Rezension: »Atemnot« von Ilsa J. Bick

Trauer, Angst, Verzweiflung, Einsamkeit, Hoffnung, Glück…

Das sind nur ein paar der Gefühle, die mir bei Atemnot durch den Kopf gegangen sind. Atemnot ist ein Jugendbuch, das auch Erwachsene in seinen Bann zieht und die Geschichte eines Mädchens erzählt, dass viel erlebt hat und sich ihrer Stärke noch bewusst werden muss. Und es ist eine Geschichte die mit viel Ernst und Sarkasmus die Rollen vom Monster und vom Opfer neu mischt.

Atemnot_gross

»Es gibt Geschichten, in denen das Mädchen seinen Prinzen findet, und sie lebten glücklich und zufrieden bis an ihr Lebensende. So eine Geschichte ist das hier nicht. Jenna Lords Leben verlief bisher nicht gerade wie im Märchen. Ihr Vater ist ein kontrollbesessener Neurotiker und ihre Mutter Alkoholikerin. Früher war ihr älterer Bruder ihr einziger Halt, doch jetzt ist er im Irak stationiert. Und vor einigen Jahren wäre Jenna beinah bei einem Hausbrand ums Leben gekommen. Es gibt Geschichten, in denen das Monster das Mädchen umbringt und alle um das unschuldige Opfer trauern. So eine Geschichte ist das hier auch nicht. Mitch Anderson hat viele Qualitäten: Er ist ein engagierter Lehrer und Lauftrainer. Ein liebevoller Ehemann. Ein Mann mit einer ziemlichen … Anziehungskraft. Und dann gibt es noch die Geschichten, bei denen man schwer sagen kann, wer der Prinz und wer das Monster ist, wer das Opfer und wer es verdient, bis an sein Lebensende glücklich und zufrieden zu leben. Diese Geschichten sind die besten.«

(Cover-, Text- und Zitatrechte: Egmont Ink Verlag)

Meine Meinung

Das Cover ist ein Kontrast zwischen Schwarz und Weiß, Das Gesicht eines Mädchen oder einer Frau ist zu sehen welches nach unten schaut, von ihrem Gesicht und ihren Haaren tropft Wasser herab, schaut sie in die Ferne? Lebt sie noch? Der Schriftzug „Atemnot“ ist in roter, verschmierter Schrift geschrieben, und mir drängt sich unweigerlich die Vermutung auf, dass das Wort mit Blut geschrieben sein soll. Das Cover sieht spannend aus ich war, als ich es gesehen habe, neugierig was dahinter steckt.

Den Schreibstil von Ilsa J. Bick finde ich wirklich richtig gut, er ist flüssig und lässt sich sehr gut lesen, es ist nicht abgehackt sondern schön Rund. Außerdem lässt sie ihre Protagonistin sehr sarkastisch und ehrlich sein. Ich habe das Lesen sehr genossen.

»Atemnot« ist aus der Perspektive von Jenna erzählt, die ihre Geschichte auf ein Tonband spricht, die Kapitel sind beziffert wie die Ordner und Titel auf einem Aufnahmegerät, das war mal etwas anderes.

Die Charaktere und ihr Zusammenspiel sind sehr authentisch. Es wirkt nicht gekünstelt oder zurecht gebogen. Jenna, die Protagonistin ist jung und ihre Gefühlswelt wird eingehend und berührend geschildert. Ich habe mich in die Geschichte hineinversetzt gefühlt und mich selber gefreut für Jenna oder war wirklich berührt von ihrer Geschichte.

Die Handlung ist sehr spannend, man kann das Buch gar nicht mehr weglegen. Zu Beginn wenn man die ersten Seiten gelesen hat, ist man völlig überrumpelt. Fragen über Fragen haben sich in meinem Kopf angesammelt und ich wollte unbedingt wissen was los ist. Die Autorin schmeißt einen unvermittelt in die Handlung und klärt dann langsam auf worum es eigentlich geht und das macht es spannend.

Ich will nicht zu viel verraten, aber was mich etwas gestört hat ist die Fülle an gravierenden Problemen die Jenna zu bewältigen hat, es ist im Rahmen des Möglichen, aber die Autorin hätte das ein oder andere weg lassen können. Außerdem finde ich, dass die Mutter von Jenna sehr seltsam beschrieben ist, manchmal wird sie als übervorsorglich beschrieben und manchmal als völlig teilnahmslos. Andererseits ist die Handlung aus der Perspektive von Jenna geschrieben und bei nur einer Sichtweise ändern sich die Standpunkte, es ist subjektiv und kein objektiver Beobachter.

Fazit

Atemnot ist ein sehr bewegendes Buch über ein junges Mädchen, das ihren Weg in einem schier nicht enden wollenden Marathon aus Verzweiflung und Trauer finden muss und ihren Weg zu begleiten war sehr spannend und mitreißend. Das Buch hat sich auf jeden Fall gelohnt zu lesen und besonders das Aufzeigen von Rollen, die Frage ob es nur schwarz und weiß gibt und um auf den Klappentext zurück zu kommen die Ansicht wer ein Monster ist und wer ein glückliches Leben verdient hat, war sehr spannend und hat meine Meinung während des Lesens oft hin und her gerissen. Meine Meinung: Unbedingt lesen!

© Blutrot – Jamie’s Bücherblog

 

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