Rezension: »Armada – Nur du kannst die Erde retten« von Ernest Cline

Zack Lightman ist ein Träumer und Geek. Seine Freizeit verbringt er am liebsten vor dem Computer, und richtig gut ist er nur in ›Armada‹, einem Virtual-Reality-Shooter, in dem eine außerirdische Spezies versucht, die Erde zu erobern. Damit ähnelt sein Leben zahlreicher anderer Gamer. Bis eines Tages ein echtes Alien-Raumschiff über seiner Heimatstadt auftaucht – und aus dem Computerspiel bitterer Ernst wird. Denn als sich die ersten Wellen außerirdischer Raumschiffe ankündigen, sind es allein die Gamer, die ihnen im Drohnenkampf gewachsen sind. Die besten unter ihnen werden von der Earth Defense Alliance angeworben und ausgebildet. Von einer geheimen Operationsbasis auf dem Mond aus führen Zack und seine Freunde einen Krieg, in dem es um das Schicksal der Erde geht.

(Cover-, Text- und Zitatrecht: Fischer TOR Verlag)

Meine Meinung

»Armada« hat mich persönlich direkt angesprochen, weil das Cover sehr klassisch Sci-Fi mäßig, aber auf der anderen Seite auch sehr schick und mysteriös gestaltet ist. Wer ist der Junge in der Mitte des Covers, dessen Silhouette in Licht gebadet ist? Neben dem Cover hat auch der Klappentext dazu beigetragen, dass ich dieses Buch dringend lesen wollte und es hat mir mal wieder richtig Lust auf Science Fiction gemacht!

Zack

Zack ist der Protagonist des Geschehens. Er ist ein super guter Gamer und sein favorisiertes Video Game ist Armada. Seine Freizeit verbringt er vor allem in dem Video Spiel Geschäft, in dem er arbeitet. Doch auch auf seiner Arbeit nutzt er häufigdie Gelegneheit um in die Welt der Video-Spiele abzutauchen. Zack fragt sich immer wieder wie der Laden am Laufen bleiben kann bei so wenig Kundschaft!

Zack ist kein richtig typischer Teenager, der fast die Schule hinter sich hat. Er ist sehr selbstständig und der Umstand, dass sein Vater vor seiner Geburt gestorben ist bringt ihn ein ums andere Mal ins Grübeln. Er vermisst ihn, aber manchmal denkt er sich auch, dass sein Vater verrückt gewesen sein muss, denn dieser war besessen von Verschwörungstheorien. Seine Idee: Sci-Fi Filme und Spiele bereiten die Menschheit eigentlich nur auf den Kontakt mit Aliens vor! Ich fand Zack von vorne bis hinten ziemlich sympathisch.

Tempo

Die Handlung besteht aus mehren großen Abschnitten. Ich habe den ersten Abschnitt, der in dem sich die Handlung aufbaut, Konflikte gestreut werden und Zacks Leben vor der Wende beschrieben wird relativ lang im Verhältnis zu den anderen Teilen. Als Zacks Träume oder auch Alpträume wahr werden, sich Zacks Vaters Verschwörungstheorien bewahrheiten und Zack sich mitten in einem Kampf gegen ein übermächtiges Alien-Volk befindet geht alles rasend schnell. Er wird ausgewählt, in den Kampf geschickt, befördert, umstationiert und trägt im Kampf eine große verantwortungsrolle Rolle. Ich fand zu Beginn hat sich die Handlung in einem angenehmen Tempo gesteigert, dann ging es sehr sprunghaft weiter, und auch das Ende kam sehr schnell. Bzw. die Handlung war sehr kurzweilig.

