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Rezension: Straight White Male von John Niven

Straight White Male von John Niven

Meine Meinung

Der Protagonist

Der Protagonist Kennedy Marr ist ein absoluter Genussmensch, ein respektloser, exzentrischer Schriftsteller, der vom Ruhm seiner Romane lebt und sein Geld mit dem Aufpolieren von Drehbüchern verdient. Er verspeist Frauen wie sein alltäglicher Luxus Lunch, er schert sich nicht um Konventionen und Konsequenzen.

Es ist eine kritisch, komische Geschichte von einem Menschen, der es geschafft hat, als Schriftsteller Berühmtheit zu erlangen und der dieses Leben in vollen Zügen auskostet. Er hat jede Menge Menschen vom Agenten bis zum Gärtner um sich rum, die den normalen Alltag für ihn übernehmen, damit er die Zeit hat sich völlig dem Genuss hin zu geben. Dem Genuss und Alkohol ohne Limit.

Es ist eine Geschichte von einem widerlichen Aufreißer, der anfängt über sein Leben nach zu denken, über die verlorene Liebe und über die Schuld die er gegenüber anderen geliebten Menschen hat. Er hat sich an der Liebe versündigt und er fragt sich reumütig und voller Schuldgefühle ob er nicht sein Leben verschwendet hat, weil er viel verpasst und vermasselt hat. Ein Leben in dem er alles gegeben hat um die Liebe zu verraten und auf der anderen Seite hält ihn nichts von seinem ausschweifenden Leben ab. Sein Verstand und sein Verhalten sind unendlich gegensätzlich. Er ist schlau und ein begabter Schriftsteller, und doch entscheidet er sich für den oberflächlichen Glanz und Spaß.

»Sie hatten sich an der Liebe versündigt, diese alten Drecksäcke mit ihren jungen Freundinnen. Wie, dachten sie wohl, würde die Liebe darauf reagieren? Es dulden? Sich einfach zurücklehnen, Kaugummi kauen und sagen: »Alles paletti, Kumpel. Weiter so!«?«

Mehr Schein als Sein

Der Autor umreißt ein kritisches und zynisches Bild vom Film- und Literaturbusiness und lässt kein gutes Haar an Regisseuren, Schauspielern, Schriftstellern, Akademikern und Agenten.
Es zeigt die Filmbranche als eine sehr unwirkliche und plastische Welt, in der das Image und der Schein nach außen mehr zählen als das verdorbene Innere.

Emotionen

John Niven schafft mit seinem Roman eine Geschichte die gleichzeitig witzig, provokant, fröhlich, traurig, einsam und urkomisch ist. Es gibt so skurrile Szenen, dass man nur noch lachen muss oder mit dem Kopf schütteln kann.

Der Schreibstil finde ich großartig. Der Autor beschreibt so detailreich die Situationen, die Emotionen. Er lässt uns durch viele innere Monologe und Erinnerungen tief in Marrs Seele blicken und wirft einen schroffen, ehrlichen und zynischen Blick auf das Leben und die Liebe und verpackt es in einem spannenden und provokanten Roman.

Es klingt zunächst Klischeehaft: der exzentrische Schriftsteller, der ein Leben führt, das aus Sex, Alkohol und Stress besteht, findet seinen weichen Kern und sein Gewissen. Aber es ist nicht so flach. Mir hat sehr gut gefallen, wie der Autor einen Charakter erschaffen hat, der langsam begreift was er für ein Leben führt und sich fragt wie es weiter gehen soll. Der merkt welche Rolle Liebe spielt und erkennt, dass er sie betrogen hat und dennoch kann er nicht aus seiner Haut raus.

Californication in Buchform

Mir ist aufgefallen, dass das Buch sehr viele Parallelen zu der Serie „Californication“ aufweist: Der Schriftsteller, der ein exzentrisches Leben führt, der eine Ex-Frau und Tochter hat, an denen er eigentlich hängt, aber für die er auch nicht sein Leben rund um Sex und Geld ändern will oder kann. Ein Mann der sich nicht um Konsequenzen schert und einem eingebildeten Geschäftspartner auch gerne mal die Meinung sagt.
Ja man könnte glatt sagen, der Autor hat eine Version von Californication als Buch erschaffen.

