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Rezension: »Der Todesprophet« von Chris Karlden

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Inhalt

Ein Mörder mit einer grausamen Botschaft.
Ein Mann, der ihn aufhalten muss, um nicht alles zu verlieren.

Ein Jahr ist es her, dass der Journalist Ben Weidner in Äthiopien Grausames erlebte. Seitdem leidet er unter Panikattacken und Erinnerungslücken. Auch seine Beziehung zu Nicole, der Mutter der gemeinsamen Tochter Lisa, ist am Ende. Als Ben die Leiche einer Frau findet, deuten erste Hinweise auf ihn als Mörder. Bei dem Versuch, seine Unschuld zu beweisen, gerät Ben mehr und mehr in ein Netz aus unglücklichen Verstrickungen. Schon bald beginnt ein gnadenloser Wettlauf gegen die Zeit, bei dem ihn seine Vergangenheit einholt und weit mehr auf dem Spiel steht als nur der Verlust seiner Freiheit.(Quelle: Aufbau Verlag →)

(Cover-, Text- und Zitatrecht: Aufbau Verlag)

Meine Meinung

Chris Karldens neues Buch »Der Todesprophet« ist ein ziemlich kniffliger Thriller, der meiner Meinung nach gut in die Ecke Fitzek und Carter passt. Leider hat es meiner Meinung nach diesen Anspruch aber nicht zu hundert Prozent erfüllt.

Protagonist dieses Buches ist der Journalist und Familienvater Ben Weidner. Er ist nach Äthiopien gereist um dort vor Ort zu berichten, doch er wurde gefangengenommen und vor die Wahl gestellt: Entweder er tötet einen anderen Menschen, oder dieser tötet ihn. Nach diesen Erlebnissen leidet er an Panikattacken und erinnert sich ab und an nicht mehr wo er war, oder was er gemacht hat. Seine Frau hat ihn verlassen, nachdem er wiederholt eine Therapie abgelehnt hat, doch nun ein Jahr nach diesem Vorfall steht sein Leben vor einer ganz neuen Herausforderung: Er wird beschuldigt eine Frau ermordet zu haben, doch Ben erinnert sich an nichts, kann es wirklich sein, dass er schuldig ist, oder will ihm jemand etwas in die Schuhe schieben?

Zuerst einmal möchte ich anmerken, dass mich die Geschichte total an L.C. Freys Buch »Totgespielt« erinnert hat, in welchem ein Thriller-Autor nach einem Autounfall eine Erinnerungslücke hat und es Hinweise gibt, dass er seine Frau ermordet haben soll. Also die Geschichte ist wohl in einer ähnlichen Form bereits mehrfach erzählt worden und daher nicht ganz überraschend neu.

Es war nicht leicht gewesen, sie zu überreden. Aber am Ende hatte sie mitgemacht. Sie brauchte das Geld. Und nun dachte sie, er würde ihr nach getaner Arbeit den versprochenen Lohn einfach so vor der Tür überreichen. Aber sein Plan war ein anderer. (Seite 13, Kapitel 1)

Dennoch hat das Buch sehr viel Spannung zu bieten, die vor allem durch ungeahnte Wendungen lebendig wird. Der Killer, der »Todesprophet« kann wirklich jeder sein, und es ist ein unterhaltsames rätseln wer nun hinter diesem und weiteren Morden stecken könnte. Der Mord und die, die folgen, zeichnen sich dadurch aus, dass der Täter immer  zu einer bestimmten Uhrzeit tötet und so bietet dieses Zeitultimatum dem Leser noch einen Funken mehr Spannung. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt! Ben wird ein ums andere Mal vor noch üblere Tatsachen gestellt und muss sich nicht zu letzt fragen, ob er wirklich diese Frau ermordet haben könnte. Insgesamt ist Ben ein echt authentischer und sympathischer Charakter. Er ist zwar ein Therapiemuffel, dafür liebt er seine Familie über alles und seine Entwicklung nach dem Vorfall in Äthiopien scheint glaubwürdig. Weniger glaubwürdig ist hingegen die Polizei in diesem Buch. Nachdem Ben in der Wohnung der ermordeten Frau, diese und deren Tochter vorfindet und die Polizei informiert, wird er von Hauptkommissar Hartmann befragt. Hartmann ist ein echter Prolet. Er handelt willkürlich und überschreitet seine Machtbefugnisse gewaltig! Dieses Verhalten ist inakzeptabel und es ist schwer vorstellbar, dass er damit auf Dauer durch kommt. Auch seine Kollegin ist nur etwas besser, im Verlauf des Buches hilft sie Ben, der ja immernoch unter Mordverdacht steht.

