Serie vs. Buch »Die 100« von Kass Morgan

»The 100« ist eine US-Amerikanische Sci-Fi / Abenteuer Serie, deren zweite Staffel mittlerweile im Deutschen TV ausgestrahlt wurde. Produziert wird die Serie seit 2013. Seit dem Sommer 2015 wird sie in Deutschland auf Pro Sieben ausgestrahlt.

Ich habe die erste Staffel der Serie gesehen und finde die Serie richtig spannend. Sci-Fi, Abenteuer, Gefühle, Spannung. Manchmal etwas viel zwischenmenschliches Drama unter den hundert Jugendlichen, aber das will man ja auch nicht ganz missen.

Erst nachdem ich die Serie gesehen habe, habe ich herausgefunden, dass sie auf der Roman-Reihe »die 100« von der Autorin Kass Morgan basiert. Da ich nicht genug von der Serie bekommen konnte habe ich mir das Buch also auch besorgt. Hier mal mein Fazit zum Vergleich: Serie vs. Buch.

100

(links: Original Cover Verlag: Little Brown, rechts: deutsches Cover, passend zur Serie, Verlag: Heyne)

Das Buch-Cover

Auf den ersten Blick fand ich das Cover sehr schön. Meisten bevorzuge ich die Buch-Ausgabe mit dem Originalen Cover und nicht die Auflage mit dem Cover zur Serie oder Film. In diesem Fall ist es jedoch so, dass die deutsche Ausgabe des Buches direkt mit dem passenden Cover zur Serie erschienen ist. Soweit ich das sehen konnte, gibt es also kein „eigenständiges“ Cover zur deutschen Ausgabe. Nun nachdem ich das Buch gelesen habe, muss ich dann aber doch die Stirn runzeln. Denn das Cover hat nicht viel gemein mit dem Buch. Die Serie und das Buch weichen in Teilen sehr stark voneinander ab. So sieht man hier auf dem Cover von links nach rechts die Seriencharaktere: Octavia, Finn, Clarke, Jasper, Monty und Bellamy. Wenn man das Buch nun gelesen hat fällt auf, dass Finn, Jasper und Monty gar nicht vorkommen im Buch. Dafür gibt es andere Charaktere, die in der Serie nicht vorkommen. Tja schönes Cover nur nicht sehr passend für das Buch

„Die Tür glitt zur Seite und Clarke wusste, dass es Zeit war zu sterben.“ 1. Satz

Handlung

Kurz und knapp: Nach dem 300 Jahre zurückliegenden Atomkrieg, hat sich ein kleiner Teil der Menschheit auf eine Raumstation gerettet. Doch die Raumstation gibt den Geist auf, der Sauerstoff wird knapp, die Ressourcen neigen sich dem Ende und das Leben der gesamten Menschheit steht auf dem Spiel. Nun werden 100 jugendliche, verurteilte Straftäter als Testkaninchen, auf die, potenziell immer noch verstrahlte, Erde geschickt um zu erkunden, ob das Leben auf unserem Planeten wieder möglich ist. Alles hängt von diesen hundert jungen Menschen ab. Ganz menschlich, gibt es unter den Jugendlichen Streit, Neid, Gier. Es gibt Zuneigung und Rivalitäten, Freundschaften und Feindschaften. Nach und nach kristallisieren sich die Anführer der Gruppe heraus und nach und nach kommen immer neue Gefahren auf die Einhundert zu, denen sie sich auf der Erde stellen müssen.

Die Handlung ist in groben Zügen ähnlich in Buch und Serie, doch gibt es auch einige gravierende Unterschiede. Wie im Buch, spielt die Handlung teilweise auf der Erde und teilweise auf dem Raumschiff. Anders sind jedoch die Charaktere. Einige sind gleich: Clarke, Bellamy, Octavia. Andere hingegen existieren nur hier oder dort. Beispielsweise Finn, kommt nur in der Serie vor, wohingegen Glass und Luke nur im Buch eine Rolle spielen. Die zentralen Konflikte sind die gleichen: Überleben auf der Erde, Rivalitäten in der Gruppe, Nahrungsbeschaffung, medizinische Versorgung und natürlich die zwischenmenschlichen Beziehungen, die die Geschichte ausmachen.

Clarke, Bellamy und Co.

Da ich die Serie gesehen habe, bevor ich das Buch gelesen habe, hatte ich natürlich schon ein Bild der Charaktere im Hinterkopf. Die Serie hat den Charakteren bereits ein Gesicht gegeben, so dass ich wohl nicht voreingenommen an das Buch rangehen konnte. Die wichtigsten Charaktere (im Buch) sind unter den 100: Clarke, Bellamy, Octavia und Wells. Auf der Raumstation kommen Luke und Glass hinzu sowie die Rolle von Wells Vater als Kanzler. In Rückblenden spielen in Clarks Perspektive immer wieder ihre Eltern eine große Rolle.

