Rezension: »Metro 2033« von Dmitri Glukhovski

»Metro 2033« war ein Buch, das schon sehr lange auf meinem Stapel ungelesener Bücher lag. Es muss schon Jahre her sein, als ich es das erste mal angefangen habe zu lesen, und es auch sehr spannend fand, aber aus irgendeinem Grund habe ich es nicht weiter gelesen. Vor ein paar Tagen habe ich ihm dann doch noch eine zweite Chance gegeben und diesmal habe ich es in kürzester Zeit beendet, es war kurzweilig spannend und sehr düster!

Metro 2033 von Dmitry Glukhovsky

 

Sterne_5_klein

»Moskau liegt in Schutt und Asche

Es ist das Jahr 2033. Nach einem verheerenden Krieg liegen weite Teile der Welt in Schutt und Asche. Moskau ist eine Geisterstadt, bevölkert von Mutanten und Ungeheuern. Die wenigen verbliebenen Menschen haben sich in das weit verzweigte U-Bahn-Netz der Hauptstadt zurückgezogen und dort die skurrilsten Gesellschaftsformen entwickelt. Sie leben unter ständiger Bedrohung der monströsen Wesen, die versuchen, von oben in die Metro einzudringen … Dies ist die Geschichte des jungen Artjom, der sich auf eine abenteuerliche Reise durch die U-Bahn-Tunnel macht, auf der Suche nach einem geheimnisvollen Objekt, das die Menschheit vor der endgültigen Vernichtung bewahren soll.«

  (Cover-, Text- und Zitatrechte: Heyne Verlag)

Meine Meinung

Atmosphäre & Handlung

Das besondere an diesem Buch war für mich die unheimliche Atmosphäre, durch einen großen Krieg wurden nicht nur Städte zerstört, nein sie wurden auch nuklear verstrahlt. Ein Leben an der Oberfläche ist für die Menschen nicht mehr Möglich. Die Metro in Moskau war ihre einzige Zuflucht. Sie haben ihre wenigen Habseligkeiten hinab geschafft und sich ein neues Leben eingerichtet. Es ist eine Atmosphäre wie man sich eine Nachkriegszeit vorstellt. Die Menschen sind froh, dass sie am Leben sind, aber sie haben auch große Verluste ertragen müssen, neben ihren materiellen Gütern, die sie durch den Krieg verloren haben oder an der Oberfläche zurück lassen mussten, haben auch viele Angehörige verloren. So auch Artjom, der junge Russe, dessen Reise durch die Metro das Buch erzählt. Artjom hat seine Eltern verloren, er war im Krieg noch sehr klein und wohnt seither bei seinem Ziehvater. In der düsteren Welt der Metro haben sich die Menschen zu Gemeinschaften, die Dörfern ähneln, an den einzelnen Stationen zusammengeschlossen. Sie züchten Pilze und Schweine, und jeder hat seinen Teil beizutragen, damit das tägliche Leben funktioniert.

Die Lebensumstände der Menschen in der Metro hat der Autor in seinem Buch sehr eindrucksvoll entworfen. Es hört sich realistisch an, wie die Menschen sich ihren Lebensraum den Umständen anpassen. Beim lesen hat man das Gefühl man steht neben Artjom in der Pilzfarm, oder sitzt bei den Wachen am Feuer, die die Metrostation bewachen. Denn neben den täglichen Sorgen um Nahrung, Wärme und Licht, werden die Metrostationen auch durch verfeindete Stationen, und schlimmer noch Monster bedroht, Mutanten, die durch die nukleare Verstrahlung entstanden sind. Und in letzter zeit wird das Tägliche Leben an der Wdnch besonders durch die „Schwarzen“ bedroht. Sie sind keine lebendigen Menschen, ihnen aber auch nicht ganz unähnlich. Sie haben etwas mysteriöses, dunkles an sich, das sich kaum beschreiben lässt und die Angriffe häufen sich. Sie bedrohen die Wdnch und damit auch die gesamte Metro nicht nur physisch, auch psychisch haben sie eine verheerende Wirkung auf die Menschen, sie machen sie verrückt, treiben sie in den Wahnsinn. Wenn die Wdnch keinen Widerstand mehr leisten kann, droht die gesamte Metro und damit alle lebendigen Menschen in Moskau zu fallen. Durch eine Schicksalhafte Begegnung wird das Überleben der Metro nun in Artjoms Hände gelegt, was hat er für eine andere Wahl als sich auf diese Reise einzulassen?

