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Rezension: »Léon und Louise« von Alex Capus

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Zwei junge Menschen verlieben sich, aber der Krieg bringt sie auseinander: Das ist die Geschichte von Léon und Louise – die Geschichte einer großen Liebe, gelebt gegen die ganze Welt. Sie beginnt mit ihrer Begegnung im Ersten Weltkrieg in Frankreich an der Atlantikküste, doch dann trennt sie ein Fliegerangriff mit Gewalt. Sie halten einander für tot, Léon heiratet, Louise geht ihren eigenen Weg – bis sie sich 1928 zufällig in der Pariser Métro wieder begegnen. Ein Paar, das gegen alle Konventionen an seiner Liebe festhält und ein eigensinniges, manchmal unerhört komisches Doppelleben führt.

 (Cover-, Text- und Zitatrechte: dtv)

Meine Meinung

Mit siebzehn Jahren trifft Léon seine große Liebe Louise, so könnte man es sagen. Sie lernen sich in einem kleinen Ort kennen, in dem Léon als Funktechniker im ersten Weltkrieg arbeitet, er hat vom Morsen keine Ahnung, aber da er die Schule geschmissen hat, braucht er nun einen Job. Fernab seiner Heimat Cherbourg, fängt er ein neues unbekümmertes Leben an und verliebt sich in die kleine Lousie. Obwohl der erste Weltkrieg in vollen Zügen ist und die Front nicht weit weg ist, scheint das Leben abseits des Krieges doch weiter zu gehen. Léon lebt ein einfaches, aber recht sicheres Leben, verbringt seine Abende in seiner baldigen Stammkneipe und vergeudet nicht viele Gedanken an die Schrecken des Krieges.

Léons erster Eindruck von Lousie:

»Ein sensationelles Mädchen war das gewesen. Er versuchte sich ihr Bild vor Augen zu halten und wunderte sich, dass es ihm schon nicht mehr gelingen wollte. Wohl sah er die rotweiß gepunktete Bluse, die stempelnden Beine, die ausgetretenen Schnürschuhe und das Lächeln, das übrigens nicht nur nett, sondern hinreißend, umwerfend, beglückend, atemberaubend, herzzerreißend gewesen war in seiner Mischung aus Freundlichkeit, Klugheit, Spott und Scheu.« (Seite 30)

Das erste Mal sieht er Louise, als er auf seinem Fahrrad in Richtung seines neuen Zuhauses fährt. Er ist grade auf dem Weg zu seiner neuen Arbeitsstelle, als sie ihn überholt und sofort ist er angetan von ihr, noch bevor er sie kennenlernt. Er sucht nach ihr und eines Abends steht sie neben ihm. Es beginnt eine unbeschwerte Zeit, Léons Arbeit ist ruhig und er wird von der Frau seines Chefs bemuttert und verwöhnt, er stellt sich gut mit den Stadtbewohnern und die Abende verbringt er mit Louise. Als Léon ein Wochenende frei hat beschließen die beiden frisch verliebten einen Ausflug an den knapp hundert Kilometer entfernten Strand zu machen. Auf dem Rückweg jedoch holt sie der Krieg ein und Léon und Louise werden getrennt. Ein Fliegerangriff verletzt Léon schwer und Louise ist seither unauffindbar. Ein getrenntes Leben beginnt und obwohl Léon nie die Hoffnung aufgegeben hat, Lousie wieder zu finden, lernt er ein anderes Mädchen kennen und lieben, er geht seinen Weg, gründet eine Familie und wird sesshaft.

Léon

»Wir haben niemals Kopf- oder Bauchschmerzen, und wenn doch, verschweigen wir das schamhaft, weil nach unserer Konzeption von Männlichkeit weder unsere Köpfe noch unsere Bäuche – schon gar nicht die Bäuche!- schmerzempfindliche Weichteile enthalten.« (Seite 10)

»Obwohl manche von uns eine Schwäche für Alkohol und Tabak haben, erfreuen wir uns einer guten Aussicht auf Langlebigkeit, und wie viele Familien glauben wir fest daran, dass wir zwar nichts besonderes, aber doch immerhin einzigartig seien.« (Seite 11)

»Und viertens vererbt sich vom Vater auf den Sohn fast immer eine schwere Aversion gegen Kirche, Polizei und intellektuelle Autorität.« (Seite 11)

Léon ist in meinen Augen ein Mensch, der sehr genügsam und sparsam ist. Er war im ersten Weltkrieg ein Jugendlicher, doch hat er durch seine Position als Funktechniker keinen Kontakt zum Krieg gehabt, er hat seine Abende in seiner Stammkneipe verbracht und den Tag von Louise geträumt. Er liebt es mit seinem Fahrrad durch die Gegend zu fahren und was er eigentlich nur will ist mit Louise zusammen zu sein, der Rest ist erst einmal zweitrangig.

