Archive of ‘Review’ category

Agent Pendergast und die Diogenes-Trilogie von Preston & Child

Die  »FBI Special Agent Aloysius Pendergast Reihe«

Die  »FBI Special Agent Aloysius Pendergast Reihe« ist eine mehr als zwei Jahrzehnte umspannende Thriller-Reihe des Autorenduos: Douglas Preston und Lincoln Child. Angefangen mit dem Band »Relic«, welches 1994 erschienen ist, beginnt ein spannender, mysteriöser und abenteuerlicher Zyklus von Thrillern, deren Protagonist, der etwas skurrile, extravagante und undurchsichtige FBI Special Agent Aloysius Pendergast ist. In mittlerweile 15 Thrillern, ermittelt Pendergast in den mysteriösesten und geheimnisvollen Fällen und begegnet stets schlauen und gemeingefährlichen Gegnern.

»Relic« – ein großartiger Auftakt

Ich habe bisher sechs der 15 Bücher gelesen, wobei »Relic«, der erste Band, für mich immer noch der Beste ist. Schauplatz von »Relic« ist das naturhistorische Museum in New York City, in dem eine Serie von grausamen Morden geschieht. Zeitgleich wird eine der größten Ausstellungen des Museums eröffnet, welche sich um einen brasilianischen Monstergott dreht. Ist das Museum verflucht? Ist es ein Serienkiller? Spielt das Monster gar eine Rolle? Ein super spannender, mysteriöser Thriller mit einem außergewöhnlichen Ermittler, der außergewöhnliche Wege geht, um den Bösewicht oder das böse Monster zur Strecke zu bringen.

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(Cover: Droemer Knaur Verlagsgruppe)

Diogenes-Trilogie

Innerhalb der Pendergast-Reihe bilden Band 5 – 7 eine in sich abgeschlossene Trilogie: Die Diogenes Trilogie. Diogenes Pendergast ist der, verschollen oder verstorben geglaubte, Bruder des Agenten Aloysius Pendergast, der nun wieder auf der Bildfläche erscheint und einen düsteren Plan in die Tat umsetzt, dessen Ziel noch im Dunkeln liegt. Ich habe bisher »Burn Case« und »Dark secret« gelesen und bin gespannt auf den dritten Teil: »Maniac«.

diogenes rund

(Cover: Droemer Knaur Verlagsgruppe)

Teil 1: Burn Case. Geruch des Teufels (2004)

Geruch des Teufels

Ist der Teufel in die Welt zurückgekehrt, um Sünder zu richten? Eine Sekte schürt die Panik der Menschen, als kurz hintereinander zwei verbrannte Leichen gefunden werden – und prophezeit, dass als Nächstes das moderne Sodom in Flammen aufgehen wird: New York City!
FBI Special Agent Aloysius Pendergast hat eine Menge Erfahrung mit bizarren Mordfällen – und glaubt nicht, dass das Jüngste Gericht kurz bevorsteht. Stattdessen folgt er ganz irdischen Spuren. Sie führen ihn in die Vergangenheit der Opfer und nach Italien. Sind die rituellen Morde nur Ablenkungsmanöver?

(Quelle: Droemer Knaur Verlagsgruppe →)

Teil 2: Dark Secret. Mörderische Jagd (2005)

Mörderische Jagd

Ein gnadenloser Mörder sucht sich ein Opfer nach dem anderen. Ihre Gemeinsamkeit: Sie waren Freunde des verschollenen Special Agent Pendergast. Doch wer könnte ein Interesse daran haben, sie auszuschalten? Detective D’Agosta beginnt unter Hochdruck zu ermitteln. Er weiß, dass auch er und seine Frau im Visier des Killers stehen. Unerwartete Hilfe bekommt D’Agosta von niemand anderem als Pendergast selbst. Dieser hat sein Verschwinden nur vorgetäuscht, um unbemerkt nach seinem größten Feind suchen zu können: seinem Bruder Diogenes, den er für den Mörder hält. Das FBI verfolgt allerdings eine andere Theorie. Ist es möglich, dass Pendergast sich Diogenes nur einbildet – und selbst ein eiskalter Killer ist?

