Archive of ‘Romantik’ category

Rezension: »Until Friday Night« von Abbi Glines

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Inhalt:

Nach außen hin ist West Ashby der gut aussehende Football-Held, der die Lawton Highschool zur Meisterschaft führen wird. Innerlich wird er jedoch von Ängsten um seinen krebskranken Dad zerfressen, und er kann mit niemandem darüber sprechen, da niemand davon erfahren soll. Als West eines Abends aber nicht mehr weiterweiß, vertraut er sich bei einer Party dem Mädchen an, das ihn bestimmt nicht verraten wird: Maggie, die seit einem schrecklichen Ereignis in ihrer Familie nicht mehr spricht. Umso mehr überrascht es West, als sie ihm plötzlich doch antwortet und dass er fortan an nichts anderes mehr denken kann, als an ihre sanfte Stimme und ihre weichen Lippen.

(Cover-, Text- und Zitatrecht: Piper Verlag)

Meine Meinung

“Until Friday Night” ist die perfekte – romantische – Unterhaltung für den Sommer.

Maggie & West

Maggie und West sind sich gleichermaßen ähnlich, wie unterschiedlich. Sie verbindet eine traurige Hintergrundgeschichte, die sie zusammenschweißt und doch sind sie sehr verschieden. Er, ein beliebter Footballspieler an seiner Highschool, sie, die Außenseiterin, die nicht spricht.

West ist ein typische Teenager, der an seiner Highschool, als erfolgreicher Sportler zu den beliebten Schülern gehört. Er umgibt sich mit anderen Sportlern und schönen Mädchen, die ziemlich oberflächlich daher kommen und doch ist nicht alles wie es scheint. West hat es niemandem erzählt, doch sein Vater ist schwer krank und innerlich ist er zerfressen vor Kummer und Angst. Wests Charakter war in meinen Augen auf der einen Seite recht Klischeehaft, doch nicht unrealistisch gestaltet, jeder kennt die Situation an Schulen: Es gibt eben die beliebten Kids und die weniger beliebten Kids. Doch seine zerbrechliche, traurige Seite gibt seinem Charakter auch Tiefe. Hinter seiner Fassade ist er ein Junge, der mich mit seiner Fürsorge für seine Familie und Maggie sehr gerührt hat.

Maggie hingegen scheint auf den ersten Blick sehr zerbrechlich. Ihre Mutter ist gestorben und ihr Vater für sie im Grunde auch, sie spricht nicht, weil es für sie der einzige Weg scheint, mit der Situation klar zu kommen. Doch das Schweigen grenzt sie aus und es fällt ihr sehr schwer Vertrauen aufzubauen. Innerlich jedoch ist sie sehr stark und als West sie braucht, zögert sie nicht ihre Schilde einzureißen und mit ihm zu sprechen, einfach, weil es das ist was er braucht. Maggie und West sind beide sehr liebe Charaktere, die teils sehr typisch teeniemäßig sind und teils schon sehr erwachsen mit schwierigen Situationen umgehen.

Jeder von ihnen hat sein Päckchen zu tragen, das so groß zu sein scheint, dass sie unter diesem Gewicht einknicken, doch zusammen schaffen sie es ihren Weg zu finden. Ihre Geschichte ist eigentlich sehr traurig, doch auch wunderbar rührselig, romantisch und süß.

Aufbau, Stil & Cover

Das Buch ist super flüssig und locker geschrieben, das hat mir richtig gut gefallen. Die Seiten sind nur so geflogen! Aufgebaut ist das Buch so, dass sich Wests und Maggies Perspektiven mit jedem Kapitel abwechseln. Ein sehr nettes Detail war, dass jedes Kapitel mit einem kurzen Zitat aus dem folgenden Kapitel begonnen hat. Ein kleiner Einblick, der mich manchmal sehr neugierig gemacht hat und manchmal sehr hibbelig, was dieses Zitat wohl zu bedeuten hat.

Das Cover finde ich, ist auch sehr attraktiv und ansprechend gestaltet. Durch die große rosa Blase, in welcher der Titel steht und dem Sonnenuntergang im Hintergrund, war für mich direkt klar, dass es sich um einen Roman handelt der sich wohl eher an Mädchen und Frauen richtet. Das Cover ist einfach sehr süß gestaltet, genau passend zur Geschichte.

