Rezension: »Blood on Snow. Das Versteck« von Jo Nesbø

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Ulf ist Geldeintreiber. Sein Boss ist der Fischer. Der Fischer ist einer DER Drogenhändler Oslos. Als Geldeintreiber wird man nicht unbedingt reich. Doch jetzt hat Ulf einen Weg gefunden. Glaubt er. Zwei Probleme stellen sich. Drogenhändler lassen sich ungern reinlegen. Und schicken sie ihre Killer los, sollte man ganz weit laufen – und sich ein gutes Versteck suchen.

(Cover-, Text- und Zitatrecht: Ullstein Verlag)

Meine Meinung

Für mich ist dieses Buch sehr schwer einzuordnen. Wie auch vom ersten Teil (»Blood on Snow. Der Auftrag«), war ich überrascht von der gefühlvollen Handlung. So geht es in dem Buch darum, dass sich Ulf, ein kleiner Drogendealer, der den Drogenboss um sein Geld gebracht hat, vor ihm und seinen Schergen versteckt hält und dem Schicksal einer Kugel oder Schlimmeren entkommen will.

Ulf, wie er sich nun nennt, ist ein recht einfacher Mensch. Er hat sich schon des Öfteren verliebt, hat sich keine sonderlichen Ziele für die Zukunft gesteckt, hat ein bisschen mit Drogen gedealt. Als er dann eine kleine Tochter bekommt, die scheinbar unheilbar krank ist, verändert sich alles. Er verkauft immer mehr Drogen, um das Geld für eine teure, experimentelle Behandlung zusammen zu bekommen, doch das Geld reicht nicht und so beschließt er sich das Geld zu holen, indem er den Drogenboss beklaut. Doch zu diesem Zeitpunkt ist es schon zu spät für seine Tochter.

Nun sitzt er in einer kleinen Jagdhütte fest, gehetzt und paranoid darauf wartend, dass sie kommen und ihn holen. Doch gerade in diesem Augenblick begegnet er einer Frau, Lea, und ihrem Sohn Knut, die ebenfalls kein leichtes Schicksal haben und verliebt sich in sie.

Das Buch erzählt eigentlich eine sehr traurige Geschichte, von einer verstorbenen Tochter, von einer Frau, deren Ehe erzwungen ist, deren Mann sie und den Sohn mies behandelt. Das Buch, dessen Klappentext viel über Drogenhandel und Killer spricht, verrät gar nicht, wie viel Gefühl in diesem harten Buch steckt. Wie im ersten Band von »Blood on Snow« wird der Protagonist, dessen Job doch fragwürdig ist, sehr sympathisch rüber gebracht. Die Anteile in denen er sich bedroht fühlt, überwiegen bei weitem den Anteil, in dem er wirklich bedroht wird. Er ist zu Recht paranoid, denn der Drogenboss Fischer sucht nach ihm, doch zunächst scheint sein Versteck gut gewählt. Er kommt, um sich zu verstecken und findet Menschen, die sehr offenherzig auf ihn zugehen.

Das Cover und die Aufmachung vom Buch sind schlicht in schwarzweiß und neongelb gehalten. In meinen Augen ist das recht schlichte und doch auffällige Cover sehr gut gelungen. Ich finde es sehr ansprechend und besonders der Buchschnitt in sattem Gelb ist ein echter Hingucker.

Fazit

Ich mochte schon den ersten Teil der »Blood on Snow« Reihe, »Der Auftrag«, doch Band zwei fand ich noch einen Hauch besser. Ich finde nicht die richtigen Worte, um die Stimmung zu beschreiben, die das Buch für mich super lesenswert gemacht hat. Es ist eine Mischung aus Spannung, Gefühl, der Kontrast zwischen Gut und Böse und wie sehr beides ineinander verschwimmen kann. Es ist kein Buch, das mit vielen unerwarteten Wendungen auftrumpft oder furchtbar dramatisch ist, sondern ein Buch, das von sehr grundständigen Charakteren und deren Schicksalen erzählt.

 

Links

Meine Rezension zum ersten Teil »Blood on Snow. Der Auftrag« findet ihr Hier →

Auf der Seite des Ullstein-Verlags findet ihr eine Leseprobe zu »Blood on Snow. Das Versteck« →

Buchdetails

»Blood on Snow. Das Versteck« ist der zweite Band einer Trilogie. Der erste Band heißt: »Blood on Snow. Der Auftrag«. Die Bücher haben bisher aber nur eine lose Verbindung und Band 1 & 2 kann man meiner Meinung nach durchaus separat lesen.

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Verlag: Ullstein Verlag (26.02.2016)
ISBN: 9783550080784
Preis: 12,99€, 256 Seiten

Verlagsseite →

 

 

 

 

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