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Rezension: »Up In Flames« von Abbi Glines

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Inhalt:

Wer liebt, wird verletzt. Immer. Das musste Nan schon früh auf schmerzhafte Weise lernen. Nach außen hin hat sie sich deshalb längst eine harte Schale zugelegt: Sie ist kalt und berechnend, sie provoziert, intrigiert und macht ihren Mitmenschen das Leben zur Hölle. Innerlich ist sie jedoch zerrissen, gebrochen, zutiefst unglücklich. Vor allem aber hat sie es sich verboten, jemals wieder Gefühle für einen anderen Menschen zuzulassen. Doch dann empfindet sie plötzlich trotzdem etwas – und zwar ausgerechnet für den Mann, bei dem sie es am wenigsten erwartet hat.

(Cover-, Text- und Zitatrecht: Piper Verlag)

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(Foto: ©Monica Tucker)

Die Autorin: Abbi Glines

Abigail Glines ist mit ihren zahlreichen »young adult« Romanen ziemlich erfolgreich auf dem internationalen Markt unterwegs. Heute lebt die Autorin (*1977) mit ihrer Familie in Fairhope Alabama. Zu ihren erfolgreichen Bücher-Serien gehört unter anderem die »Rosemary Beach«-Reihe und die »Rush Of Love«-Reihe. Ihre neuste Reihe wird unter dem Titel »Field Party« veröffentlicht.

Meine Meinung

»Up in Flames – Entbrannt« ist der 14. Teil der »Rosemary Beach«-Reihe. Ich hatte keine Schwierigkeiten mich in die Geschichte einzufinden, auch wenn es der erste Band der Reihe ist, den ich lese. (Allerdings ist es schon vorteilhaft die Reihenfolge zu beachten, weil man sich dann mehr in die Beziehungen zwischen den Nebencharakteren einfühlen kann.)

Handlung

In der Handlung beschreibt die Protagonistin Nan in einem Abschnitt, wie sie sich einen gemütlichen Serien-Abend macht und die Serie »Gossip Girl« anschaut. Diese Serie ist sehr passend, denn es geht um Skandale, um Gefühle, Manipulation und nicht zuletzt um Sex. So ist auch »Up in Flames« sehr dramatisch und Gefühlsgeladen.

Nan ist die Tochter eines Rockstars, sie wurde von Männern enttäuscht und ausgenutzt und hat sich geschworen, dass dies nie wieder passiert. Doch eigentlich ist sie auch nur ein Mensch, der sich nach Liebe und Nähe und Vetrauen sehnt. Sie ist sprunghaft und aufbrausend. Obwohl sie sich geschworen hat keine Gefühle mehr zuzulassen kommt ihr neuster Lover ihrem Herzen schon empfindlich nah. Doch als dieser sie versetzt flüchtet sie sich als Ablenkung nach Las Vegas und trifft dort prompt einen Mann der ihre Gefühlswelt auf ganz unerwartete Weise auf den Kopf stellt. Doch wie könnte es anders sein? Auch dieser Traumprinz entpuppt sich nicht als Schmetterling!

Gefühle, so bunt, so kreischend laut

Nans Gefühlswelt ist eine echte Achterbahn. Mal ist sie sauer mal enttäuscht mal verliebt und manchmal auf Wolke 7. Doch im laufe der Handlung entwickelt diese sich zu einem echten Drama! Was Nan mit den Männern alles wegstecken muss ist wirklich allerhand und ich finde Nan hinter ihrem Super-Sexy-Partygirl-Rockstar-Tochter Auftreten ziemlich süß und verletzlich.

