Rezension: »Dead End« von Sharon Bolton

Dead End von Sharon Bolton

Zwanzig Selbstmorde in fünf Jahren. Meist sind es junge Frauen, die sich auf bizarre Art das Leben nehmen. Nicht nur die Polizei vermutet, dass irgendetwas an der ehrwürdigen Universität Cambridge nicht mit rechten Dingen zugeht. Nun soll sich DC Lacey Flint im Auftrag ihres Vorgesetzten Mark Joesbury als verletzlich-depressive Studentin ausgeben und den Lockvogel spielen. Als sie schließlich unter denselben Albträumen leidet, von denen die jungen Frauen in den Tod getrieben wurden, weiß Lacey: Sie ist die Nächste.

(Cover-, Text- und Zitatrechte: Goldmann Verlag)

Meine Meinung

Spannung! Nerven Kitzel! Und der absoluter Horror jeder Frau!

Handlung

Das Buch hat mich, wie auch der erste Band der Lacey Flint Reihe, sehr gefesselt und schockiert! Das Buch erweckt jede Menge Spannung und Horror und macht einen ganz schön paranoid, so ging es mir zumindest.

Sharon Bolton schickt ihre Heldin, Lacey Flint, in einen Undercovereinsatz an der Universität Cambridge. Sie soll als Studentin getarnt mehr erfahren über die hohe Selbstmordrate an der Universität, da vermutet wird, dass es sich nicht um Selbstmorde handelt, sondern um einen Serienmörder. Laceys Auftrag ist beobachten und Bericht erstatten, aber natürlich hält sich die rebellische Polizistin mit der dunklen Vergangenheit nicht an diesen Auftrag sondern will aktiv ermitteln was es mit den Selbstmorden auf sich hat. Schnell wird aus dem Undercovereinsatz eine gefährliche Mission, die Lacey tief in ein verstricktes Netz und gefährliche Situationen führt. Sie selbst wird Teil dieses Falls.

Neben der Aufklärung der Selbstmorde entwickelt sich auch Laceys Zuneigung zu ihrem Vorgesetzten DI Mark Joesbury weiter. Im ersten Teil der Reihe hat Lacey ihn kennengelernt und es ist klar, dass sie Gefühle für ihn hegt auch wenn sie es nicht zeigen will oder vielleicht auch nicht weiß wie sie damit umgehen soll, da sie in der Vergangenheit feste Bindungen zu einem Menschen gemieden hat. In »Dead End« entwickelt sich diese Bindung zunächst nicht weiter. Lacey will zwar, und man merkt dass der Kontakt weniger förmlich wird aber dennoch steht sie ihrem Vorgesetzten immer noch distanziert gegenüber, bis zum Ende…

Die Handlung ist teilweise sehr verstrickt. Studentinnen werden von Alpträumen geplagt, geben an im Schlaf vergewaltigt worden zu sein oder äußern beunruhigende Ängste. Viele Personen geraten in den Verdacht hinter den bösen Machenschaften zu stecken, man kann kaum jemanden wirklich ausschließen. Neben den mysteriösen Selbstmorden wird auch die Psychaterin Evi Oliver terrorisiert. So schleicht sich ein Unbekannter beispielsweise in ihre Wohnung und versteckt einen aufziehbaren Clown in einem Schrank. Weiß sie zu viel oder wird sie verrückt? Neben ein paar Studenten aus einer Verbindung, die es mit ihrem Unfug etwas zu weit treiben, kommen auch Dozenten, ein Arzt aus der Umgebung, Evis Mentorin und viele andere in Frage. Mir hat es sehr gut gefallen, wie die Autorin ihre Leser ein ums andere Mal aufs Glatteis führt. Teilweise hatte ich einen Verdacht, der sich auch bestätigt fand, aber teilweise war ich auch sehr überrascht. Die Frage ist wie realistisch ist eine solch konstruierte Geschichte? Fügt sich da zu viel, zu glatt zusammen? Ich fand die Handlung war überzeugend und ich konnte mich sehr gut in Laceys Situation einfühlen.

