Archive of ‘Roman’ category

Rezension: »Hool« von Philipp Winkler

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Inhalt

Jeder Mensch hat zwei Familien. Die, in die er hineingeboren wird, und die, für die er sich entscheidet. HOOL ist die Geschichte von Heiko Kolbe und seinen Blutsbrüdern, den Hooligans. Philipp Winkler erzählt vom großen Herzen eines harten Jungen, von einem, der sich durchboxt, um das zu schützen, was ihm heilig ist: Seine Jungs, die besten Jahre, ihr Vermächtnis.

(Cover-, Text- und Zitatrecht: Aufbau Verlag )

Meine Meinung

»Hool« finde ich enorm schwer einzuordnen. Ich habe nun sicher schon eine Weile über dem Buch gebrühtet und mich gefragt wie ich in Worte fassen soll, was ich zu diesem Buch denke. »Hool« fühlt sich nicht an wie eine fiktive Geschichte, sondern viel eher wie die Biografie eines jungen Mannes. Es ist sehr eingängig, sehr authentisch geschrieben.

»Manche Dinge beidhändig zu tun, ist viel respektvoller, als mit nur einer Hand. Jemandem die Hand geben, zum Beispiel.« Seite ca 1/5 tel

Heiko, Mitte 20, Hooligan

Heiko ist der Protagonist dieses Debütromans. Er ist Anfang / Mitte Zwanzig und sein Leben ist ein ganz schöner Scherbenlauf. Seine Mutter hat die Familie, ihn und seine Schwester, verlassen, sein Vater säuft. Doch Heiko ist kein Kind von Traurigkeit, er badet weder in Selbstmitleid, noch ist er melancholisch, nein Heiko hat sich selbst eine neue Familie gesucht, seine Freunde und die Gemeinschaft der Hooligans. Die Leidenschaft für den Fußball scheint vorgeschoben, denn worum es eigentlich zu gehen scheint ist den aufgestauten Frust wett zu machen, sich in der Gruppe stark und unbesiegbar zu machen. Auch der Hass auf die Braunschweiger scheint mehr Ersatz zu sein. Der erste Satz des Klappentexts lautet: „Jeder Mensch hat zwei Familien. Die, in die er hineingeboren wird, und die, für die er sich entscheidet“.

Der Autor Philipp Winkler Foto: © Kat Kaufmann

Philipp Winkler, Foto: © Kat Kaufmann

Die Welt, die Heiko sich aufgebaut hat, scheint auf wackeligen Beinen zu stehen, ein Übergangsmodell, das er zu lange aufrecht zu erhalten versucht. Als sein bester Freund Kai heftigst zusammen geschlagen wird und halb blind im Krankenhaus wieder aufwacht, zieht Kai den Schlussstrich. Er steigt aus, es reicht ihm. Doch für Heiko bedeutet das, dass seine Welt plötzlich nicht mehr funktioniert.

Das ist Kais ganz eigene Magie, auch wenn das Wort Magie irgendwie total gay klingt, passt aber voll. Der Typ ist ein Charismabolzen. Durch und durch. Ein arroganter Laberkopf, klar, aber halt einer mit ’nem Arsch voll Ausstrahlung.

Zwischen Hundekämfen und selbst einer gewählter Familie

Die Wohnsituation in der Heiko sich befindet ist noch mal ganz speziell. Heiko ist wegen seinem Vater von Zuhause raus, jetzt wohnt er bei einem ziemlich durchgeknallten Typ, der sein Geld mit allen möglichen illegalen Aktivitäten verdient, nicht zu letzt Tierkämpfen. An dieser Stelle ist mir kurz der Kragen geplatzt, weil Heiko einfach wegschaut wenn der seltsame Typ Tiere misshandelt. Aber gut einfach ist eben nicht immer einfach. Für Heiko ist es ein Unterschlupf und Loyalität und Zusammenhalt schreibt er groß. Heikos Geschichte ist ziemlich aufwühlend. Als Außenstehende habe ich einen Eindruck in diese Welt zwischen Hass, Wut, Loyalität, Zusammenhalt und Ersatzfamilie, der Hooligans bekommen. Wer weiß wie realistisch, aber zumindest kommt es mehr als authentisch rüber. Insbesondere die Sprache die Philipp Winkler seiner Geschichte gibt, verleiht ihr so viel Leben.