Ein Punkt den ich noch erwähnen möchte ist der Barbie/Ken-Faktor in »Up in Flames«. Es scheint so, dass jeder einzelne Charakter aus der »Rosemary Beach«- Reihe ausnahmslos, hübsch, dünn, trainiert und super süß ist und Model-Potenzial besitzt. Alle Männer, wie Frauen, sind in diesem Buch anscheinen äußerlich perfekt. Trotzdem stopft Nan sich ab und an mit Fastfood und Naschereien voll, aber was solls? Sie trainiert ja jedes Gramm an den richtigen Platz! Solche über-perfekten Charaktere kommen ja häufiger in Büchern vor, zum Beispiel in serh vielen Vampir-Romanen. Es kann für den ein oder anderen ja eine schöne Vorstellung sein, dass es nur hübsche Menschen gibt, für mich machen gewisse Makel den Menschen oder Charakter allerdings außergewöhnlich.

Vergleich »Rosemary Beach« und »Field Party«

Das erste Buch, welches ich von Abbi Glines gelesen habe ist der erste Band der »Field Party«-Reihe: »Until Friday Night«. Einem unglaublich süßem, gefühlvollen Buch, beste Unterhaltung für einen sommerlichen Abend! »Up in Flames« war nun das zweite Buch, welches ich gelesen habe. Die »Field Party«-Reihe startet sehr gefühlsbetont, aber relativ unschuldig. »Up in Flames« hingegen ist mehr so ein romantisch-erotisches-Abenteuer. Neben vielen Gefühlen kommt der Leser was körperliche Abenteuer angeht nicht zu kurz! Mir persönlich hat »Until Friday Night« etwas besser gefallen.

Fazit

»Up in Flames« ist voller bunter, lauter Gefühle. Es ist abenteuerlich, erotisch mehr als angehaucht und entwickelt sich wahrlich dramatisch! Auf jeden Fall eine gute Unterhaltung für jeden der auf Frauen-TV-Serien und Bücher wie »Gossip-Girl« steht. Für mich persönlich war »Up in Flames« eine gute Unterhaltung für zwischendurch. Nicht zu viel Tiefgang aber auch nicht zu oberflächlich, so dass es sich locker flockig liest.

Links

Hier findest du eine Übersicht von Abbi Glines Romanen →

Und hier gibt es meine Rezension zu »Until Friday Night« →

Buchdetails

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Verlag: Piper Verlag (01.09.2016)
ISBN: 978-3-492-30920-2
Preis: TB 8,99€ , 288 Seiten

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© Blutrot | Jamies Bücherblog 2016

 

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Rezension: »Die Oberfläche des Glücks« von Claire Kells

Glück

Seit dem Absturz gibt es für Avery nur eine Zeit davor und eine Zeit danach. Davor war sie eine der erfolgreichsten Wettkampfschwimmerinnen an ihrer Uni. Sie war beliebt und hatte einen Freund, der alles für sie getan hätte. Ihr Leben war einfach.

Jetzt, danach, ist alles anders. Avery schwimmt nicht mehr. Sie verkriecht sich im Haus ihrer Eltern, versucht zu verarbeiten, was geschehen ist. Sie denkt nicht an Colin, der neben ihr im Flugzeug saß und mit ihr überlebte.

Avery und Colin sprechen nicht über das, was dazwischen geschehen ist. Als sie in der Wildnis gegen den Tod kämpften, wussten sie, was sie zu tun hatten. Doch nun ist ihnen klar, dass das Weiterleben nach dem Überleben manchmal die größere Herausforderung ist …

(Cover-, Text- und Zitatrecht: Lübbe Verlag)

Meine Meinung

Gedanken zum Buch

Jeder einzelne der keinen Flugzeugabsturz überlebt hat, wird sich wohl kaum in diese Situation wirklich einfühlen können oder dessen Nachwirkungen wirklich begreifen können. So geht es mir zumindest. Bei dem Gedanken an einen Flugzeugabsturz, bin ich erfüllt von Grauen, Angst, Panik, ich denke an Schmerzen, Leid, Trauer aber auch daran wie man als Überlebender wirklich weiterleben kann, wie ist das möglich? Kann man dankbar sein, dass man überlebt hat und glücklich, dass man zu seiner Familie und seinen Lieben zurück kehren kann oder ist man einfach nur traumatisiert, einfach erfüllt von den Ängsten und Schuld, weil die anderen es nicht geschafft haben? Erstickt man an Fragen ob man mehr hätte tun können?

