Rezension: »Schwarzer Abgrund« von Patricia Walter

Jemand hat es auf sie abgesehen. Jemand, der sie zu kennen scheint … Ist der Mörder mitten unter ihnen?

Die 17-jährige Lara will zusammen mit ihrem Bruder und drei Freunden die Ferien auf einer einsamen Berghütte verbringen. Doch auf dem Weg dorthin verirren sie sich und müssen die Nacht im Wald ausharren. Am nächsten Morgen wird einer von Laras Freunden ermordet aufgefunden. Geschockt machen sie sich auf den Rückweg und müssen feststellen, dass die Brücke, die ins Tal führt, eingestürzt ist. Abgeschnitten von der Außenwelt wird ihnen schnell klar: Ein Mörder hat es auf sie abgesehen. Oder ist es einer von ihnen?

(Cover-, Text- und Zitatrecht: Digital Publishers)

Meine Meinung

Lara und ihre beste Freundin planen einen Urlaub in einer Berghütte. Sie fahren gemeinsam mit Laras Bruder Flo, Pias Freund Robert und einem weiteren Freund, Dominik, in die Berge um ein paar Tage auszuspannen. Doch die Reise ist von Anfang an etwas chaotisch. Pia ist zerstreut und so kommt es, dass statt der vier Leute, für die es in der Berghütte Betten gibt, sich nun fünf Jugendliche auf den Weg machen.

Lara finde ich von Anfang an recht sympathisch. Ihr Freund hat sich grade von ihr getrennt und in jugendlicher, oder vielleicht auch naiver Annahme, hat sie ihn als ihre erste große Liebe auserkoren, doch dies ist gründlich schief gegangen, denn der Held hat sie nach nur wenigen Wochen wieder abserviert. Lara hofft in der Hütte auf andere Gedanken zu kommen, doch Robert, Pias Freund, verpasst der Reise schon früh einen faden Beigeschmack. Ab Anfang der Reise hat er sich eine Bierdose nach der anderen gegeben und wird mit steigendem Alkoholpegel immer fieser.

Als die Jugendlichen aus dem Zug steigen und dem Abenteuer entgegensehen wird ihnen nur wenig später ein erneuter Dämpfer verpasst, erst begegnen sie einem Bergbauern, der sie, nach einem gemeinen Witz von Robert, aufs übelste beschimpft, anschließend fällt ihnen auf dem weiteren Weg auf, dass ihre Landkarte verschwunden und der Weg zur Hütte nun ungewiss ist.

Nach diesem chaotischen ersten Tag, einem heftig eskalierten Streit, den, wer hätte es gedacht, Robert vom Zaun bricht, müssen die Jugendlichen im Wald ihr Lager aufschlagen. Dann passiert es! Das erste Opfer wird ermordet!

Jeder hat plötzlich ein Motiv, denn Robert hat sich wirklich keine Freunde gemacht, aber kann einer der Jugendlichen einen Mord begangen haben? Die Geschichte nimmt an Fahrt auf und wird plötzlich ganz schön spannend. Besonders Lara war mir an dieser Stelle wieder sehr sympathisch, weil sie sich viele Gedanken gemacht hat. Auf der anderen Seite ist mir ihr Klagen über ihren Liebeskummer ein wenig zu viel gewesen. Dominik, der bis zu diesem Abend sehr still und schweigsam war, hat sich zum Retter entpuppt, ist insgesamt aber ein tiefes ungewisses Gewässer.

Die Spannung steigt und die Jugendlichen geraten immer weiter in eine Falle hinein. Das Buch ist wirklich sehr kurzweilig (und auch recht kurz) und lässt sich locker lesen. Auch wenn ich mir an einigen Ecken noch etwas mehr Tiefgang gewünscht hätte, so entwickelt sich Dominik zum Beispiel etwas abrupt und ein wenig klischeehaft, so war ich doch gut unterhalten und habe das Buch in kürzester Zeit gelesen.

Stil & Sprache

Die Sprache in der dieses Buch geschrieben wurde, ist recht einfach und schlicht, dennoch einem Jugendbuch, als dass es deklariert ist, insgesamt angemessen. Mir ist nur an einigen Stellen aufgefallen, dass einige Formulieren etwas hölzern oder wenig passend wirkten. So wurde zum Beispiel mehrfach gesagt „ins Bett bringen“ (z.B. Kapitel 24), hier war aber „ins Bett kriegen“ gemeint, wenn man versteht! Außerdem wurde oft „Mobiltelefon“ (z.B. Kapitel 9) gesagt, anstelle dessen jeder Jugendliche doch eher Handy oder Smartphone sagen würde.