(Quelle: Droemer Knaur Verlagsgruppe →)

Teil 3: Maniac. Fluch der Vergangenheit (2006)

Fluch der Vergangenheit

»Die Binden waren vom Gesicht der Mumie gerissen worden, der Mund mit den schwarzen Lippen stand offen, ein stummer Protestschrei angesichts dieser Schändung.
In der Brust der Mumie klaffte ein großes Loch …«

In einem Kellergewölbe des New York Museum of Natural History ruht ein besonderer Schatz: das Grabmal des Senef aus dem Tal der Könige. Nun soll es wieder für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden – doch schon bei den Restaurierungsarbeiten gibt es einen Toten. Ist er das erste Opfer eines uralten Fluchs? Special Agent Aloysius Pendergast hat einen anderen Verdacht – und verfolgt die Spur eines Wahnsinnigen, den
er besser kennt als jeder andere.

(Quelle: Droemer Knaur Verlagsgruppe →)

Aloysius Pendergast

Aloysius Pendergast ist Special Agent beim FBI und bekannt für seine extravagante Art und seine skurrilen Methoden, wenn es um die Aufklärung von merkwürdigen Verbrechen geht. Er ist kein einfacher Bundesbeamter, sondern pflegt immer dann auf der Bildfläche zu erscheinen, wenn scheinbar Übernatürliches am Werke ist. Ob Museumsmorde, bei denen ein Monster sein Unwesen getrieben hat oder die Chirurgenmorde bei denen ein Elixier für ewiges Leben im Spiel war. Pendergast ist kühl und berechnend, er scheint fast unnahbar und furchtbar klug. Dank seiner Familie hat er große Geldmittel zu Verfügung, die er auch gerne in die Aufklärung seiner Fälle investiert. Er ist ein loyaler Freund, auch wenn er auftaucht und verschwindet, wie es ihm passt und das Meiste für sich behält.

Der Gegener: Diogenes Pendergast

Diogenes, Aloysius jüngerer Bruder, ist wirklich ein übler Bursche. Genauso klug und selbstbewusst wie Aloysius, verkörpert er die dunkle Seite der Geschwister. Als Kind schon war er böse und psychopathisch. Er hat sich von der Familie abgewandt. Nach Jahren des verschwunden seins, taucht er nun wieder auf, um seine Pläne in die Tat umzusetzen und möglicherweise Rache zu nehmen an seinem Bruder Aloysius, es bleibt abzuwarten, wohin dieser Plan zielt und welche Rolle Aloysius in ihm spielt.

Fazit

Die Pendergast Reihe ist auf jeden Fall einer meiner Lieblings-Thriller-Reihen. »Burn Case« war etwas weniger spannend, aber »Dark Secret« macht alles wieder Wett, Pendergast ist zurück und raffiniert wie immer, und doch enthüllt »Dark Secret« auch eine ganze andere, vielleicht menschlichere Seite an ihm. Eine Spannende Jagd in gewohnter Preston & Child Qualität: mitreißend, fesselnd, komplex.

© Blutrot | Jamies Bücherblog 2016

 

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Short Review: »Speed-Dating oder die verrückten Wege der Liebe « von Emma Jahn

speed_dating_oder_die_verrueckten_wege_der_liebeEin Glas Prosecco zu viel und es ist passiert! Emma lässt sich auf eine verhängnisvolle Wette ein: Ihre beste Freundin Paula meldet sie bei einem Dating-Portal an. Paula ist fest davon überzeugt, dass Emma sich in einen der Kandidaten verlieben wird. Das Spiel beginnt. Emma gibt sich alle Mühe, die Anwärter zu verschrecken – schließlich weiß sie nur zu gut, dass am Ende doch nur wieder Enttäuschung auf sie wartet. Aber Paulas Auswahl hat es in sich. Gustav, Martin, Luca und Jimmy wirbeln Emmas wohlgeordnetes Leben gehörig durcheinander. Als auch noch ihre Oma Magda notoperiert wird, ist Emma am Boden zerstört. In dem ganzen Wirbel merkt sie fast zu spät, dass sie sich schon längst in einen der Kandidaten verliebt hat …

Meine Meinung

»Speed-Dating« ist ein Roman über eine Frau, die sich durch enttäuschende Erfahrungen von der Liebe abgeschottet. Doch ihre beste – und einzige – Freundin Paula überredet sie zu einer Wette: sie sucht über ein Dating-Portal 10 Kandidaten aus, die Emma daten soll. Paula ist davon überzeugt für Emma einen Mann zu finden.