Der Autor hat eine Welt erschaffen, mit einfachen, schlichten Menschen, die für ihr überleben jeden tag arbeiten müssen, die kaum etwas besitzen und die jeden Tag mit der Dunkelheit kämpfen müssen. Die Dunkelheit weckt in den Menschen Ängste und Fantasien von Monstern, was wenn diese Monster nicht nur Einbildung sind?

Charaktere

Artjom, der Hauptcharakter, ist ein Junge Anfang 20, der praktisch sein ganzes Leben unter der Erde verbracht hat. An seine Eltern, die im Krieg gestorben sind, hat er nur eine blasse Erinnerung und den Himmel hat er nur einmal gesehen, als er sich als Kind mit seinem besten Freund an die Oberfläche geschlichen hat. Artjom ist niemand der sich profilieren muss, er ist keine Führungspersönlichkeit in meinen Augen, aber er ist stark und entschlossen seine Station zu retten und dafür nimmt er viele Hürden auf sich. Ich fand ihn beim lesen sehr sympathisch. Er ist nicht der Klischeehafte Retter der ganzen Metro, sondern kämpft sich von von einem Schritt zum nächsten durch. Manchmal ist er drauf und dran den Mut zu verlieren, als er auf seiner Reise durch die Metro keinen Weg mehr sieht, aber sein Wille ist stärker.

Neben Artjom gibt es ganz viele sehr unterschiedliche Charaktere. Sein Ziehvater ist ein ruhiger Mensch, dem die Dunkelheit und die ständige Sorge viel von seiner Entschlossenheit genommen hat. Er arbeitet wie jeder andere an der Station Wdnch.

Ein besonders skurriler Zeitgenosse ist Khan, er besteht darauf die Reinkarnation Dschingos Khans zu sein. Er ist geheimnisvoll und man weiß nie recht, ob er nun ein wenig verrückt ist, Artjom ihm vertrauen kann oder ob er seinem Wahnsinn Ausdruck verleiht und Artjom ins Unglück stürzt. Er glaubt die Tunnel der Metro hören zu können und glaubt inbrünstig an seine Sache, aber dennoch ist er Artjom eine große Hilfe, ohne ihn Artjom sein Ziel vielleicht nicht erreicht hätte.

Fazit

Das Buch ist spannend, kurzweilig, und entführt in eine ganz andere triste und geheimnisvolle Welt, die ihren Bewohnern sehr feindlich gesonnen ist und in der die Menschen nichts geschenkt bekommen. Die Handlung führt Artjom quer durch das Metrosystem vorbei an freundlichen Stationen aber auch welchen die keinen Spaß verstehen und Artjom ans Leder wollen, aber nicht nur die Stationen bieten Gefahren, erst recht die Wege durch die Tunnel sind gespikt mit Hindernissen, gefahren und mysteriösen Begegnungen und das Ende des Buches lässt viel Raum, was im nächsten Band »Metro 2034« passieren könnte.

Bewertung

Kategorie:

Punkte:

Charaktere 4 von 6
Idee 3 von 4
Handlung 5 von 6
Spannung 3 von 4
Sprache 1 von 2
Kontext 3 von 4
Cover 1 von 2
Gesamt: 20 von 28

20 Punkte = 5 Sterne

Links

Das Buch habe ich im Rahmen der Mini-Challenge im November 2014 gelesen:
Hier geht’s zur Mini-Challenge November 2014

Buchdetails / Reiheninfo

GLUKHOVSKY - METRO 2033_klein

Band 1: 
Originaltitel: »Metro 2033«
Autor: Dmitri Glukhovski
Verlag: Heyne Verlag
Flexibler Einband:  784 Seiten
ISBN: 978-3-453-53298-4

 

 

 

Metro 2034 von Dmitry GlukhovskyBand 2:
Originaltitel: »Metro 2034«
Autor: Dmitri Glukhovski
Verlag: Heyne Verlag
Flexibler Einband:  528 Seiten
ISBN: 978-3-453-53301-1

 

 

 

 

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