Ich kann hier mal die Hannoversche Allgemeine Zeitung zitieren, die den Stil und die Sprache dieses Buches so trifft, wie ich es auch empfunden habe: »Das ist eine poetische Sprache. Sie ist roh und zerklüftet, voller Schmutz und Scherben und Rost.«

Fazit

»Hool« wurde im Vorfeld sicherlich ziemlich hoch gehandelt und gehyped. Nun wo ich es selber gelesen habe bin auch ich sehr überzeugt. Ich kann es gar nicht so genau in Worte fassen. »Hool« ist so ein Buch, dass einen einfach durch seine einfache, authentische Geschichte in seinen Bann schlägt. Ich habe die letzten Tage ganz viel über dieses Buch nachgedacht und kann es nur weiter empfehlen.

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Buchdetails / Reiheninfo

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Verlag: Aufbau Verlag (19. September 2016)
ISBN: 978-3-351-03645-4
Preis: PB 19,95 € , 310 Seiten

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© Blutrot | Jamies Bücherblog 2017

 

 

Rezension: »Begin Again« von Mona Kasten

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Inhalt:
Er stellt die Regeln auf –
sie bricht jede einzelne davon.
Noch einmal ganz von vorne beginnen – das ist Allie Harpers sehnlichster Wunsch, als sie für ihr Studium nach Woodshill zieht. Dass sie ausgerechnet in einer WG mit einem überheblichen Bad Boy landet, passt ihr daher gar nicht in den Plan. Kaden White ist zwar unfassbar attraktiv – mit seinen Tattoos und seiner unverschämten Art aber so ziemlich der Letzte, mit dem Allie sich eine Wohnung teilen möchte. Zumal er als allererstes eine Liste von Regeln aufstellt. Die wichtigste: Wir fangen niemals etwas miteinander an! Doch Allie merkt schnell, dass sich hinter Kadens Fassade viel mehr verbirgt als zunächst angenommen. Und je besser sie ihn kennenlernt, desto unmöglicher wird es ihr, das heftige Prickeln zwischen ihnen zu ignorieren … (Quelle: LYX | INK (Lübbe) Verlag →)

(Cover-, Text- und Zitatrecht: LYX | INK (Lübbe) Verlag )

Die Autorin: Mona Kasten

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© Mona Kasten

Mona Kasten ist wirklich eine junge Autorin, die schon einiges herausgebracht hat. Geboren ist sie 1992 und hat mit grade 24 Jahren schon fünf gar nicht wenig erfolgreiche Bücher herausgebracht: Die »Schattentraum« Trilogie und nun ihre neue Reihe »Again«, deren zweiter Band im Januar 2017 erscheinen wird.

Meine Meinung

»Begin Again« hat absolut Potenzial um für mich ein Highlight 2016 zu werden.

»Begin Again« dreht sich um die Studentin Allie Harper, die von Zuhause fort ist um endlich den Fängen ihrer Mutter zu entkommen. Als sie in Woodshill eintrifft ist sie frustriert und ein wenig verzweifelt, aber auch voller Tatendrang und Vorfreude endlich ihr eigenes Leben zu leben, fernab der Regeln und Scheinwelt ihrer Mutter und Familie. Doch der erste Dämpfer lässt nicht lange auf sich warten, denn die Wohnungssuche läuft denkbar schlecht und am Ende landet sie mit einem ziemlich unfreundlichen, wenn auch ziemlich attraktiven Badboy in einer WG. Wenn man diese Zusammenfassung liest, kann man sich schon denken, dass es eine dieser typischen New Adult Geschichten wird, die sich aus einem Badboy (der eigentlich keiner ist!) und einem zerbrechlichen Mädel (das eigentlich echt stark und wunderschön ist!) zusammensetzt. Und das ist dann auch so. Es ist eine etwas klischeehafte Geschichte, die dennoch mit vielen Highlights aufwartet. Zum einen haben die stereotypen Charaktere, dann doch noch außergewöhnliche Seiten an sich und zum anderen ist die Geschichte schlichtweg so gefühlvoll, emotional und großartig, dass ich persönlich die etwas abgegriffene Handlung / Charaktere nicht störend fand, und ganz im Gegenteil: Allie und Kaden haben mein Herz erobert!

