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Rezension: »Noah will nach Hause«

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Inhalt

Die alleinerziehende Janie ist ratlos. Ihr vierjähriger Sohn Noah hat Albträume und erzählt von grausigen Dingen. Immer wieder jammert er, dass er zu seiner Mama will. Aber ist er das nicht? Nachdem die verzweifelte Mutter verschiedene Ärzte konsultiert hat, stößt sie beim Stöbern im Internet auf die Seite von Jerome Anderson, einem Psychologieprofessor, der das Phänomen der Wiedergeburt erforscht. In ihrer Not nimmt sie Kontakt zu ihm auf. Kann er Noah helfen? Und so machen sie sich mit nur wenigen Anhaltspunkten detektivisch auf die Suche nach dem Ort, dem Haus, der Familie, der Mutter, nach der Noah sich so sehr sehnt – und werden fündig. (Quelle: Ullstein Verlag →)

(Cover-, Text- und Zitatrecht: Ullstein Verlag)

Meine Meinung

Janie ist verzweifelt, sie ist Single und wünscht sich nichts mehr als endlich einen Mann kennen zu lernen und ein Kind zu bekommen. Als sie, nach einer flüchtigen Urlaubsbekanntschaft, schließlich Noah bekommt verzaubert der kleine Junge ihre Welt. Ihre Liebe zu ihm und ihre besondere Beziehung sind wunderbar liebevoll erzählt. Nach und nach jedoch zeigt Noah seltsame Verhaltensweisen. Er hat Alpträume, spricht über Dinge die er gar nicht kennen sollte und am haarsträubendsten: Er verlang immer wieder, Janie gegenüber,  nach seiner Mutter. Doch Janie ist doch bei ihm? Was geht vor in Noah? Eine sehr bedrückende Situation.

Janie hat ein wahnsinnig schlechtes Gefühl und Angst um Noah, also klappert sie einen ganzen Haufen Ärzte ab um festzustellen ob mit Noah etwas nicht stimmt. Doch niemand kann ihr eine Antwort geben, warum Noah sich so seltsam verhält. Bis sie Jerome Anderson trifft. Er ist Psychologieprofessor und hat sich einem ganz speziellen Thema gewidmet: Reinkarnation.

Esoterik vs. Wissenschaft

Reinkarnation ist ein sehr kontroverses Thema. Insbesondere greift Guskin das Thema der empirischen Reinkarnations-Forschung auf, wie sie Ian Stevenson ab den 1960er Jahren betrieben hat. Doch schlussendlich handelt es sich um Pseudowissenschaft und für Reinkarnation gibt es keine belegbaren Beweise. Nichtsdestotrotz ist dieses Thema in vielen Kulturen fest verankert. Reinkarnation geht immer mit Tod und Trauer einher. Wenn ein geliebter Mensch stirbt kann die Vorstellung, dass er wiedergeboren wird möglicherweise tröstlich sein.

Sharon Guskin hat dieses Thema sehr sensibel und gefühlvoll aufgegriffen. Reinkarnation ist etwas, das für mich in den Bereich der Legenden und Mythen fällt, und auch die Protagonistin Janie war davon überzeugt, dass Reinkarnation ein Spukthema ist. Doch um ihres Sohns wegen öffnet sie sich dieser Möglichkeit. Es ist kein völlig abgedrehtes esoterisches Buch, das missionarisch Reinkarnation als Wahrheit verkauft, sondern es erzählt eine Geschichte über Liebe und Trauer und die wundervolle liebevolle Verbindung zwischen einer Mutter und ihrem Sohn.

Professor Anderson selbst ist schwer krank, er lebt für seine Forschung, sei sie noch so kontrovers. Doch dann bekommt er eine schwere Diagnose und ist bald kaum noch in der Lage sein Buch zu beenden. Auch seine Geschichte ist sehr bewegend. Möchte er am Anfang noch mit allen Mitteln an seiner Forschung arbeiten, so ändert Noahs Fall, am Ende seines Lebens, noch einmal seine ganze Denkweise.

