Rezension: »Die schrecklich schöne neue Welt des Professor Furtwanger« von Adrian Suter

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Kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges begibt sich eine Sondereinheit des Hitler-Regimes unter der Leitung von Oberst Dr. Furtwanger auf die »Expedition Mantodea«. Im Auftrag des Führers sucht sie in der afrikanischen Steppe nach einer Spezies der Stabschrecke, durch deren Verzehr Unsterblichkeit erlangt werden soll. Ziel der Expedition ist es, Hitler das ewige Leben zu verleihen.

Wir erfahren es hundertvierzig Jahre später, in einer technologisch hochstehenden und friedfertigen, doch gleichzeitig kitschig-skurrilen Welt, in der sich die Menschheit einem überbordenden Konsumrausch hingibt.

Doch der Schein trügt, denn es herrscht die totale Kontrolle und das Regime steht kurz dem Endziel: Adolf Hitler von den Toten zu erwecken, sodass der Führer ein ewig währendes Reich des Schreckens und eine Diktatur des Grauens errichten kann…

(Cover-, Text- und Zitatrecht: Riverfield Verlag)

Meine Meinung

Idee

Die Idee zu diesem Buch ist eigentlich die Frage: Was wäre wenn Hitler überlebt hätte und dazu auch noch unsterblich wäre? Würde das dritte Reich noch existieren und zu einem „ewig währenden Reich“ werden? Wie würde unsere Gesellschaft dann aussehen? Was geschieht wenn alle Menschen ewig leben oder zumindest eine sehr lange Zeit?

Handlung

Das Buch ist in mehrere Teile eingeteilt, die sich klar durch einen zeitlichen Rahmen von einander abgrenzen.

Zu Beginn wird der Leser in das Jahr 1945 zurück versetzt, in der Dr. Furtwanger in den Steppen Afrikas nach dem Elixier des Lebens forscht.

Der nächste Sprung führt den Leser in das Jahr 1999. Ab diesem Teil ist das Buch aus der Perspektive des Immobilienmaklers Alan Filippos geschrieben. Er ist nicht unglücklich mit seinem Leben, aber auch nicht wirklich zufrieden, er sucht eine Frau und mehr Geld verdienen wäre auch nicht schlecht, er ist ein Beispiel für die Mittelschicht der heutigen Gesellschaft.

Später trifft Alan auf Professor Furtwanger, von dessen Vergangenheit und Forschung er nichts ahnt. Blindlings gerät er in ein Experiment, das ihn erst in seine eigenes Ich und später in eine bunte, kitschige Zukunft bringen wird, die von außen betrachtet schön erscheint, doch wenn man genauer hinschaut ziemlich schrecklich ist.

Umsetzung

Meiner Meinung nach ist die Idee zu diesem Buch nicht wirklich neu, denn düstere Zukunftsvisionen wie diese gibt es durchaus öfter, dennoch finde ich die Idee zur Forschung an einem Unsterblichkeits-Mittel und einer daraus resultierenden kitschigen und doch grausamen Welt ziemlich interessant. Die Umsetzung war allerdings nicht berauschend.

Die einzelnen Teile, aus denen die Handlung zusammengesetzt ist, haben lange keinen Bezug zueinander, bevor sie dann wieder zusammenfließen. Leider habe ich mich beim Lesen oft gefragt, wie das nun zusammenpasst, oder warum Passagen so ausführlich beschrieben werden. Erst im Nachhinein wurde klar, dass man dieses Vorwissen brauchte, um die Konstellationen der Personen und die Intentionen zu verstehen.

Fazit

Eine ziemlich spannende Idee, aber eine fade Umsetzung. Ich wurde nicht warm mit den Charakteren, und die Handlung hatte einige Längen. Das Buch war leider nicht mein Fall.

Buchdetails

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Verlag: Riverfield Verlag (Herbst 2015)
ISBN: 978-3-9524463-8-6
Preis: 29,90€

Verlagsseite →

 

 

 

 

© Blutrot – Jamie’s Bücherblog 2015-2016

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