Fazit

Die Geschichte ist zwar nicht grade völlig neu, aber die Umsetzung ist sehr gelungen. Trotz ein paar kleiner Längen hat mich spätestens die zweite Hälfte dieses Thrillers mitgerissen und überzeugt! Besonders der Charakter Ben und seine akribische Suche nach dem wahren Täter machen den »Todesprophet« zu einem spannenden Thriller, mit vielen unerwarteten Wendungen.

Ich danke herzlich dem Aufbau Verlag für das Rezensionsexemplar!

Buchdetails

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Verlag: Aufbau Verlag (15. August 2016)
ISBN: 978-3-7466-3232-2
Preis: TB 9,99€ , 384 Seiten

Homepage →

 

 

 

 

© Blutrot | Jamies Bücherblog 2016

 

Blogtour: »Kontrolle. Macht. Tod.« – Zum Schluss: 5 Gründe, warum man das Buch unbedingt lesen sollte

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Hallo ihr Lieben!

Ich begrüße euch zur Blogtour zu »Kontrolle. Macht. Tod« von Klaus Schuker. Mit mir endet diese Blogtour und zu guter Letzt möchte ich euch 5 Gründe nennen, warum ich dieses Buch gerne gelesen habe und warum ihr es möglicherweise auf eure Wunschliste schreiben solltet!

»Kontrolle. Macht. Tod« von Klaus Schuker ist am 28. September 2016 im Fabulus-Verlag erschienen. Hier geht es zur Verlagsseite →

Inhalt:

kontrolle-neuEine schöne Frau zu quälen verschafft ihm Befriedigung. Ihren Willen zu brechen ist besser als jeder Sex. Von dieser Erkenntnis führen den Unbekannten nur wenige Schritte bis zum perfide kalkulierten Mord. Das erste Opfer ist eine Jurastudentin, das grausame Spiel beginnt. Es wird sechzehn lange, entsetzliche Tage dauern.
Wer steckt dahinter? Die Polizei tappt im Dunkeln, während der 54-jährige Privatdetektiv Molden mitten in die Ermittlungen gerät. Für seine Auftraggeberin verfolgt er Spuren, die sich als trügerisch erweisen, und verliebt sich leidenschaftlich in eine faszinierende Frau. Dabei merkt er nicht, dass er unaufhaltsam selbst in den Fokus des Mörders rückt. Und mit ihm Greta, deren bezauberndes Lachen seinen wunden Punkt berührt. (Quelle: Fabulus-Verlag →)

hg1Atmosphäre

Ein Unbekannter quält, foltert und tötet eine junge Studentin. Er ist süchtig nach Kontrolle. Von Anfang an wird eine unbehagliche, spannende Atmosphäre aufgebaut. Durch die Perspektive des Killers erfahre ich, als Leser, was er denkt und wie er seine Opfer quält, doch die Frage bleibt: Wer ist es? Auf der anderen Seite wird das Buch aus der Perspektive von dem Privatdetektiv Molden erzählt. Er ist erst gar nicht auf der Suche nach dem Killer und doch führt seine Ermittlung ihn dichter an den Fall heran als ihm lieb ist.

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Falsche Fährten

Verdächtige kommen und gehen. Molden wird von Ruth Bromkamp engagiert um heraus zu finden wer der anonyme Anrufer ist, der ihren Sohn beschuldigt hat, die junge Frau ermordet zu haben. Molden interviewt in diesem Zusammenhang nicht nur die Familie Bromkamp sondern auch Freunde und Nachbarn. Und immer wieder werden falsche Fährten gelegt, wer der Mensch ist der so nach Kontrolle lechzt dass nur die vollständige Kontrolle über sein Opfer diese Sucht befriedigen kann. Auch bei der Polizei tauchen mehrere Verdächtige auf. So wird ein Netz aus Verdächtigungen, Alibis und Anschuldigungen gewebt. Wirklich spannend!