Emma & Paula

Emma wird als ehrgeizig und ruppig beschrieben. Sie ist direkt und stößt die Leute um sich herum gerne mal vor den Kopf. Ich muss sagen ich wurde mit ihrem Charakter einfach nicht warm. Ich fand die Vorstellung von einer ehrgeizigen Frau, die ihr Leben im Griff hat, der ihre Karriere wichtig ist und die direkt und selbstbewusst ist gut, doch Emma ist einfach viel zu sarkastisch und fast schon gemein. Ich fand ihre Ausstrahlung leider einfach zu negativ, als dass ich mich mit ihr hätte anfreunden könne. Macken machen Charaktere authentisch und echt und lebendig, doch Emmas viel zu ruppiges und negatives auftreten, hat bei mir dazu geführt, dass ich der Geschichte nicht viel abgewinnen konnte. Ein wenig seltsam fand ich außerdem, dass sie zwar als „Karrierefrau“ hingestellt wurde, und andererseits ständig anderes zu tun hatte als Arbeiten. Das fand ich passte nicht zusammen.

Paula hingegen ist ein herzlicher Mensch. Sie ist trotz Emmas Macken, ihre beste Freundin seit Kindertagen. Mir ist es allerdings echt ein Rätsel warum Paula es so lange mit Emma ausgehalten hat. Sie ist mitunter wirklich gemein zu ihrer Freundin.

Fazit

Ich fand die Idee vom Buch, dass Emma zehn Kandidaten vor die Nase gesetzt bekommt gar nicht mal so schlecht. Es war eine unterhaltsame Geschichte über die Wege der Liebe, Freundschaft und Macken, aber Emmas Charakter hat es mir nicht einfach gemacht die Geschichte spannend zu finden und zu mögen. Obwohl ich den Stil der Autorin flüssig und locker finde, hat mir das Buch nicht sehr zugesagt. Ich denke jedoch wer eine unterhaltsame lockere Geschichte für Zwischendurch sucht, dem könnte „Speed-Dating“ mögen. vielleicht kann ich mich einfach nicht mit Emma identifizieren oder teile nicht ihren Humor.

2Sterne_klein

Eine Leseprobe gibt’s hier →

Buchdetails

Erhältlich als E-Book bei diversen Anbietern wie z.B. Amazon oder Thalia.

Erschienen: 2015
Autorenseite →

 

 

 

© Blutrot – Jamie’s Bücherblog 2015-2016
 

Serie vs. Buch »Die 100« von Kass Morgan

»The 100« ist eine US-Amerikanische Sci-Fi / Abenteuer Serie, deren zweite Staffel mittlerweile im Deutschen TV ausgestrahlt wurde. Produziert wird die Serie seit 2013. Seit dem Sommer 2015 wird sie in Deutschland auf Pro Sieben ausgestrahlt.

Ich habe die erste Staffel der Serie gesehen und finde die Serie richtig spannend. Sci-Fi, Abenteuer, Gefühle, Spannung. Manchmal etwas viel zwischenmenschliches Drama unter den hundert Jugendlichen, aber das will man ja auch nicht ganz missen.

Erst nachdem ich die Serie gesehen habe, habe ich herausgefunden, dass sie auf der Roman-Reihe »die 100« von der Autorin Kass Morgan basiert. Da ich nicht genug von der Serie bekommen konnte habe ich mir das Buch also auch besorgt. Hier mal mein Fazit zum Vergleich: Serie vs. Buch.

100

(links: Original Cover Verlag: Little Brown, rechts: deutsches Cover, passend zur Serie, Verlag: Heyne)

Das Buch-Cover

Auf den ersten Blick fand ich das Cover sehr schön. Meisten bevorzuge ich die Buch-Ausgabe mit dem Originalen Cover und nicht die Auflage mit dem Cover zur Serie oder Film. In diesem Fall ist es jedoch so, dass die deutsche Ausgabe des Buches direkt mit dem passenden Cover zur Serie erschienen ist. Soweit ich das sehen konnte, gibt es also kein „eigenständiges“ Cover zur deutschen Ausgabe. Nun nachdem ich das Buch gelesen habe, muss ich dann aber doch die Stirn runzeln. Denn das Cover hat nicht viel gemein mit dem Buch. Die Serie und das Buch weichen in Teilen sehr stark voneinander ab. So sieht man hier auf dem Cover von links nach rechts die Seriencharaktere: Octavia, Finn, Clarke, Jasper, Monty und Bellamy. Wenn man das Buch nun gelesen hat fällt auf, dass Finn, Jasper und Monty gar nicht vorkommen im Buch. Dafür gibt es andere Charaktere, die in der Serie nicht vorkommen. Tja schönes Cover nur nicht sehr passend für das Buch