Nach Jahren der Trennung und in dem Glauben, dass Louise damals bei dem Fliegerangriff etwas zugestoßen sei, gründet er eine Familie. Auch, wenn er nie die Liebe, die er für Louise empfindet, mit seiner Frau teilen konnte. So hat er sie doch geheiratet und würde sich nie von ihr scheiden lassen wollen. Sie verbindet eine Partnerschaft und Jahrelange gemeinsame Erfahrungen. Außerdem ist ihm seine Familie sehr wichtig. Sie sorgen zusammen für ihre Kinder und nie würde er seine Familie für jemanden verlassen, auch nicht für Louise. Das hat mich beim Lesen wirklich sehr berührt, dass er so eine starke Bindung hat. Der Konflikt, der sich in diesem Dreieck zwischen Léon und Louise und Léons Frau auftut, ist schon beträchtlich. Im Grunde ist die Ehe zwischen den beiden von der Liebe her nicht das was Léon sich gewünscht hat und dennoch respektiert er seine Frau und behandelt sie und seine Familie gut, auch wenn er seine Frau und ihre Launen ganz und gar nicht verstehen kann.

Ein etwas abfälliger Kommentar von Léons Vater über die Launen der Frauen:

»Sie können nichts dafür, es ist wie eine milde Art von Epilepsie, verstehst du?« (Seite 100)

Ich fand die Reaktion von Léons Frau, auf Léons Treffen mit Louise, auch sehr erstaunlich und auf der anderen Seite auch verständlich. Erstaunlich deshalb weil sie Léon nicht davon gejagt hat, als sie erfahren hat dass er ihr nicht treu ist, aber auf der anderen Seite: Es war eine Zeit des Krieges, sie hatten es nicht so schlecht wie andere vielleicht, aber seine Frau war Hausfrau und Mutter, sie hatte wahrscheinlich nicht die große Auswahl. Ich denke man kann das nicht einfach mit der heutigen Zeit vergleichen, in der jeder sein eigenes Glück und seine Selbstverwirklichung um jeden Preis sucht. Ich finde es bewundernswert, dass sie bei ihrer Ehe geblieben sind. Ich weiß jedoch nicht recht was ich besser finden soll: Eine Frau die in einer unglücklichen Ehe feststeckt oder eine Frau die ihrem Mann und ihrere Familie die Treue hält. Es ist wohl nicht das fairste Schicksal, dass sie ereilen konnte.

Dennoch habe ich das Gefühl, dass die beiden, Léon wegen der Trennung von Louise und seine Frau wegen der Gefühle Léons für Louise ein völlig unglückliches Leben geführt haben. Es ist mehr so, dass sie sich damit arrangiert haben und sich auf einem Freundschaftlichem Level getroffen habe, das hat mir wirklich zu denken gegeben. Ein Leben in der Ehe, ein Leben abseits der Ehe.

»Wenn die meisten von uns trotzdem ganz ordentlich durchs Leben kommen, so verdanken wird das zur Hauptsache unseren Frauen. Alle meine Schwägerinnen, Tanten und Großmütter väterlicherseits sind starke, lebenstüchtige und warmherzige Frauen, die ein diskretes, aber unbestrittenes Matriarchat ausüben.« (Seite 12)

»Die Männer ihrerseits danken es ihnen mit Verlässlichkeit und Sanftmut. Wir sind, glaube ich, eher friedfertige Ehemänner. Wir lügen nicht und geben uns Mühe, nicht in gesundheitsschädigendem Maß zu trinken; wir halten uns von andere Frauen fern und sind willige Heimwerker.« (Seite 12-13)

Louise

Léons Enkel über Louise:

»Das konnte keine Le Gall sein. Zumindest keine gebürtige. Schwarze Hütchen und flinke Bekreuzigungen liegen uns nicht. Wir Le Galls sind großgewachsene, schwerblütige Leute normannischer Herkunft, die sich mit langen, bedächtigen Schritten fortbewegen, und vor allem sind wir eine Familie von Männern« (Seite 10)

Louise ist ein Mädchen von einem zarten Äußeren und einem starken Willen. Sie hat sich in Léon so schnell verguckt wie er sich in sie, doch sie zeigt es ihm nicht direkt. Im Kontrast zu ihrem zarten Äußerem, flucht sie gerne und viel. Sie raucht und genießt ihr Leben. Ihre Liebe zu Léon ist verdammt stark. Sie ist im Gegensatz zu Léon nie sesshaft geworden, sie hatte Liebschaften, doch ihr Herz war stets so stark an Léon gebunden, dass von Heirat und Kinder bekommen, keine Rede sein konnte.