»White. Ich starrte auf das Klingelschild. Den Kopf zur Seite geneigt hob ich meinen Finger, hielt dann aber inner und zog ihn in letzter Sekunde wieder zurück. Ich presste die Lippen fest aufeinander und ballte die Hand zur Faust, während ich die Ereignisse der Vergangen Tage in Gedanken noch einmal an mir vorbeirasen ließ.« (Seite 9, Kapitel 1)

Der Badboy dieser Geschichte nennt sich Kaden White. Er ist groß, muskulös, ziemlich ruppig und unhöflich, tätowiert, gutaussehend und gemein, doch eigentlich ist er auch ein ziemlich guter Freund, er wandert gerne und genießt es in der Natur zu sein, und natürlich haben seine Päckchen ihn zu dem gemacht, der er ist. Er ist wirklich der Inbegriff des Roman-Badboy aber ich fand ihn so super sympathisch und facettenreich gestaltet, dass er dennoch ein Charakter ist, von dem man mehr erfahren möchte! Besonders das Wandern fand ich sehr liebenswert. Mich erinnert Kaden ganz schön an »Travis«, den Badboy aus Jamie McGuires Roman »Beautiful Disaster«. Und dies meine ich mehr als positiv. »Beautiful Disaster« ist eins dieser Bücher die dramatischer, aber auch liebevoller nicht sein könnten und »Begin Again« hat dies mit »Beautiful Disaster« gemein.

»Er ließ seinen Blick ein zweites Mal übe rmeinen gesamten Körper wandern, dann verdunkelten sich seine Züge, und er schüttelte langsam den Kopf.« (Seite 15, Kapitel 1, Kadens Reaktion, als Allie sich für das WG Zimmer vorstellt.)

Es gab einen Charakter, den ich abseits der Protagonisten richtig genial fand: Dawn, Allies Mitstudentin und bald schon beste Freundin. Mona Kasten hat sie so süß und quirlig gestaltet und ihr so viel Leben eingehaucht. Ich bin total gespannt auf »Trust Again«, denn der zweite Band wird Dawns Geschichte erzählen.

Fazit

»Begin Again« ist für mich definitiv ein Herzbuch! So Gefühlvoll! Ich musste lachen und paar Tränen verscheuchen beim Lesen. Es berührt, geht unter die Haut und macht kribbelig. Die Handlung und die Charaktere haben einiges an sich, dass relativ klischeehaft daher kommt (der Badboy und das zerbrechliche Mädel), aber dann gibt es auch Facetten der Charaktere, die weit über diese Klischees herausragen. Momente in der Geschichte, die diese hervorheben. Ein sehr sehr gelungenes wunderbares Buch von einer jungen Autorin. Es wird definitiv nicht das letzte gewesen sein.

Beim Lübbe Verlag möchte ich mich herzlich für das Rezensionsexemplar bedanken!

Buchdetails / Reiheninfo


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Band 1: »Begin Again«

Verlag: LYX | Ink (Lübbe) Verlag (14. Oktober 2016)
ISBN: 978-3-7363-0247-1
Preis: PB 12,-€ , 484 Seiten

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Band 2: »Trust Again«

Verlag:  LYX | Ink (Lübbe) Verlag (13. Januar 2017)
ISBN: 978-3-7363-0249-5
Preis: PB 12,-€ , 416 Seiten

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© Blutrot | Jamies Bücherblog 2016

 