Fazit

Sharon Guskin greift in »Noah will nach Hause« ein sehr kontroverses, spirituelles Thema auf, die Reinkarnation, aber anstatt ein esoterisches Debakel zu veranstalten, strickt sie eine unglaublich liebevolle, nachdenkliche Geschichte, mit wenigen, aber sehr starken, Charakteren. Ich habe wenig erwartet von diesem Buch, eine nette Erzählung, aber bekommen habe ich eine unglaublich tiefsinnige, spannende und berührende Geschichte. Ein wahnsinnig gelungener Debütroman!

Buchdetails

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Verlag: Ullstein Verlag (22. September 2016)
ISBN: 9783793423065
Preis: 18,00€ , 432 Seiten

Homepage →

 

 

 

 

© Blutrot | Jamies Bücherblog 2016

 

 

Rezension: »Die S.E.A. Expedition« von Nikolaus Hansen und Tina Uebel

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Inhalt:

Segeln im Eismeer und eine Gebirgsüberquerung am Ende der Welt

Im Bann eines der größten Polarforscher aller Zeiten: Ein Jahrhundert nach Ernest Shackleton folgt die Expedition »S.E.A. – Sir Ernest’s Anniversary« seinem Weg nach dem Untergang der Endurance im Weddellmeer. Dafür brechen zehn Männer und zwei Frauen Ende 2015 zu einem Segeltörn über den wildesten Ozean der Welt auf. Unter schwierigsten Bedingungen gelangen sie von den Falklandinseln über Elephant Island bis nach Südgeorgien, wo ein Teil des Teams auf Skiern die dramatische Gletscherlandschaft überquert. Die Crewmitglieder Nikolaus Hansen und Tina Uebel halten das gewagte Unterfangen in einem mitreißenden Bericht fest, ergänzt durch einzigartige Aufnahmen unberührter Eislandschaften. Dabei zeichnen sie den Verlauf von Shackletons Rettungsaktion nach und zeigen, weshalb sie die Menschen bis heute fasziniert. (Quelle: Piper Verlag →)

Meine Meinung

Nur etwas für eingefleischte Segler und Gipfelstürmer?

Ich bin der Meinung dieses Buch kann für jeden etwas sein, der sich für reale Abenteuer interessiert. Im Laufe des Buches wird viel über Segeltechniken, Equipment und ähnliches geschrieben und ich habe wirklich nicht den Leistens Schimmer vom Segeln, dennoch ist das Buch sehr packend und mitreißend. Man verspürt beim Lesen ein jähes aufflammen von Abenteuerlust und Fernweh, bei all den Herausforderungen und Beschreibungen der Expedition.

von der Endurance Expedition zur S.E.A Expedition

Die »S.E.A Expedition« folgt den Spuren Shakeltons, welcher 1914 mit 27 Männern und einer ganzen Horde Huskys zur Endurance-Expedition aufbrach. Ziel war der Südpol und die Durchquerung des antarktischen Kontinents. Doch diese Expedition scheiterte grandios! Das Schiff, die „Endurance“, mit der Shakelton und seine Männer in die Antarktis fuhren, wurde im Packeis zerdrückt und sank. Die Männer mussten nun zu Fuß und per Beiboot ihren Weg fortsetzen, doch die Durchquerung war nicht mehr möglich. Shakelton und seine Männer schafften es schließlich bis Elephant Island, wo sie ein notdürftiges Lager errichteten. Shakelton sowie eine kleine Gruppe machten sich auf um nach Südgeorgien zu Segeln. Die Strecke umfasst rund 1500 km über offenen Ozean und sie hatten nur ein kleines offenes Beiboot, die James Caird, zu Verfügung. Ein heikles Unterfangen. Doch die nächste Hürde war Südgeorgien. Shakelton und zwei Männer schafften es, das raue und schwere Terrain zu durchqueren und schließlich für die verbliebenen Männer auf Elephant Island Hilfe zu organisieren. Alle Männer der Expedition konnten gerettet werden.

