Rezension: »Zerschunden« von Michael Tsokos

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Inhalt: Ein Serienkiller, der europaweit in der Nähe von Flughäfen zuschlägt. Er ist schnell, er ist unberechenbar, und er ist nicht zu fassen. Seine Opfer: Alleinstehende Frauen, auf deren Körper er seine ganz persönliche Signatur hinterlässt. Ein Fall für Rechtsmediziner Fred Abel vom Bundeskriminalamt, der plötzlich tiefer in den Fall involviert ist, als er möchte. Denn der Hauptverdächtige ist ein alter Freund, dessen kleine Tochter im Sterben liegt. Quelle: Droemer Knaur Verlag

Die Autoren

Michael Tsokos, 1967 geboren, ist Professor für Rechtsmedizin und international anerkannter Experte auf dem Gebiet der Forensik. Seit 2007 leitet er das Institut für Rechtsmedizin der Charité. Seine Bücher über spektakuläre Fälle aus der Rechtsmedizin sind allesamt Bestseller. Quelle: Droemer Knaur Verlag

Bekannt ist er unter anderem auch durch seine Zusammenarbeit mit dem Autor Sebastian Fitzek.

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Michael Tsokos  |   © FinePic / Helmut Henkensiefken

Meine Meinung

»Zerschunden« ist der Auftakt der dreiteiligen True-Crime-Reihe von Michael Tsokos.

Inhalt

Fred Abel arbeitet als Rechtsmediziner für das Bundeskriminalamt. Menschen, die gewaltsam zu Tode kamen, sind sein täglich Brot. Doch in diesem Fall wird es persönlich: Nachdem eine übel zugerichtete Leiche gefunden wird, rückt ein alter Freund von Abel in das Visier der Ermittler, er steht unter dem Verdacht den Mord begangen zu haben. Abel jedoch ist von seiner Unschuld überzeugt und aktiviert alle – internationalen – Beziehungen zu anderen Rechtsmedizinern, um den wahren Mörder zu schnappen.

True Crime

Das aller, aller spannendste für mich in diesem True-Crime-Thriller war der Einblick in die deutsche und internationale Rechtsmedizin. Da Tsokos durch seinen Beruf alles weiß, was man wissen muss, wurde aus »Zerschunden« nicht nur ein spannender Thriller, sondern auch ein Buch, welches den Leser hinter die Kulissen blicken lässt: Der Alltag, die Aufgaben und die Arbeitsweise der Rechtsmedizin wird hier sachlich aber wahnsinnig interessant geschildert.

Für mich ein sehr spannender Einblick! Hier merkt man, dass Herr Tsokos nicht nur Autor ist.

Handlung

Die Handlung war sehr spannend, sehr blutig und in manchen Teilen wirklich sehr erschreckend. Wenn man sich nun vor Augen hält, dass die Geschichte auf wahren Begebenheiten beruhen, blickt man wirklich in die Abgründe der menschlichen Seele. Eine sehr heftige und dramatische Hetzjagd durch ganz Europa beginnt.

Was ich mich an dieser Stelle gefragt habe ist, welche Stellung ein Rechtsmediziner auf internationaler Ebene einnimmt. Diese Frage wurde in meinen Augen im Buch nicht richtig erklärt. In der Handlung übernimmt Fred Abel nicht nur die Rolle des Mediziners, der sich mit der Leiche, Forensik und Spuren befasst ein, sondern auch die Rolle des Ermittlers, der aktiv an dem Fall teilnimmt. Ich war bislang der Ansicht, dass Rechtsmediziner keine direkt ermittelnde Rolle haben, sondern sich auf das Opfer konzentrieren und den Ermittlern Spuren und Anhaltspunkte liefern. Dies ist in dieser Geschichte absolut nicht der Fall. Was ist hier nun Fakt und was ist Fiktion?

Trotz dieser Ungereimtheit war der Thriller aufregend und auf eine positiv, spannende Art “abscheulich”. Das Buch erweckte in mir diese morbide Neugierde, die mich immer ergreift wenn ich einen guten und blutigen Thriller verschlinge! Man möchte ja wissen, welches Monster von einem Menschen, die Verbrechen verübt hat.