hg3Serienmörder & Psychothriller

»Kontrolle. Macht. Tod« ist ein Psychothriller, der nicht nur seinen Schwerpunkt auf einen Serienkiller legt sondern vor allem auch auf seine Psycho-Spielchen. Er ist besessen von Macht über andere Menschen und das Zusammenspiel von Opfer und Killer war sehr perfide. Allein wie er seinen Opfern auflauert, seinen arglosen Opfern mit seinem sympathischen Auftreten jegliche Instinkte ausknipst. Dieser Killer ist ein gutes Beispiel dafür, dass man seinen Mitmenschen nicht in den Kopf schauen kann. Möglicherweise ist dein Nachbar, dein Kumpel oder der Kassierer vom Supermarkt, der dich immer so freundlich grüßt, gar nicht mal so nett wie es scheint!

hg4 Detektiv Molden

Molden ist 54 Jahre alt und leitet seine eigene Detektei. Seine Jobs sind meist recht langweilig: Untreue Ehepartner sind an der Tagesordnung. Mit den Frauen läuft es bei ihm auch nicht so wie er will. Er ist recht unsicher, doch dann trifft er Greta Sommer und mit ihr kommen die Hoffnungen. Doch was hat es mit dieser Frau auf sich, die einen Ehering am Finger trägt? Er ist insgesamt ein recht gelassener Charakter, sehr arbeitsam. Ich mochte diesen Charakter wirklich gerne, er war mir sehr sympathisch, weil er so authentisch gewirkt hat. Er leistet solide Detektivarbeit.

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Molden ermittelt weiter?

Dieses Buch hat Potenzial dazu der Auftakt einer Detektiv-Psychothriller-Reihe zu werden. Molden ist ein sympathischer, absolut am Boden gebliebener Detektiv der in einen rasanten Fall hereingerutscht ist und ich könnte mir vorstellen, dass er der Protagonist von weiteren Büchern sein könnte. Wer weiß vielleicht liest man ja in Zukunft noch mal von ihm!

 

Hiermit und mit mir endet die Blogtour, ich hoffe ihr hattet Spaß!

Alle Stationen findet ihr hier:

Tag 1: Buchvorstellung bei like-jackandsallysbooks.blogspot.de/

Tag 2: Autoreninterview bei niklas-leseblog.jimdo.com/

Tag 3: Der Job eines Privatdetektives bei tapsisbuchblog.blogspot.de/

Tag 4: Über Serienmörder bei sanarkai-weltderbuecher.blogspot.de/

Tag 5: 5 Gründe warum man »Kontrolle. Macht. Tod« unbedingt lesen sollte

 

Rezension: »Mirror« von Karl Olsberg

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Dein Mirror kennt dich besser als du selbst.
Er tut alles, um dich glücklich zu machen.
Ob du willst oder nicht.

Wie digitale Spiegelbilder wissen Mirrors stets, was ihre Besitzer wollen, fühlen, brauchen. Sie steuern subtil das Verhalten der Menschen und sorgen dafür, dass jeder sich wohlfühlt. Als die Journalistin Freya bemerkt, dass sich ihr Mirror merkwürdig verhält, beginnt sie sich zu fragen, welche Macht diese Geräte haben. Dann lernt sie den autistischen Andy kennen und entdeckt, dass sich die Mirrors immer mehr in das Leben ihrer Besitzer einmischen – auch gegen deren Willen.

Als sie mit ihrem Wissen an die Öffentlichkeit geht, hat das unabsehbare Folgen …

(Cover-, Text- und Zitatrecht: Aufbau Verlag)

Meine Meinung

»Mirror« ist eins dieser Bücher, die mich gedanklich auch nach dem Lesen noch sehr fesseln. Das Buch beschäftigt sich mit einem sehr aktuellen Thema und ist zugleich ein wirklich spannender Thriller.