Fazit

Hinter diesem tollen Cover, versteckt sich eine ebenso tolle, traurige, süße, unterhaltsame, romantische Geschichte von zwei Teenagern, die mehr durchmachen mussten, als zu ertragen sie sich im Stande fühlen. Doch gemeinsam gehen sie ihren Weg über Stock und Stein und finden in sich mehr Stärke als sie zu wagen geglaubt haben. Ein Buch das sehr viele Gefühle weckt, ohne überzogen dramatisch und kitschige zu werden, mit einer Liebesgeschichte, die sich in einem sehr angenehmen Tempo entwickelt. Wirklich gelungen!

Und noch so am Rande: Februar 2017 wird ein Spin-Off, mit dem Titel »Under The Lights« im Piper Verlag,  erscheinen in welchem Wests Teamkollege Gunner die Hauptrolle spielen wird. Nachdem ich »Until Friday Night« richtig mochte bin ich schon gespannt auf das nächste Buch!

Links

Hier geht’s zur Verlagsseite, auf der es auch eine Leseprobe gibt

Buchdetails

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Verlag: Piper (01.06.2016)
ISBN: 978-3-492-30919-6
Preis: 8,99€, 304 Seiten

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© Blutrot | Jamies Bücherblog 2016

 

Rezension: »Für einen Sommer und immer« von Julie Leuze

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Als Annikas Mutter ihr erzählt, dass sie schwer krank ist und bald sterben wird, will Annika nur noch eins: weg, und zwar schnell. Sie nimmt ihren lange überfälligen Urlaub und flüchtet sich in ein abgeschiedenes Dorf in den Südtiroler Dolomiten. Doch im Entspannen war die dreißigjährige Karrierefrau noch nie sonderlich gut, und schon nach einem Tag fällt ihr in ihrem schicken Hotel die Decke auf den Kopf. Um der erdrückenden Leere in ihrem Inneren zu entkommen, beschließt sie, sich beim Gipfelstürmen auszupowern, und nimmt sich kurzentschlossen einen Bergführer. Samuel ist vollkommen anders als alle Männer, die Annika je kennengelernt hat. Seine Liebe zu den Bergen ist mitreißend, ansteckend, und bald bemerkt Annika, dass sie mit jedem Meter, dem sie sich der Bergspitze nähert, auch ihrem eigenen Herzen näher kommt …

(Cover-, Text- und Zitatrecht: Egmont Ink Verlag)

Meine Meinung

Annika ist eine ehrgeizige und erfolgreiche Karrierefrau, die in allen Bereichen ihres Lebens nach Perfektion strebt. Seien es berufliche Ziele oder nur ihr perfektes Outfit, um joggen zu gehen. Ihr Leben ist straff geplant und Gefühle lässt sie nicht zu. Abgesehen von ihrer Neigung für gutes Essen ist ihr Leben völlig leidenschaftslos. Hinter dieser strengen Fassade steckt jedoch ein ziemlich unsicherer und unglücklicher Mensch. Annika war mir von Anfang an sehr sympathisch. Nach außen hin war sie zu Beginn ziemlich kühl und mitunter fies zu den Menschen in ihrer Umgebung. Doch spätestens mit der Nachricht, dass ihre Mutter krank ist und sterben wird, knackst Annikas harte Schale.

Ihr Urlaub in den Dolomiten beginnt chaotisch. Sie ist unruhig, ungeduldig, kann sich nicht entspannen und ihr Joggingausflug endet mit einem aufgeschüften Knie. Es wird deutlich, dass sie nicht grade freiwillig in die Berge gefahren ist und es eher eine verzweifelte Flucht vor der Konfrontation mit ihren Gefühlen war. Doch das geht gehörig schief. Als sie beschließt einen Bergführer zu buchen, um die Dolomiten ein wenig zu erkunden und Samuel kennenlernt, merkt sie, dass sie ein ziemlich oberflächliches Leben führt und sie im Grunde einsam und unglücklich ist.

»Und da niemand mich vermisst und keiner was von mir will, beschließe ich, das Handy heute auf dem Zimmer zu lassen. Zum ersten Mal seit Jahren werde ich einfach nicht erreichbar sein. Ha!« Seite 14

Samuel ist, mit Herz und Seele, an die Berge und die Natur gebunden. Als Bergführer hat er seine ganz große Leidenschaft zum Beruf gemacht. Beziehungen sind bisher immer schief gegangen, da er immer nur für die Berge gelebt hat und der Rest zurück stecken musste. Zu Beginn hält Samuel Annika für eine echte Großstadtzicke, die sie ja auch ist. Sie ist abfällig und perfektionistisch, obwohl sie vom Bergwandern wirklich keine Ahnung hat.