Avery

Avery ist Studentin, Wettkampfschwimmerin, sie ist beliebt, ist mit einem lieben, gutaussehenden Jungen zusammen und genießt ihr Leben. Doch kann kommt der Absturz. Auf dem Weg von ihrer Uni nach Hause stürzt das Flugzeug in dem sie und viele andere sitzen in den Bergen ab. Neben ihr sitzt Collin, ein Freund und Schwimmer aus ihrer Mannschaft. Obwohl ihr fast das Herz stehenbleibt kann sie nichts anderes tun als abwarten und Collins Hand halten.

Ihre Geschichte wird in zwei Strängen erzählt. Im aktuellen Geschehen ist Avery zu ihren Eltern zurück gezogen, sie verkriecht sich und ist eigentlich ziemlich durcheinander was sie jetzt tun soll. Soll sie sich erholen oder doch lieber einfach all dem Trubel entkommen? Ihren wahren Gefühlen? Abwechselnd wird in Rückblenden die Tage nach dem Flugzeugabsturz erzählt. Beides aus Averys Sicht. Was sie, Collin und die drei Jungs nach dem Absturz gemacht haben, wie sie zu überleben versuchten.

»Ich lächle – wiederstrebend, unsicher, aber immerhin. Keine Tränen. Etwas in mir scheint wieder Halt zu finden, ich habe wieder festen Boden unter den Füßen.« (Seite 122)

Wasser, kalt und beängstigend vs. eine Zuflucht, ein Teil von Avery

Besonders das Wasser war eine zentrale Rolle in Averys Geschichte, als Schwimmerin hat sie sich seit ihrer Kindheit im Wasser zuhause gefühlt, doch durch den Absturz wurde Wasser zu ihrem Feind. Sie hat es als kalt, gefährlich und tödlich kennengelernt und es macht ihr eine Heidenangst wenn sie daran denkt das schwimmen wieder anzufangen.

Collin und die Jungs

Collin hingegen scheint sehr gefasst zu sein. Seine Gefühlswelt wird weniger klar als Averys, doch auch er hat seine Päckchen zu tragen. Was zwischen ihnen war und ist, ist sehr schleierhaft. Ist es die Verbundenheit gemeinsam überlebt zu haben, hat es sie für immer zusammen geschweißt oder trennt die gemeinsame Erinnerung die beiden vielmehr? Ihre Beziehung ist sehr tiefgründig, sehr facettenreich und ganz und gar nicht plump erzählt. Es ist keine Liebesgeschichte von zwei Überlebenden, die als übertrieben glückliches Paar aus der Krise hervorgehen, sondern vielmehr eine zarte, zerbrechliche Verbindung die sich entwickelt.

»Der Nebel hatte sich gelichtet. Danach träumte ich in grellem Rot und schlierigem Blau. Ich sah bleiche, erstarrte Gesichter, deren Münder sich lautlos bewegten, wie bei sterbenden Fischen. Ich sah […] einen See ohne Grund. Ich sah drei kleine Jungen, die tot in meinen Armen lagen. Und ich sah Collin wie er jemanden rettete.« (Seite 23)

Besonders süß fand ich persönlich wie Avery und Collin sich um die drei kleinen Jungs gekümmert haben, die mit ihnen den Absturz überlebt haben. Avery stand immer zwischen Überforderung und Überlebenswillen, Collin hingegeben hat allgegenwärtig eine Ruhe und Stärke ausgestrahlt, die man sich wirklich nur wünschen kann. Es war sehr schön, wie unterschiedlich die beiden Charaktere waren und doch so verbunden.

Entwicklung und Tempo

Zuerst dachte ich, dass das Buch schon ein sehr langsames Tempo anschlägt. Dass die Geschichte nicht in an Fahrt aufnimmt, dass ich mehr erfahren will, doch nach und nach hat sich die Geschichte so zart und liebevoll und zerbrechlich entwickelt, dass ich verstanden habe, dass es in genau dem richtigen, perfekten Tempo erzählt wurde. An diesem Buch passt wirklich alles zusammen und hat mich sehr bewegt.

