Archive of ‘Abenteuer’ category

Rezension: »Armada – Nur du kannst die Erde retten« von Ernest Cline

Zack Lightman ist ein Träumer und Geek. Seine Freizeit verbringt er am liebsten vor dem Computer, und richtig gut ist er nur in ›Armada‹, einem Virtual-Reality-Shooter, in dem eine außerirdische Spezies versucht, die Erde zu erobern. Damit ähnelt sein Leben zahlreicher anderer Gamer. Bis eines Tages ein echtes Alien-Raumschiff über seiner Heimatstadt auftaucht – und aus dem Computerspiel bitterer Ernst wird. Denn als sich die ersten Wellen außerirdischer Raumschiffe ankündigen, sind es allein die Gamer, die ihnen im Drohnenkampf gewachsen sind. Die besten unter ihnen werden von der Earth Defense Alliance angeworben und ausgebildet. Von einer geheimen Operationsbasis auf dem Mond aus führen Zack und seine Freunde einen Krieg, in dem es um das Schicksal der Erde geht.

(Cover-, Text- und Zitatrecht: Fischer TOR Verlag)

Meine Meinung

»Armada« hat mich persönlich direkt angesprochen, weil das Cover sehr klassisch Sci-Fi mäßig, aber auf der anderen Seite auch sehr schick und mysteriös gestaltet ist. Wer ist der Junge in der Mitte des Covers, dessen Silhouette in Licht gebadet ist? Neben dem Cover hat auch der Klappentext dazu beigetragen, dass ich dieses Buch dringend lesen wollte und es hat mir mal wieder richtig Lust auf Science Fiction gemacht!

Zack

Zack ist der Protagonist des Geschehens. Er ist ein super guter Gamer und sein favorisiertes Video Game ist Armada. Seine Freizeit verbringt er vor allem in dem Video Spiel Geschäft, in dem er arbeitet. Doch auch auf seiner Arbeit nutzt er häufigdie Gelegneheit um in die Welt der Video-Spiele abzutauchen. Zack fragt sich immer wieder wie der Laden am Laufen bleiben kann bei so wenig Kundschaft!

Zack ist kein richtig typischer Teenager, der fast die Schule hinter sich hat. Er ist sehr selbstständig und der Umstand, dass sein Vater vor seiner Geburt gestorben ist bringt ihn ein ums andere Mal ins Grübeln. Er vermisst ihn, aber manchmal denkt er sich auch, dass sein Vater verrückt gewesen sein muss, denn dieser war besessen von Verschwörungstheorien. Seine Idee: Sci-Fi Filme und Spiele bereiten die Menschheit eigentlich nur auf den Kontakt mit Aliens vor! Ich fand Zack von vorne bis hinten ziemlich sympathisch.

Tempo

Die Handlung besteht aus mehren großen Abschnitten. Ich habe den ersten Abschnitt, der in dem sich die Handlung aufbaut, Konflikte gestreut werden und Zacks Leben vor der Wende beschrieben wird relativ lang im Verhältnis zu den anderen Teilen. Als Zacks Träume oder auch Alpträume wahr werden, sich Zacks Vaters Verschwörungstheorien bewahrheiten und Zack sich mitten in einem Kampf gegen ein übermächtiges Alien-Volk befindet geht alles rasend schnell. Er wird ausgewählt, in den Kampf geschickt, befördert, umstationiert und trägt im Kampf eine große verantwortungsrolle Rolle. Ich fand zu Beginn hat sich die Handlung in einem angenehmen Tempo gesteigert, dann ging es sehr sprunghaft weiter, und auch das Ende kam sehr schnell. Bzw. die Handlung war sehr kurzweilig.

Spieler als Sodaten

»Armada« ist nicht nur der Titel des Buches, sondern auch der Titel des Spiels in der Geschichte, das junge Gamer rekrutieren soll um Kampfdrohnen zu fliegen. Die Idee ist erschreckend. Immer mehr Kämpfe werden aus der Ferne gefochten und ein solches Szenario, Spieler als Soldaten zu rekrutieren, ist gar nicht so undenkbar, denn wer kann besser Drohnen oder dergleichen am PC / Konsole steuern als die besten Gamer! Auf jeden Fall ein sehr spannendes und konfliktreiches Thema!