Rezension: »Noah will nach Hause«

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Inhalt

Die alleinerziehende Janie ist ratlos. Ihr vierjähriger Sohn Noah hat Albträume und erzählt von grausigen Dingen. Immer wieder jammert er, dass er zu seiner Mama will. Aber ist er das nicht? Nachdem die verzweifelte Mutter verschiedene Ärzte konsultiert hat, stößt sie beim Stöbern im Internet auf die Seite von Jerome Anderson, einem Psychologieprofessor, der das Phänomen der Wiedergeburt erforscht. In ihrer Not nimmt sie Kontakt zu ihm auf. Kann er Noah helfen? Und so machen sie sich mit nur wenigen Anhaltspunkten detektivisch auf die Suche nach dem Ort, dem Haus, der Familie, der Mutter, nach der Noah sich so sehr sehnt – und werden fündig. (Quelle: Ullstein Verlag →)

(Cover-, Text- und Zitatrecht: Ullstein Verlag)

Meine Meinung

Janie ist verzweifelt, sie ist Single und wünscht sich nichts mehr als endlich einen Mann kennen zu lernen und ein Kind zu bekommen. Als sie, nach einer flüchtigen Urlaubsbekanntschaft, schließlich Noah bekommt verzaubert der kleine Junge ihre Welt. Ihre Liebe zu ihm und ihre besondere Beziehung sind wunderbar liebevoll erzählt. Nach und nach jedoch zeigt Noah seltsame Verhaltensweisen. Er hat Alpträume, spricht über Dinge die er gar nicht kennen sollte und am haarsträubendsten: Er verlang immer wieder, Janie gegenüber,  nach seiner Mutter. Doch Janie ist doch bei ihm? Was geht vor in Noah? Eine sehr bedrückende Situation.

Janie hat ein wahnsinnig schlechtes Gefühl und Angst um Noah, also klappert sie einen ganzen Haufen Ärzte ab um festzustellen ob mit Noah etwas nicht stimmt. Doch niemand kann ihr eine Antwort geben, warum Noah sich so seltsam verhält. Bis sie Jerome Anderson trifft. Er ist Psychologieprofessor und hat sich einem ganz speziellen Thema gewidmet: Reinkarnation.

Esoterik vs. Wissenschaft

Reinkarnation ist ein sehr kontroverses Thema. Insbesondere greift Guskin das Thema der empirischen Reinkarnations-Forschung auf, wie sie Ian Stevenson ab den 1960er Jahren betrieben hat. Doch schlussendlich handelt es sich um Pseudowissenschaft und für Reinkarnation gibt es keine belegbaren Beweise. Nichtsdestotrotz ist dieses Thema in vielen Kulturen fest verankert. Reinkarnation geht immer mit Tod und Trauer einher. Wenn ein geliebter Mensch stirbt kann die Vorstellung, dass er wiedergeboren wird möglicherweise tröstlich sein.

Sharon Guskin hat dieses Thema sehr sensibel und gefühlvoll aufgegriffen. Reinkarnation ist etwas, das für mich in den Bereich der Legenden und Mythen fällt, und auch die Protagonistin Janie war davon überzeugt, dass Reinkarnation ein Spukthema ist. Doch um ihres Sohns wegen öffnet sie sich dieser Möglichkeit. Es ist kein völlig abgedrehtes esoterisches Buch, das missionarisch Reinkarnation als Wahrheit verkauft, sondern es erzählt eine Geschichte über Liebe und Trauer und die wundervolle liebevolle Verbindung zwischen einer Mutter und ihrem Sohn.

Professor Anderson selbst ist schwer krank, er lebt für seine Forschung, sei sie noch so kontrovers. Doch dann bekommt er eine schwere Diagnose und ist bald kaum noch in der Lage sein Buch zu beenden. Auch seine Geschichte ist sehr bewegend. Möchte er am Anfang noch mit allen Mitteln an seiner Forschung arbeiten, so ändert Noahs Fall, am Ende seines Lebens, noch einmal seine ganze Denkweise.

Fazit

Sharon Guskin greift in »Noah will nach Hause« ein sehr kontroverses, spirituelles Thema auf, die Reinkarnation, aber anstatt ein esoterisches Debakel zu veranstalten, strickt sie eine unglaublich liebevolle, nachdenkliche Geschichte, mit wenigen, aber sehr starken, Charakteren. Ich habe wenig erwartet von diesem Buch, eine nette Erzählung, aber bekommen habe ich eine unglaublich tiefsinnige, spannende und berührende Geschichte. Ein wahnsinnig gelungener Debütroman!