Fazit

„Straight White Male“ Überzeugt mit einer ganz speziellen Art von Humor, einem toll Schreibstil und was mir sehr gefallen hat: der Autor flechtet sehr oft Zitate und Gedanken von großen Schriftstellern, Dichtern und bekannten Personen ein.
Der Autor schafft es dem Leser einen unsympathischen Charakter näher zu bringen indem er den Leser hinter die strahlende Fassade blicken lässt. Der Roman geht in die Tiefe und zeigt auch die bittere, schmerzerfüllte Seite des Lebens. Ich habe den Charakter lieb gewonnen und wollte gar nicht, dass das Buch endet. Aber so ist es nun mal: Bücher enden, aber die Handlung war toll und gipfelt in einem verrückten und gleichzeitig sehr rundem, passenden, versöhnlichen Ende. Ich will nix verraten aber das Buch hat viel mehr auf Lager als das klassische „Happy End“.
Ich werde demnächst definitiv noch mal was von John Niven lesen.

Rezension: City of Ashes von Cassandra Clare

»Clary wünscht sich ihr normales Leben zurück. Aber was ist schon normal, wenn man als Schattenjägerin gegen Dämonen, Werwölfe, Vampire und Feen kämpfen muss? Doch die Unterwelt ist noch nicht bereit, sie gehen zu lassen.  Als Jace in Gefahr gerät, stellt sich Clary ihrem Schicksal – und wird in einen tödlichen Kampf gegen die Kreaturen der Nacht verstrickt.« ~Klappentext

City of Ashes - Cassandra Clare

(Cover-, Text- und Zitatrechte: Arena Verlag)

Schlimme Aussichten…

In dieser Fortsetzung des Romans: „City of Bones“, führt uns die Autorin Cassandra Clare zurück in die düstere und gefährliche Welt der Schattenwesen, mitten in New York City. Valentin fährt fort mit seinem lang gehegten Plan den Rat zu stürzen. Jace ist des Verrates angeklagt und muss sich vor der scheinbar kaltherzigen  und erbarmungslosen Inquisitorin Imogen verteidigen und grausige Morde an jungen Schattenwesen versetzen die Gemeinschaft der dunklen Welt ind Schrecken.

Und neben all dem müssen Clary und Jace sich über ihre Gefühle klar werden und welchen Platz Simon in Clarys Herze einnimmt.

Meine Meinung

Jace und Clary

Romantik? Oder doch nur Bruder und Schwester? Der Leser wird im zweiten Band der (mehr …)

Rezension: „Die Macht der Liebe“ von Barbara L. Fredrickson

Fredrickson_Barbara_L-Macht_der_Liebe

»Liebe ist … Sie wissen schon? Vergessen Sie alles, woran Sie bisher geglaubt haben und machen sich bereit für ein radikales Upgrade: Liebe 2.0! Die neueste Forschung von Barbara L. Fredrickson zeigt: Liebe ist ein Mikromoment der Verbundenheit zwischen zwei Menschen, eine alltägliche Emotion, die uns überall begegnen kann. Mit ihren revolutionären Thesen über unser »höchstes Gefühl« sprengt die Psychologin sämtliche Klischees von der exklusiven, bedingungslosen und ewig andauernden Liebe. Gleichzeitig zeigt sie uns, dass unserem Körper ohne Liebe ein entscheidender »Nährstoff« fehlt. Dieses Buch macht klar: Die Macht der Liebe verändert die Welt.« ~ Klappentext

(Cover-, Text- und Zitatrechte: Campus Verlag)

Meine Meinung

Das Buch ist in zwei Große Teile unterteilt: Der erste Teil beschäftigt sich mit der Erklärung was Liebe ist und wie sie biologisch und Chemisch funktioniert. Der zweite Teil ist praktischer: Die Autorin stellt Mediationen und Übungen zu ihrer Ansicht der Liebe dar.

Schreibstil:
Die Autorin spricht den Leser direkt an im Stil: „Sie müssen…“, was auf der einen Seite den Eindruck erweckt das sie den Leser unbedingt ihre Meinung aufdrängen will und  keine andere Meinung zulässt,  auf der anderen Seite, und diese überwiegt bei mir, steht die Überzeugung, die sie durch diese Art den Leser anzusprechen rüber bringt. Es macht eindringlich deutlich, dass sie daran glaubt was sie schreibt und davon überzeugt ist. Mich hat das nicht gestört, ich kann ja selber entscheiden ob und wie viel aus dem Buch mitnehmen will.