Fazit

Das Buch hat ein paar kleinerer Mankos, zum einen die etwas hölzernen Formulierungen zum anderen hätte die Geschichte an einigen Ecken noch ein paar ausgereiftere Ideen vertragen können, ist jedoch sehr unterhaltsam, spannend und kurzweilig. Ich kann diesen Jugend-Thriller auf jeden Fall als spannenden Happen zwischendurch weiter empfehlen.

Buchdetails / Reiheninfo

 

Verlag: Digital Publishers (08. Januar 2018)
ASIN: B078RRS3YJ
Preis: eBook 3,99€, TB 12,80€

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© Edge of the wild – 2018

 

 

Rezension: »Flammenbrut« von Simon Beckett

Mein Feuer wird dich verbrennen.
Die junge Geschäftsfrau Kate Powell steht mit beiden Beinen erfolgreich im Leben. Allein ihr sehnlichster Wunsch blieb bisher unerfüllt: ein Kind. Ein anonymer Spender kommt für Kate nicht in Frage. Also gibt sie eine Annonce auf, um einen geeigneten Vater zu finden. Alex Turner scheint der perfekte Kandidat …

(Cover-, Text- und Zitatrecht: Rowohlt / rororo Verlag)

Meine Meinung

Nachdem ich die ersten vier Bände der David-Hunter-Reihe von Simon Beckett gelesen habe und wahnsinnig spannend fand, bin ich mit einigermaßen großen Erwartungen an »Flammenbrut« heran gegangen. Eigentlich kein guter Start in ein neues Buch. Mein erster Eindruck nach den ersten Seiten war dann recht ernüchternd. Von Spannung keine Spur. Im Gegenteil ist die Geschichte seicht dahin geplätschert.

Kate, eher klischeehaft als sympathisch

Kate Powell ist jung, hübsch und erfolgreich in ihrem Job, doch abseits dessen sieht es eher düster aus. Kate ist privat unheimlich unsicher, inbesondere in Bezug auf Männer. Nachdem ihre letzte Beziehung vor Jahren in die Brüche gegangen ist, verhält sie sich absolut passiv, unsicher fast schon selbstzerstörerisch, wenn ihr Ex-Freund auch nur in ihrer Gedankenwelt auftaucht, geschweige denn ihr über den Weg läuft. Familienplanung scheint für sie kein Thema zu sein.

Doch das ändert sich (dann ganz urplötzlich!) als ihre beste Freundin Lucy ihr nahelegt sesshaft zu werden, denn wer könne schon auf Familie, Kinder, Haus und Garten verzichten? Mir war dieser Sinneswandel viel zu abrupt und unlogisch. Von einem  „sehnlichsten Wunsch“ war bis dato keine Rede und es hat eher den Anschein gemacht als ob Kate sich mehr schlecht als Recht mit dem Gedanken anfreunden kann. Mehr scheint es als ob Lucy sie in eine Rolle drängt in der Kate sich bis zu diesem Zeitpunkt nicht gesehen hat.

Lucy, ewige Nörglerin

Nachdem Kate sich als eher klischeehafter Charakter herausgestellt hat, wird mehr über Lucy, ihre beste Freundin bekannt. Lucy ist Mutter, Ehefrau und ewige Nörglerin, wie mir scheint. Lange habe ich kein Buch mehr gelesen in dem ein Charakter mir so zuwider war. Jedes einzelne Gespräch zwischen Lucy und Kate war voller Zweifel, Anschuldigungen und Kritik seitens Lucy gegenüber Kate. Lucy weiss alles besser, besonders wie Kate ihr Leben führen sollte.

ab der Mitte züngelt das Feuer

Nun nach gefühlt der Hälfte des Buches kommt der ominöse Vater ins Spiel. Der Vater für Kates Wunschkind. Doch auch als die Handlung ein wenig an Fahrt aufnimmt ist es immer noch eher ein lauwarmes Geplänkel, als ein mitreißender Pageturner. Es passiert wahnsinnig wenig, die Ausführungen wie Kate einen Samenspender sucht, wie sie sich über künstliche Befruchtung beraten lässt und wie sie mit Lucy darüber streitet nehmen in meinen Augen einen viel zu großen Teil ein.

Fazit

Leider muss ich sagen, dass »Flammenbrut« reichlich enttäuschend war. Die Charaktere sind eher flach und vorhersehbar, die Handlung dreht sich mehr um die Fürs- und Wieders der künstlichen Befruchtung als dass sie mit Biss und Spannung aufwartet. Die Entwicklung innerhalb des Buches ist teils Sprunghaft teils zäh. Ich habe mir von dem Buch mehr erhofft, bin jedoch mit der Geschichte und den Charakteren nicht warm geworden.

