Rezension: »Das Böse in uns« von Cody McFadyen

Das Böse in uns_gross

Ein Flug nach Virginia. Alles wie gewohnt. Die Passagiere fühlen sich wohl. Auch Lisa. Bis sich ihr Nachbar zu ihr herüberlehnt und flüstert: „Lisa, ich werde dich jetzt töten.“

Nach der Landung findet die Besatzung Lisas Leiche. Die FBI-Agentin Smoky Barrett hat lediglich einen Hinweis: ein silbernes Kreuz mit der Zahl 143 im Körper der Toten. Zählt der Mörder seine Opfer? Smoky hat es offenbar mit einem Serienkiller zu tun. Denn im Internet tauchen brutale Videos von Hinrichtungen auf. Die Filme verraten, dass jedes Opfer Sünden begangen hatte, die wie ein Schatten auf seiner Seele lasteten: Mord, Kinderschändung, Vergewaltigung. Mit seinen Taten will der Mörder die Schuld seiner Opfer sühnen. Smoky Barrett steht als Nächste auf seiner Liste. Denn auch sie hat ein finsteres Geheimnis.

(Cover-, Text- und Zitatrechte: Bastei Lübbe Verlag)

Meine Meinung

Handlung

Smoky und ihr Team werden – vom FBI-Chef persönlich- zu einem Mordfall hinzugezogen. Bei dem Opfer handelt es sich um Lisa Reid, ehemals Dexter Reid, der transsexuelle Sohn eines möglichen Präsidentschaftskandidaten. Der Fall scheint von großem öffentlichem Interesse und so muss Smoky den Drahtseilakt zwischen guter Ermittlung und politischem Einfühlungsvermögen meistern. So scheint es zunächst. Bald stellt sich jedoch heraus, dass es weniger um ein von Politik bestimmten Fall geht sondern eher um einen von den Medien gepushten Serienmörder. Neben dem politischen Interesse bietet auch der Fall selber einiges zum grübeln. Lisa Reid wurde an Bord eines Flugzeugs ermordet, in 10.000 Metern Höhe vor aller Augen, aber es gibt keine Zeugen, keine Spuren und nur ein silbernes Kreuz, dass in Lisas Körper gefunden wird, bietet einen Hinweis auf den Täter.

Der Täter scheint perfekt zu sein, doch dann tritt er an die Öffentlichkeit und verbreitet Clips über eine Video Plattform. Er nennt sich der Prediger und veröffentlicht Clips in denen er seine religiösen Ansichten, über Wahrheit, die Beichte und Vergebung  kund tut. Außerdem wird in den Videos gezeigt wie der Prediger seine Opfer – mit unter durch Folter – zur Beichte zwingt. Stehts enden die Videos vor dem Tod der Opfer. Über 140 Opfer, keine Spuren.

Charaktere, Vergangenheit und Perfektion

»Das Böse in uns« ist der dritte Teil der »Smoky-Barrett« Reihe. Es ist wie gewohnt in der Ich-Perspektive von Smoky geschrieben und zeigt besonders ihre inneren Konflikte, ihre Überlegungen, Ideen, Ängste und Gedanken. Besonders das Thema Religion, Glauben, Überzeugungen und dunkle Geheimnisse rücken in den Vordergrund. Vor ein paar Jahren, wurde Smokys Mann von einem sadistischen Mörder umgebracht. Sie selbst brutal vergewaltigt. Ende der Geschichte war, dass der Mörder Smokys Tochter als menschliches Schutzschild benutzte und Smoky ihre eigene Tochter erschoss. Schlimme Vergangenheit!? Im dritten Band setzt der Autor noch eins drauf und enthüllt ein weiteres dunkles Geheimnis, das Smoky innerlich zerfrisst. Auch wenn der Autor sich in diesem Band etwas zurück nimmt, setzt er noch mal eins drauf und das nicht zu knapp. Ja das Gefühl das immer und immer noch was übleres kommt, wird man bei diesem Autor nicht los! Wie sehen wohl die nächsten Bände der Reihe aus?!

Positiv aufgefallen ist mir im dritten Band die Beschreibung der Charaktere. Aus den vorherigen Romanen kennt man Smokys Team als unglaublich und und unglaubwürdig Perfekt. Sowohl in ihrer Arbeit als auch ihr Aussehen und eigentlich alles was sie betrifft: Cally: Schön, perfekt, eine Killerin, Alan der ruhige starke usw. Man hat fast das Gefühl, dass es in McFadyens Welt nur hübsche, perfekte Menschen gibt! Im dritten Teil zieht sich McFadyens Hang, alles perfekt und sehr dramatisch dar zu stellen, ebenfalls durch die Handlung, aber meiner Meinung nach weniger als bei den vorherigen Bänden. Seltsam fand ich auch Callys plötzliche Absicht zu heiraten, wurde sie sonst immer als Einzelgängerin dargestellt will sie nun plötzlich sesshaft werden. Am Rande tauchen immer wieder Details und Vorbereitungen zur geplanten Hochzeit auf, aber wer denn der Auserwählte ist wird nur ganz am Rande mal erwähnt. Das fand ich seltsam und nicht sehr authentisch. Vielleicht war die Hochzeit auch nur ein Vorwand Kirby einzubringen. Kirby, die als Personenschützerin und Auftragskillerin aus den vorigen Teilen bekannt ist und die sich zu einer Freundin von Cally entwickelt hat. Sie spielt am Ende des Buches eine Rolle.