Cover

Oft kann ich wenig zum Cover sagen, weil sie zwar in vielen Fällen toll aussehen, aber nicht unbedingt was besonderes sind. In diesem Fall jedoch war ich sehr begeistert von dem Cover. Es ist schlicht und düster gestaltet, aber wenn man das Buch in der Hand hält, merkt man erst, dass es eine tolle Haptik besitzt und die Naht sich nach außen wölbt. Ich bin immer sehr zu begeistern für solche Cover.

Fazit

»Zerschunden« ist ein Buch, das nicht nur mit einer sehr spannend aufgearbeiteten “True Crime” Geschichte Eindruck schindet, sondern auch einen tiefen Einblick in den Rechtsmedizin gewährt. Trotz eines etwas tollkühn anmutenden Rechtsmediziners als Protagonist, kann ich das Buch jedem Freund des True Crime und Thriller Genres weiter empfehlen und bin gespannt auf Band 2 und 3!

Buchdetails

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Verlag: Droemer Knaur Verlag (01.10.2015)
ISBN: 978-3-426-51789-5
Preis: 14,99€ (Klappenbroschur), 432 Seiten

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Rezension: »So bin ich nicht« von Anneliese Mackintosh

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Inhalt:

Wie weit muss man gehen, um neu beginnen zu können?
Greta will nur Liebe, Glück, Mittag essen mit Margaret Atwood und endlich einen echten Orgasmus. Aber vor allem möchte sie ihren Vater zurück, mit dem Trinken aufhören und einmal mit der gutaussehenden Frau mithalten, die immer neben ihr auf dem Laufband läuft und T-Shirts trägt mit Schriftzügen wie »Gut ist das Gegenteil von Großartig«. Sie wünscht sich ein normales Verhältnis zu ihrer Mutter und dass ihre Schwester aufhört zu versuchen, sich umzubringen. Sie würde am liebsten nie mehr Kleidung tragen, nie wieder Fleisch essen oder Milch trinken und für radikale politische Ideen kämpfen. Sie würde gern mehr sie selbst sein. Sie würde gern weniger wollen. Denn immer wenn sie etwas erreicht, wird ihr etwas anderes genommen.

(Cover-, Text- und Zitatrecht: Aufbau Verlag)

Meine Meinung

Als ich die letzte Seite gelesen habe, das Buch zugeklappt und weggelegt habe, war ich wirklich ziemlich ratlos. Was sollte ich nun über dieses Buch denken? Wie sollte ich meine Meinung formulieren, wenn sie so diffus in meinem Kopf erscheint? Dieses Buch ist bei Leibe kein stinknormales Buch, welches sich in meinen Augen, mit einer klaren Aussage bewerten lässt. Ich kann nicht sagen, dass mir das Buch super gut gefallen hat und es einfach locker leicht zu lesen war. Genauso wenig kann ich sagen, es hat mir nicht gefallen, weil es mir zu exotisch oder zu ernst gewesen wäre.

Dieses Buch ist wahnsinnig vielschichtig und ich möchte gleich zu Beginn sagen, dass man es einfach selber lesen muss um sich sein eigenes Bild zu machen. “So bin ich nicht” erzählt Gretas Leben in vielen mehr oder weniger kurzen Kapiteln, die jeweils einen Ausschnitt, einen Moment in ihrem Leben erzählen. Hinter ganz einfachen undramatischen und untheatralischen Wörtern verbirgt sich eine Geschichte die an Drama schwer zu toppen ist. Der Stil passt sich dem Inhalt an und unterstreicht ihn. Ab und zu war mir der Stil zu abgehackt, weil es teilweise viele Aneinanderreihungen gab, dennoch passt der Stil zum Geschehen und zur Stimmung.

Alles was ich erwartet habe von diesem Buch, wurde revidiert. Die Geschichte war wesentlich ernster und viel, viel fülliger als ich gedacht hätte.

Gretas Leben beginnt behütet, doch sie muss entdecken, dass das Leben kein Zuckerschlecken ist. Das Buch ist auf jeden Fall keine leichte Kost und doch hat es etwas, den wahren Kern, der einen berührt.

Ein Zitat auf Seite 5, welches dem Buch vorangestellt ist, gab mir zu denken und unterstreicht seinen ehrlichen Kern:

  1. 68 % sind wirklich passiert.
  2. 32 % sind es nicht.
  3. Ich werde es nie verraten.