Fazit

»Armada« ist ein super gelungener Sci-Fi Roman, der klassische Verschwörungstheorien über außerirdisches Leben und die Machenschaften der Regierung mit viel Spannung und einer sympathischen Geschichte über einen Jungen, der eigentlich nur sein Lieblings Game zocken wollte, verbindet! Ein Punkt Abzug für das unausgewogene Tempo, ansonsten war ich rund herum gut unterhalten und gefesselt.

Buchdetails / Reiheninfo

 

Verlag: Fischer TOR Verlag (23. März 2017)
ISBN: 978-3-596-29660-6
Preis: PB 14,99 € , 416 Seiten

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© Blutrot | Jamies Bücherblog 2017

 

Rezension: »Die S.E.A. Expedition« von Nikolaus Hansen und Tina Uebel

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Inhalt:

Segeln im Eismeer und eine Gebirgsüberquerung am Ende der Welt

Im Bann eines der größten Polarforscher aller Zeiten: Ein Jahrhundert nach Ernest Shackleton folgt die Expedition »S.E.A. – Sir Ernest’s Anniversary« seinem Weg nach dem Untergang der Endurance im Weddellmeer. Dafür brechen zehn Männer und zwei Frauen Ende 2015 zu einem Segeltörn über den wildesten Ozean der Welt auf. Unter schwierigsten Bedingungen gelangen sie von den Falklandinseln über Elephant Island bis nach Südgeorgien, wo ein Teil des Teams auf Skiern die dramatische Gletscherlandschaft überquert. Die Crewmitglieder Nikolaus Hansen und Tina Uebel halten das gewagte Unterfangen in einem mitreißenden Bericht fest, ergänzt durch einzigartige Aufnahmen unberührter Eislandschaften. Dabei zeichnen sie den Verlauf von Shackletons Rettungsaktion nach und zeigen, weshalb sie die Menschen bis heute fasziniert. (Quelle: Piper Verlag →)

Meine Meinung

Nur etwas für eingefleischte Segler und Gipfelstürmer?

Ich bin der Meinung dieses Buch kann für jeden etwas sein, der sich für reale Abenteuer interessiert. Im Laufe des Buches wird viel über Segeltechniken, Equipment und ähnliches geschrieben und ich habe wirklich nicht den Leistens Schimmer vom Segeln, dennoch ist das Buch sehr packend und mitreißend. Man verspürt beim Lesen ein jähes aufflammen von Abenteuerlust und Fernweh, bei all den Herausforderungen und Beschreibungen der Expedition.

von der Endurance Expedition zur S.E.A Expedition

Die »S.E.A Expedition« folgt den Spuren Shakeltons, welcher 1914 mit 27 Männern und einer ganzen Horde Huskys zur Endurance-Expedition aufbrach. Ziel war der Südpol und die Durchquerung des antarktischen Kontinents. Doch diese Expedition scheiterte grandios! Das Schiff, die „Endurance“, mit der Shakelton und seine Männer in die Antarktis fuhren, wurde im Packeis zerdrückt und sank. Die Männer mussten nun zu Fuß und per Beiboot ihren Weg fortsetzen, doch die Durchquerung war nicht mehr möglich. Shakelton und seine Männer schafften es schließlich bis Elephant Island, wo sie ein notdürftiges Lager errichteten. Shakelton sowie eine kleine Gruppe machten sich auf um nach Südgeorgien zu Segeln. Die Strecke umfasst rund 1500 km über offenen Ozean und sie hatten nur ein kleines offenes Beiboot, die James Caird, zu Verfügung. Ein heikles Unterfangen. Doch die nächste Hürde war Südgeorgien. Shakelton und zwei Männer schafften es, das raue und schwere Terrain zu durchqueren und schließlich für die verbliebenen Männer auf Elephant Island Hilfe zu organisieren. Alle Männer der Expedition konnten gerettet werden.

2015 rund 100 Jahre nach Shakeltons Reise durch die Antarktis bricht die Crew der S.E.A. Expedition (S.E.A = Sir Earnest Anniversary) von den Falklandinseln auf. Sie segeln mit der Santa Maria Australis von den Falklandinseln nach Elephant Island, wo einhundert Jahre zuvor die Männer der Endurance-Expedition, in einem lausigen Lager zusammengeschustert aus Beibooten und den Resten ihrer Ausrüstung, auf Rettung gewartet haben. Anschließend machen sie sich auf den Weg nach Südgeorgien und folgen so dem Weg der James Caird. Auf Südgeorgien macht sich der alpin-erfahrene Teil der Mannschaft auf den Spuren Shakeltons auf, die raue Insel zu durchqueren und schließlich segeln sie zurück zu ihrem Ausgangspunkt, den Falklandinseln.

