

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© Blutrot – Jamie’s Bücherblog

Rezension: »Der Augensammler« von Sebastian Fitzek

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Sterne_4_klein

Erst tötet er die Mutter, dann verschleppt er das Kind und gibt dem Vater 45 Stunden Zeit für die Suche. Das ist seine Methode. Nach Ablauf der Frist stirbt das Opfer in seinem Versteck. Doch damit ist das Grauen nicht vorbei: Den aufgefundenen Leichen fehlt jeweils das linke Auge. Bislang hat der »Augensammler« keine brauchbare Spur hinterlassen. Da meldet sich eine mysteriöse Zeugin: Alina Gregoriev, eine blinde Physiotherapeutin, die behauptet, durch bloße Körperberührungen in die Vergangenheit ihrer Patienten sehen zu können. Und gestern habe sie womöglich den Augensammler behandelt …

(Cover-, Text- und Zitatrechte: Arena Verlag)

Meine Meinung

Handlung

Alexander Zorbach ist Ex-Polizist und aktuell Polizei Reporter. Vor ein paar Jahren hat er bei einer Geiselnahme eine Frau erschossen, die ein Baby entführt hatte und gedroht hat beide umzubringen.

Dieser Schuss hat ihn nicht nur seinen Job gekostet, sondern auch seine psychische Gesundheit ruiniert. Er war lange in psychiatrischer Behandlung, hatte mit Alpträumen zu kämpfen und schließlich ist seine Ehe an dieser Tragödie zerbrochen.

Als er im Auto sitzt und den Polizeifunk abhört, kommt die Meldung rein, dass eine Leiche gefunden worden sei. Hat der »Augensammler«, ein Serienmörder der in der letzten Zeit Angst und Schrecken verbreitet hat, neue Opfer gefunden? Der »Augensammler« sucht sich eine Familie aus, ermordet die Frau und verschleppt das oder die Kinder. Der Ehemann bleibt übrig. Er muss in einem vom Augensammler bestimmten Ultimatum seine Kinder finden, oder sie sterben. Zorbach macht sich auf den Weg zum Fundort und wittert einen neuen Artikel für seine Zeitung. Doch als er ankommt muss er feststellen, dass er am Tatort nicht erwünscht ist, schlimmer noch, er muss feststellen, dass die Polizisten der Mordkommision behaupten die Meldung sei nicht über den Polizeifunk gemeldet worden. Später erfährt er auch noch, dass seine Geldbörse am Tatort gefunden worden sei, obwohl er einen Overall angehabt hatte, wie ihn die Mitarbeiter der Spurensicherung tragen. Verwirrt und erschreckt gerät Zorbach in eine Jagt nach dem Augensammler, der zwei Kinder entführt hat. Bei der Jagt erhält er unerwartet Hilfe von einer blinden Frau, die vorgibt durch eine Berührung in die Vergangenheit der Menschen blicken zu können.

Medium oder Hellseher?

Zu erst einmal möchte ich auf die blinde Physiotherapeutin Alina eingehen. Für mich war dieser Teil des Buches, doch etwas zu esoterisch. Eine Frau, die durch die Augen der Menschen in deren Vergangenheit schauen kann, ausgelöst durch eine simple Berührung? Spannende Vorstellung, aber nicht wirklich glaubwürdig. Trotz dessen ist Alina ein sehr ausdrucksstarker Charakter. Sebastian Fitzek thematisiert in seinem Buch sehr stark das Leben eines Blinden. Was für Einschränkungen ein Blinder hat und an welcher Stelle Sehende Blinde unterschätzen oder sie mit ihrem Verhalten kränken. Er versucht dem Leser ein bisschen zu vermitteln was es heißt blind zu sein, auch wenn ein Sehender niemals wirklich nachvollziehen kann, wie es ist blind zu sein. Alina ist trotz der Blindheit eine starke Frau mit eigener Praxis, eigener Wohnung und einem sehr eigenen Stil. Sie trägt Perücken und springt jeden Tag aufs neue in eine andere Rolle so wie es ihr grade passt. Sie ist eine ganz zentrale Figur in der Jagt nach dem Augensammler

Der Protagonist

Alexander Zorbach, der Protagonist, ist der Charakter aus dessen Sicht das Buch handelt. Er ist seit dem Vorfall nicht mehr der selbe und obwohl es Jahre zurück liegt, quält ihn die Vergangenheit noch immer. Er geht zu einem Psychiater und manchmal fühlt er sich als ob er verrückt ist. Seine Arbeit als Journalist macht er gut, aber er fühlt sich dennoch zurück gestellt, dass er nicht mehr als Polizist arbeiten kann. Auf eine Art und Weise liebt er seine Frau noch, sie war viele Jahre sein nächster Bezugspunkt, auch wenn sie ihn mit ihrem Hang zur Esoterik verrückt macht. Der wichtigste Mensch in seinem Leben ist sein Sohn. Er ist nicht immer ein perfekter Vater, aber sein Sohn ist das wichtigste für ihn.