Spieler als Sodaten

»Armada« ist nicht nur der Titel des Buches, sondern auch der Titel des Spiels in der Geschichte, das junge Gamer rekrutieren soll um Kampfdrohnen zu fliegen. Die Idee ist erschreckend. Immer mehr Kämpfe werden aus der Ferne gefochten und ein solches Szenario, Spieler als Soldaten zu rekrutieren, ist gar nicht so undenkbar, denn wer kann besser Drohnen oder dergleichen am PC / Konsole steuern als die besten Gamer! Auf jeden Fall ein sehr spannendes und konfliktreiches Thema!

Fazit

»Armada« ist ein super gelungener Sci-Fi Roman, der klassische Verschwörungstheorien über außerirdisches Leben und die Machenschaften der Regierung mit viel Spannung und einer sympathischen Geschichte über einen Jungen, der eigentlich nur sein Lieblings Game zocken wollte, verbindet! Ein Punkt Abzug für das unausgewogene Tempo, ansonsten war ich rund herum gut unterhalten und gefesselt.

Buchdetails / Reiheninfo

 

Verlag: Fischer TOR Verlag (23. März 2017)
ISBN: 978-3-596-29660-6
Preis: PB 14,99 € , 416 Seiten

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Montagsfrage #21

Was war dein letzter Re-Read, bzw. welches gelesene Buch hast du zuletzt erneut gelesen?

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Re-Reads finde ich sind immer so ein Sache… Es gibt Bücher, die finde ich tatsächlich so toll, dass ich sie noch einmal lesen möchte, doch gleichzeitig steht man ja vor der Entscheidung: Ein Buch lesen, das man schon kennt, oder eine ganz neue tolle Geschichte lesen?

Meistens geht diese Entscheidung bei mir zu Gunsten des neuen Buches aus. Doch es gibt auch ein paar wenige Bücher von denen ich nicht genug bekommen kann, unter anderem »Rumo« und »13 1/2 Leben des Käpt’n Blaubär« von Walter Moers und der 1. Teil der »Outlander«-Reihe von Diana Gabaldon.

Mein Letzter Re-Read war Anfang diesen Jahres. Ich habe »Feuer und Stein«, der besagte 1. Teil der »Outlander«-Reihe, gelesen. Allerdings muss ich dazu sagen, dass es die ungekürzte Neuauflage war und das ja dann schon ein bisschen geschummelt ist was „re-read“ angeht. :D

Schottland 1946: Die englische Krankenschwester Claire Randall ist in den zweiten Flitterwochen, als sie neugierig einen alten Steinkreis betritt
und darin auf einmal ohnmächtig wird. Als sie wieder zu sich kommt, befindet sie sich im Jahr 1743 – und ist von jetzt auf gleich eine Fremde, ein »Outlander«.

(Cover-, Text- und Zitatrecht: Knaur Verlag )

Wie sieht es bei euch aus? Seid ihr Fans von re-reads oder lest ihr wie ich lieber neue Geschichten? :D


Die »Montagsfrage« ist eine Aktion vom Buchfresserchen-Blog:

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Buchtipp: »Spock und ich: Mein Freund Leonard Nimoy« von William Shatner

(Cover-, Text- und Zitatrecht: Heyne Verlag )

Buchtipp: Kurz und schmerzlos! 5 Aspekte, die ich zu »Spock und ich« los werden möchte!

Erster Satz: »Am Ende des zweiten Star-Trek-Films, Der Zorn des Khan, sieht die Enterprise ihrer Zerstörung entgegen.« Ha! Star Trek ist allgegenwärtig! Aber Spaß beiseite, der erste Satz sagt noch nicht so wahnsinnig viel, außer dass er rum spoilert!

Das Cover ist so großartig. Ich bin ja immer begeistert von schlichten Covern, die aber den Kern der Sache treffen. Hier zu sehen sind William Shatner und Leonard Nimoy alias Captain James T. Kirk  und Wissenschaftsoffizier Mr. Spock. Und um die beiden und ihre Star Trek Charaktere geht es ja schließlich.