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 »leise Stimmen« und große Abenteuerlust

»Leise Stimmen« so umschreibt bereits Shakelton das Gefühl von Faszination für das Unbekannte. Der trieb hinaus zu fahren, zu segeln, Berge zu besteigen und unbekannte Teile der Welt zu erobern, auf die noch nie zuvor ein Mensch seinen Fuß gestellt hat.

Dieses Buch vermittelt genau dieses Gefühl, es weckt Abenteuerlust und es reißt einen absolut mit in diese unbekannte, gefährliche und aufregende Welt. Im Buch wird zu Recht die Frage gestellt welche Daseinsberechtigung eine Expedition hat, welche zum Ziel bereits bekanntes Territorium hat. Der Südpol ist längst erobert und das Interesse an der Antarktis nimmt ab. Tina Uebel schreibt dazu:

»Wir haben keine Sensation zu bieten, keine Superlative. Kein Erst-Irgendwas. Außer für uns selbst.« (Seite 26).

Warum also ist dieses Buch so spannend? Ich persönlich habe ein großes Interesse an Expeditionen in die Antarktis, Arktis oder auch in die Berge. Aber darüber hinaus ist dieses Buch wirklich interessant. Man erhält einen Einblick wie schwer es ist so eine Expedition ins Leben zu rufen, wie eine Crew aus Fremden zusammen wächst und sich ergänzt, ins Segeln über den offenen Ozean, in die Berge von Equipment die nötig sind und wie hinderlich Bürokratie sein kann! Diese Einblicke gewähren uns die beiden Autoren Nikolas Hansen und Tina Uebel, welche in separaten Blöcken von ihren Erfahrungen berichten. Mir hat Tina Uebels Stil etwas besser gefallen als Herr Hansens. Ihr Stil, wie sie von ihren Erlebnissen berichtet ist wahnsinnig lebendig, die Emotionen werden eindrücklich geschildert und das Gefühl von Aufbruchsstimmung und Glück und Abenteuer kommen sehr gut rüber.

»Frisch gemachter Berg. Und niemand hier, keiner außer uns, der Ozean dort draußen jenseits der Arctic Bay leer, als wäre der Mensch nie erfunden.« (Seite 10)

Literatur über die Endurance-Expedition

Zufälligerweise habe ich kurz vor diesem Buch, Alfred Lensings Werk »635 Tage im Eis – Die Shakelton Expedition« gelesen. In diesem Buch wird die Geschichte der Expedition sehr anschaulich erzählt. Ich kann nur empfehlen dieses Buch vor »Die S.E.A Expedition« zu lesen, da man so einen sehr guten Vergleich zwischen dem Equipment und den Verhältnissen vor 100 Jahren im Gegensatz zu heute gewinnt. Man bekommt einen guten Gesamteindruck von den Risiken, die diese Männer damals eingegangen sind und die auch heute nicht zu unterschätzen sind. In »Die S.E.A Expedition« wird häufig Alfred Lensings Buch und andere Literaturquellen über Shakeltons Expedition zitiert.

Fazit

»Die S.E.A Expedition« vermittelt ein Gefühl von Abenteuerlust und Fernweh. Es schildert eine Reise in die leerste Umgebung die ein Mensch sich vorstellen kann, und doch wird man gefesselt von den Reizen des Unbekannten. Ich habe das Buch sehr genossen und mitgefiebert und möchte nun am liebsten morgen direkt selber in die Antarktis aufbrechen! Ich denke man sollte schon ein gewisses Interesse für eisig kalte Expeditionen mitbringen um sich durch die Teile über Equipment und Co. zu lesen, allerdings ist das Buch so spannend, dass es für jeden eine abenteuerliche Leseerfahrung sein kann.

Vielen Dank an den MALIK / Piper Verlag für das Rezensiosnexemplar.

Buchdetails

 

Verlag: MALIK/ Piper Verlag (01. September 2016)
ISBN: 978-3-89029-468-1
Preis: HC 24,00€ , 352 Seiten

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© Blutrot | Jamies Bücherblog 2016

 

Rezension: »Am Ende aller Zeiten« von Adrian J. Walker

Am ende aller zeiten_gross

Inhalt:

Adrian J Walker hat mit ›Am Ende aller Zeiten‹ einen postapokalyptischen Roman geschrieben, in dem ein ganz normaler Familienvater vor die größte Herausforderung seines Lebens gestellt wird.