Weit weg von ihrem Alltag, ihrem stressigen Job und ihrer besten Freundin, die Annika eigentlich nur klein hält und runter putzt, beginnt Annika über sich und ihr Leben nachzudenken und neue Prioritäten zu setzen. Samuel geht ihr unter die Haut und sie lernt eine Welt kennen, in der Gefühle gut und normal sind. In der Schwächen erlaubt sind und Tränen geweint werden dürfen.

Das Buch hat mich sehr berührt. Es war wunderschön und traurig und einfühlsam. Eine tolle Geschichte über unnötigen Perfektionismus, Gefühle, Familie und Liebe. Ein Thema war auch Annikas Beziehung zu ihren Eltern, die immer recht unterkühlt war. Ihre Eltern wollten das Beste für ihr Kind und haben es denkbar schlecht umgesetzt: Sie haben sie mit Ignoranz gestraft, wenn sie nicht perfekt war. Später an der Uni ist sie dann Helene, ihrer bald besten Freundin, über den Weg gelaufen. Einer jungen Frau, die Annikas Eltern ähnlich ist. Die Gefühle verachtet und die nach großen Karrierezielen, anstatt nach Liebe und Geborgenheit strebt.

Erst ganz zuletzt, als Annika merkt, dass der Tod ihrer Mutter unausweichlich ist und es kein Zurück mehr gibt, fasst sie sich ein Herz und versucht noch ein paar Dinge zu klären und mit ihr ins Reine zu kommen. Für mich war es ein sehr eindringliches Beispiel dafür, dass man im Leben die Dinge nicht aufschieben sollte und, dass man so leben sollte, dass man glücklich ist, ganz egal ob man dabei perfekt ist oder eben nicht. Geld und ein makelloser Lebenslauf bringen einem im Tod auch nichts mehr.

Fazit

»Weißt du, wenn du nichts um dich herum hast als Puderschnee, steile Hänge und ein paar konditionsstarke Gleichgesinnte, dann gehört die Welt wirklich dir« Seite 89

»Für einen Sommer und immer« ist eine wunderbar gefühlvolle Geschichte, die durch einen super flüssigen, lockeren und angenehmen Stil gekrönt wird. Mir hat das Buch absolut gut gefallen. Die Auflösung der Geschichte war etwas flott und etwas zu perfekt und ab und an war es schon etwas kitschig, aber es war ein Maß an Gefühl und Romantik, das einfach ideal war für diese Geschichte. Nicht dick aufgetragen, sondern einfach gefühlsbetont. Annikas innere Wandlung, die im Mittelpunkt steht, wird sehr eindringlich und nachvollziehbar erzählt und mir hat besonders Samuels Leidenschaft für die Berge das Herz höher schlagen lassen. Ein absolut goldiges Buch und Honig für die Seele!

Links

Ich habe das Buch in einer Lesrunde auf Lovelybooks.de gelesen. Hier geht es zur Leserunde →

Hier gibt’s meine Lieblingszitate aus dem Buch →

Buchdetails

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Verlag: Egmont Ink (07.04.2016)
ISBN: 978-3-86396-081-0
Preis: 14,99€, 320 Seiten

Verlagsseite →

 

 

 

 

© Blutrot | Jamies Bücherblog 2016

 

Rezension: »Mein Herz wird dich finden« von Jessi Kirby

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Eine Liebe, die tragisch endet.
Eine neue Liebe, die tragisch beginnt.
Ein Herz, das nicht aufhört zu lieben.
Und am Ende der Tränen: das Glück.

400 Tage ist es her.
Vor 400 Tagen ist Mias große Liebe bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Vor 400 Tagen hat Noah eine zweite Lebenschance bekommen.
Als sie einander begegnen, spüren sie beide sofort, dass sie zusammen gehören.

Doch nur Mia weiß, dass Noah ihr niemals begegnen wollte. Dass sie gegen seinen ausdrücklichen Willen gehandelt hat, als sie sich auf die Suche nach ihm gemacht hat. Dass Noah niemals wissen wollte, wer vor 400 Tagen ums Leben gekommen ist. Weil es irgendwie nicht richtig ist, dass er weiterleben darf – nur weil jemand anderes gestorben ist.