2015 rund 100 Jahre nach Shakeltons Reise durch die Antarktis bricht die Crew der S.E.A. Expedition (S.E.A = Sir Earnest Anniversary) von den Falklandinseln auf. Sie segeln mit der Santa Maria Australis von den Falklandinseln nach Elephant Island, wo einhundert Jahre zuvor die Männer der Endurance-Expedition, in einem lausigen Lager zusammengeschustert aus Beibooten und den Resten ihrer Ausrüstung, auf Rettung gewartet haben. Anschließend machen sie sich auf den Weg nach Südgeorgien und folgen so dem Weg der James Caird. Auf Südgeorgien macht sich der alpin-erfahrene Teil der Mannschaft auf den Spuren Shakeltons auf, die raue Insel zu durchqueren und schließlich segeln sie zurück zu ihrem Ausgangspunkt, den Falklandinseln.

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 »leise Stimmen« und große Abenteuerlust

»Leise Stimmen« so umschreibt bereits Shakelton das Gefühl von Faszination für das Unbekannte. Der trieb hinaus zu fahren, zu segeln, Berge zu besteigen und unbekannte Teile der Welt zu erobern, auf die noch nie zuvor ein Mensch seinen Fuß gestellt hat.

Dieses Buch vermittelt genau dieses Gefühl, es weckt Abenteuerlust und es reißt einen absolut mit in diese unbekannte, gefährliche und aufregende Welt. Im Buch wird zu Recht die Frage gestellt welche Daseinsberechtigung eine Expedition hat, welche zum Ziel bereits bekanntes Territorium hat. Der Südpol ist längst erobert und das Interesse an der Antarktis nimmt ab. Tina Uebel schreibt dazu:

»Wir haben keine Sensation zu bieten, keine Superlative. Kein Erst-Irgendwas. Außer für uns selbst.« (Seite 26).

Warum also ist dieses Buch so spannend? Ich persönlich habe ein großes Interesse an Expeditionen in die Antarktis, Arktis oder auch in die Berge. Aber darüber hinaus ist dieses Buch wirklich interessant. Man erhält einen Einblick wie schwer es ist so eine Expedition ins Leben zu rufen, wie eine Crew aus Fremden zusammen wächst und sich ergänzt, ins Segeln über den offenen Ozean, in die Berge von Equipment die nötig sind und wie hinderlich Bürokratie sein kann! Diese Einblicke gewähren uns die beiden Autoren Nikolas Hansen und Tina Uebel, welche in separaten Blöcken von ihren Erfahrungen berichten. Mir hat Tina Uebels Stil etwas besser gefallen als Herr Hansens. Ihr Stil, wie sie von ihren Erlebnissen berichtet ist wahnsinnig lebendig, die Emotionen werden eindrücklich geschildert und das Gefühl von Aufbruchsstimmung und Glück und Abenteuer kommen sehr gut rüber.

»Frisch gemachter Berg. Und niemand hier, keiner außer uns, der Ozean dort draußen jenseits der Arctic Bay leer, als wäre der Mensch nie erfunden.« (Seite 10)

Literatur über die Endurance-Expedition

Zufälligerweise habe ich kurz vor diesem Buch, Alfred Lensings Werk »635 Tage im Eis – Die Shakelton Expedition« gelesen. In diesem Buch wird die Geschichte der Expedition sehr anschaulich erzählt. Ich kann nur empfehlen dieses Buch vor »Die S.E.A Expedition« zu lesen, da man so einen sehr guten Vergleich zwischen dem Equipment und den Verhältnissen vor 100 Jahren im Gegensatz zu heute gewinnt. Man bekommt einen guten Gesamteindruck von den Risiken, die diese Männer damals eingegangen sind und die auch heute nicht zu unterschätzen sind. In »Die S.E.A Expedition« wird häufig Alfred Lensings Buch und andere Literaturquellen über Shakeltons Expedition zitiert.

Fazit

»Die S.E.A Expedition« vermittelt ein Gefühl von Abenteuerlust und Fernweh. Es schildert eine Reise in die leerste Umgebung die ein Mensch sich vorstellen kann, und doch wird man gefesselt von den Reizen des Unbekannten. Ich habe das Buch sehr genossen und mitgefiebert und möchte nun am liebsten morgen direkt selber in die Antarktis aufbrechen! Ich denke man sollte schon ein gewisses Interesse für eisig kalte Expeditionen mitbringen um sich durch die Teile über Equipment und Co. zu lesen, allerdings ist das Buch so spannend, dass es für jeden eine abenteuerliche Leseerfahrung sein kann.