Ich finde Louise ist eine total sympathische, ehrliche und starke Figur. Sie hat es in der kleinen Stadt übernommen den Familien die Botschaft zu überbringen, wenn ein Angehöriger im Krieg gefallen ist. Sie versteckt sich nicht hinter Floskeln, sondern ist gerade heraus! Später arbeitet sie bei einer Bank, auch wenn ihre Tätigkeit als „Tippmamsel“ ihr nicht gerecht wird. Sie kauft sich einen Sportwagen und kommt gut auch ohne Léon zurecht auch wenn er ihr fehlt.

Krieg

»Léon und Louise« ist ein total romantisches Buch, das während des ersten und zweiten Weltkrieges in Frankreich spielt. Die Handlung hat wenig mit dem Krieg an sich zu tun und ich war auch erstaunt wie wenig Einfluss der Krieg zuweilen auf die Menschen hatte. Ich kann nicht beurteilen ob es realistisch ist oder nicht, aber es ist glaubhaft und ich denke auch: Das Leben geht weiter. Die Hinterbliebenen trauern, es gibt so viele Verletzte und an der Front sieht es natürlich noch mal anders aus, aber der Rest der Bevölkerung muss arbeiten und seine Familien versorgen. Man muss eben essen und leben.

»Die Möwen würden mit dem Aufwind spielen bis in alle Ewigkeit, weil sie eben Möwen sind und keine Veranlassung haben, sich in ihren Möwenleben mit den Dummheiten von Menschen, Buckelwalen oder Spitzmäusen herumzuschlagen.« (Seite 88)

Der Kontrast zwischen Léons und Louises unbeschwerter Verliebtheit zu Beginn und der Schrecken des Krieges unterstreicht der Autor mit drastischen Vergleichen:

»(Sie) tranken Pernod und dünsteten Knoblauch aus, während in knapp hundert Kilometern Entfernung komplette Jahrgänge junger Männer erschossen, vergast und durch den Fleischwolf gedreht  wurden.« (Seite 41)

»Das Wasser war kühl. Er wartete hinaus, tauchte unter einem Brecher durch und schwamm ein paar Züge. (…) (Er) drehte sich auf den Rücken, ergab sich dem sanften Schaukeln der Wellen und ließ die Ohren unter Wasser sinken, während zur gleichen Zeit am Chemin des Dames zum ersten Mal seit Monaten wieder der süßlich-faulige Banengeruch des Phosgen-Gases durch die Schützengräben kroch und sich in den Lungenbläschen der Soldaten in Salzsäure verwandelte, zehntausende von jungen Männern sich buchstäblich die Lunge aus dem Leib kotzten und die Überlebenden, falls die Artillerie sie nicht in Stücke schoss, mit blinden, weit aufgerissenen und entsetzlich verdrehten Augen in Richtung Paris flüchteten.« (Seite 76)

»(Sie) flohen (…) vor den stählernen Riesenlibellen der Luftwaffe und den Sauriern der deutschen Panzerbrigaden, die in grauenhaftem Tempo und mit ohrenbetäubendem Kreischen wie prähistorische Plagen übers Land herfielen und ihr bleiernes Gift über die Flüchtlingsströme verspritzten.« (Seite 163)

Fazit

Das Buch hat mich sehr überrascht, ich hatte es längere Zeit auf meinem SuB liegen weil ich es für etwas zäh und auch etwas klischeehaft gehalten habe, aber das ist es ganz und gar nicht. Ich habe es ziemlich verschlungen denn es ist ein sehr interessantes und schönes Buch über die Liebe und Beziehungen, über Treue, Loyalität und Versprechen. Über Familienzusammenhalt und Ziele im Leben. Es ist einfach wunderschön und hat mir das Herz erwärmt!

Buchdetails

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Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (2012)
Taschenbuch: 320 Seiten
ISBN: 978-3-423-14128-4
Preis: 9,90 €

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© Blutrot – Jamie’s Bücherblog

 

Rezension: »Ashes – Tödliche Schatten« von Ilsa J. Bick

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Den verheerenden Anschlag auf die Welt hat die siebzehnjährige Alex überlebt, aber nun muss sie sich den schwerwiegenden Folgen stellen. In den Städten, die nicht zerstört wurden, rotten sich diktatorische Tyranneien zusammen, in denen sich menschliche Abgründe auftun. Außerhalb der Schutzwälle droht der sichere Tod. Denn dort lauern Horden Jugendlicher, die sich seit dem Unglück in bestialische Kannibalen verwandeln. Und schließlich bleibt noch die Ungewissheit, ob Alex selbst noch zu so einem Monster mutiert. Warum sind ausgerechnet sie und ein paar wenige Ausnahmen von dieser Verwandlung bisher verschont geblieben?