„Die Tür glitt zur Seite und Clarke wusste, dass es Zeit war zu sterben.“ 1. Satz

Handlung

Kurz und knapp: Nach dem 300 Jahre zurückliegenden Atomkrieg, hat sich ein kleiner Teil der Menschheit auf eine Raumstation gerettet. Doch die Raumstation gibt den Geist auf, der Sauerstoff wird knapp, die Ressourcen neigen sich dem Ende und das Leben der gesamten Menschheit steht auf dem Spiel. Nun werden 100 jugendliche, verurteilte Straftäter als Testkaninchen, auf die, potenziell immer noch verstrahlte, Erde geschickt um zu erkunden, ob das Leben auf unserem Planeten wieder möglich ist. Alles hängt von diesen hundert jungen Menschen ab. Ganz menschlich, gibt es unter den Jugendlichen Streit, Neid, Gier. Es gibt Zuneigung und Rivalitäten, Freundschaften und Feindschaften. Nach und nach kristallisieren sich die Anführer der Gruppe heraus und nach und nach kommen immer neue Gefahren auf die Einhundert zu, denen sie sich auf der Erde stellen müssen.

Die Handlung ist in groben Zügen ähnlich in Buch und Serie, doch gibt es auch einige gravierende Unterschiede. Wie im Buch, spielt die Handlung teilweise auf der Erde und teilweise auf dem Raumschiff. Anders sind jedoch die Charaktere. Einige sind gleich: Clarke, Bellamy, Octavia. Andere hingegen existieren nur hier oder dort. Beispielsweise Finn, kommt nur in der Serie vor, wohingegen Glass und Luke nur im Buch eine Rolle spielen. Die zentralen Konflikte sind die gleichen: Überleben auf der Erde, Rivalitäten in der Gruppe, Nahrungsbeschaffung, medizinische Versorgung und natürlich die zwischenmenschlichen Beziehungen, die die Geschichte ausmachen.

Clarke, Bellamy und Co.

Da ich die Serie gesehen habe, bevor ich das Buch gelesen habe, hatte ich natürlich schon ein Bild der Charaktere im Hinterkopf. Die Serie hat den Charakteren bereits ein Gesicht gegeben, so dass ich wohl nicht voreingenommen an das Buch rangehen konnte. Die wichtigsten Charaktere (im Buch) sind unter den 100: Clarke, Bellamy, Octavia und Wells. Auf der Raumstation kommen Luke und Glass hinzu sowie die Rolle von Wells Vater als Kanzler. In Rückblenden spielen in Clarks Perspektive immer wieder ihre Eltern eine große Rolle.

Clarke ist auf der Raumstation Phoenix aufgewachsen, in einer der besser gestellten Familien, es mangelte ihr nicht an Wasser, Nahrung und auch nicht an Luxusgütern, wie Kleider oder Schmuck. Feste und Freude waren ihr nicht vorenthalten. Sie ist die Tochter zweier Ärzte, sie ist mit dem Sohn des Kanzlers zusammen und ihr Leben scheint in Ordnung bis sie eine schlimme Wahrheit über ihre Eltern erfährt. Alles endet damit, dass sie als Gefangene auf die Erde geschickt wird. Sie ist hübsch, stark, mutig und klug und ist ganz klar eines der “Alpha-Tierchen” der Gruppe. Mit ihrer medizinischen Erfahrung ist sie unentbehrlich für die Gruppe. Ihre Beziehung zu Wells war zu Ende, als dieser ihre Eltern verraten hat. Wells scheint ebenfalls nicht auf den Kopf gefallen, doch ist er etwas naiv und klammert ziemlich an Clarke, es scheint als ob er rücksichtslos alles unternimmt was nötig ist um bei Clarke zu bleiben. Er geht über Leichen, um sie nicht zu verlieren, wie man so schön sagt. Er ist als Sohn des Kanzlers kein Unbekannter in der Gruppe und zählt ebenfalls zu denen, die sich als Anführer herauskristallisieren. Die Beziehung zwischen Clarke und Wells wurde in der Serie nicht so stark thematisiert, wie ich es im Buch empfunden habe. Außerdem ist die Situation von Clarkes Eltern in Buch und Serie unterschiedlich. In der Serie lebt Clarkes Mutter noch und ist nicht unwichtig für die Handlung. Im Buch dagegen sind beide Elternteile verstorben.