Nachdem Zorbach den Funkspruch abgehört hatte, demzufolge eine Leiche gefunden worden sei und feststellen muss, dass es keine Meldung gab und seine Geldbörse am Tatort gefunden worden sei, zweifelt er schwer an seiner psychischen Gesundheit und fährt zu seinem Psychiater. Der jedoch macht ihm Mut, dass es sicher keine Halluzination sei und versucht ihn zu beruhigen. An dieser Stelle muss ich sagen, hab ich angefangen den Psychiater als Täter in betracht zu ziehen. :D Diese Stelle im Buch wirft nactürlich die Frage auf, wie er sich eine Meldung im Polizeifunk eingebildet haben kann, aber dennoch zum richtigen Tatort fährt… Also wohl keine Halluzination.

Durch seine Geldbörse am Tatort, wird Zorbach für die Polizei verdächtig, doch nach diesem Schrecken will Zorbach sich erst einmal beruhigen und zieht sich in seinen Unterschlupf, ein verstecktes Hausboot, zurück. Dort in dem Hausboot trifft er auf die blinde Alina. Doch wie kann sie sein Versteck gefunden haben? Ihrer Aussage zu Folge hätte er sie angerufen und zu seinem Versteck bestellt. Immer weiter gerät Zorbach in einen Strudel aus Verstrickungen, immer weiter zweifelt er an sich selbst, kann es sein dass er der Mörder ist? Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt, an dessen Ende der Tot von zwei Kindern steht, die der Augensammler entführt hat.

Das Ultimatum

Das Buch ist ganz auf das Ablauf des Ultimatums eingestellt. Als nettes Detail sind die Seiten sogar rückwärts nummeriert und die Kapitel zählen rückwärts. Ich finde so ein Mittel immer ganz klasse um etwas zu betonen, außerdem wusste man so immer wie viele Seiten noch zu lesen waren. :D

Jedes Kapitel verrät einem wie viel Stunden noch vergehen bis zum Ablauf des Ultimatums. Die Meisten Kapitel sind aus der Sicht von Zorbach geschrieben, aber es gibt auch Kapitel aus z.B. Alinas Blick. Eine Sache die mich irritiert und gestört hat beim Lesen sind die sehr verschieden großen Zeitsprünge. Meistens sind es nur wenige Stunden, oder Minuten, zwischen den Kapiteln aber einmal war es ein Zeitsprung über einen ganzen Tag. Da frage ich mich, wenn eh so wenig Zeit ist (45 Stunden), warum hat Zorbach, Alina und die Polizisten dann so viel Zeit in der nichts geschieht. Ich finde dieser große Zeitsprung ist irritierend und auch nicht logisch.

Spannung

Die Spannung in dem Buch, war von Anfang bis Ende vorhanden und hat sich mit jeder Seite die gelesen wurde noch verstärkt. Zum einen hat das Ultimatum, dass den Höhepunkt des Buches ja bereits festlegt, die Spannung erhöht zum anderen war auch die Handlung, die sich immer weiter und weiter gesteigert hat.

Fazit

Ich persönlich empfinde ein Buch als spannend und gut, wenn das Gesamtpaket stimmt. Wenn ich beim Lesen mitfiebern kann. Wenn die Charaktere mich ansprechen und die Umgebung glaubwürdig dargestellt ist. Ich zerpflücke nicht jedes Detail und mache das auch nicht an kleineren Fehlern fest. Deshalb ist für mich »Der Augensammler«, trotz kleinerer Fehler, ein absolut spannendes Buch. Ich fand es gut konstruiert, auch wenn die Zeitsprünge etwas irritieren. Auch wenn eine Hellseherin nicht glaubwürdig ist, hat mich das Buch gepackt und ich wollte es nicht mehr weglegen. Es war spannend bis zum Ende und ich mochte den Charakter des Alexander Zorbachs sehr gerne, weil er authentisch und nachvollziehbar war und weil der Autor seine Ängste und Gefühle sehr emotional rüber gebracht hat. Tolles, spannendes und ekliges Buch!

Links

Dieses Buch habe ich für meinen zweiten SuB-Destroyer in der gleichnamigen Challenge ausgewählt, mit dem Thema »Ein Buch das in Deutschland spielt«.

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Buchdetails

In dem Buch »der Augensammler« taucht das erste Mal die blinde Physiotherapeutin Alina Gregoriev auf. Wer darauf Wert legt, die Charaktere von vornherein kennen zu lernen, sollte erst »der Augensammler« lesen und anschließend »der Augenjäger«, in dem Alina wieder eine Rolle spielt.

Fitzek, Der Augensammler_kleiner

 

»Der Augensammler«

Verlag: Knaur Verlag (01.06.2011)
Gebundene Ausgabe: 464 Seiten
ISBN: 978-3-426-50375-1
Preis: 9,99 €
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