Rezension: „Amokjagt“ von Jack Ketchum

»Howard Gardner hat den Tod verdient. Jahrelang hat er seine Frau gequält und missbraucht. Bis sie zurückschlägt und mit ihrem Geliebten den perfekten Mord plant und ausführt. Doch es gibt einen Zeugen. Und dieser Zeuge ist fasziniert von der Lust zu töten. Er glaubt, endlich Gleichgesinnte für seine perversen Vorlieben gefunden zu haben. Die Amokjagd beginnt …«

Amokjagd von Jack Ketchum

(Cover-, Text- und Zitatrechte: Heyne Verlag)

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Meine Meinung

Handlung und Stil

Wayne ist ein zurückgezogen lebender Einzelgänger. Er lebt im Haus seiner verstorbenen Mutter und versucht die ganze Welt auszuschließen. Der Mensch der ihm an nächsten steht ist seine Freundin, aber auch die lässt er größtenteils im Dunkeln tappen. Sie fragt sich manchmal wer er eigentlich ist, denn er gibt kaum etwas von sich preis.

Die Handlung beginnt mit mehreren Handlungssträngen. Wayne der Einzelgänger, der seine Freundin beim Sex fast erwürgt. Carol und ihr Liebhaber Lee, die Carols gewalttätigen Ehemann im Wald umbringen. Eine dritte Perspektive wird aus der Sicht eines Polizisten eingenommen, der Carols Anzeigen gegen ihren Ehemann bearbeitet hat.

Als Wayne beobachtet wie Carol und Lee ihren Ehemann ermorden, sieht Wayne in den beiden Gleichgesinnte. Sein Wunsch nach Rache an all denen die ihm, aus seiner Sicht, Unrecht getan haben wächst und wächst. Er fängt Carol zu Hause ab und, als Lee dann dazu, stößt unterbreitet er ihnen seine wahnsinnigen Fantasien. Es beginnt eine verrückte Amokjagt bei der Wayne immer mehr die Kontrolle verliert und immer kaltblütiger und wahlloser Menschen ermordet.

Das Buch ist locker zu lesen. Der Stil ist leicht und flüssig. Ein Buch, das man schnell weg lesen kann. Die Handlung beginnt recht schnell, aber steigert sich in meinen Augen kaum. Es fängt an mit einem Mord. Dem Mord an Carols Ehemann und geht dann von einem Mord zum nächsten ohne das Spannung aufgebaut wird. Wayne läuft schlichtweg Amok wie der Titel offensichtlich suggeriert.

Ein Spannungsmoment ergibt sich als Wayne Carol und Lee als Geiseln nimmt, nach dem diese seinem geisteskranken Plan nicht teilen wollen. Jedoch läuft die Handlung von einem Ereignis zum nächsten so schnell, dass kaum Spannung auf kommt. Schade fand ich zudem, dass der Autor die Handlungsstränge sehr schnell zusammen geführt hat.

Charaktere

Der beherrschende Charakter des Buches ist Wayne. Er ist ein Einzelgänger und Psychopath, der sich nicht in die Gefühle anderer hineinversetzten kann. Er ist voller Wut und Zorn und führt eine Liste von Menschen die ihm was getan haben um sich später an ihnen Rächen zu können. Er gliedert sich scheinbar in die Gesellschaft ein indem er zum Beispiel eine Beziehung mit einer Frau eingegangen ist. Die Beziehung ist aber mehr Schein. Sie liegt ihm nicht am Herzen sondern ist mehr Mittel zum Zwecke zur Auslebung seiner Bedürfnisse. Er verkörpert eine Person die so im realen Leben auch anzutreffen sein könnte. Ketchum entwirft einen beängstigenden Charakter, dennoch hatte ich das Gefühl das viele Fragen offen bleiben und die anderen Charaktere wie z.B. Carol, besonders auch Lee und der Polizist nur sehr oberflächlich umrissen wurden.

Ob es an Details der Beschreibung lag oder am Stil kann ich nicht sagen, aber ich konnte mich nicht so richtig in die Charaktere einfühlen. Mir hat gefehlt, dass die Charaktere einen fesseln. Die Emotionen der Charaktere waren oberflächlich und wirkten nicht authentisch. Besonders das Zusammenspiel aus Wayne, Lee und Carol als Wayne die beiden als Geiseln nimmt wirkt nicht echt. Mir hat da was gefehlt.

Fazit

Die Idee war spannend und ich habe mich auf das Buch gefreut, jedoch muss ich nach dem lesen sagen, dass ich ganz schön enttäuscht bin. Es war einfach nur langweilig und die Handlung war einfallslos. Dennoch will ich nicht über das Buch herziehen. Ich hatte hohe Erwartungen an das Buch, da der Autor Jack Ketchum in der Presse, Internet und anderen Medien hoch gelobt und neben Stephen King einer der besten Autoren im Genre Horror sein soll. Ich hatte zumindest den Eindruck die Medien wollen mir das vermitteln.

„Die Literaturkritik musste Mayr alias Ketchum inzwischen als unkonventionellen aber fähigen Schriftsteller zur Kenntnis nehmen.“ (Zitat: Krimi-Couch) oder noch schwungvoller: „Seine Horrorromane zählen in den USA unter Kennern neben den Werken von Stephen King oder Clive Barker zu den absoluten Meisterwerken des Genres und wurden mehrfach ausgezeichnet.“ (Zitat: Randomhouse Verlag)

Nach dem Buch war ich dann jedoch in meinen Erwartungen enttäuscht. Ich habe mit mehr gerechnet. Trotz Kritik habe ich das Buch nicht weggelegt sondern in wenigen Tagen durchgelesen was trotz aller negativen Kritik von einer gewissen Unterhaltung zeugt. Jemandem, der eine Unterhaltung im Stil von Buch-gewordenen-Splatter Horror sucht, wird dieses Buch sicher liegen.

Bewertung

Kategorie:

Punkte:

Charaktere 2 von 6
Idee 3 von 4
Handlung 1 von 6
Spannung 1 von 4
Sprache 1 von 2
Kontext 1 von 4
Cover 2 von 2
Gesamt: 11 von 28

11 Punkte = 2 Sterne

Buchdetails

Originaltitel: „Joyride
Autor: Jack Ketchum
Verlag: Heyne
Flexibler Einband: 288 Seiten
ISBN: 978-3-453-67545-2

 

 

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