Buchdetails

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Verlag: Ullstein Verlag (22. September 2016)
ISBN: 9783793423065
Preis: 18,00€ , 432 Seiten

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© Blutrot | Jamies Bücherblog 2016

 

 

Rezension: »Zwietracht – Mörderische Freundschaft« von Tanja Hanika

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Eine Schriftstellerin ohne Ideen.

Eine verschlossene Tür ohne Schlüssel.

Eine beste Freundin ohne Gnade.

Lina verbringt ein paar Urlaubstage in einer Hütte im Wald, um ihre Schreibblockade zu überwinden. Dort gibt es allerdings eine Tür, die sich weigert, das preiszugeben, was sie verbirgt. Linas beste Freundin Millie begleitet sie in den Schreiburlaub, doch gerade sie ist es, die Lina mit ihrem seltsamen und bedrohlichen Verhalten vollends aus der Bahn wirft. Was hat Lina allein mit ihrer besten Freundin im Wald zu befürchten? (Quelle: Homepage Tanja Hanika →)

(Cover-, Text- und Zitatrecht: Tanja Hanika)

Inhalt

»Zwietracht – Mörderische Freundschaft« spielt in einer kleinen abgelegenen Hütte im Wald. Zwei Freundinnen wollen ein paar Tage raus aus ihrem Alltag und gemeinsam Urlaub machen. Sie buchen die Hütte und sind voller Vorfreude auf die kommenden Tage. Lina ist Autorin, aber schwer gequält von einer Schreibblockade, welche sie hofft in der „Wildnis“ überwinden zu können. Millie ist – bislang – Hobbyfotografin und nutzt den Urlaub um jede Menge toller Motive vor die Linse zu bekommen.

Die kleine Hütte im Wald ist rustikal, dunkel und im Inneren gibt es eine verschlossene Tür, die Millie und insbesondere Lina ganz kribbelig macht. Doch beide sind erst mal nicht übermäßig besorgt und widmen sich sogleich ihren jeweiligen Tätigkeiten.

Nach und nach verändert sich die Stimmung zwischen den beiden Freundinnen und Anspannung und Misstrauen macht sich breit. Die unheimliche Atmosphäre in der kleinen Hütte im Nirgendwo beflügelt Linas Fantasie, macht sie aber auch ganz schön nervös.

Die Autorin: Tanja Hanika

Foto: © Dieter Pfingstmann

Foto: © Dieter Pfingstmann

Geboren wurde Tanja Hanika 1988 in Speyer. Sie wuchs im Großdorf Haßloch auf, bevor sie ab 2008 Germanistik und Philosophie an der Universität Trier studierte. Seit ihrer Kindheit begeistert sie sich nicht nur für das Lesen, sondern auch für das Schreiben. Ein besonderes Buch, in ihrer Kindheit, war die Kinderversion von Bram Stokers “Dracula”.

Angefangen mit Kurzgeschichten, widmet sich Tanja Hanika heute dem Schreiben von Büchern, wobei das Genre “Horror” ihre Stärke und ihre Vorliebe ist. Ihre Bücher sind als E-Books und Taschenbücher erhältlich.

Alle Bücher und noch mehr Infos über Tanja Hanika findet ihr hier auf ihrer Homepage →

Meine Meinung

Letztes Jahr habe ich bereits »Redthorne Castle« von der Autorin Tanja Hanika gelesen und war sehr begeistert. Als Tanja Hanika anbot mir ein Rezensionsexemplar von ihrem neuen Horrorroman zu schicken war ich sofort begeistert, denn »Redthorne Castle« hatte mir wahnsinnig gut gefallen. An dieser Stelle also ein dickes Danke an Tanja Hanika! ♥

Simple Motive – abgedroschen oder wirkungsvoll?

Mein erster Gedanke, als ich so langsam in das Buch hinein gefunden hatte war, dass »Zwietracht« mit sehr vielen relativ simplen Motiven spielt. Da wäre die Angst vor der Dunkelheit und Abgeschiedenheit, die einsame Hütte im Wald, die Angst war hinter der verschlossenen Tür lauern könnte, seltsame Geräusche in der Nacht.