Edgar Hill ist Mitte dreißig, und er hat sein Leben gründlich satt. Unzufrieden mit sich und seinem Alltag in Schottland als Angestellter, Familienvater und Eigenheimbesitzer, fragt er sich vor allem eins: Hat das alles irgendwann einmal ein Ende? Er ahnt nicht, dass sich die Katastrophe bereits anbahnt.
Als das Ende kommt, kommt es von oben: Ein dramatischer Asteroidenschauer verwüstet die Britischen Inseln. Das Chaos ist gigantisch, die Katastrophe total. Ganze Städte werden ausgelöscht. Straßen, das Internet, die Zivilisation selbst gehören plötzlich der Vergangenheit an. England liegt in Schutt und Asche. Ist dies der Weltuntergang?

Edgar und seine Familie werden während der Evakuierung voneinander getrennt, und ihm bleibt nur eine Wahl: Will er Frau und Kinder jemals wiedersehen, muss er 500 Meilen weit laufen, durch ein zerstörtes Land und über die verbrannte Erde, von Edinburgh nach Cornwall. Zusammen mit einigen wenigen Gefährten begibt sich Edgar Hill auf einen Ultra-Marathon durch ein sterbendes Land. Doch sein Weg ist gefährlich: Im postapokalyptischen England kämpft jeder gegen jeden ums blanke Überleben.

(Cover-, Text- und Zitatrecht: Fischer Verlag)

Meine Meinung

Edgar –  Flasche oder Held der Apokalypse?

Edgar ist unzufrieden. Er nörgelt. Seine Kinder sind anstrengend. Er beschwert sich, dass er langsam aber sicher aus der Form gerät und in seiner Beziehung ist er auch nicht hundert Prozent zufrieden.

Doch dann kommen die Asteroiden und mir nichts dir nichts wird Edgars – bis dahin sehr langweiliges – Leben umgekrempelt. Als die ersten Anzeichen der Apokalypse nahen, läuft Edgar los und besorgt Hals über Kopf noch einige lebenswichtige Utensilien, Lebensmittel und Wasser. Anschließend scheucht er seine Familie in den Keller um die Katastrophe zu überstehen. Edgar, seine Frau und die beiden Kinder müssen ein paar Wochen im stickigen Keller ausharren bis sie es endlich wagen raus zu gehen.

In diesen Wochen, eingesperrt auf engstem Raum muss Edgar eine harte Geduldsprobe überstehen. Er zweifelt und manchmal wünscht er sich sogar ein Ende herbei. Doch dies ist erst der Anfang. Im verlauf der Geschehnisse wird Edgar von seiner Familie getrennt und er steht vor der Wahl: Soll er 500 Meilen zu Fuß zurück legen um seine Familie möglicherweise wieder zu finden oder soll er direkt aufgeben? Natürlich entschließt er sich dazu los zu laufen, sonst wäre die Geschichte recht schnell zu ende.

Ab hier beginnt eine Veränderung für Edgar und man fragt sich worauf läuft dies hinaus? Entwickelt sich Edgar vom lustlosen Vater, vom lieblosen Ehemann, von dem Mann der keinen Sport macht und stattdessen zu viel Bier trinkt zum Superdad, zum Ehemann des Jahres und ganz nebenbei entwickelt sich seine körperliche Konstitution exponentiell, vergleichbar mit Käpt’n America im Tank? Zum Glück nicht.

Edgars Veränderung geschieht langsam. Erst als er seine Familie verliert, erkennt er, dass es im Grunde nichts wichtigeres gibt für ihn und er läuft los. Doch seine mangelnde Fitness und allerhand skurrile Gestalten, stellen sich ihm in den Weg.

Edgar ist kein Charakter, mit dem man mitfiebert weil er so sympathisch oder nett ist, er ist eher interessant weil er zugibt nicht perfekt zu sein und im Gegenteil wirklich unsympathisch ist teilweise.

Die Apokalypse

Ich persönlich bin immer ein Fan von apokalyptischen, postapokalyptischen oder dystopischen Szenarien egal ob Zombies, Viren, Asteroiden, Monster, oder Aliens ihre Finger im Spiel haben. Asteroiden sind sicher keine neue, außergewöhnliche Idee für eine apokalyptische Geschichte, doch „Am Ende aller Zeiten“ hat mir sehr gut gefallen, weil man als Leser völlig ahnungslos in die Geschichte stolpert. Man erfährt nur das was Edgar weiß. Es gibt keinen allwissenden Erzähler oder Sprünge zu anderen Perspektiven. Alles was Edgar weiß ist wie seine eigene Lage aussieht. Gibt es noch eine Regierung? Wer sind diese ominösen Hilfskräfte, die eine Evakuierung planen? Man weiß es einfach nicht, doch die Ungewissheit macht es auch spannend.