»Als ich ihn lächeln sehe, schlägt mein Herz zum ersten Mal an diesem Nachmittag wieder normal.« (Seite 124)

Fazit

»Die Oberfläsche des Glücks« ist ein unfassbar gefühlvolles, tiefgründiges Buch. Es strotzt nicht vor Handlung, Action, und einem aufgeblasenen Überlebenskampf in den Bergen, sondern es handelt viel mehr auf der Gefühlsebene von Avery und Collin. Eine sehr bewegende Geschichte, die mir einige Tränen in die Augen getrieben hat! Eine Geschichte die zarter und einfühlsamer nicht hätte sein können. Dieses Buch ist für mich auf jeden Fall schon ein echter Höhepunkt dieses Jahr.

Buchdetails

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Verlag: Lübbe Verlag (01.07.2016)
ISBN: 978-3-86396-096-4
Preis: Paperback 14,99€ , 352 Seiten

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Rezension: »Hidden Bodies« von Caroline Kepnes

Hidden Bodies - Ich werde dich finden

Inhalt

Nachdem seine Beziehung mit Beck ein ziemlich abruptes Ende nahm, ist der Buchhändler Joe Goldberg fest entschlossen, seine Vergangenheit endgültig hinter sich zu lassen. An die Kollateralschäden, die seine Suche nach der wahre Liebe in den letzten Jahren gefordert hat (oder die Orte, an denen ihre Überreste vergraben liegen), möchte er von jetzt an lieber nicht mehr denken. Eigentlich ist Los Angeles die letzte Stadt, in der Joe jemals hätte leben wollen, doch für einen Neuanfang scheint sie die perfekte Wahl. Es gelingt ihm problemlos, sich bei den „Möchtegerns“ in Hollywood einzufügen und deren kalifornischen Lebensstil anzunehmen. Doch während die Menschen in L.A. auf nichts anderes als sich selbst fixiert sind, kann Joe nicht aufhören, über seine Schulter zu blicken. Das, was in der Vergangenheit geschehen ist, schwebt über allem, was er tut, und jedem Schritt, den er geht. Denn manche Leichen bleiben nicht für immer vergraben …

(Cover-, Text- und Zitatrecht: Egmont Ink / Lübbe Verlag)

Meine Meinung

»Hidden Bodies« ist der zweite Teil der »You« Reihe von Caroline Kepnes. Es ist die Fortsetzung von Joes skurriler Suche nach Liebe, nach Erfüllung, nach mehr.

Nachdem ich von »You. Du wirst mich lieben« wahnsinnig begeistert war, musste ich natürlich auch die Fortsetzung lesen. Der Einstieg in das Buch war etwas schwierig für mich. Es war weniger spritzig, weniger schwungvoll, als Band eins, doch nach den ersten Kapiteln haben sich meine anfänglichen Bedenken verflüchtigt und das Buch konnte an den genialen Stil vom ersten Band anknüpfen.

Handlung

Achtung: Der nächste Absatz könnte Spoiler enthalten

Nachdem Joes Beziehung zu Beck ein drastisches Ende gefunden hat, nachdem er dachte sie sei seine große Liebe, spaziert Amy in seinen Buchladen. Sie ist schamlos, offensichtlich eine Kreditkartenbetrügerin und interessiert sich augenscheinlich für Bücher. Joe ist direkt begeistert von dieser Frau und gibt ihr einen Job in seiner Buchhandlung. Auch, wenn er einige Dinge an ihr nicht mag, ist er sich sicher dieses mal die Richtige gefunden zu haben. Der sympathische Antiheld genießt sein Leben. Bis er merkt, das Amy ihn ganz schön hinters Licht geführt hat. Plötzlich steht er wieder alleine da, Amy ist weg und mit ihr einige wertvolle Bücher. Sein Stolz und seine Würde sind geknickt, sein Herz gebrochen. Doch Joe lässt sich nichts gefallen und folgt ihrer Spur ins sonnige L.A, wo seine Suche nach Liebe und Vergeltung erst seinen Anfang nimmt.