Charaktere

Wer das Buch »Bluternte« von Sharon Bolton gelesen hat, wird auch einige der Charaktere in diesem Buch wiedergefunden haben. So spielt die Psychiaterin Evi Oliver eine große Rolle und auch Harry Laycock, der in »Bluternte« als Vikar aufgetaucht ist spielt wieder am Rande eine Rolle. Wenn man »Bluternte« gelesen hat, versteht man auch Evis Geschichte etwas besser und ihre Schuldgefühle bezüglich ihrer Patientinnen die Selbstmord begangen haben. Ich fand es toll, dass die Autorin Charaktere aus ihrem anderen Buch, in »Dead End«wieder aufgegriffen hat, das Zusammenspiel, d.h. besonders die Vorgeschichte von Evi, fand ich toll. Übringens ist »Bluternte« sehr empfehlenswert.

Im Prolog des Buches wird beschrieben wie Lacey an der Kante eines Daches steht, bereit zu springen und wie Joesbury den Turm hinauf hetzt zum Dach um sie aufzuhalten. Zu beginn war ich schockiert, dass diese Frau, die, wie man im ersten Teil erfährt, wahrlich nicht wenig erlebt hat, selbstmord begehen soll. Ich dachte mir, da muss schon viel passieren, dass es Lacey dazu treibt. Lacey wird als undercover Polizistin, als Studentin mit einem Schwachen Selbstwertgefühl, schüchterm, fast ängstlich in die Universität eingeschleust. Im verlaufe des Buches nimmt Lacey dieses Verhalten immer mehr an, dennoch finde ich, das resultat, dass Lacey Selbstmord begehen will, nicht so glaubwürdig. Doch trotz dessen, finde ich das Buch in seiner Gesamtheit ziemlich gut.

Stil

Jo krasse Sprache! Ja mit dem Sprachstil hat die Autorin wohl keinen Preis verdient in meinen Augen. Dabei muss ich sage, dass es evtl. auch an der Übersetzung liegt, ich habe das englische Original nicht gelesen. Die Autorin benutzt mehrfach Phrasen wie: „Ich schwör’s“ (Seite 202), „Ich hatte keine Ahnung, dass die Nacht so krass sein konnte.“ (Seite 202), „… wie er mich noch nie angelächelt hatte, ich schwör’s.“ (Seite 332) usw. Ich weis nicht was die Autorin damit bezwecken will, vielleicht die Jugend der Polizistin Lacey betonen. Jedenfalls, hat mich dieser Ausdruck und diese Umgangssprache beim lesen sehr gestört und da der Stil vom ersten Buch besser war, hoffe ich das Band 3 wieder positiver auffällt.

Fazit

Wer den ersten Teil der Lacey Flint Reihe »Dunkle Gebete« gelesen und gemocht hat, wird vom zweiten Band »Dead End« nicht enttäuscht. Mir hat das Buch sehr gefallen, es ist wahnsinnig düster und gefährlich und führt euch in einen Sog aus bösen Machenschaften und Psychoterror. Also kauft euch das Buch, macht alle Türen und Fenster gut zu und lest! Ich werde mir in nächster Zeit auf jeden Fall auch den dritten Band der »Lacey-Flint« Reihe zulegen!

Bewertung

Kategorie:

Punkte:

Charaktere 5 von 6
Idee 4 von 4
Handlung 5 von 6
Spannung 4 von 4
Sprache 0 von 2
Kontext 3 von 4
Cover 1 von 2
Gesamt: 22 von 28

22 Punkte = 5 Sterne

Links

Das Buch habe ich im Rahmen der Mini-Challenge im November 2014 gelesen:
Hier geht’s zur Mini-Challenge November 2014

Buchdetails / Reiheninfo

Dunkle Gebete_klein

Band 1: 
Originaltitel: »Now You See Me«
Autor: Sharon Bolton
Verlag: Goldmann Verlag (Juni 2013)
Flexibler Einband: 512 Seiten
ISBN: 978-3442479429

 

 

 

Dead End von Sharon BoltonBand 2:
Originaltitel: »Dead Scared«
Autor: Sharon Bolton
Verlag: Goldmann Verlag (April 2014)
Flexibler Einband: 432 Seiten
ISBN: 978-3442547159

 

 

 

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