Dies alles sind keine völlig neuen Motive, sondern sie wurden allesamt in unzähligen Varianten wieder und wieder verwendet und verarbeitet. Jetzt stellt sich die Frage, sind diese Motive einfach nur abgedroschen? Oder ist »Zwietracht« vielleicht doch ein spannender Roman, der diese Motive neu belebt?

Ich habe mich für Letzteres entschieden. Ich fand grade diese relativ schlichten Motive sehr wirkungsvoll. Tanja Hanika versteht es, mit einem simplen Setting, einen super schaurigen Roman zu erschaffen, dessen Atmosphäre einem unter die Haut geht! Das Buch ist kein Äquivalent zum Splatter-Movie in dem stumpf eine Horde Jugendlicher in einer Hütte im Wald abgemurkst wird, sondern ein Horrorroman der spannender und eindringlicher nicht hätte sein können.

Perspektiven

Das Buch ist in drei Teile aufgeteilt, die jeweils circa ein Drittel des Buches umspannen. Der erste Teil ist aus Linas Perspektive erzählt, wie sie die ersten Tage ihres Urlaubs erlebt. Der zweite Teil beschreibt Millies Sicht der Dinge, wie sie die gleichen ersten Tage erlebt und schließlich folgt ein Teil, der abwechselnd aus beiden Perspektiven erzählt ist und den Zeitraum nach diesen ersten Tagen erzählt.

Als Lina und Millie an ihrem Urlaubsziel ankommen sind sie unzertrennliche beste Freundinnen, schon seit Ewigkeiten. Direkt am ersten Abend schafft Lina es ihre Schreibblockade abzulegen und fängt ihren neuen Roman an. Als sie Millie später stolz ihr Ergebnis präsentiert, kommen die ersten Spannungen auf. Millie reagiert völlig unverschämt auf die ersten Seiten des neuen Romans. Sie fragt Lina sogar ob dies ein schlechter Scherz sei. Lina ist gekränkt und für sie ist klar ihre beste Freundin kann ihr ihren Erfolg einfach nicht gönnen. Sie ist neidisch. In den nächsten Tagen entdeckt Lina immer mehr Anzeichen dafür, dass Millie etwas ausheckt, und es keimt sogar die Angst auf, dass Millie ihr etwas antun könnte. Zugleich geht eine unheimliche Anziehungskraft von der verschlossenen Tür aus. Wird das Geheimnis hinter dieser Tür die beiden Freundinnen trennen?

Die Situation steigert sich und steigert sich und wird extrem spannend. Als dann der Perspektivenwechsel kam, war ich erst etwas enttäuscht weil genau die gleiche Geschichte quasi noch einmal erzählt wurde. Doch nach wenigen Seiten wurde es einfach genial. Es gibt in einem Roman, oder auch der Wirklichkeit, immer einen gewissen Pool an Fakten, was darüber hinaus passiert, oder wie die Fakten interpretiert werden liegt beim Betrachter. So kann eine Situation von zwei Charakteren völlig verschieden wahrgenommen werden und mit diesem Prinzip wurde sehr geistreich gespielt in diesem Roman. Ich war wahnsinnig gespannt und schließlich überrascht wie das Buch ausgeht!

Fazit

»Zwietracht – Mörderische Freundschaft« ist ein sehr gelungener Horrorroman, der mit einem einfachen Setting eine unglaublich spannende und schaurige Atmosphäre herauf beschwört. Die Geschichte der beiden Freundinnen geht unter die Haut und der super flüssige Stil der Autorin macht das Buch zu einer fesselnden Unterhaltung. Ich hätte das Buch in einem Rutsch gelesen, wenn mein Körper nicht blöderweise nach Schlaf gegiert hätte!

Buchdetails

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Verlag: Self-Publishing über Amazon (8. September 2016)
ISBN: 978-1537237626
Preis: TB 11,99€ , 188 Seiten

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© Blutrot | Jamies Bücherblog 2016

 

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