Charakter

Joe Goldberg ist ein Antiheld. Er ist skrupellos, er lügt, er schafft sich Menschen nach Belieben vom Hals, da ist er sehr pragmatisch. Und doch hat Caroline Kepnes einen Charakter geschaffen, der mich sehr für ihn eingenommen hat. Er ist klug, gerissen, in einigen Teilen seines Charakters sehr sympathisch. Oft habe ich Joe in Gedanken zugestimmt. Und dann ist Joe Goldberg wieder so fern jeder Realität, jeder sinnvollen Lösung eines Problems. Und hier definiere ich sinnvoll als sinnvoll nach dem gesunden Menschenverstand. Die Grenzen sind so verwischt, gerade ist er noch ganz normal und macht sich Gedanken über die hübsche Beschriftung der Gänge in seinem lieblings Supermarkt, im anderen Moment fesselt er einen Menschen ans Bett um ihn zu verhören. Das ist wirklich crazy. Die Grenze zu Joes persönlichem Wahnsinn, ist die Grenze seiner Kontrolle, solange er das Gefühl hat die Oberhand zu haben ist er gelassen, bemüht, anständig, doch wenn die Kontrolle in Gefahr ist, ist er innerlich auf Hochspannung und zum handeln gezwungen. Ein sehr facettenreicher, sehr spannender Charakter! Neben Joe ist das Buch noch voll von weiteren, ganz unterschiedlichen, ebenfalls sehr interessanten Charakteren, doch mein Gefühl war, dass sie allesamt Statisten in Joes Welt waren. Hier und da hat ein anderer Charakter seinen Auftritt doch letztlich steht Joe im absoluten Mittelpunkt.

Spannung & Stil

Zu Beginn des Buches war die Spannung eher nur unterschwellig vorhanden, doch dann hat sich das Blatt gewendet und der Roman hat sich wirklich spannend entwickelt. Besonders zwei Wendungen im Buch geben der Geschichte eine ganz neue, unerwartete Richtung. Ein gewisser Cliffhanger am Ende könnte auf einen dritten Band hinweisen, allerdings hat die Reihe mit zwei Büchern denke ich das Potenzial voll, aber perfekt, ausgeschöpft. Ein dritter Band könnte etwas sehr tolles neues oder aber viel Enttäuschung bieten.

Gedanken zum Buch

Neben einer starken Geschichte schafft die Autorin durch Joe eine wunderbare Kritik an unserer modernen Gesellschaft, an all der Überwachung durch Soziale Netzwerke, Smartphones, Überwachungskameras. Kritik am Machtgefüge von Stars und Sternchen, und solchen, die es gerne wären. Und insbesondere an der Wirkung eines Images von uns selbst. Schein und Sein schaffen zwei ganz unterschiedliche Welten und Joe versteht es beide Seiten gerissen zu nutzen.

Fazit

»Hidden Bodies« ist nach »You« in meinen Augen wieder ein richtiger Erfolg. Das Buch hat mit Joe einen wahnsinnig interessanten Protagonisten. Die Geschichte ist nicht abgedroschen, sondern spannend, frisch und aktuell. Kepnes Stil, ihre Art wie sie Joes innere Monologe erzählt, wie sie in seinen Gedanken und seinem Handeln so viel Kritik einbaut, ist einfach genial. Mir hat das Buch bis auf den etwas langsamen Einstieg sehr gut gefallen.

Vielen Dank an den Egmont Verlag für das Rezensionsexemplar!