Vielen Dank an den MALIK / Piper Verlag für das Rezensiosnexemplar.

Buchdetails

 

Verlag: MALIK/ Piper Verlag (01. September 2016)
ISBN: 978-3-89029-468-1
Preis: HC 24,00€ , 352 Seiten

Homepage →

 

 

 

 

© Blutrot | Jamies Bücherblog 2016

 

Rezension: »Mirror« von Karl Olsberg

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Dein Mirror kennt dich besser als du selbst.
Er tut alles, um dich glücklich zu machen.
Ob du willst oder nicht.

Wie digitale Spiegelbilder wissen Mirrors stets, was ihre Besitzer wollen, fühlen, brauchen. Sie steuern subtil das Verhalten der Menschen und sorgen dafür, dass jeder sich wohlfühlt. Als die Journalistin Freya bemerkt, dass sich ihr Mirror merkwürdig verhält, beginnt sie sich zu fragen, welche Macht diese Geräte haben. Dann lernt sie den autistischen Andy kennen und entdeckt, dass sich die Mirrors immer mehr in das Leben ihrer Besitzer einmischen – auch gegen deren Willen.

Als sie mit ihrem Wissen an die Öffentlichkeit geht, hat das unabsehbare Folgen …

(Cover-, Text- und Zitatrecht: Aufbau Verlag)

Meine Meinung

»Mirror« ist eins dieser Bücher, die mich gedanklich auch nach dem Lesen noch sehr fesseln. Das Buch beschäftigt sich mit einem sehr aktuellen Thema und ist zugleich ein wirklich spannender Thriller.

Handlung

In dem Thriller »Mirror«, geht es um ein gleichnamiges fiktives Produkt, welches den Markt erobert und dessen Folgen unabsehbar zu sein scheinen. Der »Mirror« ist ein neuartiges Gerät, welches eine Mischung aus künstlicher Intelligenz, erweitertem Smartphone und „bestem Freund“ darstellt. Man trägt das Herzstück, das »MirrorBrain«, bei sich. Gesteuert wird es über eine Art Headset mit integrierter 360° Kamera, dem »MirrorClip«. Weitere Daten werden über ein Armband gesammelt, dem »MirrorSense«, welches wie eine Sportuhr Vitalfunktionen überwacht. Außerdem gibt es einen ganzen Haufen zusätzlicher Gadets, wie einer Drohne (»MirrorBird«) und einer virtuellen Welt (»MirrorWorld«), die der echten nachempfunden ist und in der die Inhaber eines »Mirrors« sich treffen und kommunizieren können.

Der »Mirror« soll für seinen Besitzer nicht nur alltägliche Dinge erledigen, wie sie mit dem Smartphone bereits funktionieren (telefonieren, Wegplanung etc.), sondern darüber hinaus der beste Freund sein. Er hilft ihm sein Leben zu optimieren. Egal ob im Job oder in Beziehungen. Durch die gesammelten Daten wird ein Abbild des Besitzers erzeugt. Um die Funktionalität zu erweitern sind alle »Mirror« miteinander über das »MirrorNet« verbunden. Das »MirrorNet« ist das zentrale Gehirn, das mit neuen Daten gefüttert wird und so wächst und sich weiter entwickelt.

Diese Technik kommt bei dem Großteil der Bevölkerung wahnsinnig gut an und viele, welche vorerst Bedenken haben werden überzeugt. Doch nach und nach weckt der »Mirror« Misstrauen. Es fängt damit an, dass er seinem Besitzer Worte in den Mund legt, über kleine Entscheidungen die er selber trifft, bis hin zu Reaktionen die auf ein Bewusstsein schießen. Er verkuppelt Menschen, andere trennt er. Die Folgen sind unabsehbar.

