Rezension: »Piratinnen – Das ruchlose Leben der Anna Zollinger« von Piero Schäfer

Piratinnen - Piero Schäfer

Inhalt

Zur Zeit der Reformation macht eine Gruppe von Piratinnen den Schiffsweg auf dem Zürichsee unsicher. Sie überfallen Handelsschiffe und Kutschen und führen ein frivoles und lasterhaftes Leben, das nach einem Verrat mit der Hinrichtung auf dem Schafott endet.

(Cover-, Text- und Zitatrecht: Novum Premium Verlag)

Meine Meinung

Erste Erwartungen und Handlung

»Piratinnen« klingt nach einem sehr spannenden, historischen Roman. Der Titel sagt weiter »Das ruchlose Leben der Anna Zollinger«. Es geht um Anna, eine junge Frau die in eigentlich recht behüteten Verhältnissen groß wird. Ihr Vater ist wohlhabend, ihr fehlt es nicht an Freiheit, Essen, Trinken und anderen essenziellen Gütern, doch Anna ist seither rebellisch, störrisch, launisch, ganz im Gegenteil zu ihrer Schwester, welche einen absoluten Gegenpol darstellt: ruhig, artig, dankbar. Doch es gibt auch Schattenseiten in Annas Leben. Ihre Mutter ist gestorben, die Stiefmutter eher ein Stiefmonster, ihr Vater ist viel auf Reisen und ihre Welt ist anscheinend viel zu klein für das wilde Kind. Besonders gereizt hat mich, dass es diesmal um (weibliche) Piratinnen geht, sonst kenne ich aus Film und Buch und auch Geschichten immer nur männliche Piraten. Dass diesmal Frauen in dieser Rolle stecken sollen fand ich äußerst spannend!

Charaktere: Wild vs. Artig

Anna ist ein wahnsinnig spannender, interessanter Charakter, jeder der in seiner Jugend rebellisch war findet sich ein Stück in ihr wieder, doch auf der anderen Seite ist in ihr eine Unruhe, die nicht so leicht zu fassen ist. Ich fand es sehr schade, dass es im ersten Drittel des Buches relativ wenig um Anna direkt ging, als vielmehr um die ganze Welt in der sie lebt. Ich hatte erwartet dass das ganze Buch Annas Geschichte begleitet, doch nach einer kurzen Begegnung mit Anna, wird viele Seiten lang erst mal ihr Umfeld, ihre Familie, der Beruf ihres Vaters, und viele weitere Nebenschauplätze beschrieben, bevor die einzelnen Stränge zurück zu Anna führen. Auf der einen Seite finde ich es toll wenn der Autor es schafft viele Stränge letzten Endes wieder zu vereinen, doch in diesem Buch war der Einstieg meiner Meinung nach zu lang und zu langatmig. Ich habe mich oft gefragt wie diese oder jene Handlung eine Rolle für Anna spielt.

Stil

Nachdem sich die Handlung Anna wieder angenähert hat fand ich das Buch sehr spannend und die historische Geschichte durchaus packend. Der Stil des Buches hingegen war etwas gewöhnungsbedürftig. Es sollte wohl das Gefühl herüber gebracht werden, dass die Handlung im 15. Jhd. spielt, doch durch die etwas altertümlich gehaltene Sprache war das Buch auch wenig flüssig zu lesen. Ich bin noch zwigespalten ob der Stil für die Handlung förderlich oder hinderlich war. Auf jeden Fall hat es ganz gut ins Bild gepasst.

Fazit

»Piratinnen«. Das ist ein Titel unter dem ich mir eine historische Geschichte, Rebellion, Abenteuer und auch Leid vorgestellt habe. Anna ist ein sehr interessanter, rebellischer Charakter. Sie begehrt auf, sie wehrt sich und bricht aus ihrer Bestimmung aus. Schade fand ich, dass im ersten Drittel wenig von Anna direkt berichtet wurde, dennoch ist die Geschichte packend und eine gute Abwechslung.

Buchdetails

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Verlag: Novum Premium Verlag (22.06.2015)
ISBN: 978-3-903067-01-1
Preis: HC 22,90€ , 294 Seiten

Verlagsseite →

 

 

 

 

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