Der Fall an sich und besonders die Ermittlung kam in diesem Buch etwas zu kurz. Am Tatort von Lisas Ermordung wurde keine einzige Spur gefunden, außer dem silbernen Kreuz. Ihre Wohnung war wie geleckt, bis auf eine ausgerissene Seite aus Lisas Tagebuch und auch am Tatort von Rosemarys Ermordung war wieder nichts zu finden. Wenig Infos für die perfekten Ermittler. Durch Zufall stoßen sie im Internet auf die Clips, die den Prediger zeigen wie er seine Wahrheit verkündet und seine Opfer zur Beichte ihrer schlimmsten und dunkelsten Geheimnisse zwingt. Es ist ein Konflikt zwischen der Logik eines Verrückten und der Glaube. Der Mörder baut sich innerhalb seines Glaubens eine Logik zu Gut und Böse auf in der er bestimmt, dass die Menschen alles beichten müssen um der Hölle zu entgehen. Sein kranker Geist bildet sich ein die Macht über seine Opfer zu bekommen als sei er höchstpersönlich derjenige der seine Opfer in den Himmel bringt.

Manche Themen wurden in dem Buch zwar angerissen, hatten dann jedoch eigentlich keine Auswirkungen. Dazu gehört das Thema Politik und Transsexualität. Zuerst habe ich gedacht, dass es spannend wird dadurch das Smokys Ermittlung eine politische Brisanz besitzt, aber es hatte eigentlich keine Auswirkungen. Dann das Thema Transsexualität, und der Weg wie Dexter Lisa wurde. Der Täter hat jedoch gar keine sexuelle Motivation, also ist dieses Thema auch im Sande verlaufen.

Smoky und die Liebe…

Zwei Männer, mit denen das Leben für eine Frau nicht einfach wäre, überlege ich. Nicht, weil sie schlechte Kerle wären, sondern weil sie davon ausgehen, dass man um ihre Liebe weiß, und das muss reichen. Liebe ja, Blumen nein.

Seite 16: Smokys Gedanken

Neben Smokys inneren Konflikten, zwischen ihrer Vergangenheit und ihrem jetzigen Leben, spielt auch wieder das Thema Liebe eine Rolle. Zum einen steht die Bewältigung von Matts Tod immer noch im Raum. Kann Smoky es sich nach Matts Tod erlauben einen anderen Mann zu lieben -Tommy- auch wenn nicht auf die Art und Weise wie sie Matt geliebt hat? Neben Smoky, spielt auch Callys Liebesleben eine Rolle. Die Frau die sich nie binden wollte und nun ihre Hochzeit plant.

Auch Smokys Liebe zu ihrer Tochter Alexa und ihrer neuen Tochter Bonnie wird wieder ein Thema, weil Smoky in ihrem neuen Fall, die Mutter des Opfers betreuen muss und sie sich ihr durch den Verlust ihrer Tochter verbunden fühlt.

Ich zögere. „Außerdem wird es vermutlich noch einen weiteren Grund dafür geben, dass Mrs. Reid nach mir verlangt hat.“ „Und welchen?“ […] Mein Lächeln ist ohne jeden Humor, als ich Jones antworte. „Weil ich ebenfalls ein Kind verloren habe, Sir. Es ist ein Club zu dem nur Mitglieder Zutritt haben.

Seite 25: Smoky und Jones

„Wir müssen die Köpfe zusammenstecken und schmutzige Arbeit bewältige, und das erfordert Vornamen und keine Floskeln, meinen Sie nicht auch?“ Wir Frauen sind es, die unsere Kinder begraben. Wir sind diejenigen, die den Saum unserer Kleider durch den Friedhofsdreck ziehen. Das will sie damit sagen.

Seite 29: Rosario Reid & Smoky

Fazit

Der Dritte Band der Smoky Barrette Reihe kann mit den vorigen Teilen im Punkt Spannung leider nicht mithalten, dennoch ist der Ausflug in Smokys inneres mal wieder interessant und das Buch ist durchaus unterhaltsam. Also wer Cody McFadyens Stil mag und die ersten beiden Bände verschlungen hat, der sollte durchaus auch den dritten Band lesen.

Links

»Das Böse in uns« habe ich in der Mini-Challenge Dezember 2014 gelesen. Besuch auch mal diese Challenge Seite wenn du magst.

Mini-Challenge Dezember 2014 →

Buchdetails / Reiheninfo:  Smoky-Barrett-Reihe 

Autor: Cody McFadyen

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Band 1: »Die Blutlinie«
Originaltitel: »Shadow Man«
Verlag: Bastei Lübbe Verlag (25.09.2006)
Flexibler Einband:  476 Seiten
ISBN: 978-3-404-15853-9

 

 

 

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Band 2: »Der Todeskünstler«
Originaltitel: »Face of Death«
Verlag: Bastei Lübbe Verlag (16.10.2007)
Flexibler Einband:  560 Seiten
ISBN: 978-3-404-16273-4

 

 

 

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Band 3: »Das Böse in uns«

Originaltitel: »The Darker Side«
Verlag: Bastei Lübbe Verlag (14.10.2008)
Flexibler Einband:  570 Seiten
ISBN: 978-3-404-16421-9

 

 

 

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Band 4: »Ausgelöscht«
Originaltitel: »Abandoned«
Verlag: Bastei Lübbe Verlag (05.03.2010)
Flexibler Einband:  560 Seiten
ISBN: 978-3-404-16581-0

 

 

 

© Blutrot – Jamie’s Bücherblog

 

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