(Cover-, Text- und Zitatrechte: Egmont Ink Verlag)

Meine Meinung

Vor ein paar Monaten habe ich den ersten Band der Ashes Reihe gelesen: »Ashes – brennendes Herz« und ich war sehr angetan von der Idee des Buches. Vor kurzem habe ich dann zum Geburtstag den zweiten Band geschenkt bekommen und war sehr glücklich weiter lesen zu können!

Handlung

Der zweite Band knüpft recht direkt an die Handlung des ersten Teils an und löst glücklicherweise einige Cliffhanger auf, die mich am Ende des ersten Teils ganz schön Nerven gekostet haben! Doch Aufatmen ist nicht angesagt, denn wo ein Geheimnis oder eine Frage gelüftet wird, da entstehen direkt mehrere neue. Ich möchte nicht zu viel Spoilern, denn mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich bin mir sicher das da draußen noch mehr Menschen vor den Ashes Büchern sitzen und sich winden vor Neugierde. Der Zweite Band strotzt vor Action und ist eine wirklich schöne Fortsetzung.

Mir hat sehr gut gefallen, dass nun auch andere Handlungsstränge eingeflochten werden. Alex neue kleine „Familie“, Elli und Tom sind in alle Winde zerstreut, aber dafür lernt sie auch neue Menschen kennen, darunter Chris, Peter und Lena. Und auch ihre Geschichten werden erzählt. Die Handlung wird nicht mehr nur aus Alex Sicht erzählt, sondern auch aus anderen Blickwinkeln. Ich bin immer ein Fan davon, wenn sich Handlungsstränge trennen und wieder zusammen finden, wenn sie verstrickt und verflochten sind und ein Ende auch mal verloren geht. Und das ist in diesem Buch auf jeden Fall sehr gelungen umgesetzt worden.

Zu Beginn des Buches wird Alex Situation dargestellt, nachdem sie die Stadt Rule verlassen hat und in einen Hinterhalt geraten ist. Der Hinterhalt gestaltet sich so, dass Alex schmerzlich bewusst wird, dass außerhalb der Stadt, die Veränderten geduldet werden, quasi als Schutzzone. Kurz nach der Grenze trifft sie auf drei dieser Kreaturen, die ihr nicht grade freundlich gesonnen sind. Es kommt zu einem Kampf der für Alex leben oder tot bedeutet. Hier wird für mich deutlich, dass die Kampf-Szenen nicht so nachvollziehbar erzählt sind. Teilweise konnte ich mir, beim Lesen einfach nicht vorstellen wie die oder die Bewegung aussehen soll oder möglich wäre. Ein Beispiel ist die Stelle an der Spinne, eine der drei Jugendlichen, die Alex angreift, auf Alex los gegangen ist. Spinne hat Alex schon fast bezwungen, doch aus dem Nichts taumelt sie plötzlich zurück und Alex hat eine neue Chance zu gewinnen… So hat es sich für dargestellt: Ein ziemlich aussichtsloser Kampf für Alex und aus dem nichts schafft sie es dann doch noch was zu reißen. Es wirkt so, als ob die Autorin im letzten Moment das Ruder ja doch für Alex herum reißen musste, und die Logik etwas auf der Strecke geblieben ist. Hier hätte die Autorin vielleicht ein wenig flüssiger die Kampfszenen beschreiben können, oder die Kampfszenen etwas nachvollziehbarer oder simpler gestalten können.

Die Liebe

Die Liebe spielt natürlich auch im zweiten Band eine nicht unerhebliche Rolle. Alex, die sich in Tom verliebt hat und ihn verloren hat trauert ihm nach, hat aber kaum noch Hoffnung ihn zu finden, andererseits ist da auch Chris, der sie mit seinem atemberaubenden geheimnisvollen Geruch anzieht und zu dem sie sich immer weiter hin gezogen fühlt. Und dann ist da noch Wolf, aber kann ein Veränderter mehr als Hunger und Begehren empfinden? Ab und an habe ich mich in eine Kitschserie versetzt gefühlt mit all der Auswahl die Alex, am Ende der Welt erwartet, aber andererseits übertreibt die Autorin auch nicht. Es wirkt authentisch und ich habe mitgefiebert wie es mit ihnen weiter geht und das ist die Hauptsache!

Das Ende, so viel kann ich verraten, ist wie schon im ersten Band ein ganz schöner Cliffhanger. Es lässt einen ratlos, nachdenklich, verrückt, begeistert und furchtbar neugierig zurück und hat damit geschafft, was ein gutes Buch ausmacht: Spannung und Interesse. Ich jedenfalls freue mich schon darauf ganz bald Band 3 zu lesen.