Buchdetails / Reiheninfo

 

Verlag: Rowohlt / rororo Verlag (01. August 2009)
ISBN: 978-3-499-24916-7
Preis: TB 9,99 € , 400 Seiten

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© Edge of the wild – 2018

 

Rezension: »Methodisch korrektes Biertrinken« von Reinhard Remfort

Eine großartige Partynacht mit Physik

Dieses Buch soll eine Lanze für das wohl unbeliebteste Schulfach brechen. Richtig betrachtet, ist Physik nämlich gar nicht kompliziert, abstrakt und unverständlich – das ist Mathe! Physik ist unterhaltsam und beantwortet die brennenden Fragen der Menschheit: Warum schäumen Bierflaschen über? Was hat ein Moshpit mit Thermodynamik zu tun? Warum verbrennt man sich an den Tomaten auf der Pizza immer die Zunge? Schlägt sich der Hot-Chocolate-Effect auf die Hüften nieder?

(Cover-, Text- und Zitatrecht: Ullstein Verlag)

Rezension

„Methodisch korrektes Biertrinken“, oder wie es wohl mal heißen sollte: „Schrödingers Kotze“, ist das erste populärwissenschaftliche Buch vom Physiker, Science-Slammer und großartigen Podcaster Reinhard Remfort.

Das Buch schlendert quer durch das gesellige WG-Leben, durch Partys und gemeinsames Biertrinken und gabelt links und rechts am Wegrand handfeste Wissenschaft und Physik-Party-Wissen auf. Ich bin ein begeisterter Hörer des Podcast „Methodisch Inkorrekt“. Der in diesem Podcast beschäftigt sich Reinhard, gemeinsam mit Nicolas Wöhrl, alle zwei Wochen mehrere Stunden mit Physik, Experimenten, wissenschaftliche Papern und den Alltag als Physiker. Dort konnte man auch vor einiger Zeit das Entstehen des Buches mitverfolgen und unter anderem das Leiden des frisch gebackenen Autors vernehmen.

Aber zurück zum Buch, immer diese Werbung! Ich finde Reinhard Remfort hat in seinem Buch großartig gezeigt wie unterhaltsam Physik sein kann, dass Physik omnipräsent ist und man wirklich gut mit ihr auf Partys klugscheißern kann!

Die Einbettung der Physik-Themen in die Rahmenhandlung des WG-Lebens und natürlich der Silvester-Party fand ich, war einfach rundum gelungen. Außerdem haben die Bilder/Skizzen/Abbildungen das Beschriebene gut unterstützt und verständlich gemacht. Keiner kann mehr sagen, dass Physik öde oder zu kompliziert sein muss, oder wie Reinhard sagte „Man muss nicht immer die Mathekeule schwingen“.

Der bejammerte Titel

An dieser Stelle muss ich, wie fast jede einzelne andere Rezension, die mir bisher über dieses Buch zu Ohren gekommen ist, anmerken, dass der wohl mal angedachte Titel „Schrödingers Kotze“ so unfassbar viel lustiger war, so viel prägnanter. Mich als Leser und Käufer des Buches hätte der Titel noch um einiges neugieriger gemacht! Nur mal so am Rande!

Fazit

Super cool, total kurzweilig, spannend, interessant und unterhaltsam wie man es von Reinhard Remfort kennt. Ich hab das Buch direkt am ersten Tag, als es im Paket ankam, gelesen und hoffe nun, dass es erstens bald ein neues Buch geben wird und zweitens, dass jemand anderes den Titel bestimmen darf!

Buchdetails

 

Verlag: Ullstein Verlag (16. Juni  2016)
ISBN: 9783548375878
Preis: TB 9,99 € , 208 Seiten

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Links

Website des Ullstein Verlags →

Der Podcast: Methodisch Inkorrekt →

 

 

© Edge of the wild – 2017

 

 

 

Das erste Buch 2018

2017 hab ich so unfassbar wenig gelesen, aber es gibt eben auch Zeiten, da verfolgt man andere Interessen. 2018 möchte ich aber wieder ein paar Bücher mehr in meinen vollgepackten Hobby-Kalender quetschen und fange deshalb direkt Mal an!

Das erste Buch im neuen Jahr wird „Nichts ist kälter als der Tod“ sein vom Autoren Duo: Freda Wolff. Die beiden Vorgänger-Bücher „Schwesterlein muss sterben“ und „Töte ihn, dann darf sie leben“  haben es mir bereits angetan, insbesondere ersteres hab ich sehr gefeiert! Ich bin gespannt wie die Reise mit der Protagonistin Merette weiter geht!

 

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