Zuweilen habe ich mich gefragt welche Passage wohl wirklich geschehen ist und welche frei erfunden, denn jedes einzelne Kapitel wirkt so authentisch und ehrlich.

Fazit

“So bin ich nicht” ist so voller Trauer und voller Verzweiflung und doch scheint Greta unermüdlich zu kämpfen. Dieses Debüt ist sicher kein 08/15 Roman, kein Buch, welches sich so eben weglesen lässt, sondern eines das sehr berührt und sehr zum Nachdenken anregt: über sich selbst, über Entscheidungen und das Schicksal. Ich bin sehr im Zwispalt wie ich es bewerten soll. Egal ob man es mag oder nicht, so scheint es mir doch ein sehr tiefschürfendes Buch zu sein, etwas besonderes! Mich hat es sehr ernüchtert zurück gelassen.

Buchdetails

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Verlag: Aufbau Verlag (18.04.2016)
ISBN: 978-3-351-03628-7  
Preis: 19,95€ (HC), 256 Seiten

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Rezension: »Lockwood & Co. – die seufzende Wendeltreppe« von Jonathan Stroud

Lockwood Co - Die Seufzende Wendeltreppe von Jonathan Stroud

Inhalt:

Geister, Ghoule, Grabgeflüster: Die Agenten von LOCKWOOD & CO. sind allem gewachsen

LONDON, ENGLAND: In den Straßen geht des Nachts das Grauen um. Unerklärliche Todesfälle ereignen sich, Menschen verschwinden und um die Ecken wabern Schatten, die sich nur zu oft in tödliche von Geisterwesen ausgesandte Plasmanebel verwandeln. Denn seit Jahrzehnten wird Großbritannien von einer wahren Epidemie an Geistererscheinungen heimgesucht. Überall im Land haben sich Agenturen gebildet, die in den heimgesuchten Häusern Austreibungen vornehmen. Hochgefährliche Unternehmungen bei denen sie, obwohl mit Bannkreisketten, Degen und Leuchtbomben ausgerüstet, nicht selten ihr Leben riskieren.

So auch die drei Agenten von LOCKWOOD & CO. Dem jungen Team um den charismatischen Anthony Lockwood ist allerdings bei einem Einsatz ein fatales Missgeschick passiert. Um die Klage abwenden und den Schadenersatz dafür aufbringen zu können, müssen die drei Agenten von LOCKWOOD & CO. einen hochgefährlichen und zutiefst dubiosen Auftrag annehmen. Dieser führt sie in eines der verrufensten Herrenhäuser des Landes und stellt sie auf eine Probe, bei der es um nichts weniger als Leben oder Tod geht …

(Cover-, Text- und Zitatrecht: cbj)

Meine Meinung

Als ich jünger war, habe ich das Buch »Bartimäus – Das Amulett von Samarkand« (Teil1) von dem Autor Jonathan Stroud gelesen. Und dieses Buch hab ich nicht sehr gemocht, ich fand es so langatmig, dass ich es schließlich sogar abgebrochen haben.

Aus diesem Grund war ich zuerst einmal ziemlich skeptisch, ob ich »Lockwood & Co.« eine Chance geben möchte. Da ich das Buch jedoch geschenkt bekommen habe, hab ich mir einen Ruck gegeben und das Buch gelesen. Was ich sagen muss: Ich war sehr positiv überrascht!

Zur Geschichte

»Lockwood & Co.« spielt in einer alternativen Welt in England, in derer die Bevölkerung von Geistern und Heimsuchungen geplagt werden. Kurze Zeit nachdem »das Problem« aufgetaucht ist, wurde klar, dass Kinder und Jugendliche viel feinfühliger sind für die übernatürlichen Geschehnisse – Erwachsenen ist diese Welt verschlossen, doch die Jüngeren können die Geister sehen, hören und fühlen. Jedes Kind hat seine eigenen Fähigkeiten und bald werden diese Kinder angeheuert um die Plage einzudämmen. Sie kämpfen mit Eisen, Salz und Feuer gegen die Dämonen und werden dabei kaum von Erwachsenen unterstützt.

