Rezension: »Noah will nach Hause«

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Inhalt

Die alleinerziehende Janie ist ratlos. Ihr vierjähriger Sohn Noah hat Albträume und erzählt von grausigen Dingen. Immer wieder jammert er, dass er zu seiner Mama will. Aber ist er das nicht? Nachdem die verzweifelte Mutter verschiedene Ärzte konsultiert hat, stößt sie beim Stöbern im Internet auf die Seite von Jerome Anderson, einem Psychologieprofessor, der das Phänomen der Wiedergeburt erforscht. In ihrer Not nimmt sie Kontakt zu ihm auf. Kann er Noah helfen? Und so machen sie sich mit nur wenigen Anhaltspunkten detektivisch auf die Suche nach dem Ort, dem Haus, der Familie, der Mutter, nach der Noah sich so sehr sehnt – und werden fündig. (Quelle: Ullstein Verlag →)

(Cover-, Text- und Zitatrecht: Ullstein Verlag)

Meine Meinung

Janie ist verzweifelt, sie ist Single und wünscht sich nichts mehr als endlich einen Mann kennen zu lernen und ein Kind zu bekommen. Als sie, nach einer flüchtigen Urlaubsbekanntschaft, schließlich Noah bekommt verzaubert der kleine Junge ihre Welt. Ihre Liebe zu ihm und ihre besondere Beziehung sind wunderbar liebevoll erzählt. Nach und nach jedoch zeigt Noah seltsame Verhaltensweisen. Er hat Alpträume, spricht über Dinge die er gar nicht kennen sollte und am haarsträubendsten: Er verlang immer wieder, Janie gegenüber,  nach seiner Mutter. Doch Janie ist doch bei ihm? Was geht vor in Noah? Eine sehr bedrückende Situation.

Janie hat ein wahnsinnig schlechtes Gefühl und Angst um Noah, also klappert sie einen ganzen Haufen Ärzte ab um festzustellen ob mit Noah etwas nicht stimmt. Doch niemand kann ihr eine Antwort geben, warum Noah sich so seltsam verhält. Bis sie Jerome Anderson trifft. Er ist Psychologieprofessor und hat sich einem ganz speziellen Thema gewidmet: Reinkarnation.

Esoterik vs. Wissenschaft

Reinkarnation ist ein sehr kontroverses Thema. Insbesondere greift Guskin das Thema der empirischen Reinkarnations-Forschung auf, wie sie Ian Stevenson ab den 1960er Jahren betrieben hat. Doch schlussendlich handelt es sich um Pseudowissenschaft und für Reinkarnation gibt es keine belegbaren Beweise. Nichtsdestotrotz ist dieses Thema in vielen Kulturen fest verankert. Reinkarnation geht immer mit Tod und Trauer einher. Wenn ein geliebter Mensch stirbt kann die Vorstellung, dass er wiedergeboren wird möglicherweise tröstlich sein.

Sharon Guskin hat dieses Thema sehr sensibel und gefühlvoll aufgegriffen. Reinkarnation ist etwas, das für mich in den Bereich der Legenden und Mythen fällt, und auch die Protagonistin Janie war davon überzeugt, dass Reinkarnation ein Spukthema ist. Doch um ihres Sohns wegen öffnet sie sich dieser Möglichkeit. Es ist kein völlig abgedrehtes esoterisches Buch, das missionarisch Reinkarnation als Wahrheit verkauft, sondern es erzählt eine Geschichte über Liebe und Trauer und die wundervolle liebevolle Verbindung zwischen einer Mutter und ihrem Sohn.

Professor Anderson selbst ist schwer krank, er lebt für seine Forschung, sei sie noch so kontrovers. Doch dann bekommt er eine schwere Diagnose und ist bald kaum noch in der Lage sein Buch zu beenden. Auch seine Geschichte ist sehr bewegend. Möchte er am Anfang noch mit allen Mitteln an seiner Forschung arbeiten, so ändert Noahs Fall, am Ende seines Lebens, noch einmal seine ganze Denkweise.

Fazit

Sharon Guskin greift in »Noah will nach Hause« ein sehr kontroverses, spirituelles Thema auf, die Reinkarnation, aber anstatt ein esoterisches Debakel zu veranstalten, strickt sie eine unglaublich liebevolle, nachdenkliche Geschichte, mit wenigen, aber sehr starken, Charakteren. Ich habe wenig erwartet von diesem Buch, eine nette Erzählung, aber bekommen habe ich eine unglaublich tiefsinnige, spannende und berührende Geschichte. Ein wahnsinnig gelungener Debütroman!

Buchdetails

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Verlag: Ullstein Verlag (22. September 2016)
ISBN: 9783793423065
Preis: 18,00€ , 432 Seiten

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