Eine Serie vs. ein Universum. Ich bin ein echter Fan der Original-Serie, das heißt der ersten drei Staffeln von Star Trek, in denen Kirk und Spock das Universum erkunden, doch habe ich mich bislang nie mit dem Phänomen Star Trek beschäftigt. »Spock und ich« ist ein tolles Buch, wenn man mehr erfahren möchte wie es dazu kam, dass Star Trek so unfassbar erfolgreich wurde und 50 Jahre später immer noch wahnsinnig präsent ist, und wie sich Spocks und Kirks menschliche Gegenstücke dabei gefühlt haben. Shatner erzählt in dem Buch, dass er seine Fans einmal gefragt habe, ob sie kein Leben hätten, denn Star Trek sei ja nur eine Serie! Ich finde es Wahnsinn wie viel Begeisterung eine Serie auslösen kann!

Spock und Kirk, Kollegen und Freunde. William Shatner berichtet in seinem Buch nicht nur von Star Trek, sondern auch wie Nimoy und er Schauspieler wurden, welche Wünsche und Hoffnungen sie hatten, als sie jung waren, wie sie sich kennen lernten und wie sich aus Kollegen (die ja im Grunde in Konkurrenz standen) Freunde entwickelten. Es ist sehr rührend wie Shatner über diese lange Freundschaft schreibt. Außerdem ist es sehr spannend etwas über die Menschen hinter dem intergalaktischen Star Trek Spektakel zu erfahren. Man denkt immer über Leonard Nimoy: „Er ist Spock“, aber darüber hinaus hat er noch unfassbar viel mehr geschaffen und erreicht, anstatt sich auf dieser Rolle auszuruhen.

Nimoy ist sterblich, doch Spock ist unsterblich. Tatsächlich hat das Buch mich zum Ende hin dann auch noch ganz schön gerührt, als Shatner von seinem Streit mit Nimoy berichtet und wie er sich schließlich nicht mehr von seinem Freund verabschieden konnte. Naja, so ein Konflikt in einem Buch zu beschreiben ist natürlich eine Sache, was wirklich war eine andere. Dennoch war das Fazit, dass Nimoy und Spock sehr eng verbunden sind, doch Spock dank Nimoys großartiger schauspielerischen und kreativen Leistung unsterblich ist.


↠ Fazit: Ein großartiges Buch über ein interessantes Phänomen und einen faszinierenden Menschen!


Buchdetails

 

Verlag: Heyne Verlag (24.10.2016)
ISBN: 978-3-453-20143-9
Preis: PB 19,99 € , 304 Seiten

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Rezension: »Hool« von Philipp Winkler

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Inhalt

Jeder Mensch hat zwei Familien. Die, in die er hineingeboren wird, und die, für die er sich entscheidet. HOOL ist die Geschichte von Heiko Kolbe und seinen Blutsbrüdern, den Hooligans. Philipp Winkler erzählt vom großen Herzen eines harten Jungen, von einem, der sich durchboxt, um das zu schützen, was ihm heilig ist: Seine Jungs, die besten Jahre, ihr Vermächtnis.

(Cover-, Text- und Zitatrecht: Aufbau Verlag )

Meine Meinung

»Hool« finde ich enorm schwer einzuordnen. Ich habe nun sicher schon eine Weile über dem Buch gebrühtet und mich gefragt wie ich in Worte fassen soll, was ich zu diesem Buch denke. »Hool« fühlt sich nicht an wie eine fiktive Geschichte, sondern viel eher wie die Biografie eines jungen Mannes. Es ist sehr eingängig, sehr authentisch geschrieben.

