Rezension: »Totgespielt« von L. C. Frey

totgespieltDer erfolgreiche Thriller-Autor Andreas Herzog erwacht nach einem schweren Autounfall im Krankenhaus zu schrecklichen Neuigkeiten: Er soll seine Ex-Frau grausam verstümmelt und ermordet haben – vor den Augen ihres gemeinsamen Sohnes. Doch Herzog ist überzeugt von seiner Unschuld und stürzt sich in eine waghalsige Flucht mit der jungen Krankenschwester Lina. Während Herzog sich den Dämonen seiner Vergangenheit stellt, verschwimmen die Grenzen zwischen Realität und Fiktion: Weitere brutal zugerichtete Leichen tauchen auf – ermordet nach dem Muster in Herzogs letztem Thriller …

Meine Meinung

Das Buch ist so aufgebaut, dass es aus mehreren Perspektiven erzählt wird. Zum einen aus der Perspektive von Herzog, der Perspektive von Lina der Krankenschwester, aus Sicht des Polizisten, der die Ermittlungen zum Mord an Herzogs Ex-Frau leitet und zuletzt aus der Perspektive des Polizei-Psychologen, der zu dem Fall zurate gezogen wurde. Aufgelockert wird die Handlung durch verschiedene Einschübe, mal sind es ein paar Seiten aus einem anderen Buch von Herzog, mal ein Protokoll von einem Gespräch, mal ein Zeitungsartikel. Ich fand diese Einschübe waren ein nettes Extra, das die Spannung noch gesteigert hat, weil ich mich einfach gefragt habe, ob es noch mehr Verbindungen zwischen den Charakteren oder zu den Morden gibt.

Spannung

Die Spannung war wirklich von Anfang an richtig hoch. Das Buch hat es immer wieder geschafft mich zu verunsichern. Es ist nicht vorhersehbar oder abgedroschen, sondern einfach richtig fesselnd! Die Neugier steigert sich von Kapitel zu Kapitel und wenn man grade denkt, dass sich ein paar Begebenheiten klären, wird man direkt mit einem neuen Berg aus Fragen konfrontiert.

Die Charaktere, Herzog und Lina

Herzog ist ein ganz schön verspannter Zeitgenosse. Vor dem Unfall hetzt er von einem zum nächsten Termin, selbst das Weihnachtstreffen mit seinem Sohn versetzt ihn in Stress. Er ist ziemlich arrogant und egoistisch, doch auch sehr ehrlich und direkt. Zu Beginn des Buches war ich nicht sicher, was ich von ihm halten sollte, doch nach und nach war ich überzeugt, dass er unschuldig war und den Mord an seiner Exfrau nicht begangen hat. Meine Meinung über Herzog, wie auch über die anderen Charaktere, wurde immer wieder auf die Probe gestellt, denn das Buch ist wahnsinnig verzwickt und verschlungen. Man weiß nie, was Wahrheit ist und was der Mörder geschickt eingefädelt hat. Indizien, Ahnungen und Andeutungen bilden ein kompliziertes Netz aus Verdächtigungen.

Lina, die hilfsbereite – zu hilfsbereite – hübsche Krankenschwester fand ich ziemlich suspekt, denn wer hilft denn einem möglichen Mörder zu fliehen, wenn man diesen nicht einmal kennt. Noch dazu schaut sie nicht einfach weg, wenn er aus dem Krankenhaus flieht sondern hilft ihm sogar mit Kleidung, fährt ihn an einen abgelegenen Ort und kümmert sich um ihn. Sie war von vornherein irgendwie zu nett und deshalb gewissermaßen verdächtig. Man wird nicht schlau aus ihr.

Die Charaktere in diesem Buch sind sehr lebhaft gestaltet und haben viele innere Konflikte, von denen nur ein Teil an die Oberfläche kommt. Vieles bleibt ungesagt oder nur angedeutet. Die (oben genannten) Einschübe erzählen teilweise die Geschichten der Charaktere, ohne unbedingt einen zeitlichen Kontext zu geben. Neben Herzog und Lina wird die Palette der Charaktere noch durch den griesgrämigen Polizist, der Sabines Mordermittlung leitet, einen überheblichen Psychologen, der beratend hinzugezogen wurde, Tommy – Herzogs Sohn -, Herzogs Agent Urby und die ermordete Sabine erweitert.

Fazit

»Totgespielt« ist ein ziemlich heftiger Thriller, der an Spannung nichts zu wünschen übrig lässt, aber auch ganz schön schockierend ist. Das Buch hat mich ziemlich aufgekratzt zurück gelassen, denn das Ende war wirklich crazy! So viel kann ich vielleicht verraten. Also ein rundum gelungenen Thriller, der meine Erwartungen übertroffen hat.

Buchdetails

totgespielt_klein

 

Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform; Auflage: 1.0 (7. Februar 2016)
ISBN: 978-1523901524
Preis: 14,95€, 378 Seiten

Verlagsseite →

 

 

 

 

© Blutrot – Jamie’s Bücherblog 2016

 

Leave a Reply