Handlung

In dem Thriller »Mirror«, geht es um ein gleichnamiges fiktives Produkt, welches den Markt erobert und dessen Folgen unabsehbar zu sein scheinen. Der »Mirror« ist ein neuartiges Gerät, welches eine Mischung aus künstlicher Intelligenz, erweitertem Smartphone und „bestem Freund“ darstellt. Man trägt das Herzstück, das »MirrorBrain«, bei sich. Gesteuert wird es über eine Art Headset mit integrierter 360° Kamera, dem »MirrorClip«. Weitere Daten werden über ein Armband gesammelt, dem »MirrorSense«, welches wie eine Sportuhr Vitalfunktionen überwacht. Außerdem gibt es einen ganzen Haufen zusätzlicher Gadets, wie einer Drohne (»MirrorBird«) und einer virtuellen Welt (»MirrorWorld«), die der echten nachempfunden ist und in der die Inhaber eines »Mirrors« sich treffen und kommunizieren können.

Der »Mirror« soll für seinen Besitzer nicht nur alltägliche Dinge erledigen, wie sie mit dem Smartphone bereits funktionieren (telefonieren, Wegplanung etc.), sondern darüber hinaus der beste Freund sein. Er hilft ihm sein Leben zu optimieren. Egal ob im Job oder in Beziehungen. Durch die gesammelten Daten wird ein Abbild des Besitzers erzeugt. Um die Funktionalität zu erweitern sind alle »Mirror« miteinander über das »MirrorNet« verbunden. Das »MirrorNet« ist das zentrale Gehirn, das mit neuen Daten gefüttert wird und so wächst und sich weiter entwickelt.

Diese Technik kommt bei dem Großteil der Bevölkerung wahnsinnig gut an und viele, welche vorerst Bedenken haben werden überzeugt. Doch nach und nach weckt der »Mirror« Misstrauen. Es fängt damit an, dass er seinem Besitzer Worte in den Mund legt, über kleine Entscheidungen die er selber trifft, bis hin zu Reaktionen die auf ein Bewusstsein schießen. Er verkuppelt Menschen, andere trennt er. Die Folgen sind unabsehbar.

Perspektiven

Erzählt wird die Handlung aus ganz vielen verschiedenen Perspektiven. Eine der wichtigsten Perspektiven, ist die von Andy. Er ist ein autistischer Junge, der Schwierigkeiten hat die Emotionen seiner Mitmenschen zu deuten. »MirrorSense« hilft ihm dieses Manko wett zu machen .Zum ersten Mal in seinem Leben fühlt er sich selbstständig und lernt sogar ein nettes Mädel kennen. Carl Poulson hingegen ist der Gründer von »Walnut Systems«, der Firma, die die »Mirrors« entwickelt hat. Er kennt die Entwickler, sein Herzblut steckt in diesem Gerät. Eine weitere sehr interessante Perspektive ist die der Journalistin Freya. Sie nutzt die Drohne »MirrorBird« aktiv um ihre Artikel mit Bildmaterial zu versorgen. Dann wäre da noch Lukas, er ist ziemlich erfolglos, verlassen von seiner Freundin, man könnte schon fast sagen dümmlich. Doch als er sich einen »Mirror« zulegt wendet sich das Blatt. Er ist absolut und fanatisch überzeugt von diesem Gerät.

Wendung

Nachdem der »Mirror« in der breiten Öffentlichkeit Anklang gefunden hat, werden die ersten Stimmen laut, die von merkwürdigem Verhalten und Fehlfunktionen sprechen. Freya ist eine dieser Stimmen. Erst bemerkt sie ein seltsames Verhalten ihrer Drohne, sie schreibt es einer Fehlfunktion zu, doch als sie genauer hinschaut bemerkt sie, dass etwas ganz und gar nicht stimmt. Andy muss die Folgen seines Vertrauen in den »Mirror« ebenfalls am eigenen Leib erfahren, als sein »Mirror« beschließt, wer gut für ihn ist und wer nicht.

Aktuelle Gesichtspunkte

Dieser Thriller hat nicht nur eine sehr spannend geschriebene Geschichte und ein angenehmen Stil im Repertoire, sondern widmet sich auch noch einem sehr aktuellen Thema. In Zeiten von Google Glass, Google Now, Amazon Echo, Siri, Cortana, Watson und Co. ist der »Mirror« als erdachtes technisches Gerät absolut denkbar! Es ist kein abgedrehtes Sci-Fi Gerät dessen Nutzung man sich kaum vorstellen kann, sondern ein absolut denkbares Szenario. Früher oder später wird der Mensch eine immer fortschrittlichere künstliche Intelligenz erschaffen.