Doch für Mia ist es, als wäre die Welt plötzlich wieder in Ordnung. Als wäre das Leben wieder bunt und schön. Und als hätte sie Noah nicht verschwiegen, dass sie einander nur begegnet sind, weil sie wissen wollte, wer der Mensch ist, der das Spenderherz ihres Freundes bekommen hat. Doch wie glücklich darf sie nach Jacobs Tod eigentlich sein? Und wann wird aus Schweigen … Verrat?

Mia muss Noah erzählen, wer sie ist. Aber was bedroht ihre Liebe mehr? Eine Lüge – oder die Wahrheit?

(Cover-, Text- und Zitatrechte: Fischer Sauerländer Verlag)

Meine Meinung

Von der ersten Seite des Buches an, hat mir dieses Buch wirklich gut gefallen, weil es so emotional und wunderbar geschrieben ist und die Autorin mich mit ihrem Stil so nah an die Handlung heran gebracht hat, dass ich sogar ab und an richtig traurig war beim Lesen.

Ich finde das Cover sehr süß gestaltet. Es betont das Herz in Schrift und Bild. Vom Cover her, würde ich sagen es handelt sich um eine romantische, leichte Geschichte, doch ich finde im Buch steckt mehr, als das Cover erahnen lässt.

Mia ist siebzehn Jahre alt, als ihr Freund bei einem Autounfall stirbt. Ihre Welt bricht zusammen und 400 Tage lang lebt sie von Tag zu Tag, zählt die Tage und kann sich kein Morgen vorstellen, bis sie Noah trifft. In Noahs Brust schlägt Jacobs Herz, das nach dessen Tod als Spenderorgan vermittelt wurde. Ein Leben ist beendet, ein Leben kann fortbestehen. Doch Noah will keinen Kontakt zu den Angehörigen von Jacob und so beschließt Mia, die keine Ruhe findet, ihn auf eigene Faust ausfindig zu machen. Sie will den Jungen sehen, der Jacobs Herz bekommen hat. Sie beschließt ihn zu suchen, um ihn sich lediglich mal anzuschauen, aber das geht natürlich direkt schief. Bevor sie sich versieht, lernt sie Noah auch schon kennen und mögen. Schuldgefühle machen sich breit, Noah gegenüber, weil sie ihm nicht die Wahrheit sagen kann und Jacob gegenüber, weil sie einen Funken Glück ohne ihn empfindet.

»Sein Herz hat so lange mir gehört, dass ich einfach wissen will, wo es jetzt ist.« (Seite 19)

Für mich war das Thema Organspende völlig fern. Es ist kein Thema, das einem präsent ist. Ich habe mich noch nie damit beschäftigt,  welche Konsequenzen sich aus einer Organspende ergeben und wie die Angehörigen des Verstorbenen und auch des (Über-)Lebenden damit umgehen. Medizinisch wie Psychologisch. Für mich war dieses Thema sehr emotional und die Autorin hat ein sehr gefühlvolles Bild gezeichnet: Von Trauer und Bewältigung, von dem Austausch zwischen Angehörigen und Mias Suche nach Jacobs Herz.

Besonders interessant und rührend waren für mich die Zitate, die jedem Kapitel vorangestellt wurden. Zitate über das Herz, als Organ, als Zentrum unserer Liebe, aus medizinischer Sicht und philosophisch.

»Das Herz ist nicht nur eine Pumpe, sondern ein ausgesprochen intelligentes Organ mit eigenem Nervensystem, eigener Entscheidungsfähigkeit und eigenen Verbindungen zum Gehirn. – Dr. Mimi Guarneri, The Heart Speaks: A Cardiologist Reveals the Secret Language of Healing« (Seite 42)

Die Handlung war insgesamt nicht furchtbar dramatisch oder spektakulär. Es gab im Großen und Ganzen keine völlig unerwarteten Wendungen, doch davon hat das Buch auch nicht gelebt, sondern von Mias emotionaler Welt. Angefangen bei der unendlichen Trauer über ihren Verlust, ihre Einsamkeit und Verzweiflung, bis zu dem Moment, als sie begreift, dass sie trotzdem Glück finden kann und dass das Leben ohne Jacob weiter geht.