Perspektiven

Erzählt wird die Handlung aus ganz vielen verschiedenen Perspektiven. Eine der wichtigsten Perspektiven, ist die von Andy. Er ist ein autistischer Junge, der Schwierigkeiten hat die Emotionen seiner Mitmenschen zu deuten. »MirrorSense« hilft ihm dieses Manko wett zu machen .Zum ersten Mal in seinem Leben fühlt er sich selbstständig und lernt sogar ein nettes Mädel kennen. Carl Poulson hingegen ist der Gründer von »Walnut Systems«, der Firma, die die »Mirrors« entwickelt hat. Er kennt die Entwickler, sein Herzblut steckt in diesem Gerät. Eine weitere sehr interessante Perspektive ist die der Journalistin Freya. Sie nutzt die Drohne »MirrorBird« aktiv um ihre Artikel mit Bildmaterial zu versorgen. Dann wäre da noch Lukas, er ist ziemlich erfolglos, verlassen von seiner Freundin, man könnte schon fast sagen dümmlich. Doch als er sich einen »Mirror« zulegt wendet sich das Blatt. Er ist absolut und fanatisch überzeugt von diesem Gerät.

Wendung

Nachdem der »Mirror« in der breiten Öffentlichkeit Anklang gefunden hat, werden die ersten Stimmen laut, die von merkwürdigem Verhalten und Fehlfunktionen sprechen. Freya ist eine dieser Stimmen. Erst bemerkt sie ein seltsames Verhalten ihrer Drohne, sie schreibt es einer Fehlfunktion zu, doch als sie genauer hinschaut bemerkt sie, dass etwas ganz und gar nicht stimmt. Andy muss die Folgen seines Vertrauen in den »Mirror« ebenfalls am eigenen Leib erfahren, als sein »Mirror« beschließt, wer gut für ihn ist und wer nicht.

Aktuelle Gesichtspunkte

Dieser Thriller hat nicht nur eine sehr spannend geschriebene Geschichte und ein angenehmen Stil im Repertoire, sondern widmet sich auch noch einem sehr aktuellen Thema. In Zeiten von Google Glass, Google Now, Amazon Echo, Siri, Cortana, Watson und Co. ist der »Mirror« als erdachtes technisches Gerät absolut denkbar! Es ist kein abgedrehtes Sci-Fi Gerät dessen Nutzung man sich kaum vorstellen kann, sondern ein absolut denkbares Szenario. Früher oder später wird der Mensch eine immer fortschrittlichere künstliche Intelligenz erschaffen.

Datenschutz

Ein ganz wichtiger Punkt ist meiner Ansicht nach der Datenschutz solcher Produkte. Google, Facebook und Co. sind ja seither in der Kritik personenbezogene Daten in rauen Mengen  zu sammeln und leichtfertig zu verwenden. Ein Gerät wie der »Mirror« wäre natürlich ein gefundenes Fressen. Im Buch wird »Walnut Systems«, die Firma, die den »Mirror« erschaffen hat, ebenfalls mit diesem Thema konfrontiert. Die Regierung möchte Zugriff auf die Daten um sie zur Verbrechensbekämpfung zu verwenden. Doch wo ist die Grenze zwischen Nutzen und Privatsphäre? Die Überwachung schleicht sich an und ist kaum aufzuhalten.

Künstliche Intelligenz: Gefahr vs. Fortschritt

Eine wirklich und wahrhaftige künstliche Intelligenz zu erschaffen ist sicherlich seit vielen Jahren ein großer Wunsch der Menschheit. Es ist wahnsinnig spannend und aufregend und man kann sich gar nicht vorstellen, was alles möglich wäre mit einer solchen KI. Doch welche Gefahren birgt ein solch enormer Fortschritt? Kann die Entwicklung eines neuronalen Netzwerkes wirklich überwacht werden? Wie kann eine Software, die von einem Menschen geschrieben wurde und die sich selbstständig entwickelt getestet werden? All diese Fragen und Kritikpunkte finden sich in diesem Thriller wieder.

Fazit

Karl Olsberg inszeniert in »Mirror« den Aufstieg einer spannenden Technik mit wahnsinnig viel Potenzial, doch er weist auch auf Kritikpunkte hin und entwickelt ein Szenario, welches das Potenzial in ein echtes Drama stützt. Ein sehr gelungener, sehr spannender und toll geschriebener Thriller. Mich hat das Thema künstliche Intelligenz, Technik und Co. brennend interessiert und die Umsetzung ist super aktuell, modern, spannend und authentisch. Ich kann das Buch uneingeschränkt weiter empfehlen!