Diese alternative Welt, fand ich total spannend und gruselig. Übernatürliche Wesen sind immer ein guter Stoff für ein spannendes Buch und Jonathan Stroud hat eine wirklich klasse Alternativwirklichkeit erschaffen in der Kinder und Jugendliche eine sehr große, verantwortungsvolle und eigenständige Rolle spielen. Auch wenn es mitunter sehr gefährlich zugeht, fand ich es doch ziemlich cool, wie die jungen Helden sich allerhand fieser Wesen gestellt haben!

Salz & Eisen sind so viel charmanter

Was mir nicht ganz klar geworden ist, ist in welcher Zeit das Buch angesiedelt ist. Wenn man sich die Daten zusammenreimt, müsste es unsere Zeit sein, doch entgegen der ersten Vorstellung bekämpfen die Kinder die Geister nicht mit modernen Geräten, wie infrarot Thermometer, Messgeräte für elektromagnetische Felder oder hochmodernen Kameras, sondern mit Leuchtbomben, Säbeln, Salz und Eisen. Ich hatte erst den modernen Ghosthunter, wie man ihn aus dem Fernsehen kennt, vor Augen, doch diese etwas urtümlichere Arbeitsweise, die direkt angelehnt ist, an allerhand Mythen, finde ich viel charmanter und gibt der Geschichte noch eine große Prise mehr Abenteuer!

Die Agentur

Die drei Hauptcharaktere: Anthony, Lucy und George, die in der Agentur Lockwood & Co.  zusammen arbeiten, sind sehr individuell ausgearbeitet und mit einer ganz eigenen Persönlichkeit ausgestattet. Besonders George, der etwas gemütlich ist und immer überaus gewissenhaft recherchiert, hat es mir angetan. Lucy ist besonders talentiert im Hören der Geister, sie folgt immer ihrem Herzen und ihrem Instinkt, was sie sehr liebenswert macht. Anthony Lockwood ist ein kleiner Draufgänger, er ist sehr extrovertiert, ein wenig extravagant und leitet seine eigene Agentur, die nach ihm benannt ist, ganz ohne Erwachsene, die eh nur im Weg stehen würden!

Fazit

Ein sehr fantasievolles Buch mit übernatürlichem Spuk vom kleinen Poltergeist, bis hin zum ausgewachsenen Wandler. Das Buch hat mich überrascht und meine Erwartungen übertroffen, insbesondere die Rolle der jungen Helden, so verantwortungsvoll und stark hat mir sehr gut gefallen.

Buchdetails

Lockwood Co - Die Seufzende Wendeltreppe von Jonathan Stroud

 

Verlag: Cbj (12.10.2015)
ISBN:978-3-570-40309-9
Preis:12,99€ (TB), 432 Seiten

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Montagsfrage #15

Montagsfrage: Magst und liest du Gedichte/Gedichtbände?

montagsfrage_bannerHmmm, gute Frage! Ich habe letztens erst mit meinem Bruder diese Frage diskutiert. Ich bin eigentlich kein großer Leser von Gedichten, aber es gibt ein paar Gedichte die hängengeblieben sind.

Eins, was mir in meiner Kindheit vorgelesen wurde und dessen Wortlaut ich nie vergessen habe, ist Nein! von Christian Morgenstern. Ein sehr düsteres, kurzes und einprägsames Gedicht.

Das zweite Gedicht, dass ich nicht vergessen habe ist The Tyger von Wiliam Blake.

The Tyger – 1. Abschnitt

Tyger! Tyger! burning bright
In the forests of the night,
What immortal hand or eye
Could frame thy fearful symmetry?

Ich muss allerdings sagen, seit meiner Kindheit und Schulzeit habe ich so gut wie überhaupt keine Gedichte mehr gelesen und ich denke, das wird sich so schnell nicht ändern. Beide Gedichte die ich oben genannt habe, haben schon ein paar Jährchen auf dem Buckel und ich muss ehrlich zugeben, dass ich insbesondere nichts übrig habe, für moderne Gedichte. (Oder dem, was sich mir darunter vorstelle :D)

Geht es euch auch so, dass ihr bei Gedichten vielleicht ein zwei Titel im Kopf habt, oder seid ihr vielleicht sogar begeisterte Leser von Gedichten?


Die »Montagsfrage« ist eine Aktion vom Buchfresserchen-Blog:

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