Es wurde sehr intensiv Mias innerer Kampf beschrieben, als sie Noah kennenlernt und ihn richtig gut findet. Sie kämpft mit sich selber und mit riesigen Schuldgefühlen, weil sie mit Noah den Spaß am Leben wiederfindet. Eine zarte Liebesgeschichte entwickelt sich, ohne unnötiges Drama, ohne übertriebenes Tempo oder künstliche Gefühlsausbrüche.

»Das Herz ist schön, sehr zerbrechlich und doch sicher in der Flasche, wie eine alte Flaschenpost, die durch Zeit und Raum, durch Stille und Stürme treibt, bis sie schließlich an eine Küste gespült – und gefunden wird.« (Seite 168)

Fazit

»Mein Herz wird dich finden« hat mich völlig überrumpelt und mich tief im Herzen getroffen. Das Buch ist so herzlich und toll geschrieben, absolut emotional und schon jetzt ein kleines Highlight für mich in diesem Jahr! Das Buch stellt das Herz, in all seinen Facetten in den Mittelpunkt , als menschliches Organ und als Zentrum all unserer Liebe. »Mein Herz wird dich finden« erzählt keine künstlich kitschige Geschichte, sondern eine Geschichte einer zuckersüßen Liebe und neugewonnener Lebensfreude.

 

Buchdetails

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Verlag: Fischer Sauerländer Verlag (Herbst 2015)
ISBN: 978-3-7336-0224-6
Preis: 14,99€ (Hardcover)

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© Blutrot – Jamie’s Bücherblog 2015-2016

 

Rezension: »Klar ist es Liebe« von Sandy Hall

Klar ist es liebe_mittelZwei Verliebte, 14 Erzähler – eine außergewöhnliche romantische Komödie zum Mitverlieben und Mitleiden

Lea und Gabe wären das perfekte Paar. Das erkennen alle um sie herum: der beste Freund, die Mitbewohnerin, ja sogar der Busfahrer und die Starbucks-Bedienung. Sie haben denselben College-Kurs belegt, sie bestellen das gleiche Essen, die mögen dieselben Filme. Aber obwohl die Luft zwischen ihnen knistert und alle Vorzeichen stimmen, scheinen sie den richtigen Augenblick immer zu verpassen. Werden Lea und Gabe es schaffen, trotzdem zueinanderzufinden?

 (Cover-, Text- und Zitatrechte: Fischer Verlage)

»Klar ist es Liebe« habe ich in einer Leserunde auf Lovelybooks.de gewonnen. Danke hierfür an Lovelybooks, dass sich das Buch mit lesen durfte. Es war eine tolle Leserunde und ein romantisches, unterhaltsames Buch.

Hier findet ihr die Leserunde auf Lovelybooks.de →

Meine Meinung

Handlung

Gabe und Lea sind zwei Studenten, sie sind beide im Kurs kreatives Schreiben und finden sich praktisch von vornherein gegenseitig ziemlich gut. Ist es Liebe auf den ersten Blick? Zumindest auf den zweiten gibt es kein halten mehr für die beiden. Auch wenn sie es nicht schaffen mit einander zu reden, machen sie doch ihre Freunde verrückt, denn sie kommen aus dem Schwärmen nicht mehr raus. Das hier zwei verliebt sind, steht außer Frage. Nur bleibt abzuwarten, ob sie ihre Schüchternheit überwinden können und auch mal mit einander in Kontakt kommen.

Sam (Gabes Bruder) zu Gabe:

»Du wirst nie ein Mädchen rumkriegen, wenn du sie immer ignorierst.«
»Ich habe sie nicht ignoriert.«
»Ich glaube, sie redet mit dem Eichhörnchen.«
»Sie ist…speziell.«
(Seite 18)

Es folgt ein langes hin und her, viele eindeutige Blicke, Lächeln das warm ist und ihrer beiden Herzen höher schlagen lässt doch weiter bringen es die beiden erst mal nicht. Gabe ist sehr schüchtern, und auch Lea weiss nicht was sie zu ihm sagen soll, auch wenn sie sich ständig über den weg laufen. Gabe geht sogar soweit, dass Lea das Gefühl bekommt ignoriert zu werden, doch schnell wird klar, dass hinter Gabes Schüchternheit noch mehr steckt.

Die Geschichte war süß und unterhaltsam, unschuldig, zart und schön zu lesen, aber an manchen Stellen ein wenig viel hin und her obwohl gar nichts dramatisches passiert ist.

