Rezension: »Dunkle Gebete« von Sharon Bolton

Dunkle Gebete_grossSterne_5_klein

»DC Lacey Flint ist eine junge Londoner Ermittlerin mit undurchsichtiger Vergangenheit und einem morbiden Interesse an Serienkillern. Mit einem echten Mord hatte sie bisher allerdings nie zu tun – bis eine blutende Frau an der Tür ihres Autos lehnt und in Laceys Armen stirbt. Lacey wird zunächst nur als Zeugin vernommen, doch als sich der Täter in einem blutigen Bekennerbrief unmissverständlich an sie wendet, gibt es kein Zweifel, dass Lacey in dem Fall eine ganz besondere Rolle spielt. Unversehens findet sie sich im Mittelpunkt einer Mordserie, die in irgendeinem Zusammenhang mit ihrer Vergangenheit stehen muss. Doch wie findet man einen Killer, der sich einen nie gefassten Serienmörder zum Vorbild genommen hat?«

(Cover-, Text- und Zitatrechte: Goldmann Verlag)

Meine Meinung

Die Handlung

Lacey Flint ist eine junge Polizistin, die grade dabei ist einen Schritt weiter zu gehen auf der Karriereleiter, bis eine Frau in ihren Armen verstirbt. Sie war grade in einem Wohnblock unterwegs zu ihrem Auto als die Frau von hinten auf sie zukommt. Sie ist das Opfer eines Mörders der noch mehr Opfer auf seiner Liste hat. Lacey wird zunächst als Zeugin und potenzielle Täterin verhört und auch später kann sie mit ihrer dunklen Vergangenheit den Verdacht nicht ganz von sich abschütteln. Bald stellt sich raus, der der Mörder Jack the Ripper als Vorbild nimmt, aber was bezweckt er? Ist er nur ein Nachahmungstäter oder steckt mehr dahinter?

Jack the Ripper ist ein Phantom, dass die Menschen immer noch fesselt. Ich fand es toll, dass die Autorin ihren vermeintlichen Nachahmungstäter auf Jack the Ripper basieren lässt. Während des Buches flechtet sie immer wieder neue (Verschwörungs-)Theorien über Jack the Ripper mit ein, wer er gewesen sein könnte, warum die Morde nicht aufgeklärt werden konnten. Ich habe kürzlich erst einen Podcast zu dem Thema gehört und fand es spannend, diese Theorien in dem Buch wieder zu finden. Auch die einzelnen Tathergänge sind beschrieben und Jacks Modus Operandi und der „Dear Boss“ Brief wurde einbezogen.

Auch für Lacey lässt die Autorin Jack the Ripper wichtig werden. Sie hat sich seit ihrer Kindheit mit diesem Phantom beschäftigt, sogar ein Referat in der Schule über Jack the Ripper gehalten und wurde so für die Ermittlungen ganz besonders wichtig. Zufall oder gibt es da eine Verbindung?

Die Charaktere

Lacey Flint ist eine junge Frau, mit wenig Freunden, sie hat keine Familie und hält auch sonst die meisten Menschen auf Abstand. Sie scheint nach außen hin stark und selbstbewusst, aber man merkt, dass sie dahinter auch Ängste hat und unsicher ist. Und sie will vor ihrer Vergangenheit flüchten. Ihre Chefin, Dana Tulloch, ist eine starke Führungspersönlichkeit wie man sich das nur vorstellen kann: stark, tough, schön und autoritär. Dennoch ist sie auch liebevoll und geht einfühlsam mit ihren Kollegen um. Mark Joesbury, ein Kollege von Lacey und ein Freund von Dana ist ebenfalls etwas Klischee behaftet: Muskulös, abweisend, nach außen hin ganz der fiese, distanzierte. Lacey findet Gefallen an Mark, aber läuft da vielleicht was mit Dana? (Der Name Dana gefällt mir übrigens ganz besonders gut, weil ich Dana Scully aus Akte X einfach so liebe!! :D)

Lacey Interesse an Mark bleibt über das Buch hinweg sehr zart und ich fand gut, dass das Buch sich nicht als schlechter Kitsch zwischen dem starken Detective und der Außenseiterin Lacey entwickelt hat. Man möchte das endlich das Interesse von Mark erwidert wird, aber die Autorin lässt einen zappeln.

Spannung

Das Buch steigt sofort mit der Szene ein, in der die Frau, die später in Laceys Armen stirb, von ihrem Mörder verfolgt und verletzt wird ein. Die folgenden Kapitel sind noch etwas neutral, aber dann geht es stetig Bergauf mit der Spannung. Das Buch ist in der aus der Perspektive von Lacey in der Ich-Form geschrieben. So erhält man besonders von ihr viele Einblicke in ihre Gefühlswelt, Ängste, Vergangenheit und Pläne. Das Buch hat wirklich keine Längen oder Kapitel durch die man sich durchkämpfen muss. Es fließt dahin und wird vom kleinen Spannungsrinnsal zu einem mitreißenden Strom! Gefolgt von einem Höhepunkt und einem bemerkenswerten Ende, auch wenn mir etwas mehr Aufklärung in diesem Fall gefallen hätte. Aber dies war ja nur der 1. Fall mit Lacey Flint und Mark Joesbury, also muss ich mir nun wohl den zweiten Band kaufen um mehr zu erfahren. Falle zugeschlagen! :D Ich muss zugeben, dass ich mir ab einem gewissen Moment zusammenreimen konnte wie es wohl ausgeht, aber dennoch gab es viele Möglichkeiten und wie es im Einzelnen dann geendet ist, war trotzdem überraschend!

Fazit

Die Charaktere sind teilweise etwas klischeehaft, wer das nicht mag, der könnte das dem Buch übel nehmen, ich habe damit jedoch kein Problem und die spannende Handlung macht das mehr als wett. 5 Sterne gebe ich dem Buch und bin sehr zufrieden und möchte auch mehr von der Autorin lesen!

Bewertung

Kategorie:

Punkte:

Charaktere 5 von 6
Idee 3 von 4
Handlung 5 von 6
Spannung 4 von 4
Sprache 1 von 2
Kontext 4 von 4
Cover 1 von 2
Gesamt: 23 von 28

23 Punkte = 5 Sterne

Links

Das Buch ist Teil der Mini-Challenge für Oktober 2014. Hier könnt ihr in die Challenge rein schauen:

Mini Challenge Oktober 2014

Außerdem habe ich schon mal ein Buch von Sharon Bolton gelesen und rezensiert:

Bluternte – Sharon Bolton

Buchdetails

Originaltitel: »Now You See Me«
Autor: Sharon Bolton
Verlag: Goldmann Verlag (Juni 2013)
Flexibler Einband: 512 Seiten
ISBN: 978-3442479429

© Blutrot – Jamie’s Bücherblog

 

Leave a Reply