Clarke ist auf der Raumstation Phoenix aufgewachsen, in einer der besser gestellten Familien, es mangelte ihr nicht an Wasser, Nahrung und auch nicht an Luxusgütern, wie Kleider oder Schmuck. Feste und Freude waren ihr nicht vorenthalten. Sie ist die Tochter zweier Ärzte, sie ist mit dem Sohn des Kanzlers zusammen und ihr Leben scheint in Ordnung bis sie eine schlimme Wahrheit über ihre Eltern erfährt. Alles endet damit, dass sie als Gefangene auf die Erde geschickt wird. Sie ist hübsch, stark, mutig und klug und ist ganz klar eines der “Alpha-Tierchen” der Gruppe. Mit ihrer medizinischen Erfahrung ist sie unentbehrlich für die Gruppe. Ihre Beziehung zu Wells war zu Ende, als dieser ihre Eltern verraten hat. Wells scheint ebenfalls nicht auf den Kopf gefallen, doch ist er etwas naiv und klammert ziemlich an Clarke, es scheint als ob er rücksichtslos alles unternimmt was nötig ist um bei Clarke zu bleiben. Er geht über Leichen, um sie nicht zu verlieren, wie man so schön sagt. Er ist als Sohn des Kanzlers kein Unbekannter in der Gruppe und zählt ebenfalls zu denen, die sich als Anführer herauskristallisieren. Die Beziehung zwischen Clarke und Wells wurde in der Serie nicht so stark thematisiert, wie ich es im Buch empfunden habe. Außerdem ist die Situation von Clarkes Eltern in Buch und Serie unterschiedlich. In der Serie lebt Clarkes Mutter noch und ist nicht unwichtig für die Handlung. Im Buch dagegen sind beide Elternteile verstorben.

Bellamy hingegen ist eher ein Einzelgänger, seine Priorität gilt seiner kleinen Schwester, seit sie geboren wurde, hat er immer auf sie aufgepasst und sie immer beschützt und dies führt er auch auf der Erde fort. Es scheint als ob ihm die Gruppe und das Überleben der anderen auf der Raumstation egal sind, solange es Octavia gut geht. Er ist zielstrebig, kennt sich etwas mit Jagen und Kämpfen aus und es scheint als ob er eine Zuneigung zu Clarke entwickelt, mit der er einige Streifzüge durch den Wald unternimmt. Hier kommt ebenfalls ein Unterschied zum Tragen. Im Buch ist es für Clarke wie ein Zwiespalt zwischen ihren alten Gefühlen für Wells und ihre neue zarte, noch nicht definierte, Zuneigung zu Bellamy. In der Serie hingegen kommt hier in dieses Netz aus Beziehungen jedoch noch Finn dazu. In der Serie ist Clarke sehr angetan von Finn, der im Buch nicht existiert. Ich kann mir vorstellen, dass die Handlung dahingehend noch stärker abweichen wird in Band 2 und 3 im Vergleich zur Serie. Ich finde Bellamys und Octavias Geschichte wurde in der Serie sehr passend umgesetzt.

Ich persönlich mag Bellamy bisher am liebsten, weil er einen kühlen Kopf behält, weil er frech ist und weil er sich rührend um seine kleine Schwester kümmert. Er ist so ein bisschen, der sture Einzelkämpfer, und das macht ihn sympathisch. Ich bin sehr gespannt ob Clarke und er sich näher kommen werden. Im Buch und der Serie!

Fazit

Das Buch hat sich locker weg gelesen, ein gefühlvolles Buch, das sich sehr mit den Beziehungen zwischen den einzelnen Charakteren beschäftigt. Es wird aus mehreren Perspektiven erzählt, auf der Erde sowie auf der Raumstation. Ich habe das Buch gerne gelesen, es ist eine schöne Dystopie, nicht herausragend, aber unterhaltsam und spannend.

Buch vs. Serie

Jetzt, da ich Buch und Serie kenne, fällt es mir schwer zu entscheiden, welche Version ich gelungener finde. Auf der einen Seite wird das Gefühlsleben der einzelnen Charaktere im Buch viel deutlicher und ausgeprägter beschrieben. Außerdem gibt es weitere Charaktere im Buch, die nicht in der Serie auftauchen, die ich aber gerne mag: Luke und Glass. Dies trifft jedoch genauso auf die Serie zu, denn Finn beispielsweise kommt nicht im Buch vor. Ich mag die Serie sehr gerne, ich finde sie ist gut gemacht und besonders Clarke ist gut besetzt. Alles in allem hat mir beides gut gefallen, auch wenn ich denke, das beides immer weniger vergleichbar wird. Ich werde auch den 2. Band der Reihe lesen und auch die Serie weiter verfolgen.

Buchdetails

Die 100 von Kass Morgan

 

Band 1: »Die 100«

Verlag: Heyne (27. Juli 2015)
ISBN: 978-3-453-26949-1
Preis: 12,99€
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© Blutrot – Jamie’s Bücherblog 2015
 

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