Rückblick: »Dunkle Gebte« von Sharon Bolton

Vor einiger Zeit, in düsterer Vergangenheit, vor Jahrmiliooonen… Spaß beiseite: letztes Jahr haben Jana und ich ein Buch zusammen gelesen: Zwei lesen… »Dunkle Gebete«  von Sharon Bolton. Am Ende war ich jedoch ziemlich allein gelassen beim Lesen, da Jana einfach nicht in den Quark gekommen ist.

Ich hab das Buch längst gelesen, rezensiert und ins Regal verstaut, deshalb war ich sehr überrascht, dass Jana, nach bestimmt einem Jahr, doch noch ein paar Fragen zu »Dunkle Gebete« beantwortet hat. Ich freue mich, dass sie doch noch daran gedacht hat. Demnächst werden wir zusammen eine neue Runde von »Zwei Lesen gemeinsam« eröffnen und ich hoffe, dass wir uns dann mehr über das Buch austauschen können.

Dunkle Gebete_gross

»Die Opfer sind unschuldige Frauen. Der Killer ist ein Phantom. Und die Ermittlerin hütet ein schreckliches Geheimnis …

DC Lacey Flint ist eine junge Londoner Ermittlerin mit undurchsichtiger Vergangenheit und einem morbiden Interesse an Serienkillern. Mit einem echten Mord hatte sie bisher allerdings nie zu tun – bis eine blutende Frau an der Tür ihres Autos lehnt und in Laceys Armen stirbt. Lacey wird zunächst nur als Zeugin vernommen, doch als sich der Täter in einem blutigen Bekennerbrief unmissverständlich an sie wendet, gibt es kein Zweifel, dass Lacey in dem Fall eine ganz besondere Rolle spielt. Unversehens findet sie sich im Mittelpunkt einer Mordserie, die in irgendeinem Zusammenhang mit ihrer Vergangenheit stehen muss. Doch wie findet man einen Killer, der sich einen nie gefassten Serienmörder zum Vorbild genommen hat?«

 (Cover-, Text- und Zitatrechte: Manhattan / Goldmann Verlage)

HIer gibts nun also Janas Sicht zu »Dunkle Gebte« in ein paar knappen Fragen:

1.Dein Lieblingszitat?

“Ich glaube, was dieses Zimmer braucht, sind ein paar rote Akzente.”

2.  Was hast du nach dem ersten Absatz des Buches gedacht?

“Blätter und Matsch und Gras dämpfen jedes Geräusch, selbst einen Schrei. Das Mädchen weiß das. Kein Laut, den sie von sich geben würde, könnte jemals bis zu den Autoscheinwerfern und den Straßenlaternen einen halben Kilometer weiter dringen, zu den erleuchteten Fenstern der hohen Gebäude, die sie hinter der Mauer gerade noch ausmachen kann. Die nahe Stadt kann ihr nicht helfen, und Schreien kostet nur unnötig Kraft, die zu verschwenden sie sich nicht leisten kann.”

Nach dem ersten Absatz des Buches war ich gespannt, was da mit dem Mädchen los ist – ob sie verfolgt wird von einem Mörder, wovor Sie Angst hat. Ich konnte mir bildlich eine gruselige Situation vorstellen, voller Panik und Verzweiflung, weil Hilfe so nah scheint aber dennoch unerreichbar ist. Außerdem wollte man gleich erfahren, wer das Mädchen es, das Wort “Mädchen” klingt nach einem unschuldigen, verletzbaren Wesen, dem hoffentlich nichts passiert.

3. Wie fandest du die Handlung? Laceys Geschichte und den Fall?

Ich mag Serienkillergeschichten, fand es super, dass auf Jack The Ripper zurückgegriffen wird und die Geschichte von damals auf die heutige kopiert wird. Der Mythos wird neu in Szene gesetzt um von der eigentlichen Handlung abzulenken. Dass Lacey den Weg zur Vergewaltigungs-Truppe der Polizei gefunden hat finde ich zwar gut,weil Sie damit ihre eigene Vergangenheit vergessen möchte, aber ich glaube, dass heutzutage jeder Mensch, der vorallem bei der Polizei arbeiten möchte, etwas besser durchgecheckt wird und mit einer falschen Identität zur Polizei zu gehen, halte ich für recht unmöglich.

4. Wer fandest du die Charaktere Lacey und Joesbury und wie hat sich ihre Beziehung zueinander entwickelt?

Bei Joesbury denkt man von Anfang an “Was für ein Arsch!” Weil Lacey ihn stets ins negative Licht stellt, doch, wie es bei manchen Frauen so ist, sie steht von vornherein total auf ihn. Doch die beiden kommen, auf Grund von Misstrauen, absichtlicher Ignoranz und Dont-Fuck-The-Factory-Gehabe, einfach nicht zu Potte. Dass Lacey ihm zum Ende hin erst sagt, dass Sie ohne ihn nicht leben kann und ihn dann noch nichtmal im Krankenhaus besucht, finde ich bescheuert. Bis auf eine Szene, bei der Lacey sich stolprig an ihn ranschmeisst, wartet sie ständig darauf, dass er den ersten Schritt macht – wo sie doch sonst der Meinung ist jeden Kerl mit Leichtigkeit rum zu bekommen. Das Spiel was sie mit Joesbury spielt ist irgendwie kindisch.

5. Was hat dir gar nicht gefallen, oder was hat dich an dem Buch gestört?

Ab und an wurden Sätze eingeworfen, bei denen man in völlige Verwirrtheit geriet und garnicht wusste, was die Autorin uns mit diesem Satz sagen wollte. Beispielsweise wird gesagt “Sie werden wissen, dass ich die Mörderin bin!” und die Frau packt ihre Sachen und will sich ins Ausland absetzen, die Frage ist nur warum sie sich plötzlich so völlig bescheuert verhält? Es macht absolut keinen Sinn abzuhauen, wenn man nichts für all die Geschehnisse kann, wenn man sogar in der Lage ist, zu helfen, den Fall schneller zu lösen. Aber nein “ich muss hier weg” ist die Reaktion der lieben Lacey.

6. Wie hat dir der Stil des Buches gefallen?

Es ist schön, Details zu erwähnen und zu erzählen, wie was riecht und aussieht und wonach es klingt aber dieses Buch war irgendwie überladen mit Details, so dass man sich manchmal nicht so recht auf das Wesentliche konzentrieren konnte. Ich meine mal als Beispiel, in einem Film wird ja auch nicht erst jeder Winkel eines Zimmers gezeigt, bevor die Personen miteinander kommunizieren oder noch besser währenddessen. Generell fand ich den Stil ganz okay, es hat mich aber leider nicht so sehr mitgerissen, dass ich jetzt wissen müsste, wie es mit der verwirrten Lacey und Ihren Männer- und Fallgeschichten in einem zweiten Buch weiterginge.

7. Wie ist dein Fazit?

Leider nicht so prall. Anfangs fand ich es interessant, auch die Interviews mit den Vergewaltigungsopfern und die nettere Lacey fand ich gut. Doch im Endeffekt finde ich, Lacey hat nicht mehr alle Tassen im Schrank und der Schreibstil hat mich auch nicht so mitgerissen, mir fehlte die Spannung und an manchen Stellen hab ich auch mal die Augen verdreht.

Links:

Hier geht es zu meiner Rezension: »Dunkle Gebete« von Sharon Bolton →

Hier geht es zur Übersicht: Zwei lesen »Dunkle Gebete« von Sharon Bolton →

 

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