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Rezension: „Teufelsgrinsen – ein Fall für Anna Kronberg“ von Annelie Wendeberg

Teufelsgrinsen - Annelie Wendeberg

„Es war ein gut gemischter Haufen Männer, deren geistige Schärfe zwischen der eines Buttermessers und der einer überreifen Pflaume variiert“ (Seite 12)

Handlung

Niemand kennt Anna Kronbergs Geheimnis – bis Sherlock Holmes sie durchschaut

In einer Zeit, in der nur Männer an Universitäten zugelassen sind, schneidet sich Anna Kronberg die Haare ab, zieht Hosen an und studiert Medizin. Als angesehener Arzt Dr. Anton Kronberg gerät sie in das Zentrum einer monströsen Verschwörung – und selbst in tödliche Gefahr, der sie nur mithilfe ihres scharfen Verstandes und dem Beistand von Sherlock Holmes, entkommen kann.
London, Ende des 19. Jahrhunderts, eine Stadt, die regelmäßig von Seuchen heimgesucht wird; Zehntausende leben in bitterster Armut. Im Londoner Wasserwerk wird ein Cholera-Opfer entdeckt. Dr. Anton Kronberg, Englands führender Epidemiologe, wird hinzugezogen und findet heraus, dass der Tote absichtlich mit tödlichen Bakterien infiziert wurde. Während Scotland Yard den Fall nur halbherzig verfolgt, begegnet Kronberg dem beratenden Detektiv Sherlock Holmes. Er entdeckt im Handumdrehen Kronbergs Geheimnis und Identität. Im Gegenzug beginnt Anna – sehr zu dessen Verdruss – Holmes’ kompliziertes Innenleben zu analysieren. Doch die beiden ungleichen und intellektuell ebenbürtigen Partner müssen sich zusammentun, um eine Verschwörung aufzudecken, die so monströs ist, dass sie die Taten von Jack the Ripper in den Schatten stellt …
Ein historischer Krimi, der das viktorianische England zum Leben erweckt und mit Dialogwitz sowie einem unglaublichen Ermittler-Duo begeistert – der Auftakt einer neuen Krimireihe um Anna Kronberg und Sherlock Holmes. ~ Klappentext

(Cover-,Text- und Zitatrechte: Kiepenheuer und Witsch Verlag)

Cover

Das Cover gefällt mir recht gut. Es ist in dunklen Blautönen und Schwarz gehalten, was alleine schon auf die düstere Stimmung schließen lässt.

Auf dem Cover ist blass und schemenhaft London mit seiner Themse und Big Ben abgebildet, eine Frau steht links im Bild und schaut zurück in Richtung London. Sie trägt einen Hut ins Gesicht gezogen und einen schwarzen Mantel der sie umfängt.

Das schemenhafte Cover erinnert an Dunst der über London hängt und die Konturen verschwimmen lässt.

Der Titel ist in schwarz geschrieben und man kann sich noch nicht recht vorstellen was inter „Teufelsgrinsen“ gemeint ist, aber es ist mysteriös und man will mehr wissen. „Ein Fall für Anna Kronberg“ lässt sofort darauf schließen, dass es sich um einen Detektiv bzw. Kriminalroman handelt.

Meine Meinung

Eine Frau die als Mann Lebt. Eine Frau die in der Männerwelt des 19. Jahrhunderts als Ärztin unerkannt arbeitet. Eine starke Persönlichkeit und ein Sherlock Holmes mal etwas anders.

Wir befinden uns im London des späten 19. Jahrhunderts. Das vikorianische England ist noch nicht dazu bereit Frauen als ebenbürtige Menschen anzuerkennen und so führt Dr. Anton Kronberg ein Doppelleben. Tagsüber angesehener Arzt, schlüpft er Nachts zurück in das Leben von Anna, einer starken Frau und Persönlichkeit, die mit viel Intelligenz Mut und Leidenschaft das Doppelleben von Anton und Anna lebt um in der Männerwelt als Ärztin arbeiten zu können.

Als ein an Cholera erkrankter Mann, tot in einem Wasserreservoir der Themse gefunden wird, wird Dr. Anton Kronberg als Bakteriologe von Scotland Yard hin zu gezogen und trifft hier zum ersten Mal auf den berühmten Sherlock Holmes.

Die Charaktere sind ausdruckstark und greifbar konstruiert und beschrieben. Besonders (mehr …)

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