Mir hat das Szenario sehr gut gefallen. Der Asteroideneinschlag ist absolut plötzlich gekommen, scheinbar niemand konnte sich vorbereiten. Die Kluft zwischen Mensch und Tier wird immer schmaler, das Leben wird von der einen auf die andere Sekunde umgekrempelt. Sitten, Regeln, Gesetze sind nicht mehr von Bedeutung wenn es ums Überleben geht. Der Trieb zu überleben ist wahnsinnig stark und diese Atmosphäre von Angst und Unsicherheit auf der einen Seite und starker tierischer Triebe zu überleben auf der anderen Seite wird sehr ausdrucksvoll rüber gebracht.

Joggen

Wer den Klappentext gelesen hat, und das Cover genau betrachtet hat, dem ist aufgefallen, dass Joggen / Laufen / Rennen eine wichtige Rolle spielt: Denn es wollen 500 Meilen überwunden werden. Einige dürfte es aber dann doch überrascht haben wie intensiv sich das Buch mit dem Thema Laufen, insbesondere lange Strecken laufen (wie z.B. einen Marathon) auseinander setzt. Es war sehr sehr spannend die Perspektive eines Läufers zu erleben. Welche körperlichen Hindernisse auftreten, aber auch welche Rolle die Psyche spielt. Der Wille durchzuhalten scheint sehr wichtig zu sein und auch Edgar kämpft ein ums andere Mal damit einen Fuß vor den anderen zu setzen.

Fazit

»Am Ende aller Zeiten« hat mich überzeugt. Die Handlung ist spannend und abwechslungsreich, wenngleich sich Edgars Reise durch die gesamte Geschichte zieht. Mich hat insbesondere die Perspektive des Läufers sehr interessiert, aber auch die vielen spannenden, kunterbunten Charaktere die Edgar helfen oder sich ihm in den Weg stellen machen das Buch sehr spannend. Ich würde das Buch nicht als absolut fesselnd beschreiben, aber es hat dennoch einen konstanten Spannungsbogen. Mich persönlich hat die Geschichte, das Cover, die Charaktere sehr fasziniert.

Buchdetails

Am ende aller zeiten_klein

 

Verlag: Fischer Tor Verlag (25.08.2016)
ISBN: 978-3-596-03704-9
Preis: Paperback 14,99€ , 432 Seiten

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Rezension: »Wonderland« von Christina Stein

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Sie machen eine Reise ins Paradies. Und landen in der Hölle auf Erden.
Thailand. Sonne, Palmen, eine Villa direkt am Strand. Der perfekte Urlaub! Doch als Lizzy am Morgen nach einer Strandparty aufwacht, ist sie gefangen. Mitten im Dschungel, mit ihren besten Freunden – und mit Jacob. Jacob, den keiner von ihnen richtig kennt, und der sie auf diese verdammte Strandparty eingeladen hat. Nur wegen ihm sind sie in einem Reality Game gelandet, in dem es nur schwarz oder weiß gibt, verlieren oder gewinnen, opfern oder geopfert werden.
Wer sind die Player in diesem Spiel? Was haben sie vor? Und welche Rolle spielt eigentlich Jacob? Lizzy hat keine Ahnung. Sie weiß auch nicht, wie lange sie ohne ihre Herzmedikamente überleben kann. Sie weiß nur eines: Die Gruppe muss bis morgen entscheiden, wer von ihnen das nächste Opfer sein wird …

(Cover-, Text- und Zitatrecht: Fischer Verlag)

Meine Meinung

Liz, Jacob, Freund und Feind

»Wonderland« ist ein Buch, dessen Handlung einem nicht sofort einen „Freund“ und einen „Feind“ präsentiert. Liz, ihre Freundinnen, Jacob und die Jungs wachen gemeinsam  in einem grausamen »reality Game« auf. Sie sind entführt worden und gefangen. Doch wer sind die Spieler, die sich an ihrer Angst und ihrem Leiden auf der anderen Seite der Mauer ergötzen? Sie sind völlig Ahnungslos, bis auf eine Ausnahme: Jacob. Er scheint etwas zu wissen, doch er sagt nichts und spielt mit.