Fazit

Trotz kleinerer Kritikpunkte, hat mir auch der zweite Band der Ashes Reihe sehr gut gefallen. Ich liebe Jugendromane voller Leben, Gefühle, Spannung und Action. Eine gelungene Dystopie und ein guter Mix aus den wichtigsten Themen. Besonders die Zombie Variante, die Frau Bick geschaffen hat, finde ich sehr spannend. Es ist mal ein ganz anderer Ansatz und beinhaltet doch das wichtigste was Zombies ausmacht: gierig, blutrünstig, gruselig und spannend. Super Buch und eine schöne Fortsetzung.

Buchdetails

Hier geht’s zur Rezension von Band 1: »Ashes – Brennendes Herz«

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Band 1:
»Ashes – Brennendes Herz«

Verlag: Egmont Ink Verlag 2011
Gebundene Ausgabe: 512 Seiten
ISBN: 978-3-86396-005-6
Preis: 19,99€
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Band 1:
»Ashes – Tödliche Schatten«

Verlag: Egmont Ink Verlag 2012
Gebundene Ausgabe: 576 Seiten
ISBN: 978-3-86396-006-3
Preis: 19,99€
Verlagsseite →

 

 

© Blutrot – Jamie’s Bücherblog 2015

 

Rezension: »Ashes – Brennendes Herz« von Ilsa J. Bick

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Die siebzehnjährige Alex befindet sich auf einer Wanderung in den Bergen, als plötzlich die Natur um sie herum verrücktspielt und eine Druckwelle sie zu Boden wirft. Was war das? Alex hat keine Ahnung, aber sehr schnell wird klar, dass die Welt, die sie kannte, nicht mehr existiert. Die meisten Städte sind zerstört und die Überlebenden werden zur lauernden Gefahr. Das Einzige, worauf Alex noch zählen kann, ist ihre Liebe zu Tom. Gemeinsam versuchen die beiden, sich durchzuschlagen. Doch dann wird Tom verwundet, und Alex muss ihn schweren Herzens zurücklassen, um sein Leben zu retten. Als sie mit Hilfe zurückkehrt, ist er verschwunden. Eine packende Suche beginnt. Eine Suche nach Antworten, sich selbst und nach der einen ganz großen Liebe. Denn Alex weiß: Tom lebt, und sie wird ihn finden, komme, was wolle.

(Cover-, Text- und Zitatrechte: Egmont Ink Verlag)

Meine Meinung

Handlung

Ashes ist eine Dystopie, die von einer Welt handelt, in der nur Kinder, Jugendliche und sehr alte Menschen eine schlimme unbekannte Katastrophe überlebt haben. Es scheint wie die Detonation einer EMP Bombe: Elektrische Geräte sind ausgefallen, nur noch alte Technik funktioniert. Doch es geht noch weiter: Die Menschen brechen zusammen, bluten aus den Ohren. Niemand weiß was der Grund für die Katastrophe oder wodurch sie verursacht wurde, aber sicher ist, dass die Jugendlichen sich… Verändern. Blutrünstig und auf Menschenfleisch aus, morden sie und raufen sich zu kannibalistischen Gruppen zusammen. Sie lernen dazu und sind wie wilde Tiere. Jugendliche und Kinder die sich nicht verändern werden selten und umso kostbarer.

Im Auftakt der Reihe habe ich die Protagonistin Alex kennen gelernt. Sie ist an einem Gehirntumor erkrankt und die Prognose ist nicht gut. Sie hat lange gekämpft, aber der Krebs scheint sie einzuholen. Alex macht sich auf den Weg. Sie hat keine Lust mehr auf Ärzte, Krankenhäuser und Chemotherapien. Sie fährt von ihrer Tante, bei der sie seit dem Tod ihrer Eltern lebt, weg und in einen Nationalpark um dort die Asche ihrer Eltern auf einem Berg zu verstreuen. Rückkehr ungewiss.

Als sie grade im Wald rastet und sich über einem Campingkocher Kaffee zubereitet, taucht ein Hund im Wald auf und im Schlepptau ein kleines Mädchen – Ellie – und ihr Opa. Und dann passiert es: ein Beben, ein Krachen, ein wilder Kopfschmerz, Alex bricht zusammen und als sie aufwacht ist die Welt nicht mehr die gleiche. Als der Kopfschmerz vergeht, bemerkt sie, dass ihr Geruchssinn plötzlich wahnsinnig scharf geworden ist, ist das der Tumor, der ihr Gehirn langsam zerstört? Ellis Opa ist in zusammen gebrochen und tot, aber Elli hat überlebt.