Datenschutz

Ein ganz wichtiger Punkt ist meiner Ansicht nach der Datenschutz solcher Produkte. Google, Facebook und Co. sind ja seither in der Kritik personenbezogene Daten in rauen Mengen  zu sammeln und leichtfertig zu verwenden. Ein Gerät wie der »Mirror« wäre natürlich ein gefundenes Fressen. Im Buch wird »Walnut Systems«, die Firma, die den »Mirror« erschaffen hat, ebenfalls mit diesem Thema konfrontiert. Die Regierung möchte Zugriff auf die Daten um sie zur Verbrechensbekämpfung zu verwenden. Doch wo ist die Grenze zwischen Nutzen und Privatsphäre? Die Überwachung schleicht sich an und ist kaum aufzuhalten.

Künstliche Intelligenz: Gefahr vs. Fortschritt

Eine wirklich und wahrhaftige künstliche Intelligenz zu erschaffen ist sicherlich seit vielen Jahren ein großer Wunsch der Menschheit. Es ist wahnsinnig spannend und aufregend und man kann sich gar nicht vorstellen, was alles möglich wäre mit einer solchen KI. Doch welche Gefahren birgt ein solch enormer Fortschritt? Kann die Entwicklung eines neuronalen Netzwerkes wirklich überwacht werden? Wie kann eine Software, die von einem Menschen geschrieben wurde und die sich selbstständig entwickelt getestet werden? All diese Fragen und Kritikpunkte finden sich in diesem Thriller wieder.

Fazit

Karl Olsberg inszeniert in »Mirror« den Aufstieg einer spannenden Technik mit wahnsinnig viel Potenzial, doch er weist auch auf Kritikpunkte hin und entwickelt ein Szenario, welches das Potenzial in ein echtes Drama stützt. Ein sehr gelungener, sehr spannender und toll geschriebener Thriller. Mich hat das Thema künstliche Intelligenz, Technik und Co. brennend interessiert und die Umsetzung ist super aktuell, modern, spannend und authentisch. Ich kann das Buch uneingeschränkt weiter empfehlen!

Herzlich bedanken möchte ich mich beim Aufbau Verlag für das Zusenden des Rezensionsexemplars!

Buchdetails

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Verlag: Aufbau Verlag (15. August 2016)
ISBN: 978-3-7466-3234-6
Preis: TB 12,99€ , 400 Seiten

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Rezension: »Wonderland« von Christina Stein

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Sie machen eine Reise ins Paradies. Und landen in der Hölle auf Erden.
Thailand. Sonne, Palmen, eine Villa direkt am Strand. Der perfekte Urlaub! Doch als Lizzy am Morgen nach einer Strandparty aufwacht, ist sie gefangen. Mitten im Dschungel, mit ihren besten Freunden – und mit Jacob. Jacob, den keiner von ihnen richtig kennt, und der sie auf diese verdammte Strandparty eingeladen hat. Nur wegen ihm sind sie in einem Reality Game gelandet, in dem es nur schwarz oder weiß gibt, verlieren oder gewinnen, opfern oder geopfert werden.
Wer sind die Player in diesem Spiel? Was haben sie vor? Und welche Rolle spielt eigentlich Jacob? Lizzy hat keine Ahnung. Sie weiß auch nicht, wie lange sie ohne ihre Herzmedikamente überleben kann. Sie weiß nur eines: Die Gruppe muss bis morgen entscheiden, wer von ihnen das nächste Opfer sein wird …

(Cover-, Text- und Zitatrecht: Fischer Verlag)

Meine Meinung

Liz, Jacob, Freund und Feind

»Wonderland« ist ein Buch, dessen Handlung einem nicht sofort einen „Freund“ und einen „Feind“ präsentiert. Liz, ihre Freundinnen, Jacob und die Jungs wachen gemeinsam  in einem grausamen »reality Game« auf. Sie sind entführt worden und gefangen. Doch wer sind die Spieler, die sich an ihrer Angst und ihrem Leiden auf der anderen Seite der Mauer ergötzen? Sie sind völlig Ahnungslos, bis auf eine Ausnahme: Jacob. Er scheint etwas zu wissen, doch er sagt nichts und spielt mit.