Bellamy hingegen ist eher ein Einzelgänger, seine Priorität gilt seiner kleinen Schwester, seit sie geboren wurde, hat er immer auf sie aufgepasst und sie immer beschützt und dies führt er auch auf der Erde fort. Es scheint als ob ihm die Gruppe und das Überleben der anderen auf der Raumstation egal sind, solange es Octavia gut geht. Er ist zielstrebig, kennt sich etwas mit Jagen und Kämpfen aus und es scheint als ob er eine Zuneigung zu Clarke entwickelt, mit der er einige Streifzüge durch den Wald unternimmt. Hier kommt ebenfalls ein Unterschied zum Tragen. Im Buch ist es für Clarke wie ein Zwiespalt zwischen ihren alten Gefühlen für Wells und ihre neue zarte, noch nicht definierte, Zuneigung zu Bellamy. In der Serie hingegen kommt hier in dieses Netz aus Beziehungen jedoch noch Finn dazu. In der Serie ist Clarke sehr angetan von Finn, der im Buch nicht existiert. Ich kann mir vorstellen, dass die Handlung dahingehend noch stärker abweichen wird in Band 2 und 3 im Vergleich zur Serie. Ich finde Bellamys und Octavias Geschichte wurde in der Serie sehr passend umgesetzt.

Ich persönlich mag Bellamy bisher am liebsten, weil er einen kühlen Kopf behält, weil er frech ist und weil er sich rührend um seine kleine Schwester kümmert. Er ist so ein bisschen, der sture Einzelkämpfer, und das macht ihn sympathisch. Ich bin sehr gespannt ob Clarke und er sich näher kommen werden. Im Buch und der Serie!

Fazit

Das Buch hat sich locker weg gelesen, ein gefühlvolles Buch, das sich sehr mit den Beziehungen zwischen den einzelnen Charakteren beschäftigt. Es wird aus mehreren Perspektiven erzählt, auf der Erde sowie auf der Raumstation. Ich habe das Buch gerne gelesen, es ist eine schöne Dystopie, nicht herausragend, aber unterhaltsam und spannend.

Buch vs. Serie

Jetzt, da ich Buch und Serie kenne, fällt es mir schwer zu entscheiden, welche Version ich gelungener finde. Auf der einen Seite wird das Gefühlsleben der einzelnen Charaktere im Buch viel deutlicher und ausgeprägter beschrieben. Außerdem gibt es weitere Charaktere im Buch, die nicht in der Serie auftauchen, die ich aber gerne mag: Luke und Glass. Dies trifft jedoch genauso auf die Serie zu, denn Finn beispielsweise kommt nicht im Buch vor. Ich mag die Serie sehr gerne, ich finde sie ist gut gemacht und besonders Clarke ist gut besetzt. Alles in allem hat mir beides gut gefallen, auch wenn ich denke, das beides immer weniger vergleichbar wird. Ich werde auch den 2. Band der Reihe lesen und auch die Serie weiter verfolgen.

Buchdetails

Die 100 von Kass Morgan

 

Band 1: »Die 100«

Verlag: Heyne (27. Juli 2015)
ISBN: 978-3-453-26949-1
Preis: 12,99€
Verlagsseite →

 

 

 

© Blutrot – Jamie’s Bücherblog 2015
 

Short Review: Tage der Toten von Don Winslow

Tage der Toten_gross_jpgMit großem Tatendrang hat sich der US-Drogenfahnder Art Keller daran gemacht, in die Strukturen der mexikanischen Drogenmafia einzudringen – mit Erfolg. So viel Erfolg, dass die Drogendepots reihenweise auffliegen und die Narcotraficantes die Jagd auf ihn eröffnen. Nachdem sein Mitarbeiter von den Gangstern zu Tode gefoltert wurde, schwört Art Keller Rache und startet einen gnadenlosen, blutigen Feldzug gegen die Drogenbarone. Zu spät bemerkt er, dass er sich damit neue Feinde macht – und die sitzen in Washington.Was als »Iran-Contra-Affäre« in die Geschichte einging, erlebt Keller als gigantisches Drogen-, Geldwäsche- und Waffengeschäft. Vor die Wahl gestellt, seiner Regierung zu dienen oder seinem Gewissen zu folgen, trifft er eine einsame Entscheidung – und stößt dabei auf unverhoffte Verbündete.