Alex macht sich mit Elli auf den Weg raus aus dem Nationalpark, doch schon bald merken sie, dass hier gewaltig was nicht stimmt. Es sind noch mehr Menschen gestorben und die, die überlebt haben sind häufig nicht mehr sie selbst. Manche – Jugendliche – haben sich verändert. Stumm und entgeistert, sind sie zu einer Art Zombies geworden, die Blutrünstig und brutal auf ihre nächste Mahlzeit gieren. Zunächst geht Alex von einer lokalen Katastrophe aus, aber diese Vermutung muss sie schon bald revidieren.

Am Ende des ersten Bandes hat Alex eine Stadt gefunden, in der tatsächlich noch Menschen zusammen leben, Jugendliche und alte Menschen, jeder dazwischen ist gestorben. Aber Alex merkt schnell das in der kleinen Stadt Rule etwas los ist, das nicht nur die Zombies schuld sind. Der Rat – der die Stadt beherrscht, schon lange vor der Katastrophe, hat eigene Pläne mit ihr, der Welt und den „Verschonten“ Jugendlichen – Sie flieht, ihre einzige Aussicht ist es nach Tom und Elli zu suchen. Tom, der Junge den sie im Nationalpark kennen gelernt scheint tot zu sein und Elli verschleppt. Bei ihrere Flucht gerät sie jedoch in einen furchtbaren Hinterhalt.

Charaktere

Der Hauptcharakter, der im Fokus der Handlung steht, ist die siebzehnjährige Alex. Sie musste in ihrem Leben bereits mehre schwere Schicksalsschläge hinnehmen: Ihre Eltern sind gestorben und sie selbst steht auf dem Sprungbrett zum Tod, denn sie hat einen Gehirntumor. Sie hat lange gekämpft, hat Chemotherapien über sich ergehen lassen und hat nun nach der letzten erfolglosen Therapie nun beschlossen nicht mehr zu kämpfen. Sie kann nicht mehr. Dennoch ist sie selbstständig, fährt alleine von Zuhause weg, kennt sich in der Natur und im Camping gut aus und kommt bestens alleine klar. Sie ist jung erwachsen geworden und ist misstrauisch anderen Menschen gegenüber, für Kinder hat sie eigentlich keine Geduld und eine Liebe hat sie wohl dort draußen im Nationalpark auch nicht erwartet. Dennoch schließt sie das Mädchen Elli und Tom, den jungen Soldaten in ihr Herz. Ich finde besonders ihre Eigenständigkeit, ihre Rationalität und praktisches Denken, wenn es darum geht zu überleben machen sie zu einem tollen Charakter. Dazu noch etwas dazu Kitsch und Liebe und sie wird zu einem runden Charakter.

Tom ist Anfang 20, war im Irak als Soldat und muss mit seinen ganz eigenen Dämonen Kämpfen, Alpträume und Flashbacks an die Zeit im Irak quälen ihn und rauben ihm den Schlaf. Dennoch ist seine Erfahrung als Soldat sehr sehr praktisch wenn grade eine Zombie-Apokalypse herrscht, der Umgang mit Waffen, das aufmerksame Beobachten seiner Umgebung und seine Vorsicht haben Potenzial, dass er den fiesen Veränderten entkommt! Chris, der Enkel des Ratsoberhauptes, der Stadt Rule, ist zur Stadtwache eingeteilt und ähnelt durch seine Aufgaben Tom ein wenig. Doch Chris scheint aufgeschlossener zu sein. Nach Alex erster Vorsicht vor den Menschen in Rule, kann Sie eine gewisse Anziehung zu Chris nicht mehr leugnen. Tom ist verletzt und verschwunden und es scheint als ob er gestorben sei und trotz ihrer Trauer und wagen Hoffnung, dass es anders sein könnte bildet sich ein vorsichtiges Band zwischen ihr und Chris. Ich war mir beim Lesen wirklich unsicher wen ich von beiden sympathischer finde, bzw. für wen Alex sich wohl entscheidet, aber ich schätze Tom ist doch derjenige der Alex Herz gewonnen hat, aber wer weiß, ich bin gespannt wie es weiter geht in den folgenden Teilen.