»Wieder versucht Jacob zu lächeln, sein seltsames Lächeln, das so anders ist als das von Adrián, genau genommen um hundertachtzig Grad anders. Und plötzlich ist da wieder das Ziehen, dieses Gefühl, dass irgendwass passiert, aber das Gefühl beherrscht einen ganz anderen Teil des Bauches, und ich finde: Irgendwas stimmt hier nicht.« (Liz Gedanken, Seite 15)

Die Handlung wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Zum einen aus Liz‘ Perspektive zum anderen aus der von Jacob. später gibt es Episoden, die aus der Sicht eines Unbekannten erzählt werden, welcher der Drahtzieher von »Wonderland« zu sein scheint. Dieser Wechsel zwischen den Perspektiven macht es ungemein spannend. Liz weiß nur was sie sieht und was sie erlebt, doch Jacob hat mehr Informationen, die er jedoch dringend für sich behalten muss.

Neben der offensichtlichen Angst und Panik ist das Buch vor allem von den persönlichen Beziehungen geprägt. Die Freundschaft zwischen Nelli, Amelie und Liz ist immer wieder Thema, sie hält sie alle zusammen und auch wenn diese absolut harte Ausnahmesituation die Schattenseiten in den sechs hervorlockt, so ist es die Freundschaft die sie zusammenhalten kann. Eine zarte Verbindung entwickelt sich trotz der Verdächtigungen zwischen Liz und Jacob. Ist es Liebe oder ist ihre Verbindung dem immensen Druck entsprungen? Außerdem spielt Jacobs Familie eine wichtige Rolle. Jeder der sechs Charaktere, insbesondere Jacob und der drei Mädels haben eine individuelle Geschichte die nach und nach ans Licht kommt und die sie alle einfach sehr außergewöhnlich macht.

»[…] warum begreift er unsere Situation so viel schneller als der Rest von uns, und warum, verdammt nochmal, erschüttert ihn das nicht?« (Liz Gedanken über Jacob, Seite 43)

Liz und Jacob kommen sich bereits am Abend der Party ein wenig näher, jedoch ist Liz sehr skeptisch. Während ihres Aufenthalts im Park werden sie langsam zu Verbündeten und Anziehung macht sich trotz der Qual und der Angst breit. Ich finde besonders diese zarte Verbindung sehr natürlich und rührend.

Spitznamen

Etwas verwirrend ist zu Beginn des Buches, dass die Charaktere jeweils Spitznamen haben und mal so und mal so genannt werden. So wird z.b. einer der Jungs, neben seinem richtigen Namen auch immer wieder einfach »Freckles« genannt. Dies ist zu Beginn etwas gewöhnungsbedürftig, aber in gewisser Weise auch recht real für jeden der auch gerne andere mit Spitznamen versieht.

Wonderland vs. Horrorland

Die Idee von »Wonderland« hat mich etwas an den (ziemlich heftigen, ekligen, blutigen und abartigen) Film »Hostel« erinnert. Im Film werden ein paar Rucksacktouristen entführt und von reichen Menschen, die ihre sadistische Ader einmal ausleben möchten gequält und gefoltert. »Wonderland« ist diesem Film in einigen Punkten sehr ähnlich. Touristen werden entführt und zum Zweck der Belustigung oder der Befriedigung von Bedürfnissen gequält. Doch »Wonderland« ist ganz und gar nicht stumpf und sinnlos brutal, (so wie ich persönlich den Film »Hostel« empfunden habe) sondern eine ganz fabelhaft erzählte Geschichte. Die Idee ist heftig und die Umsetzung super spannend, Nervenkitzel Pur!

Fazit

»Wonderland« hat mich dezent an den Film »Hostel« erinnert, die Idee ist gleichermaßen heftig, krass, wahnsinnig, doch die Umsetzung ist im Gegensatz zum Film, einfach großartig. Es ist weniger blutig, stattdessen ist vielmehr der psychische Druck und die angsterfüllte Atmosphäre absolut greifbar. Das Buch hat mich jedenfalls positiv überrascht, ich hatte nicht erwartet so einen Pageturner vor mir zu haben. Absolut spannend, mit viel Gefühl und zwei starken Protagonisten.

Buchdetails

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Verlag: Fischer Verlag ( 25.08.2016)
ISBN: 978-3-7335-0289-8
Preis: Paperback 12,99€ , 384 Seiten

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