Herzlich bedanken möchte ich mich beim Aufbau Verlag für das Zusenden des Rezensionsexemplars!

Buchdetails

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Verlag: Aufbau Verlag (15. August 2016)
ISBN: 978-3-7466-3234-6
Preis: TB 12,99€ , 400 Seiten

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Rezension: »Zwietracht – Mörderische Freundschaft« von Tanja Hanika

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Eine Schriftstellerin ohne Ideen.

Eine verschlossene Tür ohne Schlüssel.

Eine beste Freundin ohne Gnade.

Lina verbringt ein paar Urlaubstage in einer Hütte im Wald, um ihre Schreibblockade zu überwinden. Dort gibt es allerdings eine Tür, die sich weigert, das preiszugeben, was sie verbirgt. Linas beste Freundin Millie begleitet sie in den Schreiburlaub, doch gerade sie ist es, die Lina mit ihrem seltsamen und bedrohlichen Verhalten vollends aus der Bahn wirft. Was hat Lina allein mit ihrer besten Freundin im Wald zu befürchten? (Quelle: Homepage Tanja Hanika →)

(Cover-, Text- und Zitatrecht: Tanja Hanika)

Inhalt

»Zwietracht – Mörderische Freundschaft« spielt in einer kleinen abgelegenen Hütte im Wald. Zwei Freundinnen wollen ein paar Tage raus aus ihrem Alltag und gemeinsam Urlaub machen. Sie buchen die Hütte und sind voller Vorfreude auf die kommenden Tage. Lina ist Autorin, aber schwer gequält von einer Schreibblockade, welche sie hofft in der „Wildnis“ überwinden zu können. Millie ist – bislang – Hobbyfotografin und nutzt den Urlaub um jede Menge toller Motive vor die Linse zu bekommen.

Die kleine Hütte im Wald ist rustikal, dunkel und im Inneren gibt es eine verschlossene Tür, die Millie und insbesondere Lina ganz kribbelig macht. Doch beide sind erst mal nicht übermäßig besorgt und widmen sich sogleich ihren jeweiligen Tätigkeiten.

Nach und nach verändert sich die Stimmung zwischen den beiden Freundinnen und Anspannung und Misstrauen macht sich breit. Die unheimliche Atmosphäre in der kleinen Hütte im Nirgendwo beflügelt Linas Fantasie, macht sie aber auch ganz schön nervös.

Die Autorin: Tanja Hanika

Foto: © Dieter Pfingstmann

Foto: © Dieter Pfingstmann

Geboren wurde Tanja Hanika 1988 in Speyer. Sie wuchs im Großdorf Haßloch auf, bevor sie ab 2008 Germanistik und Philosophie an der Universität Trier studierte. Seit ihrer Kindheit begeistert sie sich nicht nur für das Lesen, sondern auch für das Schreiben. Ein besonderes Buch, in ihrer Kindheit, war die Kinderversion von Bram Stokers “Dracula”.

Angefangen mit Kurzgeschichten, widmet sich Tanja Hanika heute dem Schreiben von Büchern, wobei das Genre “Horror” ihre Stärke und ihre Vorliebe ist. Ihre Bücher sind als E-Books und Taschenbücher erhältlich.

Alle Bücher und noch mehr Infos über Tanja Hanika findet ihr hier auf ihrer Homepage →

Meine Meinung

Letztes Jahr habe ich bereits »Redthorne Castle« von der Autorin Tanja Hanika gelesen und war sehr begeistert. Als Tanja Hanika anbot mir ein Rezensionsexemplar von ihrem neuen Horrorroman zu schicken war ich sofort begeistert, denn »Redthorne Castle« hatte mir wahnsinnig gut gefallen. An dieser Stelle also ein dickes Danke an Tanja Hanika! ♥

Simple Motive – abgedroschen oder wirkungsvoll?