 

Buchdetails

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Verlag: Egmont Ink, jetzt Lübbe Lyx (01.06.2016)
ISBN: 9783863960940
Preis: 14,99€ , 544 Seiten

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Rezension: »So bin ich nicht« von Anneliese Mackintosh

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Inhalt:

Wie weit muss man gehen, um neu beginnen zu können?
Greta will nur Liebe, Glück, Mittag essen mit Margaret Atwood und endlich einen echten Orgasmus. Aber vor allem möchte sie ihren Vater zurück, mit dem Trinken aufhören und einmal mit der gutaussehenden Frau mithalten, die immer neben ihr auf dem Laufband läuft und T-Shirts trägt mit Schriftzügen wie »Gut ist das Gegenteil von Großartig«. Sie wünscht sich ein normales Verhältnis zu ihrer Mutter und dass ihre Schwester aufhört zu versuchen, sich umzubringen. Sie würde am liebsten nie mehr Kleidung tragen, nie wieder Fleisch essen oder Milch trinken und für radikale politische Ideen kämpfen. Sie würde gern mehr sie selbst sein. Sie würde gern weniger wollen. Denn immer wenn sie etwas erreicht, wird ihr etwas anderes genommen.

(Cover-, Text- und Zitatrecht: Aufbau Verlag)

Meine Meinung

Als ich die letzte Seite gelesen habe, das Buch zugeklappt und weggelegt habe, war ich wirklich ziemlich ratlos. Was sollte ich nun über dieses Buch denken? Wie sollte ich meine Meinung formulieren, wenn sie so diffus in meinem Kopf erscheint? Dieses Buch ist bei Leibe kein stinknormales Buch, welches sich in meinen Augen, mit einer klaren Aussage bewerten lässt. Ich kann nicht sagen, dass mir das Buch super gut gefallen hat und es einfach locker leicht zu lesen war. Genauso wenig kann ich sagen, es hat mir nicht gefallen, weil es mir zu exotisch oder zu ernst gewesen wäre.

Dieses Buch ist wahnsinnig vielschichtig und ich möchte gleich zu Beginn sagen, dass man es einfach selber lesen muss um sich sein eigenes Bild zu machen. “So bin ich nicht” erzählt Gretas Leben in vielen mehr oder weniger kurzen Kapiteln, die jeweils einen Ausschnitt, einen Moment in ihrem Leben erzählen. Hinter ganz einfachen undramatischen und untheatralischen Wörtern verbirgt sich eine Geschichte die an Drama schwer zu toppen ist. Der Stil passt sich dem Inhalt an und unterstreicht ihn. Ab und zu war mir der Stil zu abgehackt, weil es teilweise viele Aneinanderreihungen gab, dennoch passt der Stil zum Geschehen und zur Stimmung.

Alles was ich erwartet habe von diesem Buch, wurde revidiert. Die Geschichte war wesentlich ernster und viel, viel fülliger als ich gedacht hätte.

Gretas Leben beginnt behütet, doch sie muss entdecken, dass das Leben kein Zuckerschlecken ist. Das Buch ist auf jeden Fall keine leichte Kost und doch hat es etwas, den wahren Kern, der einen berührt.

Ein Zitat auf Seite 5, welches dem Buch vorangestellt ist, gab mir zu denken und unterstreicht seinen ehrlichen Kern:

  1. 68 % sind wirklich passiert.
  2. 32 % sind es nicht.
  3. Ich werde es nie verraten.

Zuweilen habe ich mich gefragt welche Passage wohl wirklich geschehen ist und welche frei erfunden, denn jedes einzelne Kapitel wirkt so authentisch und ehrlich.

Fazit

“So bin ich nicht” ist so voller Trauer und voller Verzweiflung und doch scheint Greta unermüdlich zu kämpfen. Dieses Debüt ist sicher kein 08/15 Roman, kein Buch, welches sich so eben weglesen lässt, sondern eines das sehr berührt und sehr zum Nachdenken anregt: über sich selbst, über Entscheidungen und das Schicksal. Ich bin sehr im Zwispalt wie ich es bewerten soll. Egal ob man es mag oder nicht, so scheint es mir doch ein sehr tiefschürfendes Buch zu sein, etwas besonderes! Mich hat es sehr ernüchtert zurück gelassen.

Buchdetails

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Verlag: Aufbau Verlag (18.04.2016)
ISBN: 978-3-351-03628-7  
Preis: 19,95€ (HC), 256 Seiten

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