(Cover-, Text- und Zitatrechte: Suhrkamp Verlag)

Meine Meinung

Der Roman Tage der Toten ist bereits 2010 im Suhrkamp Verlag erschienen und liegt seit fast 5 Jahren auf meinem SuB. Erst mal abstauben!

Der Roman handelt vom Kampf gegen den Drogenhandel in Mexiko und den Export nach Amerika. Ein Absolutes Epos rund um Gewalt, Drogen, organisierte Kriminalität, blutrünstige Rache, Liebe und Familie, Ehrgeiz und Besessenheit.

»Sie hält ihr totes Baby in den Armen.« 1. Satz, Seite 9

Zu Beginn hat sich das Buch etwas gezogen. Die vielen mexikanischen Namen, die vielen Konflikte in die man direkt hineingeworfen wird. Die verschiedensten Parteien die involviert sind, die mexikanische Regierung, die amerikanische Drogenbehörde, die CIA, die Mafia, die mexikanische Polizei, Drogenhändler, Handlanger, Spitzel und Betrüger. Dieses unglaublich verzweigte Handlungsgebilde erschien mir am Anfang einfach zu viel, zu kompliziert. Es konnte mich zuerst nicht packen, doch auf der anderen Seite hat mir die Art wie das Buch geschrieben ist, so realistisch, so gut durchdacht und wahnsinnig umfassend, dann doch imponiert und nach und nach hat es mich in seinen Bann geschlagen.

Der DEA Agent Art Keller geht in seinem Job auf, mit viel Ehrgeiz geht er daran die Drogenmafia in Mexiko zur Strecke zu bringen, doch er ahnt nicht welche Ausmaße und wie umfassend das Netz ist, dass die Drogen spinnen. Er wird reingelegt und entscheidet sich seinen Fehler wieder gut zu machen, Rache zu nehmen und begibt sich auf einen blutigen Weg voller Verluste, Gewalt, wilder Iren, heftigen Auseinandersetzungen, ausgeklügelter Aktionen, einem Netz aus Drogen, Korruption, Betrug, Erpressung, Morde, Angst und Schrecken.

Ich lese kaum Bücher, deren Handlung politische Belange streifen. Doch dieses Buch, das die amerikanische und mexikanische Politik anpackt war wirklich spannend. Ein wirkliches Epos, das sich in vielerlei Hinsicht weit erstreckt: Länderübergreifend, verschiedenste Blickwinkel, vom Drogenboss, über die Edelnutte und einem irischen Killer bis zum Priester, Straftaten aller Art und in allen Ausmaßen, Jahre vergehen und Charaktere entwickeln sich.

Die Charaktere in diesem Buch sind wahnsinnig vielfältig und jeder einzelne ist außerordentlich ausgearbeitet. Kein Charakter ist platt oder scheint künstlich, sondern jeder hat eine Geschichte, eine Vergangenheit, Träume, Wünsche, Schwächen, Absichten und Stärken. Es gibt welche, die einem richtig zuwider sind und mit anderen fühlt man mit. Der Charakter der mir am meisten Gefallen hat, ist der des Sean Callan, einem Iren, der in Hell’s Kitchen aufwächst und ziemlich früh in die Welt von Drogen und Gewalt eintaucht. Ein Junge der eigentlich aus Zufall in eine ganz schöne große Sache reingeschlidert ist.

Fazit

Das Buch ist so wahnsinnig vielschichtig und bringt einen zum Nachdenken. Es ist kompliziert und düster und beängstigend und so detailreich, dass man sich ins Geschehen hineinversetzt fühlt. Das Thema „Drogenkrieg“ war für mich nicht mal so interessant, für mich ist das Buch besonders, weil der Autor es geschafft hat so eine realistische Atmosphäre aufzubauen und ein spannendes Netz zu spinnen aus Charakteren und Konflikten, dass ich als Leser Art Kellers Weg bis zum Ende verfolgen wollte. Der Drogenkrieg ist das umfassende Thema, doch die vielen Nebenschauplätze machen das Buch lebendig.

Weitere Infos zum Buch und eine Leseprobe findet ihr auf der Seite des Suhrkamp Verlag →

 

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