»Wieder versucht Jacob zu lächeln, sein seltsames Lächeln, das so anders ist als das von Adrián, genau genommen um hundertachtzig Grad anders. Und plötzlich ist da wieder das Ziehen, dieses Gefühl, dass irgendwass passiert, aber das Gefühl beherrscht einen ganz anderen Teil des Bauches, und ich finde: Irgendwas stimmt hier nicht.« (Liz Gedanken, Seite 15)

Die Handlung wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Zum einen aus Liz‘ Perspektive zum anderen aus der von Jacob. später gibt es Episoden, die aus der Sicht eines Unbekannten erzählt werden, welcher der Drahtzieher von »Wonderland« zu sein scheint. Dieser Wechsel zwischen den Perspektiven macht es ungemein spannend. Liz weiß nur was sie sieht und was sie erlebt, doch Jacob hat mehr Informationen, die er jedoch dringend für sich behalten muss.

Neben der offensichtlichen Angst und Panik ist das Buch vor allem von den persönlichen Beziehungen geprägt. Die Freundschaft zwischen Nelli, Amelie und Liz ist immer wieder Thema, sie hält sie alle zusammen und auch wenn diese absolut harte Ausnahmesituation die Schattenseiten in den sechs hervorlockt, so ist es die Freundschaft die sie zusammenhalten kann. Eine zarte Verbindung entwickelt sich trotz der Verdächtigungen zwischen Liz und Jacob. Ist es Liebe oder ist ihre Verbindung dem immensen Druck entsprungen? Außerdem spielt Jacobs Familie eine wichtige Rolle. Jeder der sechs Charaktere, insbesondere Jacob und der drei Mädels haben eine individuelle Geschichte die nach und nach ans Licht kommt und die sie alle einfach sehr außergewöhnlich macht.

»[…] warum begreift er unsere Situation so viel schneller als der Rest von uns, und warum, verdammt nochmal, erschüttert ihn das nicht?« (Liz Gedanken über Jacob, Seite 43)

Liz und Jacob kommen sich bereits am Abend der Party ein wenig näher, jedoch ist Liz sehr skeptisch. Während ihres Aufenthalts im Park werden sie langsam zu Verbündeten und Anziehung macht sich trotz der Qual und der Angst breit. Ich finde besonders diese zarte Verbindung sehr natürlich und rührend.

Spitznamen

Etwas verwirrend ist zu Beginn des Buches, dass die Charaktere jeweils Spitznamen haben und mal so und mal so genannt werden. So wird z.b. einer der Jungs, neben seinem richtigen Namen auch immer wieder einfach »Freckles« genannt. Dies ist zu Beginn etwas gewöhnungsbedürftig, aber in gewisser Weise auch recht real für jeden der auch gerne andere mit Spitznamen versieht.

Wonderland vs. Horrorland

Die Idee von »Wonderland« hat mich etwas an den (ziemlich heftigen, ekligen, blutigen und abartigen) Film »Hostel« erinnert. Im Film werden ein paar Rucksacktouristen entführt und von reichen Menschen, die ihre sadistische Ader einmal ausleben möchten gequält und gefoltert. »Wonderland« ist diesem Film in einigen Punkten sehr ähnlich. Touristen werden entführt und zum Zweck der Belustigung oder der Befriedigung von Bedürfnissen gequält. Doch »Wonderland« ist ganz und gar nicht stumpf und sinnlos brutal, (so wie ich persönlich den Film »Hostel« empfunden habe) sondern eine ganz fabelhaft erzählte Geschichte. Die Idee ist heftig und die Umsetzung super spannend, Nervenkitzel Pur!

Fazit

»Wonderland« hat mich dezent an den Film »Hostel« erinnert, die Idee ist gleichermaßen heftig, krass, wahnsinnig, doch die Umsetzung ist im Gegensatz zum Film, einfach großartig. Es ist weniger blutig, stattdessen ist vielmehr der psychische Druck und die angsterfüllte Atmosphäre absolut greifbar. Das Buch hat mich jedenfalls positiv überrascht, ich hatte nicht erwartet so einen Pageturner vor mir zu haben. Absolut spannend, mit viel Gefühl und zwei starken Protagonisten.

Buchdetails

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Verlag: Fischer Verlag ( 25.08.2016)
ISBN: 978-3-7335-0289-8
Preis: Paperback 12,99€ , 384 Seiten

Verlagsseite →

 

 

 

 

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