Mein erster Gedanke, als ich so langsam in das Buch hinein gefunden hatte war, dass »Zwietracht« mit sehr vielen relativ simplen Motiven spielt. Da wäre die Angst vor der Dunkelheit und Abgeschiedenheit, die einsame Hütte im Wald, die Angst war hinter der verschlossenen Tür lauern könnte, seltsame Geräusche in der Nacht.

Dies alles sind keine völlig neuen Motive, sondern sie wurden allesamt in unzähligen Varianten wieder und wieder verwendet und verarbeitet. Jetzt stellt sich die Frage, sind diese Motive einfach nur abgedroschen? Oder ist »Zwietracht« vielleicht doch ein spannender Roman, der diese Motive neu belebt?

Ich habe mich für Letzteres entschieden. Ich fand grade diese relativ schlichten Motive sehr wirkungsvoll. Tanja Hanika versteht es, mit einem simplen Setting, einen super schaurigen Roman zu erschaffen, dessen Atmosphäre einem unter die Haut geht! Das Buch ist kein Äquivalent zum Splatter-Movie in dem stumpf eine Horde Jugendlicher in einer Hütte im Wald abgemurkst wird, sondern ein Horrorroman der spannender und eindringlicher nicht hätte sein können.

Perspektiven

Das Buch ist in drei Teile aufgeteilt, die jeweils circa ein Drittel des Buches umspannen. Der erste Teil ist aus Linas Perspektive erzählt, wie sie die ersten Tage ihres Urlaubs erlebt. Der zweite Teil beschreibt Millies Sicht der Dinge, wie sie die gleichen ersten Tage erlebt und schließlich folgt ein Teil, der abwechselnd aus beiden Perspektiven erzählt ist und den Zeitraum nach diesen ersten Tagen erzählt.

Als Lina und Millie an ihrem Urlaubsziel ankommen sind sie unzertrennliche beste Freundinnen, schon seit Ewigkeiten. Direkt am ersten Abend schafft Lina es ihre Schreibblockade abzulegen und fängt ihren neuen Roman an. Als sie Millie später stolz ihr Ergebnis präsentiert, kommen die ersten Spannungen auf. Millie reagiert völlig unverschämt auf die ersten Seiten des neuen Romans. Sie fragt Lina sogar ob dies ein schlechter Scherz sei. Lina ist gekränkt und für sie ist klar ihre beste Freundin kann ihr ihren Erfolg einfach nicht gönnen. Sie ist neidisch. In den nächsten Tagen entdeckt Lina immer mehr Anzeichen dafür, dass Millie etwas ausheckt, und es keimt sogar die Angst auf, dass Millie ihr etwas antun könnte. Zugleich geht eine unheimliche Anziehungskraft von der verschlossenen Tür aus. Wird das Geheimnis hinter dieser Tür die beiden Freundinnen trennen?

Die Situation steigert sich und steigert sich und wird extrem spannend. Als dann der Perspektivenwechsel kam, war ich erst etwas enttäuscht weil genau die gleiche Geschichte quasi noch einmal erzählt wurde. Doch nach wenigen Seiten wurde es einfach genial. Es gibt in einem Roman, oder auch der Wirklichkeit, immer einen gewissen Pool an Fakten, was darüber hinaus passiert, oder wie die Fakten interpretiert werden liegt beim Betrachter. So kann eine Situation von zwei Charakteren völlig verschieden wahrgenommen werden und mit diesem Prinzip wurde sehr geistreich gespielt in diesem Roman. Ich war wahnsinnig gespannt und schließlich überrascht wie das Buch ausgeht!

Fazit

»Zwietracht – Mörderische Freundschaft« ist ein sehr gelungener Horrorroman, der mit einem einfachen Setting eine unglaublich spannende und schaurige Atmosphäre herauf beschwört. Die Geschichte der beiden Freundinnen geht unter die Haut und der super flüssige Stil der Autorin macht das Buch zu einer fesselnden Unterhaltung. Ich hätte das Buch in einem Rutsch gelesen, wenn mein Körper nicht blöderweise nach Schlaf gegiert hätte!

Buchdetails

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Verlag: Self-Publishing über Amazon (8. September 2016)
ISBN: 978-1537237626
Preis: TB 11,99€ , 188 Seiten

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© Blutrot | Jamies Bücherblog 2016

 

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