Fazit

Meiner Meinung nach ist diese Version einer Art Zombie Apokalypse mal etwas neues: Es gibt keine Bedrohung, ist es eine Krankheit? die, die Menschheit ausrottet und vor der niemand sicher ist, nein die Ursache ist völlig unklar und tritt völlig plötzlich und synchron in weiten Teilen der USA, vielleicht sogar der ganzen Welt auf. Außerdem wird nicht jeder infiziert / verändert, die meisten Menschen sterben sofort, nur ältere Menschen überleben. Die jungen Menschen sind die die sich verändern. Manche nach wenigen Stunden, andere nach Tagen? Eine schreckliche Vision, wenn man sich überlegt, dass es sein könnte, dass jeder Jugendliche / junge Mensch sich verändert, nur eben nach und nach… Ich mag Frau Bicks Schreibstil wirklich sehr gerne, das Buch hat mich sehr gefesselt und ich mag die starke, selbstständige Alex, die sich nichts aufzwingen lässt und die zarte Liebesgeschichte die einen nicht mit Kitsch überhäuft. Ich bin so froh, dass es noch mehr Teile gibt!

Buchdetails

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Band 1:
»Ashes – Brennendes Herz«

Verlag: Egmont Ink Verlag 2011
Gebundene Ausgabe: 512 Seiten
ISBN: 978-3-86396-005-6
Preis: 19,99€
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© Blutrot – Jamie’s Bücherblog 2015

 

Rezension: »Rubinrot« von Kerstin Gier

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Manchmal ist es ein echtes Kreuz, in einer Familie zu leben, die jede Menge Geheimnisse hat. Der Überzeugung ist zumindest die 16-jährige Gwendolyn. Bis sie sich eines Tages aus heiterem Himmel im London um die letzte Jahrhundertwende wiederfindet. Und ihr klar wird, dass ausgerechnet sie das allergrößte Geheimnis ihrer Familie ist. Was ihr dagegen nicht klar ist: Dass man sich zwischen den Zeiten möglichst nicht verlieben sollte. Denn das macht die Sache erst recht kompliziert!

(Cover-, Text- und Zitatrechte: Arena Verlag)

Meine Meinung

Romantisch und jugendlich! Gwendolyn ist 16 Jahre alt, sie ist ein Tollpatsch und eigentlich ein ganz normales Mädchen mit einer aller besten Freundin und einer etwas seltsamen Familie. Ihre Familie trägt jedoch ein Geheimnis mit sich. Das Geheimnis um die zwölf Zeitreisenden. Sie selbst ist eigentlich eher genervt von dem ganzen Trubel der um ihre Cousine veranstaltet wird. Denn ihre Cousine soll die sein, die das Zeitreisegen ihrer Familie in sich trägt. Sie soll damit befähigt sein in der Zeit zu reisen und trägt damit eine große Pflicht mit sich. Zu ihrem großen Schrecken stimmt das jedoch nicht ganz. Denn plötzlich findet Gwendolyn sich im London des frühen 19.Jahrhunderts wieder. Was ist schief gelaufen? Warum hatte sie den Zeitsprung gemacht und nicht ihre Cousine? Wiederwillig stellt sie sich ihrer neuen Bestimmung und trifft dabei auf den gut aussehenden Gideon. Er ist arrogant und behandelt sie wie ein kleines Mädchen, doch nach und nach beschleicht sie der Verdacht, dass er doch gar nicht so übel ist. Gemeinsam müssen die beiden in der Zeit reisen und die verbliebenen 4 der 12 Zeitreisenden besuchen um das Geheimnis der Familie zu lüften!

Cover

Zuerst einmal möchte ich sagen, dass mir das Cover nicht sonderlich gefällt. Es passt eigentlich gut zum Thema, aber ich bin wohl nicht so der Typ der auf Rosa steht. Dazu die gezeichneten Schatten am Rand und die schnörkelige Schrift… Das ist mir ein bisschen zu viel. Es ist süß gestaltet und trifft das kitschige Jugendbuch, das es ist, aber es ist nicht mein Geschmack. Ich bin erst auf das Buch gekommen und habe dann das Cover gesehen, zum Glück!

Stil und Spannung

Das Buch ist ein Jugendbuch und laut Verlag an Kids ab 12 Jahren  gerichtet. Ich finde Jugendbücher, die gut geschrieben sind, werden nie langweilig! Besonders das recht komplizierte Thema: Zeitreisen wurde einfach aber nicht schlicht aufgefasst. Ich persönlich bin der Ansicht, dass die Autorin hat das Thema sehr schön verpackt, es ist einfach und geheimnisvoll, nicht zu detailliert, aber auch nicht platt. Ich finde es für ein Jugendbuch sehr gelungen!

Klischees… Ja Klischees tauchen immer mal wieder auf, aber das hat mich beim Lesen nicht gestört. Z.B. das Mädchen, das einen unausstehlichen, aber gut aussehenden Jungen kennen lernt, sich in ihn verliebt und er sich in sie. Es ist teilweise eben das was man erwartet, aber dennoch ist es spannend wie sich das Zeitreisen entwickelt und hinter welchem Geheimnis Gwendolyn und Gideon her sind.

