Rezension »Finster« von Richard Laymon


Finster von Richard Laymon

(Cover-, Text- und Zitatrechte: Heyne Verlag)

Sterne_4_klein

Inhalt

»Finster« ist eine Mischung aus Horror, Spannung und skurrilen Persönlichkeiten wie die „Fahrradhexe“ oder die „Trolle“. In dem Buch »Finster« tauschen die Leser in eine ganz verrückte andere Dimension einer Kleinstadt ein. Eine Dimension, die nur bei Nacht existiert.

Ed Logan ist Student und lebt ein ganz normales Leben, bis seine Freundin Holly ihn verlässt. Sie schreibt ihm einen Brief, in dem sie ihm erklärt, dass sie jemand anderes gefunden hat. Voller Trauer und mit gebrochenem Herzen fällt es Ed schwer zu schlafen, also beschließt er eines nachts einen Spaziergang zum Donut Shop zu machen. Es ist ein recht weiter weg, aber er will einfach nur raus und weg von seinen düsteren Gedanken.

Auf dem Weg zum Shop macht er Bekanntschaft mit der „Fahrradhexe“ einer schrulligen Alten auf einem Fahrrad die unvermittelt auftauch, ihn mit ihrer Klingel terrorisiert und verschwindet. Aber dies soll nicht die letzte unheimliche Begegnung gewesen sein. Die Nächte in der kleinen Stadt bieten einiges mehr als man am Tage bei Sonnenschein vermuten könnte.

Ein paar Blocks weiter sieht er dann zum ersten Mal das mysteriöse Mädchen. Sie ist schlank und sportlich, in dunkle Klamotten gehüllt und schlendert die dunklen Straßen entlang. Ed fragt sich wer sie wohl ist und wohin sie möchte. Aus einem Gefühl heraus beschließt er sie zu verfolgen, bis sie an einem Haus angekommen ist und hinein verschwindet.

Voller Liebeskummer lässt er sich von Hollys bester Freundin Emma trösten, die seit Jahren heimlich in ihn verliebt ist. Sie verführt ihn und er lässt sich auf sie ein, auch wenn er mit seinen Gefühlen hadert, denn das Mädchen, dass er verfolgt hat lässt ihm keine Ruhe, er beschließt sie zu finden und so nimmt das Schicksal seinen Lauf.

Meine Meinung

Das Buch hat wirklich Charme und ist spannend! Es ist nicht so ganz so ekelhaft gruselig wie andere Werke von Richard Laymon, aber genau das macht seinen Reiz aus. Jeder der Nachts mal spazieren gegangen ist, weil er es im Bett und alleine mit seinen Gedanken nicht ausgehalten hat, kennt die Stille die über der Welt liegt wenn es Nacht ist. Alles sieht anders aus und wirkt auch anders. Dinge die bei Sonnenschein harmlos wirken, können bei Nacht bedrohlich sein und jeder Mensch dem man Nachts trifft will man am liebsten aus dem Weg gehen. So geht es mir zumindest.

Richard Laymon spielt sehr gut mit der Urangst vor der Dunkelheit, mit der Frage was sich in den Schatten verbirgt. Im Buch »Finster« beschreibt Laymon wie Casey (das Mädchen, das Ed verfolgt hat) des Nachts von Tür zu Tür geht, sich in Vorgärten und hinter Autos versteckt und ab und an auch mal einen Blick hinter die Türen wirft.  Als Ed es auch einmal versucht, gerät er in das fremde Haus eines Clown-Fans oder ehemaligen Clown-Darstellers. Er schleicht durch das Haus, geht auf Toilette und sieht an den Wänden immer wieder unheimliche Bilder von Clowns. Er hat bereits ein ungutes Gefühl, als er das letzte Zimmer betritt. Der Raum gleicht einem Museum mit vielen Clowns-Accessoires, Zeitungsausschnitten und einer lebensgroßen Clownspuppe in der einen Ecke.

„Aus der Nähe wirkten die Augen der Puppe alt und blutunterlaufen.
Eine Gänsehaut begann, meinen Rücken hochzukriechen. Ich hielt die Lampe auf die Puppe gerichtet und ging rückwärts zur Tür. Am liebsten wäre ich herumgewirbelt und weggelaufen, aber ich hatte Angst, die Puppe aus den Augen zu lassen.“

[E-Book Position 572,2 / 732]

Es bleibt nicht bei der Gänsehaut nachdem Ed herausgefunden hat, das die Puppe keine Puppe ist. Ich finde solche Schreck-Situationen beschreibt Richard Laymon richtig spannend und es sind durchaus einige solcher Stellen im Buch zu finden.

Fazit

Die Idee ist super, die Umsetzung sehr gelungen. Ab und zu hat das Buch seine längen, aber insgesamt hat es mich sehr gut unterhalten. Wie schon gesagt finde ich die Schock-Situationen richtig gut in diesem Buch. Die Charaktere sind sehr vielfältig und sehr verschieden in diesem Buch und sind nicht nur „Mittel zum Zweck“ damit es gerade passt, wie ich es in anderen Büchern von Richard Laymon schon empfunden habe.

Bewertung

Kategorie:

Punkte:

Charaktere 4 von 6
Idee 3 von 4
Handlung 4 von 6
Spannung 3 von 4
Sprache 1 von 2
Kontext 2 von 4
Cover 1 von 2
Gesamt: 18 von 28

18 Punkte = 4 Sterne

Buchdetails

»Finster« 

Originaltitel: »Night in the lonesome October«
Autor: Richard Laymon
Verlag: Heyne Verlag
Flexibler Einband: 560 Seiten
ISBN: 978-3453675834

 

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