»Manche Dinge beidhändig zu tun, ist viel respektvoller, als mit nur einer Hand. Jemandem die Hand geben, zum Beispiel.« Seite ca 1/5 tel

Heiko, Mitte 20, Hooligan

Heiko ist der Protagonist dieses Debütromans. Er ist Anfang / Mitte Zwanzig und sein Leben ist ein ganz schöner Scherbenlauf. Seine Mutter hat die Familie, ihn und seine Schwester, verlassen, sein Vater säuft. Doch Heiko ist kein Kind von Traurigkeit, er badet weder in Selbstmitleid, noch ist er melancholisch, nein Heiko hat sich selbst eine neue Familie gesucht, seine Freunde und die Gemeinschaft der Hooligans. Die Leidenschaft für den Fußball scheint vorgeschoben, denn worum es eigentlich zu gehen scheint ist den aufgestauten Frust wett zu machen, sich in der Gruppe stark und unbesiegbar zu machen. Auch der Hass auf die Braunschweiger scheint mehr Ersatz zu sein. Der erste Satz des Klappentexts lautet: „Jeder Mensch hat zwei Familien. Die, in die er hineingeboren wird, und die, für die er sich entscheidet“.

Der Autor Philipp Winkler Foto: © Kat Kaufmann

Philipp Winkler, Foto: © Kat Kaufmann

Die Welt, die Heiko sich aufgebaut hat, scheint auf wackeligen Beinen zu stehen, ein Übergangsmodell, das er zu lange aufrecht zu erhalten versucht. Als sein bester Freund Kai heftigst zusammen geschlagen wird und halb blind im Krankenhaus wieder aufwacht, zieht Kai den Schlussstrich. Er steigt aus, es reicht ihm. Doch für Heiko bedeutet das, dass seine Welt plötzlich nicht mehr funktioniert.

Das ist Kais ganz eigene Magie, auch wenn das Wort Magie irgendwie total gay klingt, passt aber voll. Der Typ ist ein Charismabolzen. Durch und durch. Ein arroganter Laberkopf, klar, aber halt einer mit ’nem Arsch voll Ausstrahlung.

Zwischen Hundekämfen und selbst einer gewählter Familie

Die Wohnsituation in der Heiko sich befindet ist noch mal ganz speziell. Heiko ist wegen seinem Vater von Zuhause raus, jetzt wohnt er bei einem ziemlich durchgeknallten Typ, der sein Geld mit allen möglichen illegalen Aktivitäten verdient, nicht zu letzt Tierkämpfen. An dieser Stelle ist mir kurz der Kragen geplatzt, weil Heiko einfach wegschaut wenn der seltsame Typ Tiere misshandelt. Aber gut einfach ist eben nicht immer einfach. Für Heiko ist es ein Unterschlupf und Loyalität und Zusammenhalt schreibt er groß. Heikos Geschichte ist ziemlich aufwühlend. Als Außenstehende habe ich einen Eindruck in diese Welt zwischen Hass, Wut, Loyalität, Zusammenhalt und Ersatzfamilie, der Hooligans bekommen. Wer weiß wie realistisch, aber zumindest kommt es mehr als authentisch rüber. Insbesondere die Sprache die Philipp Winkler seiner Geschichte gibt, verleiht ihr so viel Leben.

Ich kann hier mal die Hannoversche Allgemeine Zeitung zitieren, die den Stil und die Sprache dieses Buches so trifft, wie ich es auch empfunden habe: »Das ist eine poetische Sprache. Sie ist roh und zerklüftet, voller Schmutz und Scherben und Rost.«

Fazit

»Hool« wurde im Vorfeld sicherlich ziemlich hoch gehandelt und gehyped. Nun wo ich es selber gelesen habe bin auch ich sehr überzeugt. Ich kann es gar nicht so genau in Worte fassen. »Hool« ist so ein Buch, dass einen einfach durch seine einfache, authentische Geschichte in seinen Bann schlägt. Ich habe die letzten Tage ganz viel über dieses Buch nachgedacht und kann es nur weiter empfehlen.

5x

Buchdetails / Reiheninfo

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Verlag: Aufbau Verlag (19. September 2016)
ISBN: 978-3-351-03645-4
Preis: PB 19,95 € , 310 Seiten

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