Charaktere

Gwendolyn ist ein nicht ganz typisches Mädchen, sie denkt von sich selber, dass sie nicht die hübscheste ist und sie ist tollpatschig und nicht so perfekt wie ihre Cousine. Sie ist anders, sie sieht Geister und ihre Familie ist ziemlich seltsam. Ihr zur Seite steht ihre beste Freundin Leslie. Sie unterstützt sie bei allem mit Rat und Tat und einigen Recherchen, in denen sie sehr gut ist. Sie glaubt ihr und hält sie nicht wegen den Geistern oder der Zeitreisen für verrückt. Sie findet das alles sehr spannend, im Gegensatz zu Gwendolyns Mutter. Ihre Mutter hat seit ihrer Geburt Angst, dass Gwendolyn das Gen geerbt hat, sie macht ein ziemliches Geheimnis darum was eigentlich so schlimm ist am Zeitreisen oder an der geheimen Loge, die das Geheimnis der Zeitreisenden bewahren. Fragen stellen über dieses Thema ist in ihrer Familie grundsätzlich nicht erwünscht.

Aber es gibt auch einige Feinde mit denen Gwendolyn zu kämpfen hat. So ist ihre Tante und Großmutter sehr empört, dass nun Gwendolyn das Gen geerbt haben soll. Sie sind der Ansicht, dass sie nicht fähig ist damit um zu gehen und ihre Aufgabe zu erfüllen. Auch Gideon ist am Anfang der Meinung und übergeht Gwendolyn immer wieder. Er ist der Meinung, sie ist nicht vorbereitet und noch ein junges Mädchen das keine Ahnung hat. Gwendolyn jedoch ist nicht naiv, sie lässt sich nicht unter kriegen und stellt sich der Herausforderung! Sie wird nicht gefragt ob sie sich der Aufgabe stellen wird, die Loge erwartet es einfach, auch wenn sie nicht recht an sie glauben. Ich denke grade, weil niemand glaub, dass sie dem gewachsen ist, beschließt Gwendolyn stark zu sein und die Aufgabe, alle Zeitreisenden zu finden, zu meistern.

Ihr geheimnisvollster Feind ist jedoch der Graf von Saint Germain. Er ist der Begründer der Loge um die Zeitreisenden und er hat den Chronografen erfunden, mit dessen Hilfe die Zeitreisenden zielgerichtet in die Vergangenheit reisen können, anstatt wie die Natur es will, wahllos und unvorhergesehen in der Zeit umher zu springen. Bei einem Zusammentreffen der beiden, bemerkt Gwendolyn schnell, dass er gefährlich ist und sie sich vor ihm in Acht nehmen muss. Er bedroht sie und Gwendolyn wird mit immer neuen Fragen überschüttet. Gideon dagegen scheint dem Graf zu trauen. Ich bin gespannt wie sich diese Feindschaft noch entwickelt!

Fazit

»Rubinrot« ist ein sehr schöner Auftakt einer Trilogie. Es ist ein Jugendbuch und dementsprechend von der Handlung und vom Stil her geschrieben. Manche Entwicklungen in der Handlung sind sehr vorhersehbar, aber mir persönlich hat das Buch, mit seinen Zeitreisenden, gut gefallen und ich habe es zügig gelesen. Es ist wirklich an keiner Stelle langatmig oder zäh, sondern durchweg spannend und toll zu lesen! Ich werde auf jeden Fall den zweiten Band ebenfalls lesen! Gwendolyns und Gideons Geschichte hat mich berührt und mir gefallen!

Bewertung

Kategorie

Punkte

Charaktere 5 von 6
Idee 3 von 4
Handlung 4 von 6
Spannung 3 von 4
Sprache 1 von 2
Kontext 3 von 4
Cover 0 von 2
Gesamt: 19 von 28

19 Punkte = 4 Sterne

Buchdetails

Trilogie: »Liebe geht durch alle Zeiten«

Rubinrot_klein

Band 1: »Rubinrot«
Verlag: Arena Verlag
Gebundene Ausgabe:  352 Seiten
ISBN: 978-3-401-06334-8
Verlagsseite →

 

 

 

 

Saphirblau_klein

 

Band 2: »Saphirblau«
Verlag: Arena Verlag
Gebundene Ausgabe: 400 Seiten
ISBN: 978-3-401-06347-8
Verlagsseite →

 

 

 

Smaragtgrün_klein

 

Band 3: »Smaragdgrün«
Verlag: Arena Verlag
Gebundene Ausgabe: 496 Seiten
ISBN: 978-3-401-06348-5
Verlagsseite →

 

 

 

 

 

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