Rezension: »Kälte« von Michael Northrop

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Es schneit wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Scotty und seine Freunde Pete und Jason gehören zu den letzten sieben Schülern ihrer Highschool, die darauf warten, nach dem Unterricht abgeholt zu werden. Bald jedoch wird klar, dass niemand mehr kommen wird.
Anfangs scheint es noch gar keine so schlechte Sache zu sein, den Abend und schließlich die Nacht in der Schule verbringen zu müssen – immerhin sind die zwei süßen Mädchen Julie und Krista mit von der Partie. Doch als zuerst der Strom ausfällt, dann die Heizung, schließlich die Wasserleitungen einfrieren und der Schnee draußen immer höher steigt und sie in Dunkelheit hüllt, liegen die Nerven blank – und plötzlich geht es ums nackte Überleben.

(Cover-, Text- und Zitatrechte: Loewe Verlag)

Meine Meinung

Handlung

Als ich das Buch gekauft habe, war mir nicht bewusst, dass der Verlag die Altersgruppe für das Buch mit „13-16“ Jahren angesetzt hatte. Ich war erst verwundert, über die einfache und teils sehr jugendliche Sprache, habe mich aber schnell rein gefunden und fand das Buch dennoch gut.

Wie der Klappentext schon verrät, geht es um 7 Schüler, die in einem Schneesturm in ihrer Highschool gefangen sind. Als der Sturm beginnt, freuen sich die Schüler: Sie haben früher frei! Die drei Freunde Pete, Jason und Scotty nutzen die freie Zeit um an Jasons Cart, dem „Flammenwerfer“, im Werkraum der Schule weiter zu bauen. Jasons Vater wollte später vorbei kommen um die drei von der Schule abzuholen. Schnell merken sie jedoch, dass es vorerst nicht dazu kommen wird. Der Sturm wird immer stärker und bald sind sie in einem tobenden wirbel aus weißen Schneeflocken gefangen.

Die drei Jungs gesellen sich zu den anderen verbliebenen Schülern, die auch darauf warten, dass jemand sie abholt. Doch es kommt niemand. Nur der Schnee fällt und fällt und türmt sich an den Fenstern auf. In der ersten Nacht ist das alles noch kein großes Problem, jeder Sorgt sich zwar etwas um seine Familie, aber eigentlich verlassen sie sich doch daruf, dass am nächsten Tag jemand kommt und sie abholt. Doch die „Rettung“ bleibt aus. Die fünf Jungen und zwei Mädchen sind auf sich gestellt.

Die Geschichte beginnt ganz langsam. Es ist ein ganz normaler Tag in der Highschool. Der zehntklässler Scotty denkt über sein Basketballtraining nach, über das Handyverbot an der Schule und über Krista, eine Mitschülerin, die in seinem Bus fährt und die er echt gut findet. Langsam fängt es an zu schneien, Scotty ärgert sich, dass das Basketballspiel sicher ausfallen wird, wenn das Wetter zu schlecht ist. Kurz danach verkündet der Rektor auch schon, dass die Schüler früher nach Hause fahren werden, wegen der Sturmwarnung.

Die erste Nacht in der Schule ähnelt noch einem Abenteuer, keine Lehrer, keine anderen Schüler, nur sie sieben in der ganzen Schule. Am zweiten Tag, brauchen sie langsam was zu essen und machen sich noch Sorgen ob sie ärger bekommen, wenn sie die Mensa aufbrechen. Am dritten Tag schneeit es noch immer und langsam wird ihnen der Ernst der Lage bewusst.

So schafft es der Autor, die Spannung und die beklemmende Atmosphäre ganz langsam nach und nach und sehr authentisch aufzubauen. Kaum einer würde bei einem schlimmen Schneefall davon ausgehen, dass er eine Woche fest sitzt. Nein am Anfang ist es noch ärgerlich und ungemütlich, aber in einer warmen Schule, mit fließend Wasser, Essen und Licht, was soll schon passieren? Wenn das Wasser versiegt, der Strom ausfällt und die Kälte sich ausbreitet sieht das jedoch schon anders aus. Die Ungewissheit, wie lange sie noch festsitzen werden, breitet sich aus. Die Sorge um ihre Familien wächst und langsam, aber sicher reift der Gedanke heran, ob sie sich selber „befreien“ müssen.

Das Buch ist aus Scottys Perspektive geschrieben und ich konnte mitfühlen wie sich Sorge und Ängste aufbauten und wie die Atmosphäre zwischen den Schülern sich anspannte, abflaute und neue Konflikte entstanden. Teilweise wurde ich in meine Schulzeit zurück versetzt und habe mich an den Unterricht, die Regeln und die teils nervigen Lehrer erinnert! :D

Fazit

Das Buch ist, mit etwas über 250 Seiten, schnell gelesen, es ist spannend und flüssig geschrieben. Auch wenn die jugendliche und einfache Sprache teilweise gewöhnungsbedürftig ist, fand ich das Buch dennoch spannend. Unterhaltsam ist vielleicht das falsche Wort für einen Schneesturm, aber das Buch war wie ein guter Film, spannend und kurzweilig, und beklemmend! Ich hab gefröstelt und mich in mehrere Decken gekuschelt beim Lesen! Besonders für jüngere Leser kann ich das Buch wirklich empfehlen.

Buchdetails

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»Kälte«

Verlag: Loewe Verlag (2012)
Gebundene Ausgabe: 256 Seiten
ISBN: 978-3-7855-7428-7
Preis: 6,95 €
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© Blutrot – Jamie’s Bücherblog

 

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