Casey (Kumpel von Gabe) zu Gabe:

»Dann erzähl mir mal von der Tussi.«
»Sie ist keine Tussi.«
»Okay, dann erzähl mir eben von der Schnitte, der geilen Sau, der Zuckerpuppe.«
»Du bist schrecklich, weißt du das?«
»Ich weiß.«
(Seite 26)

Der Stil

Ich will jetzt nicht sagen, dass der Stil, das beste am Buch ist, denn die Geschichte von Lea und Gabe ist wirklich süß. Nur eben ist sie relativ vorhersehbar und einfach gestrickt und ich denke wenn das Buch aus ihrer Sicht geschrieben würde, könnte man damit wahrscheinlich nicht so viele Seiten füllen ohne, dass es langweilig wird. Doch der Stil hat diesem Buch wirklich etwas gegeben. Und zwar wird die Geschichte nicht aus Leas oder Gabes Perspektive erzählt, sondern aus 14 Perspektiven rund um die beiden. Aus der Sicht ihrer Freunde, Gabes Bruder, Leas Mitbewohnerin, der Barista aus dem Starbucks Cafe, der Busfahrer und nicht zuletzt einer Parkbank und einem Eichhörnchen.

Das heißt man taucht gar nicht direkt in die Gefühlswelt der beiden ein sondern erlebt die Geschichte von außen. Aus Sicht der Leute die sie Tagtäglich umgeben. Dies fand ich an einigen Stellen schade, weil nun mal der Teil wie sie sich im tiefsten Inneren fühlen fehlt, aber insgesamt fand ich war der Stil das, was das Buch unterhaltsam gemacht hat. Weil man anstatt zwei, gleich 14 Perspektiven hat.

Charaktere

Aus den 14 Perspektiven hat mir am besten, die Dozentin des Kurses kreatives Schreiben gefallen. Sie heißt Inga und jedes Semester sucht sie sich zwei Studenten aus, die sie verkuppeln will. Wie wird es wohl sein? Genau dieses Jahr sind Gabe und Lea dran, und weil es nicht gleich klappt, ist sie mit Feuer bei der Sache. Ich fand es sehr unterhaltsam, weil sie einfach so herzallerliebst ist und nur das beste für die beiden möchte und ihr Spiel einfach verrückt ist. Und das beste: sie übertreibt ständig schamlos. Manchmal scheint es als beobachtet sie zwei scheue Tiere, die sich das erste mal über den Weg rennen und sich vorsichtig beschnuppern,

Inga über Lea und Gabe:

»Hast du alle Prüfungen hinter dir?«, fragte Lea. Ach du liebe Zeit, vielleicht fragt sie ihn tatsächlich gleich vor meinen Augen, ob er was mit ihr unternehmen will. Ich hatte noch nie zuvor das Glück, bei diesem Moment dabei zu sein. Ganz ruhig, Inga, sei still, verschreck sie nicht.
(Seite 121)

Fazit

Happy End! Wer hätte es gedacht…ich glaube damit verrate ich nicht zu viel.

Ein süßes und unterhaltsames Buch. Ich finde die Geschichte an sich ist jetzt nicht so außergewöhnlich und recht vorhersehbar, aber ich fand den Stil echt total locker flockig und die vielen Perspektiven waren eigentlich das, was das Buch besonders gemacht hat.

Ich denke, wenn das Buch aus Gabes und Leas Perspektive geschrieben wäre würde es wirklich öde sein, aber so hat man viele verschiedene Charaktere gehabt, die eigentlich alle sehr wohlwollend bei Gabes und Leas Liebesgeschichte mitgewirkt haben.

Mir hat besonders Inga, das Eichhörnchen und die Bank gefallen. Ich fand Inga einfach zuckersüß wie sie die beiden verkuppeln wollte und wie sie ständig übertreibt! Die Bank und das Eichhörnchen, waren witzige Perspektiven, die das Ganze auf gelockert haben.

Trotz dünner Geschichte fand ich das Buch insgesamt unterhaltsam. Mein Kritikpunkt: Ich fand es ein bisschen zu viel hin und her, bzw. es wurde ab und an zu viel darauf herumgeritten, dass Gabe nicht mit Lea spricht.

Buchdetails

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Verlag: Fischer Buchverlage (2015)
Klappebroschur: 272 Seiten
ISBN: 978-3-7373-5209-3
Preis: 14,99 €

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